Aktuelle Feste im Jahreskreis des Heils
Aktuelle Zeit November - Weihnachtliche Zeit - Januar Februar - Oesterliche Zeit - Juni Juli - Oktober

Sommer und Herbst

20.Juli (2.8.) Hl. Prophet ELIAS |
 
27.Juli (10.8.) Siebenzahl der Erleuchter Bulgariens |
 
6.August (19.8.) VERKLÄRUNG unseres Herrn, Gottes und Erlösers JESUS CHRISTUS 
Metamorfosis / Preobrazhenie / Schimbarea 
| 

15.August (28.8.) ENTSCHLAFEN der Allerheiligsten Gottesgebaererin und steten Jungfrau Maria 
Koimisis tis IperAgias, Endoxou, Despinis Imon, Theotokou kai Aeiparthenou Marias
Uspenie PreSw. Bogorod. / Adormirea Maicii Domnului
 

1.September (14.9.)
B E G I N N des NEUEN KIRCHENJAHRES

Archi tis Indiktou, itoi tou Neon Ekklisiastikon etous

Zrkovn. Nov. God. / Inceperea Anului Bisericesc


8.September (21.9.) GEBURT der Allerheiligsten Gottesgebaererin und steten Jungfrau Maria
to Genethlion tis IperAgias Despinis Imon, Theotokou kai Aeiparthenou Marias

Roshd. Presw. Bogor. / Nasterea Sfintei Fecioare, Maicii Domnului


14.September (27.9.) ERHÖHUNG des Allehrwürdigen und Lebenspendenden KREUZES
IPSOSIS tou timion zoopoidon STAVROU

WSDWISH. Sw. KRST. GOSPOD.  /   Înălţarea Sfintei CRUCI


15. August (28.8.)

KOIMISIS tis IPERAGIAS, ENDOXOU, DESPINIS IMON, THEOTOKOU kai AEIPARTHENOU MARIAS (gr.)
USPENIJE PRESW. BOGOROD. (slaw.)
ADORMIREA MAICII DOMNULUI (rum.)

ENTSCHLAFEN
der
ALLERHEILIGSTEN GOTTESGEBÄRERIN

 

Im Gebären
hast du die Jungfräulichkeit bewahrt,

im Entschlafen
die Welt nicht verlassen,

o Gottesgebärerin.

Du bist hinübergegangen zum Leben
die du bist des Lebens Mutter
und durch deine Fürbitten
erlösest du vom Tode unsere Seelen.




Festtagsikone, Syrien-Libanon, Kloster Balamand, Schule v.Aleppo, 18.Jhdt

 

Gedanken zum Fest ...

Ikone und Gebete zum Fest ...

Erzählung zum Fest ...

Dieses Hochfest der Gottesmutter ist für uns Gläubige ein Fest der Überwindung des Todes im Herrn:
Der Tod ist nach seinem Besiegtwerden durch Christus in der Auferstehung nicht einfach aufgehoben. Er gehört vielmehr als Abschluss des irdischen Lebens zur irdischen Wirklichkeitserfahrung der Gläubigen.
Aber er hat nicht mehr das letzte Wort, sondern ist zum Mittel der Vollendung geworden - in der Hand dessen, der über Leben und Tod herrscht.


Die in Fürbitten unermüdliche Gottesgebärerin
und in der Fürsprache unerschütterliche Hoffnung
haben Grab und Tod nicht überwältigt;
denn
als die Mutter des Lebens
hat sie zum Leben hinübergeführt,
Er,
der einst in ihrem jungfräulichen Schoße Wohnung nahm.

Das letzte Hochfest des Kirchenjahres wurde zwischen 588 und 602 im byzantinischen Reich allgemein verbreitet. Es ist das Kirchweihfest der bis heute erhaltenen unterirdischen Kirche im Tal Josaphat in Jerusalem.

Das "Grabtuch" mit der Darstellung der Gottesmutter wird von der Mitte der Kirche nach einer Prozession rund um die Kirche in den Altar gebracht. Viele jetzt blühende Sommerblumen schmücken die Kirche. Es ist vielerorts in der Orthodoxie ein Volksfest des Jubels und der Lebensfreude. Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.

Tausende Gläubige sind auch 2003 wieder zum Festtag des Batschkovo-Klosters gekommen. (Pressefoto Vasko Hadzhiivanov von der bulgarischen Zeitung STANDART )
Tausende verbrachten die Nacht vor dem Festtag auf den Wiesen rund um das Kloster und füllten die Kirche und den Hof des Klosters zur Liturgie des Festtags. Trotz seiner angegriffenen Gesundheit zelebrierte Vater Igumen NAUM die Göttliche Liturgie und verteilte danach tausende kleine Ikonen der Gottesmutter an die Gläubigen.

Grosse Freude nehmen die Menschen von diesem Festtag des Klosters mit in ihr Alltagsleben. Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.

Das "Grabtuch" mit der Darstellung der Gottesmutter wird von der Mitte der Kirche nach einer Prozession rund um die Kirche in den Altar gebracht. Viele jetzt blühende Sommerblumen schmücken die Kirche. Es ist vielerorts in der Orthodoxie ein Volksfest des Jubels und der Lebensfreude wie hier im Batschkovo-Kloster in Bulgarien.  
Bilder vom BATSCHKOVO-Kloster       Information BATSCHKOVO-Kloster       BATSCHKOVO-Kloster

Festtags im Batschkovo-Kloster, Bulgarien

In den Kalendern der orthodoxen Christenheit trägt das Fest nicht den Namen "Himmelfahrt" wie in der lateinischen Kirche.
Diese Bezeichnung ist ja auch sehr missverständlich.
Nicht vergleichbar ist das Geschehen um die Gottesmutter mit der Himmelfahrt Christi, des Gottessohnes.

Der Glaube an das Entschlafen der Gottesmutter  - die Beendigung des irdischen Lebens und die Aufnahme in das ewige Leben -   beruht nicht auf einer biblischen Erzählung oder auf einem historischen Zeugnis, das wissenschaftlich nachprüfbar wäre.

Die Orthodoxie hat es nie dogmatisch formuliert.
Die Kirche hat keine Notwendigkeit gesehen, auf dem Glauben an die leibliche Aufnahme des Leibes der Gottesmutters zu bestehen.

Aber auch wenn die Kirche nicht auf einer solchen (inneren oder äußeren) Bekräftigung besteht, so kann man doch sagen, dass das orthodoxe Gewissen eine tatsächliche Verneinung der leiblichen Aufnahme in den Himmel nicht nur als leichtsinnig sondern als eine Gotteslästerung ansehen würde:

Wie kann man auch eine Tatsache leugnen, die über jeder historischen Verifizierung steht ?

Glaube beruht nicht auf dokumentierten Beweisen.
Gläubiges Denken, erleuchtet vom Heiligen Geist, wurde Schritt für Schritt davon überzeugt, dass, wenn "der Lohn der Sünde der Tod" ist,  
Maria einen besonderen Sieg über den Tod verdient hat.

Die Verherrlichung der allreinen und allheiligen Gottesmutter in Seele und Leib   - und nicht der eine oder andere Symbolismus oder die historischen Umstände -   sind der eigentliche Gegenstand des Festes.  
Es ist nicht nur das Fest der Gottesmutter,  sondern der ganzen menschlichen Natur.

Denn in Maria hat die menschliche Natur ihr Ziel erreicht.


Dieses Hochfest der Gottesmutter ist für uns Gläubige ein Fest der Überwindung des Todes:

Der Tod ist nach seinem Besiegtwerden durch Christus in der Auferstehung nicht einfach aufgehoben.
Er gehört vielmehr als Abschluss des irdischen Lebens zur irdischen Wirklichkeitserfahrung der Gläubigen.

Grosse Freude nehmen die Menschen von diesem Festtag in den vielen Klöstern   - die dem Entschlafen der Gottesmutter besonders gedenken -   mit in ihr Alltagsleben.
 
Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.

Er hat nicht mehr das letzte Wort, sondern ist zum Mittel der Vollendung geworden - in der Hand dessen, der über Leben und Tod herrscht.


 



Die Tradition dieses Festes schöpft aus einem apokryphen Evangelium
Transitus Mariae Kap. 6-17
ausführlich


Dort wird folgendes erzählt: Kurz vor dem Entschlafen der Gottesmutter sind die in alle Welt zerstreuten Apostel auf wunderbare Weise an das Sterbebett gebracht worden, so dass sie noch mit der Mutter des Herrn wachen und beten konnten.
Auch für uns wichtig ist, dass auch die allheilige Gottesmutter in ihrer Todesnot der Fürbitte ihrer Brüder im Glauben bedürftig war, wie sie dies in dieser Erzählung ausdrückt: "Der Herr hat euch hierher geführt, um mich zu trösten in den Ängsten, welche mich bedrängen müssen. Ich bitte euch, dass ihr alle, ohne zu erschlaffen, mit mir wachen möget bis zur Stunde, da der Herr kommen wird und ich diesen Leib verlassen werde" (Trans Mar 6)

Nach ihrem Dahinscheiden hatten sie die Gottesmutter dann nach dem Befehl des Herrn im Tal Josaphat in einem neuen Grab beigesetzt.
Doch kaum war das Grab mit einem grossen Stein verschlossen, ist der Herr Selbst mit Seinen Heerscharen erschienen, hat den Stein wegwälzen lassen und Seine Mutter mit den Worten ins Leben zurückgerufen: "Erhebe dich, Meine Freundin, du, die du nicht versehrt wurdest durch die Berührung eines Mannes, du wirst auch nicht die Zerstörung des Leibes im Grabe erfahren." (Trans Mar 17)
So hält der Herr auf der Festtagsikone Seine noch in Leichentücher gewickelte Mutter im Arm.

Er ist auch der Herr über das Leben nach dem Tod !

 

Die Entschlafung unserer allheiligen Gebieterin
der Gottesgebärerin und steten Jungfrau Maria

Das dritte der großen Feste des Sommers ist das Gedächtnis der Beendigung des irdischen Lebens und die Aufnahme in das ewige Leben der allheiligen Gottesmutter Maria, das in der liturgischen Sprache "Entschlafung" genannt wird.
Schon in den 2 Wochen vorher werden wir durch eine Fastenzeit (1.-14. August nach neuem Stil, 14.-27. August nach altem Stil) auf das Fest hingeführt. Wenn wir die liturgischen Texte des Festtages hören, dann bekommen wir den Eindruck, dass wir in dem bedeutendsten der Feste stehen, die der Gottesmutter gewidmet sind.

Das Fest fasst das Heilsgeschehen rund um die Gottesmutter noch einmal zusammen. So erzählt uns das Evangelium im Orthros vom Besuch der Gottesmutter bei Elisabeth (Lk 1,39-56). Lesung (Phil 2,5-11) und Evangelium (Lk 10,38-42 und 11,27-28) in der Liturgie sind die gleichen wie am 8. September, dem Tag der Geburt Marias. Man wird bemerken, dass die Perikopen, die am Fest gelesen werden, den Tod der Allheiligen nicht erwähnen. Nur in den Gesängen zu Vesper und Orthros findet man die besondere Bedeutung, die die Kirche dem Fest zuschreibt.

Die Bedeutung ist zweifach und wird genau durch einen Satz ausgedrückt, der zur Vesper gesungen wird:

"DIE QUELLE DES LEBENS WIRD BESTATTET IN EINEM GRABE
- und -
EINE LEITER ZUM HIMMEL WIRD IHR GRAB".

Der erste Teil des Satzes - "die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe" - zeigt, dass wir konkret des irdischen Ablebens der Allheiligen gedenken. Wenn wir im Jahr der Kirche jedes Jahr an den entsprechenden Tagen die Gedächtnisse des Ablebens des Vorläufers JOHANNES, der Apostel und der Martyrer begehen, so gibt es noch viel mehr Gründe das Ende des irdischen Lebens der Mutter Gottes zu feiern, die ja auch unsere Mutter ist und deren Heiligkeit und Herrlichkeit viel größer ist als die der Auserwählten.

Aber das Fest ist viel mehr als ein Gedenken an den Tod.

Der zweite Teil des Satzes lautet: "EINE LEITER ZUM HIMMEL WIRD IHR GRAB".
Jedes Grab, derer, die uns in ihrem Weg zu Christus vorangegangen sind, kann uns in gewisser Weise eine Leiter werden, die auch uns zum Himmel führt.

Aber im Fall der Gottesmutter Maria kommt noch Außergewöhnliches hinzu. Die gesungenen liturgischen Texte weisen uns darauf hin:

"ERHEBET DIE TORE UND EMPFANGET SIE AUF ÜBERIRDISCHE WEISE,
SIE, DIE MUTTER DES EWIGEN LICHTES,
DENN HEUTE BREITET DER HIMMEL SEINE WÖLBUNGEN AUS, SIE AUFZUNEHMEN.
DIE ENGEL STEHEN IM KREISE UND BESINGEN DEINE ENTSCHLAFUNG, DIE WIR IM GLAUBEN FEIERN"

Hier wird klar, dass es um mehr geht, als nur darum, dass die Seele Marias in den Himmel aufgenommen wird.
Obwohl im byzantinischen Kalender das Fest nicht den Namen "Himmelfahrt" trägt (wie in der lateinischen Kirche), so drückt doch der Text den Glauben an die leibliche Himmelfahrt Marias aus. Nach diesem Glauben erlitt der Leib Marias nicht die Verwesung, die dem Tode folgt. Maria, von den Toten auferstanden, wurde von Engeln zum Himmel getragen (hier weicht die Himmelfahrt Mariae von der Jesu ab, denn Christus fuhr aus eigener Kraft zum Himmel).

Die Himmelfahrt Marias ist außerhalb - und über - der alltäglichen Natur. Der Glaube an die Himmelfahrt Marias beruht nicht auf einer biblischen Erzählung oder auf einem historischen Zeugnis, das wissenschaftlich nachprüfbar wäre. Sie ist auch nicht dogmatisch formuliert. Die Kirche hat bis jetzt noch keine Notwendigkeit gesehen, auf dem Glauben an die leibliche Himmelfahrt zu bestehen. Aber auch wenn die Kirche nicht auf einer solchen (inneren oder äußeren) Bekräftigung besteht, so kann man doch sagen, dass das orthodoxe Gewissen eine tatsächliche Verneinung der Himmelfahrt nicht nur als leichtsinnig sondern als eine Gotteslästerung ansehen würde. Wie kann man auch eine Tatsache leugnen, die nicht der historischen Verifizierung bedarf? Der Glaube an die Himmelfahrt beruht nicht auf dokumentierten Beweisen. Gläubiges Denken, erleuchtet vom Heiligen Geist, wurde Schritt für Schritt davon überzeugt, dass, wenn "der Lohn der Sünde der Tod" ist, Maria einen besonderen Sieg über den Tod errungen hat. In gleicher Weise wie Jesus (auch wenn man hier die Proportionen nicht verschieben darf) wurde sie in ihrem Leib verherrlicht. Die Verherrlichung der allreinen und allheiligen Gottesmutter in Seele und Leib - und nicht der eine oder andere Symbolismus oder die historischen Umstände - sind der eigentliche Gegenstand des Festes

Die Himmelfahrt ist das Fest nicht nur Marias, sondern der ganzen menschlichen Natur. Denn in Maria hat die menschliche Natur ihr Ziel erreicht. Eine Woche nach dem Beginn des liturgischen Jahres, werden wir die Geburt der allheiligen Jungfrau feiern. Jetzt, zwei Wochen vor dem Ende des liturgischen Jahres feiern wir den Tod und die Verherrlichung der allheiligen Gottesmutter.
So also macht der Zyklus des Marienlebens das Schicksal und die Entwicklung einer menschlichen Natur deutlich, die Gott völlig treu ist. Mit ihr wird das Menschengeschlecht erhoben und im Himmel aufgenommen. Die allheilige Gottesmutter hat in der Geschichte der Menschheit eine einzigartige Aufgabe erfüllt, die weit über unsere Vorstellungskraft hinaus geht. Aber die vollkommene Frucht der Gnade, die wir an der Gottesmutter so bewundern, zeigt uns die Entwicklung einer Seele, die sich geöffnet hat, um die Fülle der Gaben Gottes zu empfangen.

Nur zwei Wochen trennen das Fest der Entschlafung der Gottesmutter und das Ende des Kirchenjahres. Der Zyklus des vergangenen Kirchenjahres ist fast vollendet, ein neues Kirchenjahr beginnt am 1. September. Auch während dieses Kirchenjahres werden wieder die Feste von Weihnachten, Ostern, Pfingsten, der Gottesmutter und die Feste der vielen Heiligen auch auf uns zukommen. Machen auch wir uns wie die Gottesmutter bereit die Fülle der Gnade Gottes zu empfangen und sie in uns Frucht bringen zu lassen.

 

unter Verwendung von Ausschnitten aus: A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace, A Spiritual and Liturgical Commentary on the Calender of the Orthodox Church, Crestwood N.Y. 1992, p. 242 ff.

Text hier aus St.-Andreas-Bote



Festtagsikone, zeitgen. bulgarisch aus Zerkowen Westnik

O welch unfassbares Wunder !
Die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe.
Doch das Grab wird eine Leiter zum Himmel.
Freue dich, Gethsemane, der Gottesgebärerin heiliger Garten.
Lasst uns rufen, ihr Gläubigen,
da wir Gabriel zum Anführer haben:
Du Begnadete, sei gegrüsst.
Mit dir ist der Herr,
der durch dich
der Welt gewährt
das grosse Erbarmen.
Sticheron automelon der grossen Vesper



Sie, die niemals ruht im Gebet
Sie, deren Führung und Schutz
uns untrügerische Hoffnung gibt,
die Gottesgebärerin,
durch ihr Sterben und Grab
wurde sie doch nicht überwunden +
Als Mutter des Lebens
hat Er sie in ein neues Leben gebracht,
der einst wohnte
in ihrem immerjungfräulichen Schoß +



O welch unfassbares Wunder !
Die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe.
Doch das Grab wird eine Leiter zum Himmel.
Freue dich, Gethsemane, der Gottesgebärerin heiliger Garten.
Lasst uns rufen, ihr Gläubigen,
da wir Gabriel zum Anführer haben:
Du Begnadete, sei gegrüsst.
Mit dir ist der Herr,
der durch dich
der Welt gewährt
das grosse Erbarmen.



Heilig bist Du durch deine Mysterien
als Königin der Himmel wirst du heute verkündet
o Thron des Allerhöchsten
da du nun von der Erde hinübertrittst zur himmlischen Herrlichkeit +
Würdig ist es
dich zu verherrlichen
die Du vom Glanze göttlichen Lichtes leuchtest
o du, voll der Gnade +
Erhebt euch, ihr Jungfrauen
mit der Mutter des Königs zu den Himmeln hinan
Freue Dich
o du, in der Fülle der Gnade
der Herr ist mit Dir
und bringet der Welt die große Gnade dar +



Deinen Tod
verherrlichen
Throne / Fürsten und Gewalten
Herrscher der Engel und geistigen Mächte
unnahbar hehre Cherubim
Schauder erregende Seraphim +

Wir aber
die Erdgeborenen
jubeln im Glanz deiner göttlichen Ehre +
Könige fallen nieder vor dir
und singen gemeinsam mit Engeln und Erzengeln dir den heiligen Gesang
Freue Dich
o Du in der Fülle der Gnade
der Herr ist mit dir
und bringt der Welt die große Gnade dar +



Auf göttlichen Wink
wurden von überall her
die Apostel wie auf Wolken gebracht +
Sie nahen sich deiner unberührbaren
weil Leben gebärenden Lagerstatt
und grüß sie voll Freude +
Es treten hervor
die hocherhabenen, geistigen Himmelsmächte
geleiten den Herrn selbst +
In heiliger Ehrfurcht geleiten sie
deinen makellosen gottempfangenden Leib +
Sie schreiten voran
in überirdischer Ordnung
und unwahrnehmbar rufen sie den himmlischen Mächten zu
Siehe,
die Allherscherin von Gottes Gnade,
ist da +
Öffnet die Tore weit
empfanget in überirdischem Glanze
sie
die Mutter des Lichtes +
Denn siehe,
durch sie
ist den Sterblichen
allgebärendes Heil widerfahren
Sie zu erkennen in Wahrheit
fehlt uns die Kraft
und wir vermögen nicht,
sie gebührend zu ehren +
Sie ist die Allüberragende,
sie übersteigt alles Begreifen +
Darum,
allheilige Gottesgebärerin
Allreine
die du in Ewigkeit lebst mit deinem Sohn
dem König des Lebens
tritt unablässig für uns ein
errette uns
von jedem Anschlag des Feindes
und bewahre dein heiliges / neuerwähltes Volk +

 

 

 


ROM:   Sta. MARIA MAGGIORE   (431-1296)  Konzil v. Ephesos - Jacopo Torriti

 

Die Entschlafung unserer allheiligen Gebieterin
der Gottesgebärerin und steten Jungfrau Maria

Erzählung nach Transitus Mariae Kap. 6-17
.


Text hier aus "ORTHODOXES GLAUBENSBUCH"


Nachdem der Herr in den Himmel aufgefahren war, lebte die Allreine Jungfrau Maria, die Mutter Gottes und Fürsprecherin aller Christen vor Gott, noch lange inmitten der Apostel und ihrer Nachfolger. Sie freute sich, als sie die Verbreitung der Kirche Christi in der ganzen Welt sah, ihr Herz frohlockte darüber, dass der Ruhm ihres Sohnes bis an die Grenzen der entlegensten Länder drang, und überall, wo der Name Christi verehrt wurde, wurde auch ihrer gedacht, die Ihn geboren und sich in den Tagen des irdischen Lebens um Ihn gekümmert hatte. Alle priesen die Allreine Mutter Gottes, die noch unter den Menschen auf Erden lebte.

Obwohl ihr Leben lange währte, war sie sich dessen bewusst, dass der Zeitpunkt kommen würde, den sie so sehr erwartete - den Körper zu verlassen und zu Gott zu gehen. Es ist uns nicht genau bekannt, wie lange die Allreine Jungfrau gelebt hat: die einen sagen 57 Jahre, andere 63, wieder andere nennen die Zahl 72, aber es ist klar, dass sie ein hohes Alter erreichte. Die Seele der Gottesmutter war immer von einem Wunsch erfüllt - endlich wieder das Antlitz ihres Sohnes zu schauen, in der Herrlichkeit des Himmels. Sie betete unter Tränen zum Herrn, dass Er sie aus dieser Welt des Leids dorthin nehmen möge, wo mit Ihm alle Heiligen frohlocken.

Die Allreine Jungfrau lebte im Haus des heiligen Apostels Johannes, des Theologen auf dem Berg Zion, im Südwesten von Jerusalem, wo sich die Burg von Jerusalem erhob. Von da ging sie oft auf den Ölberg, zum Ort der Himmelfahrt ihres Sohnes. Hier betete sie inständig in Abgeschiedenheit.

Und eines Tages, während die Gottesmutter auf dem Ölberg wieder allein darum betete, dass der Herr ihr das Ende rascher schicken und sie zu Sich in den Himmel aufnehmen möge, erschien ihr der Erzengel Gabriel, welcher der Gottesmutter schon seit den ersten Tagen ihrer Kindheit diente: er hatte ihr Nahrung in den Tempel gebracht, er hatte ihr die Geburt des Sohnes Gottes verkündigt, er beschützte sie immer während ihres Lebens auf Erden. Der lichte und freudige Erzengel Gabriel überbrachte der Gottesmutter die schon lange von ihr ersehnte Kunde, dass sie in drei Tagen zu Christus, Gott gehen werde. Der Erzengel sagte, sie solle nicht betroffen sein und mit Freude seine Worte annehmen, denn dies werde kein Tod sein, sondern der Übergang in ein Leben der Unsterblichkeit, zum ewigen König der Herrlichkeit.

Die Mutter Gottes geriet durch die Worte des Erzengels in unaussprechliche Freude und Begeisterung, denn es war für sie das Freudigste und Angenehmste, im Himmel mit ihrem Sohn und Gott zu wohnen, in Seiner seligen Nähe, Ihn immer vor Augen zu haben.

Vor ihrer Entschlafung wollte die Allreine Gebieterin nochmals alle Apostel sehen, die in der ganzen Welt verstreut waren, um zu predigen. Sie bat den Herrn, dass sie in ihrer Todesstunde nicht den Fürsten der Finsternis - Satan - und seine furchtbaren Diener sehen, sondern dass der Herr selbst, Sein Versprechen erfüllend, kommen und ihre Seele in Seine heiligen Hände nehmen möge.

Nach dem Gebet kehrte die Allheilige Gottesmutter nach Hause zurück; hier erbebte alles, denn mit ihr kam unsichtbar die Herrlichkeit und Kraft Gottes, welche die Gottesmutter umgab, in das Haus. Ihr Gesicht strahlte von der Herrlichkeit Gottes heller als ehemals das Gesicht des Mose, als dieser vom Berg Sinai herabstieg, nachdem er gerade erst Gott gesehen und mit Ihm gesprochen hatte.

Die ruhmreiche Gebieterin begann sich auf ihr Ende vorzubereiten. Zuerst berichtete sie alles dem von ihr an Sohnes statt angenommenen Lieblingsjünger Christi, Johannes. Dann erzählte die Gottesmutter auch allen übrigen von ihrem bevorstehenden Heimgang.

Der heilige Johannes der Theologe schickte sofort Boten zum heiligen Jakobus, dem Apostel und Bischof von Jerusalem, und auch zu allen Verwandten und Bekannten und benachrichtigte sie über den bevorstehenden Heimgang der Gottesmutter und auch den Tag.

Der heilige Jakobus beeilte sich, davon alle Christen zu verständigen, die nicht nur in Jerusalem, sondern auch in dessen Umgebung und sogar in anderen Städten wohnten. So versammelten sich bei der Gottesmutter mit dem Bischof von Jerusalem eine Vielzahl von Menschen, Verwandten und gläubigen Christen, Männer wie Frauen.

Die Allreine Gebieterin vermachte ihre Gewänder zwei armen Witwen, die ihr zeit ihres Lebens gedient hatten, und bat, ihren Leib im Garten Getsemani zu begraben, am Fuße des Ölbergs, unweit von Jerusalem. Dort befanden sich das Grab Joachims und Annas, ihrer Eltern, und auch das Grab Josefs, mit dem sie verlobt gewesen war. Diese Gräber befanden sich am Rande des Tales Josafat, das zwischen Jerusalem und dem Ölberg lag. In diesem Tal wurden gewöhnlich arme Bürger bestattet.

Während die Gottesmutter diese Anweisungen gab, vernahm man plötzlich ein Tosen, das an Donnergrollen erinnerte, und Wolken hüllten das Haus Johannes des Theologen ein. Gemäß Gottes Befehl ergriffen Engel die Apostel in den verschiedenen Ländern, wohin sie gegangen waren, um das Evangelium zu predigen, und brachten sie nach Jerusalem zum Haus der Gottesmutter. Die Apostel freuten sich, als sie einander sahen, waren aber unschlüssig, wozu sie der Herr versammelt hatte. Der heilige Johannes der Theologe erklärte ihnen, dass für die Gottesmutter die Zeit gekommen sei, zum Herrn zu gehen.

Am dritten Tag, in der dritten Stufe erfüllte ein göttliches Licht das Zimmer, in dem die Gottesmutter auf ihren Heimgang wartete. In diesem Licht kam der Herr Jesus Christus selbst mit einer Vielzahl von Engeln und Erzengeln herab. In einem leichten Schlaf übergab die Allheilige Jungfrau ihre Seele in die Hände ihres Sohnes.

Nachdem die Apostel ihren Abschied von der Mutter Gottes auf Erden beweint hatten, schickten sie sich an, ihren allreinen Leib zu begraben. Der feierliche Begräbniszug ging von Zion durch ganz Jerusalem nach Getsemani. Auf dem Weg dorthin kam es zu einem Zwischenfall. Der jüdische Priester Jephonias wollte aus Eifersucht und Hass gegen die Gottesmutter die Bahre umwerfen, auf welcher der Leib der Allheiligen Jungfrau lag, aber ein Engel des Herrn hackte ihm unsichtbar die Hände ab.

Als er dieses Wunder sah, bereute Jephonias, seine Sünde wurde vergeben, und er wurde geheilt. Dieses Ereignis stellen die Ikonenmaler oft auf den Ikonen von Mariä Entschlafung dar.

Der Apostel Thomas, der nicht am Begräbnis teilgenommen hatte, kam erst am dritten Tag nach der Entschlafung der Mutter Gottes nach Jerusalem. Als er mit den Jüngern zum Grab in Getsemani kam, stellte sich heraus, dass der Leib der Allreinen Jungfrau nicht mehr dort war. Die Allreine Jungfrau war zusammen mit ihrem Leib von ihrem Sohn und Gott in den Himmel aufgenommen worden.

Text hier aus "ORTHODOXES GLAUBENSBUCH"

  
 

6. August (19.8.)

METAMORPHOSIS (gr.) 
PREOBRAZHENIE (slaw.) 
SCHIMBAREA (rum.)
 


VERKLÄRUNG 

unseres Herrn, Gottes und Erlösers
 

JESUS CHRISTUS

 

Du wurdest verklärt 
auf dem Berge, 
Christus Gott,
und zeigtest Deinen Jüngern 
Deine Herrlichkeit, 
soweit sie diese 
zu ertragen vermochten.

Lass strahlen 
auch uns Sündern 
Dein ewiges Licht,
auf die Fürbitten 
der Gottesgebärerin,

Lichtstrahlender
Ehre Dir !





 

 




 

Evangelium:

Mt 17: 1-9 
 

Das Hochfest der "Methamorphosis" geht vermutlich auf die Kirchweihe der im 4. Jahrhundert von der Kaiser-Mutter, der Hl. HELENA, 
gestifteten Kirche auf dem Berg Tabor zurück. 

Als Zeichen der Hoffnung auf eine verklärte Schöpfung bringen heute die Gläubigen die gereiften Früchte, 
die in der Kirche gesegnet 
und nach dem Gottesdienst grosszügig an alle verteilt werden. 


Verklärte Natur  :  KLOSTER VERKLÄRUNG CHRISTI, BULGARIEN

 

 

Festtagsgottesdienst in Sofia, Bulgarien


So wie 2003 hier in der Kathedrale Sv. NEDELJA in SOFIA, BULGARIEN haben die Gläubigen die verklärte Natur in Form von Früchten zum Dank an den Schöpfer und zum Segnen zum Wohle der Menschen in die Festtagsliturgie mitgebracht. 
Im Norden segnet man Äpfel, im Süden Trauben.
(Pressefoto der bulgarischen Zeitung STANDARD; Fotograf: Viktor Levi)

 

Das Hochfest der Verklärung weist uns auf Sinn und Ziel unseres Lebens und der ganzen Schöpfung hin 
und macht uns wie den Aposteln Mut mit diesem Ziel vor Augen 
auch schmerzhafte Schicksalsschläge überstehen zu können.


 

Die Jünger schauten Deine Herrlichkeit, soweit sie diese zu ertragen vermochten, 
auf dass sie das freiwillige Leiden zu erkennen vermöchten, 
wenn sie Dich gekreuzigt sähen, 
der Welt aber verkündend, 
dass Du in Wahrheit bist der Abglanz des Vaters. 

 

Festtagsikone, Syrien-Libanon, 19.Jhdt,mit arab.Schrift


Wie bei einer Bergwanderung im Nebel bisweilen der blaue Himmel durchbricht und einen Blick auf den noch zu erklimmenden sonnenbestrahlten Gipfel freigibt, so wurde den Jüngern hier auf dem Berg Tabor für einen kurzen Augenblick etwas von der Herrlichkeit der Schau Gottes erfahrbar, zu der zu gelangen die Bestimmung und die Sehnsucht unseres christlichen Lebens ist. 
Diese werden wir erreichen, wenn wir im geduldigen Aufstieg durch Leiden und Mühen das Ziel nicht aus dem Sinne lassen, auch wenn es uns meist durch die Nebel unseres Alltags verdeckt ist. Was aber im Nebel zumeist verborgen bleibt, ist jetzt schon und nicht erst in Zukunft die unvergängliche Wirklichkeit. 
Darum war es den orthodoxen Mönchsvätern im 14.Jahrhundert (u.a. der Hl. GREGOR PALAMAS) wichtig, 
in Auseinandersetzungen mit westlichen pseudohumanistischen Realismusideen festzuhalten, dass das von den Jüngern auf dem Berg Tabor geschaute Licht nicht nur ein psychologisch erklärbares Phänomen war, sondern Gott, das ungeschaffene Licht Selbst, das am Ende unseres Lebens von uns allen erfahren werden wird - in dem Masse, wie ein jeder dazu bereit sein wird.
Darauf spielt unser Festtropar an, und der Hl.EPHRAIM der Syrer (306-373) bezeugt es in einer seiner Hymnen mit den Worten:

 

+ 
Wie ein jeder das Auge im Diesseits gereinigt hat, 
so wird er dort schauen können die Herrlichkeit des Allerhöchsten. 
+ 
Wie ein jeder das Ohr im Diesseits geöffnet hat, 
so wird er dort vernehmen Seine Weisheit. 
+ 
Wie ein jeder sein Inneres im Diesseits weit gemacht hat, 
so wird er dort aufnehmen können von Seinen Schätzen.
 

Hirmos der Oden des Kosmas Monachos im Orthros zum Fest der Verklärung Christi 
 



Schimbatu-Te-ai la fata, in munte, Hristoase Dumnezeule, 
aratand ucenicilor Tai slava Ta, pe cat li se putea; 
straluceasca si noua, pacatosilor, lumina ta cea pururea fiitoare, 
pentru rugaciunile Nascatoarei de Dumnezeu, 

Datatorule de lumina, slava Tie!

 

 

Verklärte Natur: KLOSTER VERKLÄRUNG CHRISTI, BULGARIEN 
zu ähnlichen Beispielen von Harmonie zwischen Natur und Kirche

 

 


 

 


AKTUELLES: Monatskalender |
aus den orthodoxen kirchen|
Orthodoxe Verantwortung in der Welt | 
ZEITLOSES: Unser Zugang zu Gott | Unsere Gottesdienste | 
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Fragen und Antworten| Jugendseite 
KLOESTER: Kloester -weltweit- (Hl.Berg Athos, Bulgarien, wird fortgesetzt)
Moenchsskite Hl.Spyridon in Geilnau/Lahn
Deutsches Orthodoxes Dreifaltigkeitskloster in Buchhagen, Bodenwerder/Weserbergland 


 

 

20. Juli (2.8.)

Hl. Prophet ELIAS

 

 

ELIAS, den Thesbiter, 
hast Du, 
Barmherziger,
von der Erde hinweggenommen, 
auf dem Feuerwagen,
o Logos 


Auf seine Bitten 
errette uns, 
die wir 
gläubig Dich lobpreisen 
und in Freude begehen 
sein gotterfülltes und 
ehrwürdiges Gedächtnis.



 
Festtagsikone Bulgarisch .Jhdt.

 

Prophet ELIJA in der Ikonenmalerei




 

Nicht im Beben der Erde, 
sondern im linden Hauche, 
hast du geschaut das Kommen Gottes, gottseligster ELIAS, 
das einstens dich hat erleuchtet. 
 

 

Auf dem Wagen aber bist du vierspännig einhergefahren 
und hast den Himmel durchquert 
auf ungekannte Weise. 
Gottbegeisterter, mit Staunen betrachtet.




 

Der Hl. ELIAS (eli-JA: " Mein Gott ist JAHWE )" war ein mutiger Kämpfer für den Glauben an JAHWE, den einen wahren Gott. 
Er wird auch Thesbiter genannt, weil er aus Tischbe in Gilead kam, einem rauhen Bergland im heutigen Ostjordanland beidseits des Flusses Jabbok. 
Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit des Königs Ahab (871 - 852 v.Chr.). 
Von seinem Leben und Kampf gegen den " Baalkult " berichten uns die Bücher der Könige des Alten Testaments. König Ahab hatte, unter dem Einfluss seiner heidnischen Frau, in der Hauptstadt Samarias einen Baalstempel errichten lassen und war vom Glauben an den einen Gott der Väter abgefallen. Der Hl. Prophet ELIAS kündigte dem König eine grosse Dürre als Strafe Gottes an und kämpfte sein ganzes Leben lang für den einen Gott des Volkes Gottes und mit Gottes Hilfe gegen die vom Glauben abgefallenen Machthaber und falsche Propheten des Heidentums. Mehrmals auf der Flucht vor der Staatsmacht, wurde er immer wieder vom Herrn bestärkt, von Raben und später sogar von Engeln des Herrn versorgt. 
Dieses mutige Auftreten gegenüber den Mächtigen und Gottes an ihm erwiesene Fürsorge machte den Heiligen ELIAS zu einem in allen orthodoxen Völkern sehr verehrten Volksheiligen. 
Am Jordan gebietet der Hl. Elias, wie Moses in Gottes Namen dem Wasser, ein Zeichen, dessen wir orthodoxe Christen auch heute bei jeder grossen Wasserweihe gedenken. Am Ende seines Lebens sandte ihm Gott einen feuriger Wagen, von feurigen Rossen gezogen und der Hl. ELIAS fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.



 

Festtagsikone Bulgarisch .Jhdt.



 

Folgender Text 
von Hypodiakon NIKOLAUS Thon: "Vierspännig auf dem Feuerwagen, der Prophet ELIJA und seine Darstellung in der Ikonenmalerei" in: Hagiographie, Studien zum Heiligenbild der Orthodoxen Kirche, Typos-Verlag, Herten 1992


hier aus:
St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de



 

 

Hl. Prophet ELIAS 
- Heiliger der Christenheit nach dem Zeugnis der Kirchenväter



Die Verehrung des alttestamentlichen Propheten ist nicht allein auf volksreligiöse Überlieferung beschränkt, sondern korrespondiert mit der Aufmerksamkeit, die seiner Gestalt schon die meisten der altkirchlichen Theologen widmeten, und zwar sowohl die griechischen wie die orientalischen wie auch die lateinischen Kirchenväter. 
So lassen sich in der gesamten patristischen Literatur ungefähr 3000 auf den Hl. ELIJA hinweisende Stellen nachweisen. Einige zählen ihn einfach in einer langen Reihe anderer biblischer Personen - besonders Propheten - auf, etliche aber beschäftigen sich ausführlich mit seinem Leben und Wirken und vor allem mit dessen christlicher Deutung. Allein beim hl. Gregorios dem Theologen (329/330-390) finden wir 40 solcher Erwähnungen. Die wohl früheste christliche Würdigung des Propheten finden sich im 1. Klemensbrief (17:1): 
" Wir wollen Nachahmer sein auch derjenigen, die in Ziegen- und Schaffellen einherzogen und die Ankunft Christi verkündeten: Wir meinen die Propheten Elija, Elischa und dazu noch Ezechiel, die von Gott ein gutes Zeugnis erhalten haben. "

 


Auch nach dem Abschluss der patristischen Zeit im engeren Sinne haben immer wieder bedeutende Autoren - vor allem im griechisch-byzantinischen Raum - ihre Aufmerksamkeit dem Tischbiter zugewandt, so beispielsweise Kaiser Leo VI. der Weise (886-912), der nicht genau zu datierende Metropolit Theophanes Protothronos, ein nicht näher identifizierter Mönch Joannes oder der Kämpfer gegen die Pseudo-Union von Florenz und Bischof von Ephesos, der Hl. MARKOS EUGENIKOS (um 1380 - nach 1453), von denen alle - teilweise bis heute nicht editierte - Homilien, Enkomien oder Kommentare zum Hl. ELIJA, dem Tischbiter stammen. Sieben nehmen einen besonderen Platz ein, die von verschiedenen Manuskripten byzantinischer Homiliare als Lesungen für den Festtag des Hl. Elija, den 20. Juli, angegeben werden: je eine dem Hl. JOHANNES von DAMASKOS, dem Hl. EPHRÄM dem SYRER und dem Hl. BASILEIOS von SELEUKIA sowie vier dem Hl. JOANNES CHRYSOSTOMOS zugeschriebene Homilien. Dabei gehen die Autoren nicht nur in ihren theologischen Ausdeutungen von Gestalt und Werk des Propheten über den biblischen Textbefund hinaus, sondern auch in ihren biographischen Angaben zum Hl. ELIJA. Quelle hierfür dürften neben lokalen Überlieferungen auch ausser- oder nachbiblische jüdische Traditionen gewesen sein, die in den Midraschim Aufnahme gefunden haben.


So zur Geburt des Propheten (dem Hl. JOHANNES von DAMASKOS oder dem Hl. EPIPHANIOS von KRETA zugeschrieben, aus dem 11. Jahrhundert):
" Dieser aber, der heilige Mann Gottes, gehörte zum Stamme Aarons und war in Arabien geboren. Im Augenblick seiner Geburt, da er begann hervorzukommen in das Licht, schaute sein Vater weissgekleidete Männer, die ihn in feurige Windeln wickelten und ihm eine Feuerflamme zu essen gaben. Als er dieses den Priestern erzählte, antworteten sie ihm: ´ Das Kind wird gross werden für Gott, wird immer von Licht erfüllt sein, und er wird Israel richten mit dem Schwert und dem Feuer. ´ Und sie nannten ihn den Tischbiter, da Tischbe die Stadt war, die bei der Teilung den Priestern zugefallen war. Dort also lebte er und übte die Tugend von Kindheit an und liess seine Seele durch die brennende Gnade des Geistes einer Flamme ähnlich werden. Niemand konnte bestreiten, dass dieser Mann so machtvoll wurde wie eine Flamme, ein Schwert, das Feuer und das Wasser und all die anderen Wundertaten; für sich konnte er sie erlangen, und anderen konnte er sie senden nach seinem Wohlgefallen. "

In anderen Quellen wird der Vater des Hl. Elija ´Sobak´ genannt, und vor allem die syrische Tradition sieht - ausgehend von dem persischen Weisen Aphrahat (Darlegungen 15,5) - in Elija selbst einen Angehörigen des Priesterstandes. Auch hier dürfte der Ursprung der Überlieferung im Judentum zu suchen sein, wo die Priesterschaft des Propheten von einigen, allerdings nicht von allen rabbinischen Schriften behauptet wird, die ihn als Nachkommen Levis sehen und seine Genealogie auf Lea zurückführen. 

Die verschiedenen Ereignisse aus dem Leben des Propheten werden von etlichen Vätern allegorisch bzw. typologisch gedeutet: So sieht man: 

- im vertrockneten Bach Kerit einen Hinweis auf das seiner Lebenskraft beraubte Gesetz Israels 

- im Gang nach Sarepta den Weg des Evangeliums zu den Heiden 

- Elija´s Fortgehen aus Israel als Zeichen der Abkehr Gottes vom jüdischen Volk 

Die übergabe des Mantels an Elischa wird als Präfiguration der Ausspendung der Gnade Christi an Seine Jünger interpretiert und 

die Teilung des Jordanwassers als ein Hinweis auf die christliche Taufe. 

Besonders reiche symbolische Deutung erfahren naturgemäss das Opfer auf dem Karmel, der Aufenthalt auf dem Horeb und die Auffahrt. 

Das Opfer auf dem Karmels wird - so beispielsweise von Gregorios von Nyssa in seinem Tauftraktat - als ein Hinweis auf die Taufe verstanden:
Das Feuer ist der lebendigmachende Geist, der die Gottlosen verbrennt und die Gläubigen erleuchtet. 

über die Auffahrt in ihrer prophetischen Funktion sagt schon Irenaios von Lyon:
"Auch ELIJA wurde in seiner leiblichen Wesenheit hinweggenommen, prophetisch hinzeigend auf die Himmelfahrt der Geistigen !"
ähnlich vergleichen auch Papst Gregorius der Dialoge und Isidorus die Auffahrt des Propheten mit derjenigen Christi. 
Allerdings verweisen auch einige Väter deutlich auf die wesensmässigen Unterschiede beider Auffahrten. So betonen sowohl Joh.Chrysostomos wie Gregorius die grundlegende Differenz:
Während ELIJA nur mit fremder Hilfe emporgeführt wurde, nämlich als "Knecht" mit Hilfe des Wagens, fuhr CHRISTUS aus eigener Kraft und ohne ein entsprechendes Gefährt zum Vater empor. 

Auch der am Ende der Zeiten wiederkehrende ELIJA findet gelegentlich bei den Vätern Beachtung. So bemerkt Johannes Chrysostomos in seiner 57. Homilie zum Matthäus-Evangelium - und sicherlich in Kenntnis der eschatologischen Deutung des Propheten durch die rabbinische Literatur - unter Bezugnahme auf die Maleachi-Stelle, dies sei gesagt, "um anzudeuten, dass der Thesbiter vor jener Ankunft, auf welche das Gericht folgt, kommen werde; belehrt uns aber auch zugleich über die Ursache seiner Ankunft. Welches ist diese Ursache ? Er wird kommen, um die Juden zum Glauben an Christum zu bewegen, damit sie nicht bei Seiner Ankunft samt und sonders zugrunde gehen.
...Ebendeshalb spricht auch Malachias auf das Allerbestimmteste, denn er sagt nicht ´er wird das Herz des Sohnes zum Vater wenden´, sondern ´des Vaters zum Sohne´. Weil die Juden die Väter der Apostel waren, so sagt Christus, Elias werde zu den Lehrern ihrer Söhne, d.h. der Apostel, die Herzen der Väter, d.h. des jüdischen Volkes, wenden
...Wenn Er [CHRISTUS] sagt, ELIAS werde kommen und alles wiederherstellen, dann meint Er den Elias selbst und die durch ihn zu bewirkende Bekehrung der Juden"

 

 




 


 

bulgar.18.Jhdt,Kirche Sw.Georgi,Belowo;Schule v. Trjawna

27. Juli (9.August) 


Hl.Gr.Martyrer und Arzt PANTALEIMON
im Westen: PANTALEON 
Uneigennützig bis zum Blutzeugnis 
pflegte er die ihm von Gott verliehene 
Gabe der Heilung 

Auf die Fürbitten des Hl. PANTELEIMON 
Schöpfer, HEILE uns !

E N P 1997 Moskau

2. August (15.August) 
Auffindung der Hl.Reliquien 
Jerusalem - Konstantinopel (428) 
. 
Hl. Erstmartyrer und Erzdiakon STEFAN
Erster Blutzeuge für den Glauben der Kirche:
"...Ich sehe den Himmel offen 
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen ."
Apg 6:5 -7:60

 

 

Sonntag
A L L E R H E I L I G E N

und
Sonntag der
HEILIGEN der LAENDER


Ikone zum Gottesdienst: Alle Bulgarischen Heiligen



"Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt,
wollen wir alle Last und die Fesseln der Suende abwerfen.
Mit Ausdauer wollen wir laufen in dem Wettkampf, der vor uns liegt"

(Hebr 12,1)

Geistliches Wort des heimgegangenen Pfarrers Heils-Oikonom HERAKLIT Dimaratos
Protopresbyter Prof. Dr. Georgios Metallinos: Die Fruechte des Pfingstereignisses
Vater Serafim Pâtrunjel: Zum Sonntag Aller Heiligen
 

"Die Heiligkeit ist die grundlegende Eigenschaft Gottes, die Eigenschaft aller uebrigen Eigenschaften,
die sie in sich schliesst, wie das weisse Licht alle Farben des Regenbogens.
Das Leben in Gott, die Vergoettlichung (Theosis), ist Heiligkeit;
ohne sie kann es in der Kirche keinerlei geistliche Gaben geben."
schreibt der grosse orthodoxe Denker Vater SERGEJ Bulgakov.

In der Goettlichen Liturgie ruft der Geistliche vom Altar unmittelbar vor der Teilung des Lammes der Allerheiligsten Gaben: "Das Heilige den Heiligen!" und die Glaeubigen antworten: "Einer nur ist heilig, Einer nur der Herr: Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes des Vaters, Amen."
Von Heiligen kann man in der Kirche also nur reden, weil der Herr der Kirche heilig ist und durch Seine Herrschaft die heiligt, die Er sich auserwaehlt hat.
Dies aber bedeutet, dass grundsaetzlich jeder Getaufte zur Heiligkeit berufen ist, weil er in der Taufe "Christus angezogen hat" (wie wir singen) und fortan Ihm gehoert. Denn nur in diesem Sinne kann man Heiligkeit dem jederzeit auch zur Suende offenen Menschen zuschreiben: nicht als selbst erzeugte Qualitaet, sondern als gnadenhaftes Anteilerhalten an der Heiligkeit des DreiEinen Gottes.
Aber nur Wenige lassen die Heiligung an sich geschehen und "laufen in dem Wettkampf mit Ausdauer"; nicht alle vermoegen gleichermassen in dieser Herrlichkeit ihres Herrn zu stehen und sie wiederum auszustrahlen. Diejenigen aber, die so von der Gemeinschaft und Heiligkeit Christi erfuellt sind, dass sie diese ausstrahlen wie die Erde nach einem heissen Sommertag die Waerme, sie werden in der Kirche als Heilige verehrt.
 

das Folgende aus:
 

St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de

 

 

Geistliches Wort des in die Ewigkeit heimgegangenen Pfarrers Heils-Oikonom HERAKLIT Dimaratos:
ehemaliger Pfarrer der Muenchner deutschsprachigen Andreas-Gemeinde
in der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland
Griechisch-orthodoxes bischoefliches Vikariat in Bayern
 


 

"Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt,
wollen wir alle Last und die Fesseln der Suende abwerfen."

(Hebr 12,1)
 


Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der Orthodoxen Kirche !

Die Heiligen unserer Kirche

Das Wort "heilig" wird in der Heiligen Schrift hauptsaechlich fuer den Dreieinigen Gott verwendet. Er ist der Dreiheilige (Jes 6,3) und "Heiliger und Wahrhaftiger" (Offb 6,10). Deshalb singt unsere Kirche: "Einer ist heilig, einer der Herr, Jesus Christus ..."
Aber wenn Gott allein heilig ist, wie ist dann die Stellung der Heiligen?
Haben sie eine eigene Heiligkeit?
Wie stehen sie zu dem einen Heiligen und zu uns, ihren Bruedern und Schwestern?

Die Heiligkeit des Menschen gruendet in der Heiligkeit Gottes, weil der Mensch nach dem Ebenbild des Dreieinigen Gottes geschaffen wurde. Das hat Gott selbst Seinem Volk erklaert: "Denn ich bin der Herr, euer Gott. Erweist euch als heilig, und seid heilig, weil ich heilig bin." (Lev 11,44). Die Berufung des Menschen ist die Heiligung, welche in Erfuellung geht durch die Teilnahme am Leben Gottes in Jesus Christus. Christus hat uns Glaeubigen verbuergt, dass Er "das Licht der Welt" ist und wer Ihm nachfolgt wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern er wird das "Licht des Lebens" haben (Joh 8,12). Christus ist der "Abglanz Seiner Herrlichkeit" (Hebr 1,3), naemlich die Ausstrahlung der Herrlichkeit des Vaters. Aber auch der Mensch soll "erleuchtet werden zur Erkenntnis des goettlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi" (2 Kor 4,6) durch die unerschaffene goettliche Energie. Er wird naemlich Teilhaber der goettlichen Herrlichkeit (Joh 17,22) und "Anteil an Seiner Heiligkeit gewinnen" (Hebr 12,10), "Licht der Welt" (Mt 5,14) und "Herrlichkeit Christi" (2 Kor 8,23). Der Apostel Paulus sagt: "Wir alle spiegeln mit enthuelltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in Sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn" (2 Kor 3,18)

Der Herr bestaetigt uns, dass jeder der Seiner Liebe mit eigener Liebe begegnet, zum "Tempel Gottes", zum "Tempel des Heiligen Geistes" zur "Wohnung Gottes durch den Geist" (1 Kor 3:16,6,19; 2 Kor 6,16; Eph 2,22; Joh 14,23) wird.
Jeder Christ, der in Gottes Gnade lebt, wird "zu demselben Leib gehoeren und an derselben Verheissung in Christus Jesus teilhaben" (Eph 3,6). "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20), "Er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des goettlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi" (2 Kor 4,6) und wir sollen werden "Kinder Gottes ohne Makel" (Phil 2,15), sagt der hl. Paulus.

Die Heiligen unserer Kirche hielten daran fest und lebten ihr Leben in Christus. Deswegen ermahnt uns der Apostel: "Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme" (1 Kor 11,1). Die Heiligen sind die "treuen Zeugen Christi". Ihr Leben ist dasselbe Leben Christi, welches sich zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Art an jedem Einzelnen von ihnen wiederholt. Sie sind die Menschen, welche durch "den Geist leben" und "in dem Geist" (Gal 5,25) wandelten; sie waren unverkennbar "ein Brief Christi, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch" (2 Kor 3,3). Die Heiligen unserer Kirche, verbunden mit Christus und uebergossen mit dem Licht des Heiligen Geistes, lebten wie eine Miniatur das Leben Christi. Ihre Gedanken, ihre Worte, ihr Handeln, waren Gedanken, Worte und Handeln Christi. Ihr ganzes Leben bestand aus der tatkraeftigen Fuelle des Heiligen Geistes in ihren Seelen. So sind die Heiligen in Christus "eine neue Schoepfung" (2 Kor 5,17). Sie sind die Taten Gottes im Leben des Menschen.

Die Lebensweise der Heiligen unserer Kirche ist der menschlichen Natur nach, so wie sie Gott geschaffen hat, angemessen. Demnach zeigen uns die Heiligen, wie in Wirklichkeit der Mensch ist und wie er leben soll. Das Leben der Heiligen also ist Teilhabe am Leben Christi; ihre eigene Heiligkeit besteht in der Heiligkeit Christi.

Die goettliche Ehre mit welcher die Heiligen unserer Kirche umgeben sind, ist ein Geschenk Gottes, unerschaffene Gnade, das unerschaffene goettliche Licht. Dieses Licht offenbart die Praesenz und die Wirkung des Dreieinigen Gottes in der Welt.
Beim Propheten Daniel sehen wir, dass die Ehre Gottes vom Throne Gottes als "loderndes Feuer" ausstroemt.
Das gleiche sehen wir im Buch Exodus, "da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht" (Ex 3,2; Ex 24,17; Ex 34, 29-30) und das Feuer wurde auf Mose uebertragen und sein Gesicht strahlte so, "dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten" (2 Kor 3,7)

Die gleiche Herrlichkeit umhuellte den Propheten Elias, wie er gen Himmel fuhr (2 Koen 2,11).
Das ist das unerschaffene Licht, welches die Apostel auf dem Berge der Verklaerung sahen: "Petrus und seine Begleiter... sahen Jesus in strahlendem Licht" (Lk 9,32).
"Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiss wie das Licht" (Mt 17,2).
Das unerschaffene Licht umstrahlte die Engel am leeren Grabe Christi (Mt 28,3; Mk 16,5; Lk 24,4), erschien dem Erstmaertyrer Stephanos (Apg 7,55), dem Apostel Paulus (Apg 9,3) und uebertraegt sich zu den Menschen Christi (Mt 5,14; Joh 17,22; 2 Kor 3,18)

Charakteristisch ist der nachfolgende Bericht ueber das Gespraech des heiligen Serafim von Sarov mit Motowilov, als das Licht, welches den Heiligen umhuellte, auf seinen Gespraechspartner uebertragen wurde:

Wie kann ich wissen, fragte ich Vaeterchen Serafim, ob ich mich auch in der Gnade des Heiligen Geistes befinde?
Das ist sehr einfach, antwortete er mir, weil der Herr sagte, dass alles einfach ist fuer denjenigen, der die Erkenntnis erwirbt. Die Apostel stuetzten sich auf diese Erkenntnis und konnten damit erkennen, ob der Geist Gottes sich in ihnen befaende oder nicht und sie behaupteten, dass ihr Tun in allem heilig und Gott gefaellig sei. Auf diesen Grundsatz stuetzten sich die Apostel und erkannten in ihren Herzen die Praesenz des goettlichen Geistes.
Trotz allem verstehe ich nicht, wie ich sicher sein kann, dass ich im Heiligen Geist bin. Wie kann ich in mir seine Praesenz erkennen?
Vaeterchen Serafim fragte, was willst du denn mein Sohn, ich habe es dir doch erklaert.
Ich will, sagte ich, es besser erkennen!
Dann packte mich Vater Serafim fest an den Schultern und sagte: Jetzt, mein Sohn, sind wir alle beide drinnen im Heiligen Geist Gottes. Warum schaust du mein Gesicht nicht an?
Ich kann dich nicht anblicken, Vaeterchen, amtwortete ich ihm; aus deinen Augen strahlen Flammen, dein Gesicht ist heller als die Sonne, du blendest mich!
Habe keine Angst, du strahlst jetzt wie ich; auch du hast nun die Fuelle des Heiligen Geistes."

Wir sehen also, dass die Heiligen keine eigene Heiligkeit besitzen, sondern Anteil haben an der Heiligkeit Christi. Sie sind "Tempel Gottes" und "Wohnstaette Gottes durch den Heiligen Geist". Deshalb ist die Ehre der Heiligen das unerschaffene goettliche Licht, die grosse Gabe und Gnade Gottes im Leben der Heiligen. Die Liebe der Heiligen bleit nicht ohne Erfolg vor Gott. Die Heiligen bitten fuer uns und fuer die ganze Schoepfung zu Gott, welcher wiederum mit Seiner Liebe entgegenkommt. Durch die Fuerbitten und durch die Liebe der Heiligen werden die Grenzen der Natur aufgehoben und die Liebe Gottes greift wohltuend in unser Leben ein.

 

Ihr Pfr. Oekon. HERAKLIT Dimaratos

 




 

 

Die Fruechte des Pfingstereignisses
von Protopresbyter Prof. Dr. Georgios Metallinos
 


Der erste Sonntag nach Pfingsten ist allen Heiligen gewidmet, denn die erste Frucht nach Pfingsten sind die Heiligen. Die Kirche besteht in der Welt, "um die Heiligen fuer die Erfuellung ihres Dienstes zu ruesten, fuer den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen" (Eph 4,12-13).
Diese bedeutsamen Worte des Apostels Paulus offenbaren das Ziel des Lebens in der Kirche: die Einheit aller im Glauben. Das bedeutet hier die Gegenwart des Heiligen Geistes im Herzen. Denn nur im Heiligen Geist gelangen wir zur Erkenntnis Christi und werden zu wahren Gliedern des kirchlichen Leibes.

Das Hindernis zur Heiligung ist der Suendenfall. Wie mit dem Suendenfall des Menschengeschlechtes die menschliche Natur erkrankte, so verwirklicht die Heiligung unsere Vergoettlichung. "Denn dieses Vergaengliche muss sich mit Unvergaenglichkeit bekleiden und dieses sterbliche mit Unsterblichkeit" (1 Kor 15,33). Unsere Natur kehrt nicht nur "zur urspruenglichen Schoenheit" zurueck, zum Zustand vor dem Suendenfall, sondern zur Vergoettlichung.
Die Vergoettlichung, die Heiligung der menschlichen Existenz, ist das Ziel des Menschen und die Hauptaufgabe der Kirche in dieser Welt. Sonst haette die Existenz der Kirche als Leib Christi in dieser Welt keinen Sinn. Die Kirche existiert in dieser Welt, um die ganze Welt zu heiligen und die Menschen zu vergoettlichen.

Die orthodoxe Tradition bezeichnet jene Personen als heilig, die zur Vergoettlichung gelangt sind und diese in der Geschichte bezeugen (die Vergoettlichung). Nach dem Hl.Johannes von Damaskus "ehren wir die Heiligen als diejenigen, die sich mit Gott aus freiem Willen vereint, Ihm in sich Wohnung gegeben haben und - durch Sein Teilhaben der Gnade nach - das wurden, was Er von Natur her ist". Die Heiligen werden Gott; nicht Goetter, sondern Gott der Gnade nach. Die Heiligen sind "die beseelten Tempel Gottes, die beseelte Wohnstaette Gottes, durch den Heiligen Geist, der in ihren Koerpern ein Tempel ist" (Hl.Johannes von Damaskus). Der hl. Johannes, der im 8. Jahrhundert die ganze konkrete kirchliche Tradition zusammenfasste, betrachtet nur diejenigen als lebendige Glieder der Kirche, die in einer lebendigen Gemeinschaft mit Gott stehen, die je nach ihrer Empfaenglichkeit an der unerschaffenen Gnade Anteil haben. Genau diese sind die Heiligen, die wirklichen Glieder des Leibes Christi, die zu dem gelangt sind, was das Wort des Apostels Paulus bekennt: "nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20).
Nach der orthodoxen Tradition "macht die unsagbare Vergoettlichung diejenigen, die an ihr Anteil haben, zu Unerschaffenen, Anfanglosen und Unbeschreiblichen, obwohl sie ihrer Natur nach aus dem Nichtsein geschaffen wurden", sagt der hl. Maximos der Bekenner (PG 91,114 4). In der Vervollkommnung gelangt der Glaeubige zur Gottaehnlichkeit, zur Vollendung seiner Natur, zur Verherrlichung. Nach dem hl. Dionysios dem Aeropagiten "ist die Vergoettlichung das groesstmoegliche Aehnlichwerden und die Vereinigung mit Gott". Zur Person des hl. Apostels Paulus betont der hl. Gregor Palamas dessen Wandlung in Christo mit seinem Aufstieg bis zum dritten Himmel (2 Kor 12,2), dessen Vergoettlichung auf folgende Weise: "Solange Paulus das Leben lebte, das auf den Befehl Gottes hin aus dem Nichts geschaffen wurde, war er geschaffen; als er (Paulus) jedoch nicht mehr dieses, sondern jenes Leben lebte, das mit der Reinigung durch Gott gewaehrt wird, wurde er durch die Gnade unerschaffen".

Von einem Menschen zu sprechen und zu sagen, dass er unerschaffen ist, ist ein Aergernis, ein Skandal fuer die heutige Welt. Das aber ist die Sprache der Orthodoxie, die ihrer mystischen Erfahrung entspricht.

Die Vergoettlichung in dieser Welt beschraenkt der hl. Gregor Palamas aber nicht nur auf Paulus oder die Apostel, sondern er betont, "dass auch jeder, der Gott Logos erworben hat, und zwar lebend und wirkend, zum gleichen Punkt gelangt". So verstehen wir, warum in der Bibel die Heiligen "Freunde Gottes" und "Kinder Gottes", nicht aber "Knechte" genannt werden (Joh 1,12).

In der staendigen Praxis der Kirche werden die Heiligen nicht auf der Basis moralischer und innerweltlicher Kriterien anerkannt, sondern erst nach der Offenbarung ihrer Heiligkeit von Gott Selbst. Die "offizielle" Heiligsprechung in der Orthodoxen Kirche bedeutet also nicht irgendeine Ehrenbezeugung oder Belohnung fuer gewisse Verdienste. Es handelt sich vielmehr um die Bestaetigung und offizielle Proklamation der Wirklichkeit ihrer Vergoettlichung.

(wird fortgesetzt)


 

 

Zum Sonntag Aller Heiligen
 

"Ut omnes unum sint." (Joh 17,21)

In der Geschichte ist durch die himmlische Kirche der Heiligen eine neue Realität zum Vorschein gekommen. In der Welt jenseits des gewöhnlichen biologischen Lebens des Menschen erschien das Leben des menschgewordenen Gottessohnes. Von Pfingsten an macht der Geist die Gläubigen zu Gliedern des Leibes Christi, welche die Kirche bilden. Die Kirche Christi ist gleichzeitig sicht- und unsichtbar, ist der mystische Leib des Herrn, hierarchische Institution und soziale Gemeinschaft. Das göttliche und das menschliche Element bilden eine einzige theandrische Realität, einen Leib in Christus (Röm 12,15). Diese Verbindung unter dem himmlischen und dem menschlichen Teil führt dazu, dass die Engel und die Heiligen für die Lebenden Fürsprecher sind und die Lebenden die Gebete jener anrufen. So haben die Heiligen einen wichtigen Platz in der orthodoxen Spiritualität.

Am ersten Sonntag nach Pfingsten feiern wir das Fest "Allerheiligen auf der Welt, in Asien, Libyen, Europa, im Norden und Süden". Dieser Sonntag ist das Fest der Fülle der Kirche. Die vollkommene Kirche der DreiEinheit endet in der vollkommenen Kirche der Heiligen (Pentekostarion, Allerheiligensonntag, Synaxarion). Über die Bedeutung dieses Festes und über die Gründe seiner Feier an diesem Sonntag gibt uns das Tagessynaxarion eine ausführliche Erklärung:
"Unsere gotttragenden Väter haben angeordnet, dass wir nach der Herabkunft des Heiligen Geistes das heutige Fest feiern, denn sie wollten zeigen, dass die Herabkunft des Heiligen Geistes so große Wunder bewirkt hatte, dass sie, die aus gleichem Teig [gemeint ist die menschliche aus Fleisch bestehende Natur] wie wir geschaffen, geheiligt und zu Weisen gemacht wurden, und dass sie an Stelle der gefallenen Schar eingesetzt und durch Jesus Christus zu Gott geführt wurden; die einen durch Martyrium und Blut, die anderen durch tugendhaftes Leben, weil der Heilige Geist Wunder bewirkt hatte...
Einerseits ehren wir, indem wir das Fest feiern, viele andere, die, auch wenn sie durch ihre Tugend gottgefällig lebten, aus unbekannten Gründen (vielleicht wegen menschlichen Umständen) niemand bekannt wurden, obwohl sie vielleicht nun viel von  Gottes Herrlichkeit gelebt haben.
Andererseits gab es viele, die gottgefällig in Indien, Ägypten, Arabien, Mesopotamien, um das Schwarze Meer sowie überall im Westen, sogar bis zu den britannischen Inseln, und, kurz gesagt, in Ost und West gelebt hatten, deren Gedächtnis sich nach der Sitte der Kirche wegen ihrer Vielzahl nicht leicht feiern laesst. Damit wir auch die Hilfe derer, die irgendwo auf Erden gottgefällig waren, bekommen und auch die künftigen Heiligen berücksichtigen, ordneten die gotttragenden Väter das Fest Allerheiligen an, das alle, von den ersten bis zu den letzten Heiligen, enthält, die bekannten oder unbekannten, die vom Heiligen Geist, der in ihnen wohnte, geheiligt wurden.
Drittens sollten die einzelnen Feste der Heiligen auch zusammen an einem Tag gefeiert werden, um zu zeigen, dass sie für denselben Christus gekämpft haben, dass sie sich alle auf demselben Weg der Tugend befanden und nach Verdienst gekrönt wurden, als Diener desselben Gottes. Sie bilden die Kirche, sie ergänzen die jenseitige Welt hier bei uns und ermahnen uns zum gleichen Kampf, der verschieden nach dem Zustand jedes einzelnen ist."

(Pentekostarion: Allerheiligensonntag)

Das Fest Allerheiligen ist die letzte im Pentekostarion enthaltene Feier.
Seine Position will uns zeigen, dass das Ziel des ganzen erlösenden Werkes Jesu Christi und der Zweck der ganzen Spiritualität der Kirche die Heiligkeit -unsere Vereinigung mit Gott- ist.
Das Tagessynaxarion zeigt, dass die Feier "als Triodionsschluss“ eingesetzt wurde (darunter verstehen wir die beiden Bücher: das "Fasten-Triodion", für die Hymnen der großen Fastenzeit, und "Pentekostarion" für die Zeit im Jubel der Auferstehung),
und wie ein Rahmen alle Feste umschliesst.
Das Triodion enthält die sorgfältige Auslegung aller für uns von Gott gewirkten Heilstaten:
Die Verstossung der Teufel  aus dem Himmel wegen des ersten Unheils, der Sünde und die Vertreibung Adams aus dem Paradies, die ganze Oikonomia Gottes des Wortes und die Weise, in welcher wir wieder zu den Himmeln durch den Heiligen Geist erhoben werden, und wie wir dort gemäß den heiligen Vätern die gefallene Schar ersetzen.
Jetzt feiern wir alle, die durch das Wohlwollen des Heiligen Geistes geheiligt wurden:
Die herrlichen und heiligen Geister, das heißt die neun Scharen; die Urahnen und Patriarchen, die Propheten und die heiligen Apostel, die Märtyrer und die Hierarchen, die heiligen Bekenner und die ehrwürdigen Mönche, die Gerechten und die ganze Schar der heiligen Frauen und alle anderen unbekannten Heiligen.
Über, unter und mit allen Heiligen feiern wir aber die Heilige der Heiligen, die Allheilige und unsagbar mehr Geehrtere als der Engel Scharen, unsere Frau und Gebieterin und immerwährende Jungfrau Maria."
(Pentekostarion, Allerheiligensonntag, Synaxarion)
An dieser Feier freut sich Christus selbst, weil er den Glanz der Früchte seines Opfers sieht, freut sich die Kirche, welche ihre Erfüllung schaut, sind selig alle Heiligen vor dem himmlischen Thron und freuen wir uns alle, die wir das Beispiel ihres Lebens anschauen. Wir versuchen ihrem Glauben zu folgen, um am Ende der Laufbahn unseres Lebens (vgl. 1Kor 9,24) mit ihnen zusammen zu sein, und beten dafür.

Durch ihre Annäherung an Gott und durch die Nähe zu ihm sind die Heiligen unaufhörliche Mittler für unsere Erlösung.
Die Dankdoxologie für die Heiligen und ihre Anrufung in Bittgebeten für Lebende und Verstorbene bilden eine sehr alte christliche Praxis in welcher Gott in und unter uns verherrlicht wird.

Weil wir wissen, dass die Heiligen Menschen wie wir waren und dieselben dem Menschen zugehörenden Schwächen hatten, dass sie deswegen auch unsere Schwächen und Verfehlungen verstehen können, haben wir großes Vertrauen auf ihre Gebete für uns.
Die Heiligen sind folglich unsere Freunde, die wir bitten, bei Gott für unsere Erlösung zu vermitteln, damit wir ewig zusammen mit ihnen sein können.

 

QUELLE:
Bischof SOFIAN von Brasov (p. Serafim Pâtrunjel)
Die Orthodoxe Spiritualität der Osterzeit (Kommentar zum Pentekostarion)
Würzburg 1998, S. 119ff     (hier aus
* St.Andreas-Bote *)

 

Wolf

 

 


 



9.6. 2016

HIMMELFAHRT CHRISTI




Auf zum Vater
steigt Christus empor


stellt vor Ihn
unsere menschliche Natur

die Er annahm
für uns




Festtagsikone Weissrussisch 17.Jhdt.




Mit der Himmelfahrt unseres Herrn und Erloesers Jesus Christus ist die oesterliche Zeit abgeschlossen und es beginnt die Vorbereitung auf Pfingsten. In der Kirche werden nicht mehr die Gesaenge des Osterjubels gesungen; die Glaeubigen begruessen einander nicht mehr mit dem Ostergruss. Dennoch empfinden wir keinen traurigen Abschied vom Herrn, sondern stellen uns viel mehr in freudiger Erwartung auf die verheissene Sendung des Heiligen Geistes ein. So faehrt Christus auf in die Herrlichkeit des Vaters, ohne sich von uns zu trennen. Mit Ihm wird auch unsere menschliche Natur der göttlichen Herrlichkeit teilhaftig.
Hier beginnt, was sich einst auch an uns und am ganzen Kosmos vollenden wird:
die Rückführung der von Gott getrennten Schöpfung !


Nachdem Du fuer uns die Heilsordnung erfuellt
und das Irdische mit dem Himmlischen vereint hast,
bist Du aufgefahren in Herrlichkeit,
Christus, unser Gott.
Ohne uns zu verlassen, ungetrennt,
rufst Du denen, die Dich lieben zu:
Ich bin mit euch,
und niemand kann wider euch sein !


Wie Du Selbst gewollt, wurdest Du geboren.
Und wieder erschienst Du, wie Du Selbst beschlossen,
und littest als Mensch.

Doch als Gott standest Du auf,
und zu den Himmeln in Herrlichkeit stiegest Du empor
und führtest hinauf der Menschen Natur,
und mit Herrlichkeit schmücktest Du sie.

 

 17.Jhdt.

CHRISTI HIMMELFAHRT
Festabschluss der Osterzeit
* Quellenhinweis *

Der Mittwoch, der dem fünften Sonntag nach Ostern folgt, ist der Tag, an dem wir die Osterzeit abschließen. Wir gedenken des letzten Tages der tatsächlichen Gegenwart des auferstandenen Christus unter Seinen Jüngern; und zur Ehre dieser Seiner Gegenwart, und um die Auferstehung noch einmal zu ehren, wiederholt die Kirche an diesem Mittwoch den gesamten Gottesdienst des Oster-Sonntags. Und nun kommen wir zum vierzigsten Tag nach Ostern, zu dem Donnerstag, an dem die Kirche das Fest der Auffahrt feiert (Lk 24,51).

Zur Vesper der Himmelfahrt am Mittwoch Abend werden drei Lesungen aus dem Alten Testament gelesen. Die erste Lesung (Jes 2,2-3) spricht vom Berg: "Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge ... zu ihm strömen alle Völker ... Viele Nationen machen sich auf den Weg ... Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn." Dies bezieht sich auf dem Ölberg, von dem Christus zu Seinem Vater aufstieg. Die zweite Lesung (Jes 62,10-63,3.7-9) wurde wegen der folgenden Worte gewählt: "Zieht durch die Tore ein und aus, und bahnt dem Volk einen Weg ... In seiner Liebe und seinem Mitleid hat er selbst sie erlöst. Er hat sie emporgehoben und sie getragen ...". Christus, aufgefahren in den Himmel, öffnet Seinem Volk die Tore, Er bereitet ihm den Weg, Er trägt es und hebt es mit sich empor. Die dritte Lesung (Sach 14,1.4.8-11) redet ebenso von dem Berg, der den Hintergrund für den letztendlichen Triumph Christi abgab: "Siehe, es kommt ein Tag für den Herrn ... Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der im Osten gegenüber von Jerusalem liegt. ... An jenem Tag wird aus Jerusalem lebendiges Wasser fließen ..."
Die Gesänge für den Orthros von Himmelfahrt sind bereits erfüllt mit Andeutungen, die sich auf den Geist, den Tröster beziehen, den Christus senden wird. Himmelfahrt ist das Vorspiel für Pfingsten.

Bei der Liturgie wird der Anfang der Apostelgeschichte (Apg 1,1-12) gelesen. Jesus wird, nach einem letzten gemeinsamen Mahl mit Seinen Aposteln, emporgehoben und in einer Wolke aufgenommen. Die Gegenwart einer Wolke zeigt klar den symbolischen Charakter dessen, was man den physischen Aspekt der Himmelfahrt nennen könnte. Die Wolke, die das Offenbarungszelt, die Stiftshütte, umhüllte und die Israel durch die Wüste führte bildete das sichtbare Zeichen der göttlichen Gegenwart. Die Aufnahme Christi in eine Wolke ist keine banale Bildersprache: es bedeutet, dass das Ende des irdischen Lebens unseres Herrn die Aufnahme Seines verklärten Leibes in den Schoß Gottes ist.

Das Evangelium für die Liturgie (Lk 24,36-53) berichtet von den Geschehnissen, beginnend bei der ersten Erscheinung des auferstandenen Jesus bei den versammelten Jüngern, bis zu Seiner Himmelfahrt.
Wenn man die Osterfreude ernsthaft durchlebt hat, empfindet man schon einen gewissen Abschiedsschmerz, wenn der Himmelfahrtstag sich nähert. Wir wissen natürlich, dass er einer der großen christlichen Festtage ist, und doch erscheint er wie eine Trennung, ein Abschied und danach ist unser Herr nicht mehr in ganz derselben Weise bei uns. Die Jünger aber empfanden das nicht so. Sie hätten von Trauer überwältigt sein können, aber das Gegenteil war der Fall, denn "dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück" (Lk 24,52). Auch wir können zu dieser Freude der Himmelfahrt gelangen. Warum sollen sich Christen über die Himmelfahrt freuen?

Erstens, die Herrlichkeit unseres Herrn muss uns kostbar sein und die Himmelfahrt ist die Krönung Seiner irdischen Sendung. Er hat Seine Sendung, die Ihm der Vater aufgetragen hat, erfüllt. Sein ganzes Wesen verlangt nach dem Vater. Nun wird Er vom Vater willkommen geheißen für Seinen Sieg über Sünde und Tod ein Sieg, der so bitter erkauft wurde. Nun wird Er im Himmel verherrlicht. Die Herrlichkeit und das Verlangen unseres Herrn sind für uns sicher wichtiger als die Art sichtbarer Tröstungen, die wir von Seiner Gegenwart erfahren könnten. Wir sollten lernen unseren Herrn genug zu lieben, um uns über Seine Freude zu freuen.

Zweitens zeigt uns die Himmelfahrt, dass Gott das ganze Werk der Wiedergutmachung Seines Sohnes annimmt. Die Auferstehung war das erste glänzende Zeichen dieser Annahme und Pfingsten wird das letzte Zeichen sein. Die Wolke, die heute Jesus Christus einhüllt und mit Ihm zum Himmel emporsteigt, stellt den Rauch des Opfers dar, der vom Altar zu Gott emporsteigt. Das Opfer ist angenommen und der Geopferte wird in die Gegenwart Gottes empfangen, wo Er weiter in ewiger und himmlischer Weise dargebracht wird. Das Werk unserer Erlösung ist vollendet und gesegnet.

Es kehrt aber nicht nur eine Natur Christi zum Vater zurück. Zu den Menschen kam der unkörperliche Logos herab. Aber heute tritt das fleischgewordene Wort, wahrer Gott und wahrer Mensch, in das Königreich des Himmels ein. Christus bringt die menschliche Natur, die Er angenommen hat, mit. Er öffnet der Menschheit die Tür. Wie als Stellvertreter nehmen wir die Wohltaten, die uns angeboten und ermöglicht werden, in Besitz. "[Gott] hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben." (Eph 2,6) Wenn wir glauben, sind für uns Plätze im Himmel vorbestimmt. Unsere Gegenwart ist erwünscht und erwartet.

Die Himmelfahrt lässt unsere Vorstellungen über den Himmel näher und realer erscheinen. Und was ist Himmel genau? Theologisch wäre es nicht unmöglich, dass der Himmel ein Ortist, ein Ort, der unseren Erfahrungsraum transzendiert. Jedenfalls ist Himmel aber ein Zustand: ein Zustand vollkommenen Glücks. Zuallererst und ganz wesentlich besteht diese Glückseligkeit in der Schau Gottes und in der engen Gemeinschaft mit den Personen der Heiligen Dreieinigkeit und ihrem Leben in Liebe. Teil zu sein des göttlichen Lebens, Quelle des Vollkommenen und aller Glückseligkeit, ist unendliche Freude. Auch finden wir in Gott und bei Ihm alle die Personen und Dinge dessen Ursprung Er ist. Das können wir mit Sicherheit über den Himmel sagen der ein Mysterium bleibt. Einfacher gesagt, stellen wir uns vor, wie es wäre, wenn wir unseren Herrn immer sehen könnten, Ihm immer nahe wären, ein Leben lebten das von Seinem durchdrungen und darin für immer festgemacht ist.

Denken wir an unsere letzte Heimat oft genug? Für die meisten Christen ist das Leben im Himmel nicht mehr als eine Ergänzung des irdischen Lebens, von der sie nur eine recht vage Vorstellung haben. Das Leben im Himmel wird als eine Art Postscriptum, ein Anhang zu einem Buch gesehen, dessen Text durch das irdische Leben geformt wird. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Unser irdisches Leben ist nur das Vorwort zum Buch. Das Leben im Himmel ist das Hauptkapitel und sein Text ist unendlich. Um mit einem anderen Bild zu sprechen, unser irdisches Leben ist nur ein Tunnel, eng, dunkel und sehr kurz der sich auf eine großartige, sonnenbeschienene Landschaft öffnet. Wir denken viel zu sehr an unser jetziges Leben. Wir denken viel zu wenig daran, wie das Leben sein wird. "Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen." (Jes 64,3)

Zum Orthros haben wir gesungen: "Wie Engel wollen wir Bewohner der Welt ein Fest feiern ..." (1. Stichos der Aines). Das soll besagen: öffnen wir unser Herz den Engeln und versuchen ihre Gefühle nachzuempfinden; dadurch können wir etwas von dem erfahren was sie erleben, wenn der Sohn zum Vater zurückkehrt; im Geiste sollten wir weitergehen und der Immerjungfrau Maria und den verherrlichten Heiligen nahe sein, die unsere wahren Mitbürger sein werden: "Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter" (Phil 3,20). Unser Leben würde umgestaltet, wenn, ab jetzt, unser Herz hinüberreichen würde in das Himmelreich, wo sich nicht nur das Gute für uns, sondern auch für unsere Lieben findet.

Als die Jünger von Christus getrennt wurden, blieben sie doch voller Hoffnung, denn sie wussten, dass sie den Geist empfangen würden. "Beim gemeinsamen Mahl gebot Er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters" (Apg 1,4). Die Wolke umgibt Christus, aber diese Wolke ist schon gefärbt durch die pfingstlichen Feuerzungen. Christus geht von uns, aber Er lässt uns in einer Haltung zurück, die nicht Bedauern ist, sondern eher frohes und vertrauensvolles Erwarten.

Der Weggang Jesu war sowohl ein Akt der Segnung als auch ein Akt der Anbetung, beide voneinander abhängig: "Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben; sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück." (Lk 24,51.52) Das sollte auch für uns das Fest Christi Himmelfahrt sein. Wenn Christus uns mit einer Segnung verlässt und wenn wir dabei vor Ihm niederfallen (bildlich gesprochen), werden wir mit neuer Kraft erfüllt die von der Anbetung, vom Segen kommt und wir werden wie die Apostel "in großer Freude" zurückkehren.

 

QUELLE:
A Monk of the Eastern Church:
" THE YEAR OF GRACE OF THE LORD "
A Spiritual and Liturgical Commentary on the Calender of the Orthodox Church
Crestwood N.Y., 1992, p. 198-201

hier:   Übers.: G. Wolf   in

* St.Andreas-Bote *

 


19.6. 2016
 

P F I N G S T E N


Allheilige
DreiEinigkeit
und
Mitfest des
Heiligen Geistes


Gepriesen bist Du,
Christus unser Gott,

der Du
zu Allweisen
die Fischer
gemacht hast,

indem Du ihnen sandtest
den Heiligen Geist,

und durch sie
den
Erdkreis eingefangen
hast,

Menschenliebender,
Ehre Dir !



Festtagsikone /Bulgarisch 18.Jhdt, Belowo, Schule v. Trjawna




Als Er herabfuhr, die Sprachen zu verwirren,
schied der Hoechste die Voelker;

als Er des Feuers Zungen verteilte,
berief Er zur Einheit
alle !

Einstimmig verherrlichen wir den Heiligen Geist.

PFINGSTEN in der Apostelgeschichte und nach den Kirchenvätern
Prof.Skaballanovitsch: Der HEILIGE GEIST in unseren täglichen Gebeten
Kniebeugungsgebete der Pfingstvesper
Hl. Kyrillos von Jerusalem: Geist-Taufe am Pfingstfest
Metropolit STYLIANOS von Australien: Gedanken zur Frucht des Geistes
Metropolit MICHAEL: Realitaet des Heiligen Geistes

Das obige Gebet knuepft an die Verwirrung der Sprachen beim Turmbau zu Babel an. (Genesis 11) Waehrend dort menschliche Hochmut zur "Teilung der Zungen" fuehrte, vereinen die aus einer Quelle kommenden "Zungen des Feuers" des Heiligen Geistes die Menschen. In der Festtagsikone sehen wir die Schoepfung als "Kosmos" (griechische Wurzel: Ordnung,Harmonie) am unteren Bildrand den ausgegossenen Heiligen Geist auffangend. Der Turm zu Babel steht fuer die sich ueberschaetzenden Menschen, die himmelshohes Menschenwerk errichten wollen (wie die Ideologien in unserem Jahrhundert) aber durch ihren Absolutheitsanspruch die Menschheit zerreissen. Demgegenueber ist unser Troester, Erhalter und Lebensspender der eine und einigende Heilige Geist, der schon seit der Schoepfung (wo er ueber allen Wassern schwebte) allen Menschen gemeinsam ist.

Fuer die Kirche ist Pfingsten das Fest ihres Neubeginns. Die Ausgiessung des Heiligen Geistes macht aus den Juengern, die vorher mehrheitlich ungebildete Fischer waren, Allweise, die vor aller Welt predigen und die Kirche leiten.

Damit besiegelt Pfingsten die Heilsbotschaft der Auferstehung; der oesterlichen Gotteserkenntnis folgt die abschliessende Offenbarung der Dreieinheit Gottes.

Mit Pfingsten beginnt die Glaubensverkuendigung der Apostel und die Feier des Mysteriums der Erloesung in den Versammlungen der Glaeubigen. Erst dadurch wird das praktische Wachsen in der Heiligung, der Theosis, der Vergoettlichung, den Menschen ermoeglicht, nachdem sie durch Christi Opfertod und Auferstehung von Suende und Tod erloest wurden.

Der Kirchenraum wird in der Aufbruchsstimmung des Gedaechtnisses des Neuanfanges der Kirche mit Knospen und gruenen Zweigen geschmueckt, und die ringsum aufbluehende Schoepfung so in den Gottesdienst einbezogen, ein Brauch der an das alttestamentarischen Ernte- und Laubhuettenfest anknuepft. Die Glaeubigen schmuecken auch ihre Wohnungen mit Gruen und Blumen und tragen mancherorts auch waehrend der Liturgie die erstmals aufgebluehten Blumen in den Haenden entsprechend den Erstlingsopfern des Alten Bundes.

Mit Pfingsten beginnt auch im Kirchenjahr eine neue Phase, indem nach der auf Ostern bezogenen Zeit wieder der datumsgebundene Festkreis die Fuehrung uebernimmt: Die nachpfingstliche Offenbarung ruht auf den Gedaechtnissfesten der Heiligen, die den Glaeubigen daran erinnern, dass er zur Theosis, zur Ergoettlichung, berufen ist.
Dazu ist die Sendung und Erneuerung des Heiligen Geistes unbedingte Voraussetzung.

Daher wird nun am Abend des Pfingsttages zur Vesper (oder aus praktischen Gruenden gleich im Anschluss an die Liturgiefeier der Gemeinde) die Gabe des Heiligen Geistes in 3 feierlichen Gebeten erfleht:

 

Pfingsten

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.“

Apg 2,1-11



Beachte, ich bitte dich, wie der Geist genau zu der Zeit kommt, da sie im Gebet versammelt sind, da sie Liebe zueinander haben.

Hl. Johannes Chrysostomos


OHNE DEN HEILIGEN GEIST
- IST GOTT FERN
- BLEIBT CHRISTOS IN DER VERGANGENHEIT
-
IST DAS EVANGELIUM VOLL TOTER BUCHSTABEN
- DIE KIRCHE EIN BLOSSER VEREIN
- DIE AUTORITÄT EINE HERRSCHAFTSFORM
- DIE MISSION PROPAGANDA
- BLEIBT LITURGIE BLOSSES RITUAL
- WIRD CHRISTLICHES ZUSAMMENLEBEN VON SKLAVENMORAL BESTIMMT.

Hl. Athenagoras aus Athen (2.Jhdt.)

 

Durch jenen Sturmwind wurden die geistigen Kräfte der Boshaftigkeit und alle unreinen Dämonen aus der Luft ausgetrieben und zerstreut.

Hl. Gregor Dialogos

 

Es heißt: "wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Winde".  Das zeigt, daß ihnen (den Aposteln) nichts in der Lage sein wird zu widerstehen, sondern daß sie alle ihre Feinde wie Staub zerstreuen werden.

Hl.  Johannes Chrysostomos



Entsprechend erschien der Geist in Gestalt des Feuers, denn Er treibt aus einem jeden Herzen, das Er erfüllt, die Gefühlskälte und entflammt es mit der Liebe zum Ewigen.

Hl. Gregor Dialogos



Weshalb erschien er im Bilde von Zungen? – Um zu zeigen, dass Er mit dem göttlichen Wort verwandt ist, denn dem Wort ist nichts so verwandt wie die Zunge; zugleich aber auch zur Gnadengabe des Lehrens, denn der Lehrer in Christus braucht eine begnadete Zunge. Weshalb erschien Er in feurigen Zungen? - Nicht nur wegen des einen Wesens des Geistes mit dem Vater und dem Sohn (denn unser Gott ist ein Feuer, das das Böse verzehrt), sondern auch wegen der Doppelwirkung der apostolischen Predigt, die beides zugleich bewirkt – die Wohltat und die Strafe

Hl.  Gregor Palamas


 

Du kannst den Geist nicht erzeugen.

Du kannst ihn nur  EMPFANGEN !


Johann Wolfgang Goethe


 

Kniebeugungsgebete der Pfingstvesper:
(hier wird seit Ostern zum erstenmal wieder gekniet; daher "Kniebeugungsgebet")

1)

a)

Allerreinster, makelloser, anfangloser, unsichtbarer, unbegreiflicher, unerforschlicher, unveraenderlicher, unueberwindlicher, unermesslicher,
langmuetiger Herr !

Du allein hast Unsterblichkeit und wohnst im unzugaenglichen Lichte !

Du hast den Himmel geschaffen
und die Erde und das Meer
und alle Geschoepfe in ihnen !

Du gewaehrst allen die Bitten - noch bevor Du gebeten wirst !

Dich bitten wir und Dich rufen wir an,
menschenliebender Gebieter,
Dich, den Vater unseres Herrn und Gottes und Erloesers Jesus Christus,
Der fuer uns Menschen und zu unserem Heile
aus den Himmeln herabgekommen ist
und Fleisch angenommen hat
von dem Heiligen Geiste
und aus der Immerjungfrau und ruhmreichen Gottesgebaererin Maria.

Er belehrte uns zuerst durch Worte,
spaeter unterwies Er aber auch durch Taten,
als Er das heilbringende Leiden erduldete.
Er gab uns ein Vorbild,
Deinen Dienern hier unten, obwohl sie sich Deine Gnade nicht verdient haben,
Dir Gebete darzubringen,
indem wir Nacken und Knie beugen
wegen unserer eigenen Suenden und den unwissentlichen Vergehen allen Volkes !

Du selbst, gnadenreicher und menschenliebender Gott, erhoere uns nun
an welchem Tag auch immer wir Dich anrufen,
besonders aber an diesem Tage des Pfingstfestes,
an welchem unser Herr Jesus Christus, nachdem Er gen Himmel gefahren war,
und sich zu Deiner, des Gottes und Vaters, Rechten gesetzt hatte,
den Heiligen Geist auf Seine heiligen Juenger und Aposteln herabgesandt hat;
dieser liess sich auch auf einen jeden von ihnen nieder
und sie wurden alle erfuellt mit Seiner unerschoepflichen Gnade
und verkuendeten in fremden Zungen Deine Grosstaten und weissagten.

Nun also erhoere uns, die wir Dich bitten,
und gedenke unser, die wir ansonsten hier unten hilflos und hoffnungslos sind,
und hebe auf die Gefangenschaft unserer Seelen,
der Du Milde hast fuer uns.

Nimm uns an,
die wir vor Dir niederfallen und rufen:

Wir haben gesuendigt !

Zu Dir kommen wir vom Mutterschosse an,
denn vom Mutterschosse an bist Du unser Gott.
Doch unsere Tage sind verflossen in Nichtigkeiten.
Wir haben Deine Hilfe verspielt und jede Rechtfertigung verloren;
dennoch rufen wir voll Zuversicht auf Dein Erbarmen:

Der Suenden unserer Unreife und unseres Unverstandes gedenke nicht,
und reinige uns von unseren verborgenen Suenden;
lass uns nicht im Alter verloren sein, wenn unsere Kraefte schwinden,
verlasse uns nicht ehe wir in die Erde zurueckkehren,
mache uns wuerdig der Umkehr zu Dir,
und sei uns geneigt in Huld und Gnade;
lege an unsere Suenden den Massstab Deiner Milde
und stelle die Unerschoepflichkeit Deiner Erbarmungen
der Menge unserer Suenden gegenueber.

Blicke herab, o Herr,
von Deiner heiligen Hoehe auf Dein vor Dir stehendes Volk,
welches reichliche Gnade von Dir erwartet.
Komm zu uns mit Deiner Gnade,
reisse uns aus der Gewalt des Teufels;
staerke unser Leben durch Deine heiligen und goettlichen Gebote;
einem treuen Schutzengel vertraue Dein Volk an;
versammle uns alle in Deinem Reich:
gewaehre Verzeihung denen, die auf Dich hoffen;
vergib ihnen und uns die Suenden;
reinige uns durch die Wirksamkeit Deines Heiligen Geistes
und vernichte die gegen uns gerichteten Raenke des Feindes !
 


b)

Gepriesen bist Du,
Herr, Gebieter, Allherrscher,
der Du den Tag durch das Strahlen der Sonne erleuchtet,
und die Nacht erhellt hast mit dem Abglanz.
Du hast uns gewaehrt,
den Lauf des Tages zu durcheilen
und uns zu naehern dem Beginn der Nacht;
erhoere unsere Bitten und die Deines ganzen Volkes;
vergib uns alle die absichtlichen oder unabsichtlichen Suenden;
nimm an unsere Abendgebet,
und sende ueber Dein Erbe die Fuelle Deiner Gnade und Deiner Erbarmungen.
Umschirme uns mit Deinen heiligen Engeln,
wappne uns mit den Waffen Deiner Gerechtigkeit;
umgib uns mit der Bastion Deiner Wahrheit;
bewahre uns mit Deiner Macht,
errette uns von jeder Bedraengnis
und vor jedem Anschlag des Widersachers,
verleihe uns auch,
dass der gegenwaertige Abend und die folgende Nacht
vollkommen, heilig und ohne Suende sei,
frei von Kummer und Anfechtungen,
so wie auch alle Tage unseres Lebens

auf die Fuerbitten der heiligen Gottesgebaererin und aller Heiligen
die Dir von Ewigkeit an wohlgefallen haben !

2)

a)

Herr Jesus Christus, unser Gott,
der Du Deinen Frieden den Menschen geschenkt hast,
und die Gabe des Allheiligen Geistes noch im Leben uns gegenwaertig und immerfort darbietest,
den Glaeubigen als unentreissbares Erbe,
sichtbarer aber dieselbe Gnade Deinen Juengern und Aposteln heute herabgesandt hast
und ihre Lippen durch feurige Zungen gekraeftigt hast,
durch welche wir Menschen die Erkenntnis Gottes in eigener Mundart im Gehoere empfangend,
mit dem Lichte des Geistes erleuchtet
und dem Irrtum, wie aus der Finsternis, entzogen sind
und durch die Verteilung der wahrnehmbaren und feurigen Zungen
und durch uebernatuerliche Wirksamkeit den Glauben an Dich erlernt haben
und Dich mit dem Vater und dem Heiligen Geiste
in einer Gottheit und Macht und Gewalt als Gott zu bekennen angefacht sind !


Du nun,
Abglanz des Vaters,
Seines Wesens und Seiner Natur unveraenderliches und unbewegliches Ebenbild,
Quelle der Erloesung und der Gnade,
oeffne auch mir Suender die Lippen und lehre mich,
wie und wofuer ich beten soll:
Denn Du kennst die Fuelle meiner Suenden,
Deine Barmherzigkeit aber wird die Unzahl derselben ueberwinden.

Siehe,
in Furcht stehe ich vor Dir,
in das unerschoepfliche Meer Deines Erbarmens werfe ich die Verzweiflung meiner Seele.
Leite mein Leben,
der Du durch Dein Wort
 jegliches Geschoepf mit der unbeschreibbaren Macht Deiner Weisheit leitest,
o stiller Hafen der vom Sturm Bedraengten,
und
weise mir den Weg, den ich wandeln soll.

Den Geist Deiner Wahrheit gib meinen Gedanken;
den Geist des Verstandes schenke meiner Unvernunft;
mit dem Geiste der Gottesfurcht erhelle meine Werke;
erneuere auch den rechten Geist in meinem Inneren,
und mit dem Geist Deiner Herrschaft staerke auch meine ausgleitenden Gedanken,
damit ich jeden Tag zu dem, was da frommt, durch Deinen guten Geist gefuehrt,
gewuerdigt sei,
Deine Gebote zu erfuellen
und ewig zu gedenken
Deiner herrlichen, ueber unsere Handlungen Rechenschaft fordernden Wiederkunft.

Lass mich nicht anschmiegen an die vergaengliche Reize,
sondern staerke mich, zu streben nach dem Genuss der zukuenftigen Schaetze.

Denn Du hast gesagt, o Gebietender,
dass ein jeglicher, was er auch bitten werde in Deinem Namen,
es unverwehrt empfangen werde von Deinem mitewigen Gott und Vater;
darum,
so flehe ich Suender Deine Guete an
am Tage des Herabkommens Deines Heiligen Geistes:
Um was ich gebeten, gib mir zum Heil.

Ja, Herr,
Du alle Wohltat reichlich darbietender Geber des Guten,
der Du ueberschwaenglich gibst, um was wir bitten,
Du bist der Mitleidige, der Erbarmende,
der Du suendlos teilgenommen hast an unserem Fleische,
und zu denen, die ihre Kniee vor Dir beugen, Dich mildherzig neigest,
auch zu Suehnung geworden bist fuer unsere Suenden,
so schenke denn, o Herr, Deinem Volke Deine Erbarmungen;
erhoere uns aus Deinem heiligen Himmel;
heilige uns mit der Kraft der Erloesung Deiner Rechten;
decke uns mit dem Schirme der Fluegel Deiner Engel,
verschmaehe nicht die Werke Deiner Haende.
Dir allein suendigen wir,
doch Dir allein dienen wir auch;
wir wollen nicht einen fremden Gott anbeten,
noch zu einem anderen Gott, o Gebietender, unsere Haende ausstrecken.
Verzeihe uns die Uebertretungen
und nimm die Bitten unseres Kniefalls an,
strecke nach uns allen Deine hilfreiche Hand aus.
Nimm an das Gebet aller, als ein wohlgefaelliges Rauchopfer,
welches vor Deinem huldreichen Throne aufgenommen wird !

b)

Herr, Herr, der Du uns errettest vor jedem Pfeil, der am Tage fliegt,
errette uns auch von jedem Ungemach, das im Finstern einherschleicht.
Nimm an das abendliche Opfer, das Aufheben unserer Haende.
Wuerdige uns auch,
die Strecke der Nacht tadellos zurueckzulegen, ohne Versuchung boeser Dinge
und erloese uns von aller Unruhe und Angst, die in uns vom Teufel erregt wird.
Verleihe unseren Seelen die Zerknirrschung
und unseren Gedanken die Besorgnis
ob der Pruefung in Deinem furchtbaren und gerechten Gerichte.
Festige an der Gottesfurcht unser Fleisch und ertoete unsere Bindung an Irdisches,
auf dass wir auch waehrend der Ruhe des Schlafes erleuchtet werden
durch die Betrachtung Deiner Gerichte.
Entferne auch von uns jede unziemende Einbildung und schaendliche Begierde.
Lass uns aber aufstehen zur Zeit des Gebetes,
nachdem wir uns im Glauben gestaerkt haben
und fortgeschritten sind in Deinen Geboten ! 


3)

a)

Du, ewig stroemende Quelle des Lebens und des Lichtes,
Du, mitewige schoepferische Kraft des Vaters,
Der Du die ganze Heilsordnung zur Erloesung der Sterblichen so herrlich erfuellt hast,
Christus unser Gott !
Der Du die unloesbaren Bande des Todes und die Riegel der Hoelle zersprengt
und die Menge der boesen Geister niedergetreten;
Der Du Dich selbst als tadelloses Schlachtopfer fuer uns dargebracht hast,
Deinen reinen, von aller Sünde unberuehrten und ihr unzugaenglichen Leib zum Opfer hingebend
und durch diesen furchtbaren und unaussprechlichen Priesterdienst uns das ewige Leben geschenkt hast,
Der Du zur Hoelle hinuntergestiegen bist,
die ewigen Riegel zertruemmert und den in der Tiefe Sitzenden den Aufgang gewiesen hast,
den urboesen Drachen des Abgrundes aber mit goettlich weiser Lockung gefangen genommen,
mit Ketten der Finsternis im Tartaros gebunden
und in unausloeschlichem Feuer und aeusserstem Dunkel gefesselt hast;
Du Weisheit des Vaters, deren Name gross ist,
Der Du den Bedraengten als grosser Helfer erscheinst
und erleuchtest diejenigen, die im Dunkel sitzen und im Schatten des Todes;
Du Herr der ewigen Herrlichkeit
und des hoechsten Vaters geliebter Sohn !
Ewiges Licht vom ewigen Lichte !
Sonne der Gerechtigkeit,
erhoere uns, die wir Dich bitten,
und lass ruhen die Seelen Deiner Diener,
unserer vordem entschlafenen Vaeter und Brueder und der uebrigen Blutsverwandten,
ja aller Glaubensverwandten aller Zeiten, deren Gedaechtnis wir jetzt feiern:
Denn Du hast Gewalt ueber alles und haeltst in Deiner Hand alle Enden der Erde,
Allgebieter, Allherrscher, Gott der Vaeter und Herr des Erbarmens,
Schoepfer des sterblichen und unsterblichen Geschlechts und aller menschlichen Natur,
der entstehenden und wieder vergehenden,
des Lebens und des Hinscheidens, des Hierweilens und der Versetzung in das Jenseits !
Der Du die Jahre den Lebenden bemissest und die Zeit des Todes bestimmst,
in das Totenreich hineinfuehrest und wieder herausfuehrest,
bindest in Schwaeche und loesest in Kraft,
das Gegenwaertige zum Nutzen einrichtest und das Zukuenftige zutraeglich anordnest,
der Du die mit dem Stachel des Todes Verwundeten
durch die Hoffnung der Auferstehung belebest;
Du Gebieter des Alls, Gott, unser Heiland, Du Hoffnung aller Enden der Erde
und derer die weit auf dem Meere sind,
der Du auch an diesem letzten und grossen und heilbringenden Tage des Pfingstfestes
uns das Geheimnis der heiligen und einwesentlichen und mitewigen und unteilbaren und unvermischten DreiEinigkeit offenbart hast
und das Ueberkommen und die Ankunft Deines heiligen und lebendigschaffenden Geistes in Gestalt feuriger Zungen ueber Deine Apostel gegossen
und sie zu Freudenboten unseres frommen Glaubens eingesetzt
und als Bekenner und Verkuendiger der wahren Gotteslehre erwiesen hast;
der Du auch an Deinem hocherhabenen und heilbringenden Feste das Flehen um Versoehnung fuer die, so in der Hoelle gehalten werden, anzunehmen geruhest
und uns die grosse Hoffnung gewaerest,
den von ihren Qualen Umfangenen Nachlass und Erquickung von Dir herabzusenden:
Erhoere uns Niedrige und Elende, die wir Dich bitten,
und lass die Seelen deiner entschlafenen Diener ruhen
an dem Orte des Lichtes, an dem Orte der Wonne, an dem Orte der Erfrischung,
von wo hinwegflieht aller Schmerz, alle Trauer und alles Seufzen,
versetze ihre Geister in die Gezelte der Gerechten
und wuerdige sie des Friedens und der Erholung;
denn nicht die Toten werden Dich preisen, o Herr,
noch werden sich erkuehnen, die Danksagungen darzubieten,
diejenigen so in der Unterwelt sind;
wir aber, die wir leben, preisen Dich und beten Dich an
und bringen Dir dar suehnende Gebete und Opfer fuer ihre Seelen !


b)

O Gott, Du Grosser und Ewiger, Heiliger und Menschenliebender,
der Du uns gewuerdigt hast,
auch in dieser Stunde zu stehen vor Deiner unnahbaren Herrlichkeit
zur Besingung und zum Lobe Deiner Wunder,
versoehne Dich uns, Deinen unwuerdigen Dienern,
und verleihe uns die Gnade, zerknirschten Herzens und ohne Hochmut
Dir den dreimalheiligen Lobgesang und die Danksagung darzubringen
fuer Deine grossen Wohltaten, die Du an uns getan hast und immerfort an uns noch tust.
Gedenke, Herr, unserer Schwachheit und vertilge uns nicht in unseren Suenden,
sondern uebergrosse Gnade nach unserer Demut,
auf dass wir, der Finsternis der Suenden entronnen,
am Tage der Gerechtigkeit wandeln moegen
und, angetan mit der Ruestung des Lichtes,
unangefochten verbleiben von jeglicher Arglist des Boesen
und Dich, den einzigen wahren und menschenliebenden Gott,
fuer alles voll Zuversicht preisen.
Denn Dein ist das wahrhaft und wirklich grosse Geheimnis,
o Gebieter und Schoepfer des Alls,
sowohl die zeitliche Aufloesung Deiner Geschoepfe,
als auch die spaetere Wiederherstellung und die Ruhe in Ewigkeit.
Wir sagen Dir Dank fuer alles, fuer unseren Eingang in die Welt und fuer unseren Ausgang,
welcher uns verheisst die Hoffnung auf die Auferstehung
und auf das unsterbliche Leben nach Deiner untrueglichen Offenbarung,
welches wir erlangen werden bei Deiner zweiten dereinstigen Ankunft.
Denn Du bist sowohl der Urheber unserer Auferstehung,
als auch der unbestechliche und menschenliebende Richter derer, die gelebt haben,
und der Vergeltung Gebieter und Herr !
Da Du auch in hoechster Herablassung in unseres Fleisches und Blutes verwandschaftliche Gemeinschaft getreten bist und unsere unvermeidlichen Leiden,
indem Du sie freiwillig erduldetest, aus innerstem Erbarmen angenommen hast,
so bist Du uns in dem, was Du selbst versuchend erlitten,
ein erfahrener Helfer geworden, wenn wir in Versuchung geraten.
Deshalb hast Du uns auch in Deine Freiheit von Leiden mit eingefuehrt.
Nimm denn nun an unsere Bitten und unser Flehen, Gebieter,
und lass ruhen alle Vaeter eines Jeden und Muetter und Kinder
und Brueder und Schwestern und sonstige Bluts- und Stammesverwandten,
auch alle Seelen, die in der Hoffnung der Auferstehung zum ewigen Leben
vordem entschlafen sind, und versetze ihre Geister und Namen in das Buch des Lebens,
in den Schoss Abrahams, Isaaks und Jakobs,
in das Land der Lebendigen, in das Himmelreich, in das Paradies der Wonne,
einfuehrend sie alle durch Deine Lichtengel in Deine heiligen Wohnungen;
und erwecke auch unsere Leiber auf an dem Tage, den Du bestimmt hast
nach Deinen heiligen und untrueglichen Verheissungen.

So ist das nun, o Herr, kein Tod fuer Deine Diener,
wenn wir aus dem Leibe ausgehen und zu Dir, unserem Gott, eingehen,
sondern eine Hinuebersetzung von truebseligen
zu besseren und froehlicheren Umstaenden, Frieden und Freude.
Und wie wir auch wie andere gesuendigt haben,
sei gnaedig sowohl uns als auch ihnen;
denn niemand ist rein von Befleckung vor Dir,
auch nicht an einem Tag seines Lebens,
als Du allein, der Du ohne Suende auf Erden erschienen, unser Herr Jesu Christe,
durch den wir alle die Gnade und die Vergebung der Suenden zu erlangen hoffen.
Darum so erlasse und vergib und verzeihe uns und ihnen
als der guetige und menschenliebende Gott,
unsere Uebertretungen, die vorsaetzlichen und die unvorsaetzlichen,
die bewussten und unbewussten, die offenbaren und die geheimen,
welche wir in Taten und in Gedanken, in Worten
und in allen unseren Lebensaeusserungen und Bewegungen begangen haben.

Denen nun, die vorangegangen, schenke Du die Befreiung und Erquickung,
uns aber, die wir noch anwesend sind, segne;
gib uns ein gutes und friedliches Ende, sowohl uns, wie auch Deinem ganzen Volke;
oeffne uns auch den Schoss Deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe
an dem schrecklichen und furchtbaren Tage deiner Wiederkunft
und mache uns wuerdig Deines Reiches !

 

c)

O Gott, Du Grosser und Allerhoechster, der Du allein die Unsterblichkeit hast
und wohnest in unnahbarem Lichte,
der Du die ganze Schoepfung in Weisheit erschaffen,
das Licht von der Finsternis geschieden
und gesetzt hast die Sonne zur Herrschaft ueber den Tag,
den Mond aber und die Sterne zur Herrschaft ueber die Nacht,
der Du uns Suender gewuerdigt hast,
auch am gegenwaertigen Tage mit Bekenntnis vor Dein Angesicht zu treten
und Dir die Abendverehrung darzubringen,
Du menschenliebender Gott, lass unser Gebet vor Dich kommen wie Weihrauch
und nimm es an als duftenden Wohlgeruch.
Lass uns die gegenwaertige Abendzeit und die kommende Nacht friedlich sein;
bekleide uns mit der Ruestung des Lichtes,
bewahre uns vor dem naechtlichen Grauen und vor jedem Ungemach,
welches im Finstern schleicht
und gib uns den Schlaf, den Du zur Erholung unserer Schwachheit geschenkt hast,
frei von allen teuflischen Traeumen.

Ja, Du Gebieter des Alls, Spender des Guten,
auf dass wir auch auf unseren Schlafstaetten Reue fuehlen,
auch bei Nacht Deines allheiligen Namens gedenken
und durch die Beobachtung Deiner Gebote erleuchtet,
in der Freude unserer Seelen zur Lobpreisung Deiner Huld aufstehen
und Gebete und Flehen Deiner Barmherzigkeit darbringen moegen
fuer unsere eigenen Suenden und fuer Dein ganzes Volk,
welches Du
um der Fuerbitten willen der heiligen Gottesgebaererin
heimsuchen moegest mit Gnade !
 


 

Die Geist-Taufe der Jünger am Pfingstfest

Predigt des Hl. Kyrillos von Jerusalem (313 386)
* Quellenhinweis *



Jesus stieg in den Himmel hinauf und erfüllte Seine Verheißung, die Er den Jüngern gegeben hatte:
»Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben« (Joh 14,16).
Die Jünger blieben (in Jerusalem) und erwarteten die Ankunft des Heiligen Geistes.
»Als der Pfingsttag gekommen war« hier in dieser Stadt Jerusalem - auch diese Ehre wurde uns hier zuteil; deshalb sprechen wir nicht von Wohltaten, die auch andere erhalten haben, sondern von Gunsterweisen, die nur uns gewährt wurden. Am Pfingstfest also waren die Jünger hier, und vom Himmel kam der Beistand herab,
der Wächter und Heiligmacher der Kirche,
der Hüter der Seelen,
der Steuermann in Stürmen,
der Lichtbringer für die Irrenden,
der Kampfrichter für die Kämpfenden,
der Preisverleiher für die Siegenden
.

Der Geist kam herab, um die Apostel mit Kraft zu bekleiden und sie zu taufen. Denn der Herr sagt:
»Ihr werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft« (Apg 1,5).

Nicht Flickwerk war die Gnade, Vollendung war die Kraft.

Wie der, der bei der Taufe ins Wasser eintaucht, und von allen Seiten vom Wasser umspült wird, so wurden auch die Apostel vollkommen vom Geist getauft. Während das Wasser uns nur von außen umfließt, tauft der Geist die Seele unaufhörlich von innen her.
Du wunderst dich darüber? Du sollst ein Beispiel aus der Erfahrungswelt dafür bekommen, ein kleines und schlichtes, doch für einfachere Leute durchaus lehrreich: Wenn das Feuer in das feste Eisen bis nach innen eindringt, wird das ganze Eisen zu Feuer. Wird das kalte und schwarze Eisen heiß und leuchtend, wenn das Feuer, selbst materiell, in die Materie des Eisens eindringt, was wunderst du dich dann, wenn der Heilige Geist in das Innerste der Seele einkehrt?

Damit man wusste, wie bedeutend die herabkommende Gnadengabe war, erscholl gewissermaßen eine Himmelsposaune:
»Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt.«
Er zeigte die Ankunft dessen an, der den Menschen die Gnade verleiht, »das Reich Gottes mit Gewalt an sich zu reißen« (Mt 11,12); die Augen sollten die Feuerzungen sehen und die Ohren das Brausen wahrnehmen.
»Es erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.« Das Haus wurde zum Becken für das geistige Wasser. Die Jünger saßen in dem Haus, das ganz erfüllt wurde, und wurden vollständig getauft, wie ihnen verheißen war. Sie wurden an Seele und Leib mit dem göttlichen und heilbringenden Gewand bekleidet. »Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten, auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt.« Feuer empfingen sie, doch kein verbrennendes, sondern ein heilwirkendes Feuer, das die Dornen der Sünde verzehrt und die Seele erleuchtet. - Dieses Feuer wird auch jetzt auf euch herabkommen, eure dornigen Sünden verzehren und vernichten, den kostbaren Schatz eurer Seele noch mehr erglänzen lassen und euch Gnade schenken; auch damals hat es den Aposteln Gnade geschenkt. - In Gestalt feuriger Zungen ließ sich die Gnade auf die Apostel herab, um ihr Haupt durch die feurigen Zungen mit ganz neuartigen und geistigen Diademen zu krönen.
Einst hatte ein feuriges Schwert das Tor zum Paradies versperrt; eine feurige, rettende Zunge brachte die Gnade zurück....

Bestürzung entstand in der Menge der Zuhörer, eine neue Verwirrung, entgegengesetzt zur ersten schlimmen in Babylon. Während bei der Verwirrung der Sprachen die Pläne durchkreuzt wurden, da sich das Trachten gegen Gott richtete, erfolgte hier eine Wiederherstellung und Einigung der Gesinnung, da das Streben gottesfürchtig war. Bei denen (in Babylon) kam es zum Fall, bei diesen (in Jerusalem) zum Auferstehen. ... Andere aber spotteten: »Sie sind vom süßen Wein betrunken.« Damit sagten sie spottend die Wahrheit. Tatsächlich war der Wein, die Gnade des Neuen Bundes, noch jung. Doch dieser junge Wein kam vom geistigen Weinstock, der oft schon in den Propheten Früchte getragen hatte und im Neuen Bund junge Triebe hervorbrachte. Wie in der sichtbaren Natur der Weinstock immer gleich bleibt und zur entsprechenden Zeit neue Früchte trägt, so hat auch der gleiche Geist, der bleibt, was Er ist und der oft schon in den Propheten gewirkt hat, jetzt etwas Neues und Wundervolles erstehen lassen. Auch über die Väter war die Gnade gekommen, doch jetzt kam sie im Übermaß. Damals erhielten sie Anteil am Heiligen Geist, jetzt aber wurden die Jünger völlig in ihn hineingetaucht.

Petrus, der den Geist empfangen hatte und sich dessen bewusst war, sprach: ... Trunken sind diese Männer in nüchterner Trunkenheit, die die Sünden abtötet und die Herzen mit Leben erfüllt, in einer Trunkenheit, die das Gegenteil vom leiblichen Betrunkensein ist. Sie macht vergessen, was man gewusst hat; diese aber verleiht Kenntnis von dem, was man nicht gewusst hat. Trunken sind sie, da sie den Wein des geistigen Weinstocks genossen haben, der sagt: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben« (Joh 15,5). ... »Es ist erst die dritte Stunde des Tages.« Der, welcher um die dritte Stunde gekreuzigt wurde, wie Markus (15,25) sagt, hat jetzt zur dritten Stunde die Gnadengabe gesandt. Keine andere Gnade ist es hier wie dort (am Kreuz). Jener, der damals gekreuzigt wurde und die Verheißung gegeben hat, hat seine Verheißung erfüllt.

 

QUELLE:
Kyrillos von Jerusalem:
17. Taufkatechese, 13-15.17-19; PG 33, 985 B-992 A
übersetzt in:
Heiser, Lothar:
JESUS CHRISTUS, das LICHT aus der HÖHE
Verkündigung, Glaube, Feier des Herren-Mysteriums in der Orthodoxen Kirche
(Schriftenreihe des Patristischen Zentrums Koinonia Oriens; Bd. 47), St. Ottilien 1998, S. 714ff.
hier:   Übers.: G. Wolf   in

* St.Andreas-Bote *

Einige Gedanken zur Frucht des Geistes von Erzbischof STYLIANOS(geb. in Kreta, Metropolit von Australien, Sydney):
(anlaesslich der 7.Vollversammlung des Weltkirchenrates in Canberra)
"Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Sittenlosigkeit, ausschweifendes Leben, Goetzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jaehzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und aehnliches mehr"
(Gal 5, 19-22)
im Gegensatz dazu:
"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Guete, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung" (Gal 5,22-23)

Der unvollstaendigen Aufzaehlung der ueblen Werke der gefallenen Welt setzt der Apostel die unendliche Zahl 9 der Frucht des Geistes entgegen...
Vielleicht taeten die kranken und belasteten Christen unserer Zeit gut daran, sich wieder den wahren Quellen der christlichen Spiritualitaet im Blick auf die "Erneuerung der Schoepfung" zuzuwenden, wo uns verheissen wird, dass der Geist in uns als Troester wirkt. ...
Die Beschreibung der Frucht dieses troestenden Geistes beginnt mit der Liebe und endet mit der Selbstbeherrschung... Der Liebe (Selbsthingabe), als die erforderliche zentrifugale Kraft, die den Christen zu bewegen beginnt, steht die Selbstbeherrschung als zentripetale Kraft gegenueber, die ihn auf seiner Bahn haelt... Als Christen duerfen uns dieser Wirkung sicher sein: der Heilige Geist ist nicht der "unbekannte" Gott, ... der Heilige Geist wirkt in jedem Augenblick als wahrer Gott in jeder Seele und zugleich ueberall in der Schoepfung !




 

Einige Gedanken zur Realitaet des Heiligen Geistes von Metropolit MICHAEL (geb. in Athen, Metropolit von Austria, Wien):
(Fachtagung 1998 der roem.-kathol. Erzdioezese Wien)
"Der Heilige Geist weht, wo Er will," deshalb kann er auch nicht als zu verwaltender Besitz betrachtet und es ist nicht sinnvoll "das Wirken des Heiligen Geistes ausserhalb der Grenzen der eigenen Kirche in Frage zu stellen."
Die Orthodoxe Kirche wird vielfach als "Spezialistin der Pneumatologie", der Lehre vom Heiligen Geist, betrachtet.
Dadurch wird sie aber bedauerlicherweise einerseits oft als Vorbild zur Schwaermerei hingestellt und andererseits als weltfremd und an den konkreten Problemen der Menschen ganz uninteressiert beurteilt. Tatsaechlich aber stellt in der Orthodoxie die "erfahrbare Heilsgeschichte" den Ausgangspunkt fuer jede Theologie dar: Das konkrete Wirken im konkreten Leben in der konkreten Geschichte steht im Vordergrund und nicht abstrakte, erkenntnistheoretische, metaphysische Spekulation zur Gottesfrage. Gerade deshalb sind wir ueberzeugt davon, dass es keine Zeit in der Menschheitsgeschichte ausserhalb der Wirkung des Heiligen Geistes gab, gibt und geben wird.

Ein Grundvertrauen auf den Heiligen Geist muessen die einzelnen Christen fuer ihr konkretes Leben haben, aber auch die Gesamtkirche auf Erden und deren Verantwortungstraeger bei Entscheidungen innerhalb der Kirche koennen und muessen auf den Heiligen Geist vertrauen. Fuer den Heiligungsprozess innerhalb der Kirche ist die Wirkung des Heiligen Geistes sogar unerlaesslich.

Der Heilige Geist wirkt in jedem Augenblick als wahrer Gott in jeder Seele und zugleich ueberall in der Schoepfung !


 

26.6. 2016


Sonntag
A L L E R H E I L I G E N

und

 

3.7. 2016


Sonntag der
HEILIGEN der LAENDER


Ikone zum Gottesdienst: Alle Bulgarischen Heiligen

"Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt,
wollen wir alle Last und die Fesseln der Suende abwerfen.
Mit Ausdauer wollen wir laufen in dem Wettkampf, der vor uns liegt"

(Hebr 12,1)

Geistliches Wort des heimgegangenen Pfarrers Heils-Oikonom HERAKLIT Dimaratos
Protopresbyter Prof. Dr. Georgios Metallinos: Die Fruechte des Pfingstereignisses
Vater Serafim Pâtrunjel: Zum Sonntag Aller Heiligen
 

"Die Heiligkeit ist die grundlegende Eigenschaft Gottes, die Eigenschaft aller uebrigen Eigenschaften,
die sie in sich schliesst, wie das weisse Licht alle Farben des Regenbogens.
Das Leben in Gott, die Vergoettlichung (Theosis), ist Heiligkeit;
ohne sie kann es in der Kirche keinerlei geistliche Gaben geben."
schreibt der grosse orthodoxe Denker Vater SERGEJ Bulgakov.

In der Goettlichen Liturgie ruft der Geistliche vom Altar unmittelbar vor der Teilung des Lammes der Allerheiligsten Gaben: "Das Heilige den Heiligen!" und die Glaeubigen antworten: "Einer nur ist heilig, Einer nur der Herr: Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes des Vaters, Amen."
Von Heiligen kann man in der Kirche also nur reden, weil der Herr der Kirche heilig ist und durch Seine Herrschaft die heiligt, die Er sich auserwaehlt hat.
Dies aber bedeutet, dass grundsaetzlich jeder Getaufte zur Heiligkeit berufen ist, weil er in der Taufe "Christus angezogen hat" (wie wir singen) und fortan Ihm gehoert. Denn nur in diesem Sinne kann man Heiligkeit dem jederzeit auch zur Suende offenen Menschen zuschreiben: nicht als selbst erzeugte Qualitaet, sondern als gnadenhaftes Anteilerhalten an der Heiligkeit des DreiEinen Gottes.
Aber nur Wenige lassen die Heiligung an sich geschehen und "laufen in dem Wettkampf mit Ausdauer"; nicht alle vermoegen gleichermassen in dieser Herrlichkeit ihres Herrn zu stehen und sie wiederum auszustrahlen. Diejenigen aber, die so von der Gemeinschaft und Heiligkeit Christi erfuellt sind, dass sie diese ausstrahlen wie die Erde nach einem heissen Sommertag die Waerme, sie werden in der Kirche als Heilige verehrt.

das Folgende aus:
St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de

Geistliches Wort des in die Ewigkeit heimgegangenen Pfarrers Heils-Oikonom HERAKLIT Dimaratos:
ehemaliger Pfarrer der Muenchner deutschsprachigen Andreas-Gemeinde
in der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland
Griechisch-orthodoxes bischoefliches Vikariat in Bayern

"Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt,
wollen wir alle Last und die Fesseln der Suende abwerfen."

(Hebr 12,1)

Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der Orthodoxen Kirche !

Die Heiligen unserer Kirche

Das Wort "heilig" wird in der Heiligen Schrift hauptsaechlich fuer den Dreieinigen Gott verwendet. Er ist der Dreiheilige (Jes 6,3) und "Heiliger und Wahrhaftiger" (Offb 6,10). Deshalb singt unsere Kirche: "Einer ist heilig, einer der Herr, Jesus Christus ..."
Aber wenn Gott allein heilig ist, wie ist dann die Stellung der Heiligen?
Haben sie eine eigene Heiligkeit?
Wie stehen sie zu dem einen Heiligen und zu uns, ihren Bruedern und Schwestern?

Die Heiligkeit des Menschen gruendet in der Heiligkeit Gottes, weil der Mensch nach dem Ebenbild des Dreieinigen Gottes geschaffen wurde. Das hat Gott selbst Seinem Volk erklaert: "Denn ich bin der Herr, euer Gott. Erweist euch als heilig, und seid heilig, weil ich heilig bin." (Lev 11,44). Die Berufung des Menschen ist die Heiligung, welche in Erfuellung geht durch die Teilnahme am Leben Gottes in Jesus Christus. Christus hat uns Glaeubigen verbuergt, dass Er "das Licht der Welt" ist und wer Ihm nachfolgt wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern er wird das "Licht des Lebens" haben (Joh 8,12). Christus ist der "Abglanz Seiner Herrlichkeit" (Hebr 1,3), naemlich die Ausstrahlung der Herrlichkeit des Vaters. Aber auch der Mensch soll "erleuchtet werden zur Erkenntnis des goettlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi" (2 Kor 4,6) durch die unerschaffene goettliche Energie. Er wird naemlich Teilhaber der goettlichen Herrlichkeit (Joh 17,22) und "Anteil an Seiner Heiligkeit gewinnen" (Hebr 12,10), "Licht der Welt" (Mt 5,14) und "Herrlichkeit Christi" (2 Kor 8,23). Der Apostel Paulus sagt: "Wir alle spiegeln mit enthuelltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in Sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn" (2 Kor 3,18)

Der Herr bestaetigt uns, dass jeder der Seiner Liebe mit eigener Liebe begegnet, zum "Tempel Gottes", zum "Tempel des Heiligen Geistes" zur "Wohnung Gottes durch den Geist" (1 Kor 3:16,6,19; 2 Kor 6,16; Eph 2,22; Joh 14,23) wird.
Jeder Christ, der in Gottes Gnade lebt, wird "zu demselben Leib gehoeren und an derselben Verheissung in Christus Jesus teilhaben" (Eph 3,6). "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20), "Er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des goettlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi" (2 Kor 4,6) und wir sollen werden "Kinder Gottes ohne Makel" (Phil 2,15), sagt der hl. Paulus.

Die Heiligen unserer Kirche hielten daran fest und lebten ihr Leben in Christus. Deswegen ermahnt uns der Apostel: "Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme" (1 Kor 11,1). Die Heiligen sind die "treuen Zeugen Christi". Ihr Leben ist dasselbe Leben Christi, welches sich zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Art an jedem Einzelnen von ihnen wiederholt. Sie sind die Menschen, welche durch "den Geist leben" und "in dem Geist" (Gal 5,25) wandelten; sie waren unverkennbar "ein Brief Christi, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch" (2 Kor 3,3). Die Heiligen unserer Kirche, verbunden mit Christus und uebergossen mit dem Licht des Heiligen Geistes, lebten wie eine Miniatur das Leben Christi. Ihre Gedanken, ihre Worte, ihr Handeln, waren Gedanken, Worte und Handeln Christi. Ihr ganzes Leben bestand aus der tatkraeftigen Fuelle des Heiligen Geistes in ihren Seelen. So sind die Heiligen in Christus "eine neue Schoepfung" (2 Kor 5,17). Sie sind die Taten Gottes im Leben des Menschen.

Die Lebensweise der Heiligen unserer Kirche ist der menschlichen Natur nach, so wie sie Gott geschaffen hat, angemessen. Demnach zeigen uns die Heiligen, wie in Wirklichkeit der Mensch ist und wie er leben soll. Das Leben der Heiligen also ist Teilhabe am Leben Christi; ihre eigene Heiligkeit besteht in der Heiligkeit Christi.

Die goettliche Ehre mit welcher die Heiligen unserer Kirche umgeben sind, ist ein Geschenk Gottes, unerschaffene Gnade, das unerschaffene goettliche Licht. Dieses Licht offenbart die Praesenz und die Wirkung des Dreieinigen Gottes in der Welt.
Beim Propheten Daniel sehen wir, dass die Ehre Gottes vom Throne Gottes als "loderndes Feuer" ausstroemt.
Das gleiche sehen wir im Buch Exodus, "da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht" (Ex 3,2; Ex 24,17; Ex 34, 29-30) und das Feuer wurde auf Mose uebertragen und sein Gesicht strahlte so, "dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten" (2 Kor 3,7)

Die gleiche Herrlichkeit umhuellte den Propheten Elias, wie er gen Himmel fuhr (2 Koen 2,11).
Das ist das unerschaffene Licht, welches die Apostel auf dem Berge der Verklaerung sahen: "Petrus und seine Begleiter... sahen Jesus in strahlendem Licht" (Lk 9,32).
"Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiss wie das Licht" (Mt 17,2).
Das unerschaffene Licht umstrahlte die Engel am leeren Grabe Christi (Mt 28,3; Mk 16,5; Lk 24,4), erschien dem Erstmaertyrer Stephanos (Apg 7,55), dem Apostel Paulus (Apg 9,3) und uebertraegt sich zu den Menschen Christi (Mt 5,14; Joh 17,22; 2 Kor 3,18)

Charakteristisch ist der nachfolgende Bericht ueber das Gespraech des heiligen Serafim von Sarov mit Motowilov, als das Licht, welches den Heiligen umhuellte, auf seinen Gespraechspartner uebertragen wurde:

Wie kann ich wissen, fragte ich Vaeterchen Serafim, ob ich mich auch in der Gnade des Heiligen Geistes befinde?
Das ist sehr einfach, antwortete er mir, weil der Herr sagte, dass alles einfach ist fuer denjenigen, der die Erkenntnis erwirbt. Die Apostel stuetzten sich auf diese Erkenntnis und konnten damit erkennen, ob der Geist Gottes sich in ihnen befaende oder nicht und sie behaupteten, dass ihr Tun in allem heilig und Gott gefaellig sei. Auf diesen Grundsatz stuetzten sich die Apostel und erkannten in ihren Herzen die Praesenz des goettlichen Geistes.
Trotz allem verstehe ich nicht, wie ich sicher sein kann, dass ich im Heiligen Geist bin. Wie kann ich in mir seine Praesenz erkennen?
Vaeterchen Serafim fragte, was willst du denn mein Sohn, ich habe es dir doch erklaert.
Ich will, sagte ich, es besser erkennen!
Dann packte mich Vater Serafim fest an den Schultern und sagte: Jetzt, mein Sohn, sind wir alle beide drinnen im Heiligen Geist Gottes. Warum schaust du mein Gesicht nicht an?
Ich kann dich nicht anblicken, Vaeterchen, amtwortete ich ihm; aus deinen Augen strahlen Flammen, dein Gesicht ist heller als die Sonne, du blendest mich!
Habe keine Angst, du strahlst jetzt wie ich; auch du hast nun die Fuelle des Heiligen Geistes."

Wir sehen also, dass die Heiligen keine eigene Heiligkeit besitzen, sondern Anteil haben an der Heiligkeit Christi. Sie sind "Tempel Gottes" und "Wohnstaette Gottes durch den Heiligen Geist". Deshalb ist die Ehre der Heiligen das unerschaffene goettliche Licht, die grosse Gabe und Gnade Gottes im Leben der Heiligen. Die Liebe der Heiligen bleit nicht ohne Erfolg vor Gott. Die Heiligen bitten fuer uns und fuer die ganze Schoepfung zu Gott, welcher wiederum mit Seiner Liebe entgegenkommt. Durch die Fuerbitten und durch die Liebe der Heiligen werden die Grenzen der Natur aufgehoben und die Liebe Gottes greift wohltuend in unser Leben ein.

Ihr Pfr. Oekon. HERAKLIT Dimaratos




Die Fruechte des Pfingstereignisses
von Protopresbyter Prof. Dr. Georgios Metallinos

Der erste Sonntag nach Pfingsten ist allen Heiligen gewidmet, denn die erste Frucht nach Pfingsten sind die Heiligen. Die Kirche besteht in der Welt, "um die Heiligen fuer die Erfuellung ihres Dienstes zu ruesten, fuer den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen" (Eph 4,12-13).
Diese bedeutsamen Worte des Apostels Paulus offenbaren das Ziel des Lebens in der Kirche: die Einheit aller im Glauben. Das bedeutet hier die Gegenwart des Heiligen Geistes im Herzen. Denn nur im Heiligen Geist gelangen wir zur Erkenntnis Christi und werden zu wahren Gliedern des kirchlichen Leibes.

Das Hindernis zur Heiligung ist der Suendenfall. Wie mit dem Suendenfall des Menschengeschlechtes die menschliche Natur erkrankte, so verwirklicht die Heiligung unsere Vergoettlichung. "Denn dieses Vergaengliche muss sich mit Unvergaenglichkeit bekleiden und dieses sterbliche mit Unsterblichkeit" (1 Kor 15,33). Unsere Natur kehrt nicht nur "zur urspruenglichen Schoenheit" zurueck, zum Zustand vor dem Suendenfall, sondern zur Vergoettlichung.
Die Vergoettlichung, die Heiligung der menschlichen Existenz, ist das Ziel des Menschen und die Hauptaufgabe der Kirche in dieser Welt. Sonst haette die Existenz der Kirche als Leib Christi in dieser Welt keinen Sinn. Die Kirche existiert in dieser Welt, um die ganze Welt zu heiligen und die Menschen zu vergoettlichen.

Die orthodoxe Tradition bezeichnet jene Personen als heilig, die zur Vergoettlichung gelangt sind und diese in der Geschichte bezeugen (die Vergoettlichung). Nach dem Hl.Johannes von Damaskus "ehren wir die Heiligen als diejenigen, die sich mit Gott aus freiem Willen vereint, Ihm in sich Wohnung gegeben haben und - durch Sein Teilhaben der Gnade nach - das wurden, was Er von Natur her ist". Die Heiligen werden Gott; nicht Goetter, sondern Gott der Gnade nach. Die Heiligen sind "die beseelten Tempel Gottes, die beseelte Wohnstaette Gottes, durch den Heiligen Geist, der in ihren Koerpern ein Tempel ist" (Hl.Johannes von Damaskus). Der hl. Johannes, der im 8. Jahrhundert die ganze konkrete kirchliche Tradition zusammenfasste, betrachtet nur diejenigen als lebendige Glieder der Kirche, die in einer lebendigen Gemeinschaft mit Gott stehen, die je nach ihrer Empfaenglichkeit an der unerschaffenen Gnade Anteil haben. Genau diese sind die Heiligen, die wirklichen Glieder des Leibes Christi, die zu dem gelangt sind, was das Wort des Apostels Paulus bekennt: "nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20).
Nach der orthodoxen Tradition "macht die unsagbare Vergoettlichung diejenigen, die an ihr Anteil haben, zu Unerschaffenen, Anfanglosen und Unbeschreiblichen, obwohl sie ihrer Natur nach aus dem Nichtsein geschaffen wurden", sagt der hl. Maximos der Bekenner (PG 91,114 4). In der Vervollkommnung gelangt der Glaeubige zur Gottaehnlichkeit, zur Vollendung seiner Natur, zur Verherrlichung. Nach dem hl. Dionysios dem Aeropagiten "ist die Vergoettlichung das groesstmoegliche Aehnlichwerden und die Vereinigung mit Gott". Zur Person des hl. Apostels Paulus betont der hl. Gregor Palamas dessen Wandlung in Christo mit seinem Aufstieg bis zum dritten Himmel (2 Kor 12,2), dessen Vergoettlichung auf folgende Weise: "Solange Paulus das Leben lebte, das auf den Befehl Gottes hin aus dem Nichts geschaffen wurde, war er geschaffen; als er (Paulus) jedoch nicht mehr dieses, sondern jenes Leben lebte, das mit der Reinigung durch Gott gewaehrt wird, wurde er durch die Gnade unerschaffen".

Von einem Menschen zu sprechen und zu sagen, dass er unerschaffen ist, ist ein Aergernis, ein Skandal fuer die heutige Welt. Das aber ist die Sprache der Orthodoxie, die ihrer mystischen Erfahrung entspricht.

Die Vergoettlichung in dieser Welt beschraenkt der hl. Gregor Palamas aber nicht nur auf Paulus oder die Apostel, sondern er betont, "dass auch jeder, der Gott Logos erworben hat, und zwar lebend und wirkend, zum gleichen Punkt gelangt". So verstehen wir, warum in der Bibel die Heiligen "Freunde Gottes" und "Kinder Gottes", nicht aber "Knechte" genannt werden (Joh 1,12).

In der staendigen Praxis der Kirche werden die Heiligen nicht auf der Basis moralischer und innerweltlicher Kriterien anerkannt, sondern erst nach der Offenbarung ihrer Heiligkeit von Gott Selbst. Die "offizielle" Heiligsprechung in der Orthodoxen Kirche bedeutet also nicht irgendeine Ehrenbezeugung oder Belohnung fuer gewisse Verdienste. Es handelt sich vielmehr um die Bestaetigung und offizielle Proklamation der Wirklichkeit ihrer Vergoettlichung.

(wird fortgesetzt)


Zum Sonntag Aller Heiligen
 

"Ut omnes unum sint." (Joh 17,21)

In der Geschichte ist durch die himmlische Kirche der Heiligen eine neue Realität zum Vorschein gekommen. In der Welt jenseits des gewöhnlichen biologischen Lebens des Menschen erschien das Leben des menschgewordenen Gottessohnes. Von Pfingsten an macht der Geist die Gläubigen zu Gliedern des Leibes Christi, welche die Kirche bilden. Die Kirche Christi ist gleichzeitig sicht- und unsichtbar, ist der mystische Leib des Herrn, hierarchische Institution und soziale Gemeinschaft. Das göttliche und das menschliche Element bilden eine einzige theandrische Realität, einen Leib in Christus (Röm 12,15). Diese Verbindung unter dem himmlischen und dem menschlichen Teil führt dazu, dass die Engel und die Heiligen für die Lebenden Fürsprecher sind und die Lebenden die Gebete jener anrufen. So haben die Heiligen einen wichtigen Platz in der orthodoxen Spiritualität.

Am ersten Sonntag nach Pfingsten feiern wir das Fest "Allerheiligen auf der Welt, in Asien, Libyen, Europa, im Norden und Süden". Dieser Sonntag ist das Fest der Fülle der Kirche. Die vollkommene Kirche der DreiEinheit endet in der vollkommenen Kirche der Heiligen (Pentekostarion, Allerheiligensonntag, Synaxarion). Über die Bedeutung dieses Festes und über die Gründe seiner Feier an diesem Sonntag gibt uns das Tagessynaxarion eine ausführliche Erklärung:
"Unsere gotttragenden Väter haben angeordnet, dass wir nach der Herabkunft des Heiligen Geistes das heutige Fest feiern, denn sie wollten zeigen, dass die Herabkunft des Heiligen Geistes so große Wunder bewirkt hatte, dass sie, die aus gleichem Teig [gemeint ist die menschliche aus Fleisch bestehende Natur] wie wir geschaffen, geheiligt und zu Weisen gemacht wurden, und dass sie an Stelle der gefallenen Schar eingesetzt und durch Jesus Christus zu Gott geführt wurden; die einen durch Martyrium und Blut, die anderen durch tugendhaftes Leben, weil der Heilige Geist Wunder bewirkt hatte...
Einerseits ehren wir, indem wir das Fest feiern, viele andere, die, auch wenn sie durch ihre Tugend gottgefällig lebten, aus unbekannten Gründen (vielleicht wegen menschlichen Umständen) niemand bekannt wurden, obwohl sie vielleicht nun viel von  Gottes Herrlichkeit gelebt haben.
Andererseits gab es viele, die gottgefällig in Indien, Ägypten, Arabien, Mesopotamien, um das Schwarze Meer sowie überall im Westen, sogar bis zu den britannischen Inseln, und, kurz gesagt, in Ost und West gelebt hatten, deren Gedächtnis sich nach der Sitte der Kirche wegen ihrer Vielzahl nicht leicht feiern laesst. Damit wir auch die Hilfe derer, die irgendwo auf Erden gottgefällig waren, bekommen und auch die künftigen Heiligen berücksichtigen, ordneten die gotttragenden Väter das Fest Allerheiligen an, das alle, von den ersten bis zu den letzten Heiligen, enthält, die bekannten oder unbekannten, die vom Heiligen Geist, der in ihnen wohnte, geheiligt wurden.
Drittens sollten die einzelnen Feste der Heiligen auch zusammen an einem Tag gefeiert werden, um zu zeigen, dass sie für denselben Christus gekämpft haben, dass sie sich alle auf demselben Weg der Tugend befanden und nach Verdienst gekrönt wurden, als Diener desselben Gottes. Sie bilden die Kirche, sie ergänzen die jenseitige Welt hier bei uns und ermahnen uns zum gleichen Kampf, der verschieden nach dem Zustand jedes einzelnen ist."

(Pentekostarion: Allerheiligensonntag)

Das Fest Allerheiligen ist die letzte im Pentekostarion enthaltene Feier.
Seine Position will uns zeigen, dass das Ziel des ganzen erlösenden Werkes Jesu Christi und der Zweck der ganzen Spiritualität der Kirche die Heiligkeit -unsere Vereinigung mit Gott- ist.
Das Tagessynaxarion zeigt, dass die Feier "als Triodionsschluss“ eingesetzt wurde (darunter verstehen wir die beiden Bücher: das "Fasten-Triodion", für die Hymnen der großen Fastenzeit, und "Pentekostarion" für die Zeit im Jubel der Auferstehung),
und wie ein Rahmen alle Feste umschliesst.
Das Triodion enthält die sorgfältige Auslegung aller für uns von Gott gewirkten Heilstaten:
Die Verstossung der Teufel  aus dem Himmel wegen des ersten Unheils, der Sünde und die Vertreibung Adams aus dem Paradies, die ganze Oikonomia Gottes des Wortes und die Weise, in welcher wir wieder zu den Himmeln durch den Heiligen Geist erhoben werden, und wie wir dort gemäß den heiligen Vätern die gefallene Schar ersetzen.
Jetzt feiern wir alle, die durch das Wohlwollen des Heiligen Geistes geheiligt wurden:
Die herrlichen und heiligen Geister, das heißt die neun Scharen; die Urahnen und Patriarchen, die Propheten und die heiligen Apostel, die Märtyrer und die Hierarchen, die heiligen Bekenner und die ehrwürdigen Mönche, die Gerechten und die ganze Schar der heiligen Frauen und alle anderen unbekannten Heiligen.
Über, unter und mit allen Heiligen feiern wir aber die Heilige der Heiligen, die Allheilige und unsagbar mehr Geehrtere als der Engel Scharen, unsere Frau und Gebieterin und immerwährende Jungfrau Maria."
(Pentekostarion, Allerheiligensonntag, Synaxarion)
An dieser Feier freut sich Christus selbst, weil er den Glanz der Früchte seines Opfers sieht, freut sich die Kirche, welche ihre Erfüllung schaut, sind selig alle Heiligen vor dem himmlischen Thron und freuen wir uns alle, die wir das Beispiel ihres Lebens anschauen. Wir versuchen ihrem Glauben zu folgen, um am Ende der Laufbahn unseres Lebens (vgl. 1Kor 9,24) mit ihnen zusammen zu sein, und beten dafür.

Durch ihre Annäherung an Gott und durch die Nähe zu ihm sind die Heiligen unaufhörliche Mittler für unsere Erlösung.
Die Dankdoxologie für die Heiligen und ihre Anrufung in Bittgebeten für Lebende und Verstorbene bilden eine sehr alte christliche Praxis in welcher Gott in und unter uns verherrlicht wird.

Weil wir wissen, dass die Heiligen Menschen wie wir waren und dieselben dem Menschen zugehörenden Schwächen hatten, dass sie deswegen auch unsere Schwächen und Verfehlungen verstehen können, haben wir großes Vertrauen auf ihre Gebete für uns.
Die Heiligen sind folglich unsere Freunde, die wir bitten, bei Gott für unsere Erlösung zu vermitteln, damit wir ewig zusammen mit ihnen sein können.

 

QUELLE:
Bischof SOFIAN von Brasov (p. Serafim Pâtrunjel)
Die Orthodoxe Spiritualität der Osterzeit (Kommentar zum Pentekostarion)
Würzburg 1998, S. 119ff     (hier aus
* St.Andreas-Bote *)





ХИМН
НА


 


 

 


24. Juni

Geburt
des hl. Propheten, Vorlaeufers und Taeufers
JOHANNES



Die vormals Unfruchtbare
gebiert heute den Vorlaeufer Christi.

Dieser aber ist die Fuelle aller Weissagung:

Er wurde von den Propheten vorhergesagt,
er, der im Jordan durch Handauflegung bezeugte
die Erscheinung des Wortes Gottes,

er,
der Prophet,
Verkuender und
Vorlaeufer
ist.



Festtagsikone /Bulgarisch 17.Jhdt





 

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