Aktuelle Feste im Jahreskreis des Heils

Weihnachtliche Zeit

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W E I H N A C H T E N   bis   T H E O P H A N I E 

UEBERBLICK
zum Auswählen je nach dem Zeitpunkt des Aufrufens
 

11. - 19. Dezember 
(24.XII.-1.I.):

Weihnachtliche Vorzeit


24. Dezember (6.I.):zum Tag
Der Vortag des Festes

PARAMONIE vor dem Fest

Metropolit ANTHONY: 
"Heiland, all derer in Finsternis"


Die Symbolik der Weihnachtsikone

Hl. BASILIUS (315-379)
Papst LEO (395-461)
 

LNP/Moskau Sofrino-Festtagsikone

Christ is born   - glorify Him ! 
Christ descends from the heavens 
  

- welcome Him ! 

Christ is now on earth   – ascend !
25. Dezember (7.I.):zum Festtag zur Geburt Christi:
"Niemand hat eine vollständigere Liebe, als Gott selbst ..."
Patriarch BARTHOLOMAIOS (2000)

Weihnachtsbotschaft 2013 
des Ökumenischen Patriarchen 2013  B A R T H O L O M A I O S


Metropolitan Hilarion of Volokolamsk, 
chairman of the Moscow Patriarchate’s Department for External Church Relations, 
Christmas greetings to the Primates of the Local Orthodox Churches:


Predigt: "O Schöpfer des Alls ... O Kind ... Du erfüllst uns mit Staunen" (Papst Johannes Paul II.)

Predigt: "Unsere Welt braucht Hoffnung ... sie hat Hoffnung ... 
Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !" 
(Metropolit Augoustinos)


Predigt: "Mit Gaben verneigten sich die Weisen, vom Glauben erleuchtet" (Erzbischof Mark)

26. Dezember (8.I.):
Mitfest der AllheiligenGOTTESGEBÄRERIN

"Blüte der Unversehrtheit"- Prototyp der neuen Schöpfung -
 


Zum westlichen, weltlichen Jahreswechsel: 31.12. 2000 - 1.1. 2001

6. Januar (19.I.) - THEOPHANIE -


 


Vorbereitende Sonntage

Sonntag vom ZACHÄUS
Sonntag vom GESETZ
Sonntag von den TALENTEN



 

VORBEREITENDE SONNTAGE

 

Sonntag vom Zachäus

Apostel: 1 Tim 4: 9-15
Evangelium: Lk 19: 1-10


Heute hören wir die erste Ankündigung, empfangen die erste Einladung das Oster-Mysterium für uns heilbringend mitzuerleben:
Wenn unser Verlangen hinreichend tief und stark ist, wird Christus darauf antworten.
Deshalb müssen wir danach brennen den Gottessohn, den erneuerten perfekten Menschen des Paradieses erkennen zu lernen. Dazu muss der Durst und der Hunger nach dem Absoluten in uns steigen, und durch Ihn die wahrhaftige Erkenntnis in uns selbst.



Das brennende Verlangen
(zum Sonntag des Zachäus)

Lange vor dem eigentlichen Beginn der Fastenzeit kündigt die Kirche ihr Nahen an und lädt uns ein, in die Periode einer der Fastenzeit vorhergehenden Vorbereitung einzutreten. Es ist ein charakteristischer Zug der Orthodoxen liturgischen Tradition, dass jedes Hochfest oder jeder liturgische Zeitabschnitt - Ostern, Weihnachten, Fastenzeit etc. - angekündigt und im voraus »vorbereitet« wird. Warum? Weil die Kirche ein tiefes psychologisches Gespür für die menschliche Natur hat. Da sie unsere mangelnde Konzentrationsfähigkeit und den erschreckenden Hang zur »Weltlichkeit« unseres Lebens kennt, weiß sie um unsere Unfähigkeit zu einem raschen Wandel, zu einem unvermittelten Hinüberwechseln von einem geistlichen oder geistigen Zustand in einen anderen. Deshalb lenkt die Kirche bereits lange vor dem Beginn des der Fastenzeit eigenen Bemühens unsere Aufmerksamkeit auf die ernsthafte Bedeutung dieser Zeit und lädt uns ein, deren Sinn betrachtend zu bedenken. Vor dem praktischen Vollzug der Fastenzeit wird uns deren Bedeutung gegeben.

Diese Vorbereitung umfasst fünf aufeinander folgende Sonntage, die der Fastenzeit vorangehen, und von denen jeder - durch sein eigenes Evangelium - einem grundsätzlichen Gesichtspunkt der Reue gewidmet ist.

Der aller erste Hinweis auf die Fastenzeit erfolgt an dem Sonntag, an dem das Evangelium über Zachäus (Lk 19,1-10) gelesen wird. Es ist der Bericht über einen Menschen, der zu klein ist, um Jesus sehen zu können, der aber so sehr von dem Wunsch beseelt ist, ihn zu sehen, dass er auf einen Baum steigt. Wegen seines brennenden Verlangens wendet Christus sich ihm zu und kehrt bei ihm ein. So ist das Thema dieser ersten Ankündigung das brennende Verlangen. Der Mensch folgt seinem brennenden Verlangen. Man kann sogar sagen, dass der Mensch Verlangen ist, und diese grundlegende psychologische Wahrheit über die menschliche Natur wird durch das Evangelium bestätigt: »Da, wo dein Schatz ist, wird auch dein Herz sein« (Mt 6,21; Lk 12,34), sagt Christus. Ein heißes Verlangen überwindet die natürlichen Grenzen des Menschen; wenn er leidenschaftlich etwas wünscht, kann er Leistungen vollbringen, zu denen er »normalerweise« nicht fähig ist. Obwohl »klein« von Gestalt, wächst er über sich hinaus und übertrifft sich selbst. Die einzige Frage ist also, ob es die wahren Güter sind, die wir begehren, und ob die Stärke unseres Verlangens auf das wahre Ziel ausgerichtet ist oder ob, um die Formulierung des atheistischen Existentialisten Jean-Paul Sartre zu gebrauchen, der Mensch eine »unnütze Leidenschaft« ist.

Zachäus wünschte »eine gerechte Sache«, er wollte Christus sehen und näher an ihn herankommen. Es ist das erste Symbol des Sich-Bekehrens, denn das Sich-Bekehren beginnt mit der Wiederentdeckung der tiefgründigen Natur allen Verlangens: das Verlangen nach Gott und Seiner Gerechtigkeit, das Verlangen nach dem wahren Leben. Zachäus ist »klein«, - unscheinbar, ein Sünder, ein Mensch mit begrenzten Möglichkeiten - aber trotzdem wächst sein Verlangen über all dies hinaus. Er »erzwingt« die Aufmerksamkeit von Christus, er nimmt Christus mit zu sich nach Hause.

Das ist also die erste Ankündigung, die erste Einladung: wir müssen begehren, was das Tiefste und Wahrhaftigste in uns selbst ist, den Durst und den Hunger nach dem Absoluten in uns wiedererkennen, das, ob wir es nun kennen oder nicht, uns mit einer wahrlich »unnützen Leidenschaft« behaftet sein ließe, wenn wir uns von ihm abwenden und unsere Wünsche anderswohin lenken würden. Und wenn unser Verlangen hinreichend tief und stark ist, wird Christus darauf antworten.

Schmemann, Alexander, Die Große Fastenzeit, Askese und Liturgie in der Orthodoxen Kirche, Veröffentlichungen des Instituts für Orthodoxe Theologie, Bd. 2, München 1994, S. 15f.


 

Sonntag vom Gesetz

Apostel: 2 Tim 2: 1-10
Evangelium: Mt 22: 35-46


Einer unter den Schriftgelehrten versuchte IHN und fragte:
Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz ?
Jesus aber sprach zu ihm:

DU SOLLST LIEBEN GOTT, DEINEN HERRN,
VON GANZEM HERZEN, VON GANZER SEELE UND VON GANZEM GEMÜTE.
DIES IST DAS VORNEHMSTE UND GRÖSSTE GEBOT

DAS ANDERE ABER IST DEM   G L E I C H:

DU SOLLST DEINEN NÄCHSTEN LIEBEN WIE DICH SELBST.

IN DIESEN ZWEI GEBOTEN
HÄNGT DAS GANZE GESETZ UND DIE PROPHETEN.


ohne Kommentar !




 

Sonntag von den Talenten

Apostel: 2 Kor 6: 1-10
Evangelium: Mt 25: 14-30


Heute sollen wir in der Vorbereitung auf die Fastenzeit in den Worten des Gottessohnes mit aller Deutlichkeit erkennen:
Der Glaube der Christen ist wahre Freiheit aber keine Philosophie !
Wenn wir am vorigen Sonntag gehört haben, dass die Liebe das Höchste Gebot ist, dann genügt nicht zu nicken und "an etwas Höheres" zu glauben.
Die Befreiung unserer Talente durch die Erlösung muss ihre praktischen Auswirkungen in unserem Tun in unserem Leben finden !
Sonst werden wir nicht "eingehen" in die Freude unseres Herrn" sondern trotz unserer Erlösung dort sein, "wo Heulen und Zähneknirschen" ist !


Der Herr verteilte viele Talente unter seine Leute, dann liess er sie in aller Freiheit damit tun, was sie für richtig hielten.

Nach geraumer Zeit hatte einer 5 Talente verdoppelt.
DU BIST ÜBER WENIGES TREU GEWESEN,
DAFÜR WILL ICH DICH ÜBER VIELES SETZEN !
GEHE EIN IN DIE FREUDE DEINES HERRN !


Nach geraumer Zeit hatte ein anderer 2 Talente verdoppelt.
DU BIST ÜBER WENIGES TREU GEWESEN,
DAFÜR WILL ICH DICH ÜBER VIELES SETZEN !


Nach geraumer Zeit aber hatte der, der ein Talent erhalten hat, sich nicht auf die ENTWICKLUNG dieses Talentes konzentriert, sondern in kriecherischer Furcht alles vergraben um das Eigentum seines Herrn wieder zurückgeben zu können.
WIE ER IN UNERLÖSTER KRIECHEREI ANGENOMMEN HAT, SO GESCHIEHT IHM:
IHM WIRD NOCH GENOMMEN, WAS ER HAT !
ER WIRD DRAUSSEN IN DER FINSTERNIS SEIN,
WO HEULEN UND ZÄHNEKNISCHEN IST !






Vorbereitende Sonntage

Sonntag vom ZACHÄUS
Sonntag vom GESETZ
Sonntag von den TALENTEN



 

VORBEREITENDE SONNTAGE

 

Sonntag vom Zachäus

Apostel: 1 Tim 4: 9-15
Evangelium: Lk 19: 1-10


Heute hören wir die erste Ankündigung, empfangen die erste Einladung das Oster-Mysterium für uns heilbringend mitzuerleben:
Wenn unser Verlangen hinreichend tief und stark ist, wird Christus darauf antworten.
Deshalb müssen wir danach brennen den Gottessohn, den erneuerten perfekten Menschen des Paradieses erkennen zu lernen.
Dazu muss der Durst und der Hunger nach dem Absoluten in uns steigen, und durch Ihn die wahrhaftige Erkenntnis in uns selbst.

Das brennende Verlangen
(zum Sonntag des Zachäus)

Lange vor dem eigentlichen Beginn der Fastenzeit kündigt die Kirche ihr Nahen an und lädt uns ein, in die Periode einer der Fastenzeit vorhergehenden Vorbereitung einzutreten. Es ist ein charakteristischer Zug der Orthodoxen liturgischen Tradition, dass jedes Hochfest oder jeder liturgische Zeitabschnitt - Ostern, Weihnachten, Fastenzeit etc. - angekündigt und im voraus »vorbereitet« wird. Warum? Weil die Kirche ein tiefes psychologisches Gespür für die menschliche Natur hat. Da sie unsere mangelnde Konzentrationsfähigkeit und den erschreckenden Hang zur »Weltlichkeit« unseres Lebens kennt, weiß sie um unsere Unfähigkeit zu einem raschen Wandel, zu einem unvermittelten Hinüberwechseln von einem geistlichen oder geistigen Zustand in einen anderen. Deshalb lenkt die Kirche bereits lange vor dem Beginn des der Fastenzeit eigenen Bemühens unsere Aufmerksamkeit auf die ernsthafte Bedeutung dieser Zeit und lädt uns ein, deren Sinn betrachtend zu bedenken. Vor dem praktischen Vollzug der Fastenzeit wird uns deren Bedeutung gegeben.

Diese Vorbereitung umfasst fünf aufeinander folgende Sonntage, die der Fastenzeit vorangehen, und von denen jeder - durch sein eigenes Evangelium - einem grundsätzlichen Gesichtspunkt der Reue gewidmet ist.

Der aller erste Hinweis auf die Fastenzeit erfolgt an dem Sonntag, an dem das Evangelium über Zachäus (Lk 19,1-10) gelesen wird. Es ist der Bericht über einen Menschen, der zu klein ist, um Jesus sehen zu können, der aber so sehr von dem Wunsch beseelt ist, ihn zu sehen, dass er auf einen Baum steigt. Wegen seines brennenden Verlangens wendet Christus sich ihm zu und kehrt bei ihm ein. So ist das Thema dieser ersten Ankündigung das brennende Verlangen. Der Mensch folgt seinem brennenden Verlangen. Man kann sogar sagen, dass der Mensch Verlangen ist, und diese grundlegende psychologische Wahrheit über die menschliche Natur wird durch das Evangelium bestätigt: »Da, wo dein Schatz ist, wird auch dein Herz sein« (Mt 6,21; Lk 12,34), sagt Christus. Ein heißes Verlangen überwindet die natürlichen Grenzen des Menschen; wenn er leidenschaftlich etwas wünscht, kann er Leistungen vollbringen, zu denen er »normalerweise« nicht fähig ist. Obwohl »klein« von Gestalt, wächst er über sich hinaus und übertrifft sich selbst. Die einzige Frage ist also, ob es die wahren Güter sind, die wir begehren, und ob die Stärke unseres Verlangens auf das wahre Ziel ausgerichtet ist oder ob, um die Formulierung des atheistischen Existentialisten Jean-Paul Sartre zu gebrauchen, der Mensch eine »unnütze Leidenschaft« ist.

Zachäus wünschte »eine gerechte Sache«, er wollte Christus sehen und näher an ihn herankommen. Es ist das erste Symbol des Sich-Bekehrens, denn das Sich-Bekehren beginnt mit der Wiederentdeckung der tiefgründigen Natur allen Verlangens: das Verlangen nach Gott und Seiner Gerechtigkeit, das Verlangen nach dem wahren Leben. Zachäus ist »klein«, - unscheinbar, ein Sünder, ein Mensch mit begrenzten Möglichkeiten - aber trotzdem wächst sein Verlangen über all dies hinaus. Er »erzwingt« die Aufmerksamkeit von Christus, er nimmt Christus mit zu sich nach Hause.

Das ist also die erste Ankündigung, die erste Einladung: wir müssen begehren, was das Tiefste und Wahrhaftigste in uns selbst ist, den Durst und den Hunger nach dem Absoluten in uns wiedererkennen, das, ob wir es nun kennen oder nicht, uns mit einer wahrlich »unnützen Leidenschaft« behaftet sein ließe, wenn wir uns von ihm abwenden und unsere Wünsche anderswohin lenken würden. Und wenn unser Verlangen hinreichend tief und stark ist, wird Christus darauf antworten.

Schmemann, Alexander, Die Große Fastenzeit, Askese und Liturgie in der Orthodoxen Kirche, Veröffentlichungen des Instituts für Orthodoxe Theologie, Bd. 2, München 1994, S. 15f.


 

VOR - FASTENZEIT

"Der UMKEHR Türen öffne mir ..." 

~~~ Komponist: Artemij WEDEL /// Interpretation: F.TSCHALJAPIN mit Chor der Russischen Orthodoxen Kathedrale Paris 1932 ~~~
zur Link-Quelle: "http://www.musicarussica.com"
~~~vollständig:Chor der Christi-Verklärungskathedrale, Moskau /Regent Vladimir LVOV~~~
zur Link-Quelle: "http://en.liturgy.ru/zvuk/zvuk.php"

 

11. - 19. Dezember (24.12.-1.1.)

WEIHNACHTLICHE   VORZEIT
Gedaechtnis der Ahnen des Volkes Gottes,
der Heiligen und Gerechten des Alten Bundes, der Patriarchen und Propheten der Offenbarungen
die Christos vorausverkuendigt haben

 

Retten will die Welt,
Der alles schuf, der Weltenordner
Er kommt in die Welt aus eigenem Willen,
und da Er Gott unser Hirte ist,
kommt Er, uns aehnlich, unseretwegen als Mensch nach unserer Art,
Sein Ebenbild zur Aehnlichkeit aufrufend !

 

"Tor Gottes habe ich dich genannt, ein zugeschlossenes, durch welches allein Gott der Herr gegangen"
nach Ezechiel 44:2
"Ich stelle dich nach dem Traumbild als Leiter dar, von der Erde bis zum Himmelsgewoelbe Christi"
Jakob nach Gen 28:12
"Vlies habe ich dich, du Reine genannt, du Jungfrau. Die wunderbare Geburt aus dir zeigte das Vlies"
Gideon nach Ri 6:36 ff
"Geistiger Berg, von welchem sich abloeste der Stein, habe ich dich einst genannt, reine Jungfrau und Mutter"
Daniel nach Dan 2
"Ich habe einst goettliche Zange fuer die Weihrauchkohle (Gottes) dich genannt, Jungfrau, du Thron Christi"
Jesaja nach Jes 6:6
Lob im Akathist, russ.Ikone a.d. KIRIL-Kloster am Weissen See, 16.Jhdt.
"Ich habe dich vorhergesagt, Jungfrau, dass du einen strahlenden Stern, Gottes Wort, gebaeren wirst"
Bileam nach Num 24:17
"Ich habe dich Lade des Heiligtums, Jungfrau, genannt einst angesichts des Tempels Anmut"
David nach Ps 132:8

"Ich habe Dornbusch genannt dich, der Menschen Schutz und Schirm,
dein Geheimnis schauend im wunderbaren Dornbusch"
Moses nach Ex 3:2
"Ich habe dich als Stab, der aufbluehen liess den Schoepfer, die Bluete,
in Liedern vorherverkuendet, du Jungfrau"
Aaron nach Num 17:23
"Als Weg dich schaute ich, du Tochter Israel,
als neuen Weg des Lebens, aus den Irrwegen fuehrend, du Jungfrau"
Jeremias nach Jer 18:15, 21:8, 31:21 f.
"Seherische Gabe durch den Geist tragend, sah ich dich, du dichtbewaldeter und schattiger Berg"
Avvakum nach Hab 3:3

 

Bereite dich, Bethlehem,
denn für alle steht Eden offen.
Rüste dich, Ephrata,
denn der Lebensbaum entsprosst aus der Jungfrau in der Höhle.

Christus wird geboren,
um wiederaufzurichten das gefallene Ebenbild Gottes !


Im Gedenken an die Heiligen und Gerechten, die Väter und Mütter    aus dem Volk Gottes    des Alten Bundes


bereiten auch wir uns auf das Fest der Menschwerdung Gottes vor.



Wir gedenken der Patriarchen und Propheten, Adams des Urvaters, Henochs, Melchisedeks, Abrahams des Gottesfreundes, Isaaks der Frucht der Verheissung, Jakobs und seiner Söhne der 12 Patriarchen, ferner jener die unter dem Gesetz lebten: Moses, Aarons, Josuas, Samuels, Davids und der folgenden Könige, der Schriftpropheten, aber auch Bileams, Elias, Zacharias und seines Sohnes, Johannes des Täufers und schliesslich der allheiligen GOTTESGEBÄRERIN.


Sie alle sind Träger der Verheissung Christi, durch den auch sie gerettet wurden.

In ihnen   und durch sie   hat der alte Bund Anteil an der Erlösung durch Christos.

Durch ihren Glauben   sind sie Vorbilder auch der Gläubigen des neuen Bundes;

an ihnen hat sich   die Treue Gottes zu Seinem Volk erwiesen.

Die Väter und Mütter des Alten Bundes mögen auch uns Vorbilder im Glauben sein,

denn wir empfangen   alle Verheissungen unseres Heils   im Bewusstsein zu Gottes Volk zu gehören.

So wird deutlich,  für alle Verheissungen Gottes  beginnt mit dem Kommen Christi ihre tiefe Erfüllung.


 

 

24. Dezember (6.I.)

W E I H N A C H T E N

der VORABEND zum HOCHFEST der GEBURT unseres HERRN, GOTTES und ERLÖSERS
JESUS CHRISTOS 
im FLEISCHE 


Die Jungfrau gebiert heute Den, 
Der vor allem Sein war. 
Und die Erde bietet eine Höhle 
dem Unbegrenzten. 
Die Engel lobsingen 
mit den Hirten. 
Die fernen Weisen 
wandern dem Stern nach. 
Denn für uns ist geboren 
als kleines Kind 
der urewige Gott. 

LNP/Moskau-Sofrino Festtagsikone

Christliches BRAUCHTUM der orthodoxen Völker zum Fest:
Metropolit HILARION von Dorostol: zum Festmahl am "Abend der Ankunft" 

 

 

Erklärungen zum Tag vor dem Fest

PARAMONIE vor dem Fest

Hl. BASILIUS: "Predigt zur Geburt Christi"

Festpredigt von Metropolit ANTHONY: "Heiland all derer in Finsternis"

 

WEIHNACHTEN


feiern wir die Geburt Christi als das Mysterium der wahren Menschheit und der wahren Gottheit unseres Herrn und Erloesers.
Dieses Mysterium ist keine milde Verschleierung der Wirklichkeit sondern eine den menschlichen Verstand uebersteigende Realitaet, die den Glaeubigen zumutet, Oberflaechlichkeit und starrsinnige Selbstgerechtigkeit abzulegen und wie verwandelt einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die das Unfassbare feiern:

Gott wurde Mensch,
ohne sein Gottsein preiszugeben;
der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt;
der Allmächtige kam machtlos als Kind;
der Allerhoechste ist zu uns herabgekommen,
damit wir zu Ihm hinauf gelangen koennen.


Unsere erkrankte menschliche Natur, die sich von Gott immer wieder entfernt hat, ist auf diese Vereinigung von Gott und Mensch angewiesen, um wieder heil zu werden.(s.Joh 3:16)

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im 2.Jhdt. in Alexandria entstanden, wurde zunaechst als Epiphaniefest am 5. / 6. Jaenner gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Weisen, seiner Taufe und in Rom sogar mit seinem ersten oeffentlichen Wirken bei der Hochzeit zu Kana. 
Um die Mitte des 4.Jhdt. trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des "Sol invictus"(der unbesiegbaren Sonne), der im heidnischen roemischen Reich am 25. Dezember nach der Wintersonnenwende begangen wurde. Diese Symbolik wurde bewusst auf die christliche Symbolik fuer Christus als "Licht der Welt" uebertragen. 
Rund 50 Jahre spaeter ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von unserem Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden. 



 

Der Vortag des Festes

Auf den ersten Blick ist die Fülle des Inhalts der Gebete der "Königlichen Stunden" am 24. Dezember etwas verwirrend. Einerseits ist die Vigil der Geburt Christi der Höhepunkt der Hoffnung und der Erwartung des Advents. Andererseits nehmen die Gottesdienste dieses Tages das Weihnachtsfest selbst vorweg: wir bitten noch voll Inbrunst um die Ankunft Christi, da berichtet uns die Kirche schon aus den Evangelien über die Geburt. Dieses Verschmelzen zweier Elemente - der Buße in der Erwartung eines Ereignisses und die Verkündung des Ereignisses als schon stattgefunden - wird eher durch das Zusammenspiel liturgisch-historischer Faktoren erklärt als durch eine bewußte dogmatische oder pädagogische Absicht. Das gleiche gilt auch für den Karsamstag. Es ist aber schon wichtig zu wissen, wie wir diese doppelte Bedeutung des 24. Dezembers zu unserem besten Nutzen verwenden. Daß wir am Heiligen Abend die Perikopen über die Geburt Christi gehört und Dankeshymnen gesungen haben, entwertet nicht das freudige Gebet am 25. Dezember. Im Gegenteil, es vorbereitet und erleichtert dieses Gebet. Die Gottesdienste am Hl. Abend sind länger als die für das eigentliche Fest; während der Gottesdienste hören wir die biblischen Berichte von der Geburt, die detaillierter sind als die, welche wir am nächsten Tag hören.
So präsentiert uns die Kirche am 24. Dezember das ganze Panorama der Geburt; jedes Detail wurde erwähnt und untersucht; das ganze Bild wurde in unserem Geist aufgebaut.
Am Weihnachtstag selbst wiederholt die Kirche nicht alles, was schon gesagt wurde; sie nimmt an, daß wir es wissen und darüber nachgedacht haben. Die Kirche lenkt unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte. Sie gibt uns die Möglichkeit nicht nur zu lernen und uns geistig zu entwickeln, sondern die spirituelle Frucht der Worte des Lebens, die wir schon kennen, zu kosten und zu genießen. Der 24. Dezember spricht zu uns von den gleichen Dingen wie der 25. Dezember, aber der 24. ist eine Vorbereitung, eine Belehrung, ein Lobpreis zum Empfang des Ereignisses, der 25. ist die Fülle, die Frucht, der Lobpreis zur Krönung der vollendeten Tatsache. Am Morgen des 24. Dezembers werden die Stundengebete mit besonderer Feierlichkeit zelebriert. Jede der Stunden enthält neben den Psalmen und verschiedenen Hymnen eine Perikope aus dem Alten Testament und Lesungen aus einer Epistel und einem Evangelium. 

Zur Ersten Stunde (Prim) wird eine Stelle aus dem Propheten Micha (5,2-4) gelesen, die sich auf Bethlehem bezieht, die kleine Stadt unter den Tausenden in Juda, aus der aber der künftige Herrscher Israels kommen wird. Die Epistel (Hebr 1,1-12) besagt, daß Gott, der zu uns durch die Propheten gesprochen hat, nun endlich durch Seinen Sohn gesprochen hat, der "um so viel erhabener geworden als die Engel”. Das Evangelium (Mt 1,18-25) ist das gleiche wie am Sonntag vor Weihnachten und beschreibt die Bestürzung des Josef und wie er beruhigt wurde. 

Zur Terz wird eine Stelle des Propheten Baruch (3,36-4,4 gelesen) die über Gottes Weisheit verkündet: "Dann erschien sie auf der Erde und hielt sich unter den Menschen auf.” Die Epistel (Gal 3,23-29) verkündet: "So hat das Gesetz uns in Zucht gehalten bis zum Kommen Christi ... Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dieser Zucht. ... Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.” Das Evangelium (Lk 2,1-20) erzählt von der Geburt Jesu in Bethlehem und der Anbetung der Hirten. 

Zur Sext kündigt der Prophet Jesaja (7,10-16; 8,1-4,9-10) die Geburt Christi an: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben. Er wird Butter und Honig essen bis zu der Zeit, in der er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.” Die Epistel (Hebr 1,10-2,3) spricht wieder davon daß Jesus erhabener als die Engel ist und warnt uns: "wie sollen dann wir entrinnen, wenn wir uns um ein so erhabenes Heil nicht kümmern.” Das Evangelium (Mt 2,1-12) erzählt von der Reise und der Anbetung der Magier. 

Zur Non hören wir Jesaja (9,5-7): "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.” Die Epistel (Hebr 2,11-18) sagt uns den Grund für die Fleischwerdung: "Darum mußte er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.” Das Evangelium (Mt 2,13-23) erzählt die Abreise der Magier, die Flucht nach Ägypten und den Mord an den unschuldigen Kindern. 

Den ‚königlichen Stunden' folgt unmittelbar die Vesper. Da hören wir drei Lesungen aus dem Alten Testament: den Schöpfungsbericht (Gen 1,1-13) über jene Schöpfung, in die der fleischgewordene Gott gesandt wurde, um sie zu vollenden. Dann hören wir die Botschaft: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt....” (Jes 7,10-16;8,1-4,9-10). Wir haben diese beiden letzten Stellen bereits während der königlichen Stunden gehört. Nach der dritten Lesung aus dem Alten Testament geht die Vesper in die Göttliche Liturgie über: der Zelebrant betet eine kurze Ektenie und geht dann sofort über zu dem Gebet, das dem Kleinen Einzug folgt. Das Trisagion wird gesungen, Epistel und Evangelium der Göttlichen Liturgie werden gelesen. Die Epistel ist die gleiche wie die zur Prim und das Evangelium das gleiche wie zur Terz, wir haben sie bereits erwähnt. Dann wird die Liturgie ganz normal gefeiert. 
Die Lieder bei den Stunden, der Vesper und der Liturgie sind bereits Freudengesänge: "Kommt laßt uns jubeln dem Herrn, verkünden das heutige Mysterium. ... Licht vom Licht, Abglanz des Vaters, Du erfüllst mit Freude und erleuchtest alle Kreatur ... Wir verherrlichen Deine Geburt, o Christus...”
Trotzdem verliert die Vigil von Weihnachten nicht ihren Charakter der Buße. 
Das Fasten an diesem Tag sollte besonders strikt eingehalten werden. 
In Rußland gibt es den Brauch, daß bis zum Erscheinen des ersten Sterns am Nachthimmel gefastet wird. 
Das läßt uns an den Stern denken, der die Magier geführt hat und an Christus, der das wahre Licht ist. 
Dieser Tag sollte auch ein Tag des Fastens in unserer Seele sein: wir sollten uns aller schlechten oder nutzlosen Gedanken enthalten und in Stille und Gelassenheit den Retter erwarten, der zu uns kommt. 

Es wird dunkel.

Bald wird der erste Stern am Himmel leuchten und nach dem Kirchenkalender den Beginn des neuen Tages verkünden, des großen Festes der Geburt Christi. 

Möge mit dem Aufleuchten des Sterns das Licht unseres Herrn leuchten für uns, mit den Worten des Apostels Petrus (2Petr 1,19), "ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.”
A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace of the Lord, Crestwood, N.Y. 1980, p. 59f.; Übers. G. Wolf


 

 

nach dem Buch "Vermächtnis seit Jahrhunderten"
von
Metropolit HILARION von Dorostol 

Das Festmahl am 
"Abend der Ankunft" (Budni Wetscher) 
im orthodoxen Bulgarien

Am Abend des 24. Dezember feiert man den "Abend der Ankunft". Es ist der letzte Fastentag der Vorweihnachtlichen Fasten und Fastenspeisen werden auch vorbereitet. Aber dieser Abend schliesst die Fasten ab und so ziehen retrospektiv gleichsam alle Fastenspeisen noch einmal vorbei. Auf den Festtisch kommen reichlich gekochte Bohnen, eingelegte mit Reis gefuellte Tomaten und Paprika, gekochter Reis in Kraut- und Weinblaetter gewickelt, Nuesse und Kompott (oshav) aus getrocknetem Obst und allen Fruechten, die im Laufe des zu Ende gehenden Jahres gereift sind. Die Mitte des Tisches markiert ein frisch gebackenes rundes Brot (bogovica) in dem spaeter eine brennende Kerze an den angekommenen Christus -das Licht der Welt- erinnert. In diesem Brot ist gewöhnlich eine Münze eingebacken, die nach dem Brechen des Brotes ein Glueckskind in seinem Teil findet.
In manchen Gegenden legt man den Boden oder den Tisch mit Stroh aus, zum Gedenken an die Krippe von Bethlehem, wo das goettliche Kind geboren wurde.
Anderswo leitet man das feierliche Abendessen besonders passend ein: Kinder mit einer brennenden Kerze, einem Weihrauchgefaess, Wein und Brot ziehen zur Eingangstür um den Herrn willkommen zu heissen und um Segen fuer die Festtafel zu bitten indem sie dreimal sagen: "Komm, Herr und Gott, damit wir zu Abend essen !" Wenn sie zur Festtafel zurueckkommen, sprechen sie als Gruss: "Ein frohes Fest der Geburt Christi !". Alle an der Tafel stehen auf und empfangen sie mit der Antwort "Amen ! Willkommen ! Auf viele Jahre !". 
Beim Schein des Oellichtes vor der Ikone des Hauses und der Kerze auf dem Brot spricht der Hausherr, der aelteste oder der juengste Anwesende, wenn alles fertig ist, das Gebet des Herrn "Vater unser ..." und man singt das Weihnachtstroparion: "Deine Geburt Christus, unser Gott, liess erstrahlen der welt das Licht der Erkenntnis; denn in ihm wurden die Anbeter der Gestirne durch einen Stern belehrt, Dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit und Dich zu erkennen als den Aufgang aus der Hoehe. Herr, Ehre sei Dir !". Am Ende des Abendessens fuegt man dem Dankgebet noch das Kondakion des Festes hinzu: "Heute gebiert die Jungfrau Den, Der ueber allem Sein ist, und die Erde bietet dem Unbegrenzten eine Hoehle. Die Engel singen den Lobpreis mit den Hirten; die Weisen folgen dem Stern. Denn fuer uns ist geboren das kleine Kind, Gott von allem Anfang an."

Hier aus dem Pfarrblatt der Bulgarischen Orthodoxen Kirchengemeinde "Hl. IWAN RILSKI" in Wien, Österreich
Pfarrer: Bischofsvikar Iwan Petkin 
Übersetzung: Regierungsrat Prof. DDr. Johann Krammer und Kalojan Petkin



Heute wird aus der Jungfrau geboren Er, 
der in Seiner Hand die ganze Schöpfung hält !
Wie ein Sterblicher ist in Windeln gewickelt Er, 
der Seinem Wesen nach unbegreifbar unbegrenzt ist. 
In einer Krippe liegt Gott,
der zu Anbeginn die Himmel geschaffen. 
Von Muttermilch nährt sich der, 
welcher einst in der Wüste Seinem Volke Manna regnen liess. 
Die Weisen ruft herbei 
der Bräutigam der Kirche. 
Er nimmt Gaben entgegen 
der Sohn der Jungfrau. 
Wir beten an Deine Geburt, Christos ! 
Lass uns auch Deine heilige Theophanie schauen ! 

Festtagsikone

+++PARAMONIE vor dem Fest CHRISTI GEBURT:
Das Geburtsfest unseres Herrn und Erloesers Jesu Christi beginnt am Vortag, der ein besonderer Tag des Vorbereitungs-Fastens ist. Dieser Tag ist ausgefuellt durch das Koenigliche Stundengebet waehrend der Tagstunden und die PARAMONIE waehrend der Abendstunden, ein hymnisches Gedenken, das in alter Tradition ein gemeinschaftliches In-der-Kirche-bleiben der Glaeubigen bis zur Feier der morgendlichen Festliturgie bedeutet.
Wir laden nun ein, die reichen Texte dieser Paramonie mit uns zu beten:



+++

Einschreiben liess sich einst Maria in Bethlehem,
mit dem betagten Josef aus dem Geschlechte Davids.
In ihrem Leibe trug sie die jungfraeuliche Frucht.
Es kam die Zeit, da sie Gebaeren sollte,
und in der Herberge war kein Raum fuer sie da.
Da erschien die Hoehle der Koenigin wie ein hehrer Palast.
Christus wird geboren, 
um wieder aufzurichten
das einst gefallene Abbild Gottes.

Kommt, lasset uns jubeln dem Herrn
auslegen das heutige Mysterium.
Die Scheidewand ist niedergerissen,
das Flammenschwert wendet sich ab.
Die Cherubim weichen dem Holz des Lebens
und ich habe teil an des Paradieses Koestlichkeit,
von der mich der Ungehorsam frueher vertrieben.
Denn des Vaters gleiches Bild,
die Praegung Seiner Ewigkeit,
nimmt Knechtsgestalt an,
tritt hervor aus der Mutter,
die vom Manne nichts weiss,
und erleidet doch keine Veraenderung.
Denn Er blieb, was Er war:
der wahre Gott,
und nahm an, was Er nicht war:
Mensch geworden aus Menschenliebe.
Ihm rufen wir zu:
Aus der Jungfrau geborener Gott,
erbarme dich unser !

Als der Herr Jesus geboren wurde
aus der heiligen Jungfrau,
da wurde das All erleuchtet.
Da die Hirten wachten, 
die Weisen anbeteten
und die Engel lobsangen,
wurde Herodes erschreckt:
Denn
Gott erschien im Fleische,
der Retter unserer Seelen.

Dein Koenigreich, Christus Gott,
ist ein Koenigreich aller Aeonen,
und Deine Herrschaft 
waehrt von Geschlecht zu Geschlecht,
Fleisch geworden vom heiligen Geiste
und Mensch geworden aus der steten Jungfrau Maria
liessest Du uns Licht erstrahlen,
Christus Gott, in Deiner Ankunft;
Licht vom Licht, Abglanz des Vaters,
erfreuend die ganze Schoepfung.
Aller Odem lobet Dich,
die Praegung der Herrlichkeit des Vaters,
der Du bist und der Du warst
und aufleuchtest aus der Jungfrau als Gott;
erbarme Dich unser.

Was bringen wir Dir dar, Christus,
da Du fuer uns auf Erden als Mensch Dich zeigest ?
Denn jedes der von Dir gemachten Geschoepfe
bringt Dir die Danksagung dar:
die Engel den Hymnus,
die Himmel den Stern,
die Weisen die Gaben,
die Hirten ihr Staunen,
die Erde die Hoehle,
die Wueste die Krippe,
wir aber
die Jungfrau-Mutter,
Du Gott vor den Aeonen,
erbarme Dich unser.



LESUNG aus dem Buche GENESIS 
( Gen 1: 1 - 13 )

 


Am Anfang machte Gott den Himmel und die Erde. 
Die Erde aber war unsichtbar und ungestaltet 
und Finsternis war über der Tiefe und Gotteshauch wehte über dem Wasser.

Und Gott sprach: 
Es werde Licht. Und es wurde Licht. 
Und Gott sah, dass das Licht gut war, 
und Gott trennte zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis. 
Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. 
Und es wurde Abend, und es wurde Morgen,
ein Tag.

Und Gott sprach: 
Es werde ein fester Körper inmitten des Wassers, 
und er soll zwischen Wasser und Wasser trennen. 
Und so geschah es. 
Und Gott machte den festen Körper und Gott trennte zwischen dem Wasser, 
das über dem festen Körper war, 
und zwischen dem Wasser unterdem festen Körper. 

Und Gott nannte den festen Körper Himmel 
und Gott sah, dass es gut war. 
Und es wurde Abend und es wurde Morgen, 
zweiter Tag.


Und Gott sprach: 
Das Wasser unter dem Himmel sammle sich in einen einzigen Sammelraum und das trockene Land werde sichtbar. 
Und so geschah es, 
und das Wasser unter dem Himmel sammelte sich in seine Sammelräume und das trockene Land wurde sichtbar. 
Und Gott nannte das trockene Land Erde und die Ansammlungen der Wasser nannte er Meere und Gott sah, 
dass es gut war. 

Und Gott sprach: 
Die Erde lasse eine Weide von Grünpflanzen wachsen, Samen Säendes 
je nach Art und nach Ähnlichkeit, und fruchttragendes Holz, 
Frucht hervorbringendes, 
deren Same in ihr ist, je nach Art, auf der Erde. 
Und so geschah es. 
Und die Erde brachte eine Weide von Grünpflanzen hervor,

Samen Säendes je nach Art und nach Ähnlichkeit, und fruchttragendes Holz, 
Frucht hervorbringendes, deren Same in ihr ist, je nach Art, auf der Erde; 
und Gott sah, dass es gut war. 
Und es wurde Abend und es wurde Morgen, 
dritter Tag.


 

LESUNG aus dem Buche NUMERI 
( Num 24: 2 - 3, 5 - 9, 17 - 18 )


Und der Geist Gottes kam auf Balaam. 
Und nachdem er sein Gleichniswort aufgenommen hatte, 
sagte er: 
Es spricht Balaam, der Sohn des Beor,es spricht der Mensch, der wahrhaft sieht: 
Wie schön sind deine Häuser, Jakob, deine Zelte, Israel, 
wie Schatten spendende Täler, 
und wie Paradiesgärten an Flüssen, und wie Zelte, die der Herr aufgestellt hat, 
wie Zedern an den Wassern. 
Ein Mensch wird herauskommen aus seiner Nachkommenschaft und über viele Völker herrschen, und seine Herrschaft wird erhöht werden, und wird wachsen. 
Gott hat ihn aus Ägypten herausgeführt
 – eine Pracht wie die eines Einhorns ist ihm (gegeben); 
er wird die Völker seiner Feinde fressen 
und ihr Fett wird er aussaugen, 
und mit seinen Geschossen wird er die Feinde niederstrecken. 
Er ließ sich nieder und ruhte sich aus 
wie der Löwe und das Löwenjunge 
– wer wird ihn zum Aufstehen bringen? 
Die dich segnen sind Gesegnete, und die dich verfluchen, sind verflucht. 
Ein Stern wird aufgehen aus Jakob und ein Mensch wird aufstehen aus Israel; 
er wird die Oberhäupter aus Moab zerschmettern 
und alle Söhne Seths als Beute nehmen. 
Und Edom wird der Erbbesitz sein, 
und Esau, sein Feind wird der Erbbesitz sein und Israel handelte in Stärke.


LESUNG aus dem Propheten MICHA 
( Mich 4: 6 - 7, 5: 1-4 )
 

An jenen Tagen, spricht der Herr, 
werde ich sammeln die Zerschlagene und die Ausgestoßene werde ich aufnehmen und diejenigen, die ich verstoßen habe. 
Ich werde die Zerschlagene zum Rest machen 
und die Verstoßene zu einem starken Volk, 
und der Herr wird König sein über sie auf dem Berg Sion 
von jetzt bis in die Ewigkeit. 
Nun wird eingeschlossen werden die Tochter in eine Mauer. 
»Belagerung hat man uns auf erlegt.« 
Mit dem Stab werden sie die Stämme Israels auf die Backe schlagen. 
Und du Bethlehem, Haus von Ephratha, nicht die kleinste bist du, 
um unter den Tausenden Judas zu sein. 
Aus dir wird mir (einer) hervorgehen, um Herrscher in Israel zu sein. 
Seine Ursprünge sind vom Anfang her, aus Tagen der Vorzeit. 
Deshalb wird er sie preisgeben bis zur Zeit der Niederkunft für die Gebärende. 
Sie wird gebären 
und dann wird der Rest seiner Brüder zurückkehren zu den Söhnen Israels. 
Und es wird dastehen und schauen und weiden seine Herde in der Kraft der Herr. 



Verborgen wurdest Du in der Hoehle geboren,
aber der Himmel hat dich verkuendet, Erloeser,
sprechend durch den Stern.
Und die Weisen hat Er herangefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !


Seine Gruendungen sind auf den heiligen Bergen.
Der Herr liebt deine Tore, Sion,
mehr als alle Wohnstaetten Jakobs.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Herrliches sagt man ueber dich, du Stadt Gottes.
Ich zaehle Raab und Babylon unter meine Bekenner.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Siehe, da sind auch Tyros und das Volk der Aethiopier.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Sie sind dort geboren.
Aber Sion nennt jedermann Mutter.
In ihr sind alle geboren.
Und der Allerhoechste Selbst hat sie gegruendet.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Der Herr tat sich kund in der Schrift der Heiden
und jener Fuersten,
die in ihr geboren sind.

Verborgen 
wurdest Du in der Hoehle geboren,
aber der Himmel 
hat dich verkuendet, Erloeser,
sprechend durch den Stern.
Und die Weisen hat Er herangefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !



LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 11: 1 - 10 )

So spricht der Herr: 
Und hervorkommen wird ein Schössling aus der Wurzel Jessais, 
und eine Blume wird aus der Wurzel emporsteigen. 
Und auf ihn wird sich niederlassen der Geist Gottes, 
der Geist der Weisheit und der Einsicht, 
der Geist des Ratschlusses und der Macht, 
der Geist der Erkenntnis und der Frömmigkeit; 
erfüllen wird ihn der Geist der Furcht Gottes. 
Er wird nicht nach dem (äußeren) Glanz richten 
und nicht nach dem Gerede (anderer) zurechtweisen, 
sondern er wird in Gerechtigkeit für den Niedrigen Recht schaffen 
und in Rechtschaffenheit zurechtweisen die Niedrigen des Landes; 
und er wird schlagen das Land mit dem Wort seines Mundes 
und mit dem Hauch aus den Lippen die Gottlosen töten; 
und er wird mit Gerechtigkeit gegürtet sein um die Hüfte 
und mit Wahrheit umhüllt an seinen Seiten. 
Dann der Wolf gemeinsam weiden mit den Lämmern, 
und der Panther wird sich mit dem Böckchen niederlegen, 
und Kälbchen und Löwe und Stier werden zusammen weiden,

und ein kleines Kind wird sie führen; 
und Rind und Bär werden zusammen weiden, 
und ihre Jungen werden zusammen sein, 
und Löwe wie Rind werden Stroh fressen. 
Und ein Entwöhntes wird auf das Loch von Nattern 
und auf das Nest von Natternjungen die Hand legen. 
Und sie werden gewiss nichts Böses tun noch imstande sein, 
jemanden zu verderben, auf meinem heiligen Berg, 
weil die gesamte (Erde) erfüllt wurde vom Erkennen des Herrn 
wie viel Wasser, (das) die Meere zu bedecken (vermag). 

Und es wird (da) sein an jenem Tag die Wurzel von Jessai, der, der sich erhebt, über Völkerschaften zu herrschen, auf ihn werden Völkerschaften hoffen, 
und seine Ruhe wird Ehre sein.


LESUNG aus dem Propheten BARUCH 
( Baruch 3: 36 - 4: 4 )

Dieser ist unser Gott. kein anderer wird neben ihm anerkannt werden. 
Er hat den ganzen Weg des Wissens entdeckt und ihn Jakob, seinem Knecht, 
und Israel, seinem Liebling, gegeben. 
Danach erschien sie auf Erden und wandelte unter den Menschen. 
Sie ist das Buch der Satzungen Gottes und das Gesetz, 
das in Ewigkeit Bestand hat: alle, die an ihr fest halten, 
(gewinnen) das Leben, 
aber die sie im Stich lassen, werden sterben. 
Kehre um, Jakob, und ergreife sie, geh weiter zu der Helligkeit, 
die vor ihrem Licht herrscht! 
Gib keinem anderen deine Ehre, und deinen Vorzug keinem fremden Volk! 
Selig sind wir, Israel, 
denn was Gott gefällt, 
ist uns bekannt!


LESUNG aus dem Propheten DANIEL 
( Dan 2:27. 31 - 36, 44b - 45 )

Daniel aber erhob seine Stimme und sagte in Gegenwart des Königs: 
Was der König gesehen hat 
— Weise und Beschwörer und Zauberer und Gazarener haben nicht (die Fähigkeit zur) Offenlegung. 
Und du König hast gesehen, und siehe, ein einziges Standbild, 
und jenes Standbild war sehr groß, und sein Anblick war überwältigend; 
es stand dir gegenüber, und der Anblick des Standbildes war furchterregend. 
Und sein Haupt war von edlem Gold, 
die Brust und die Arme (waren) silbern, 
der Bauch und die Schenkel bronzen, 
die Beine aber eisern, die Füße teils aus Eisen, 
teils aus Ton. 
Und du hast (es) gesehen, 
bis ein Stein vom Berg ohne (Zutun von) Händen abgeschnitten wurde 
und das Standbild an den eisernen und tönernen Füßen traf 
und sie zerschmetterte. 
Darauf wurden mit einem Mal das Eisen und der Ton und die Bronze und das Silber und das Gold zu feinen (Stückchen), 
und sie wurden gleichsam Feineres als Spreu auf einem Dreschplatz, 
und der Wind wirbelte sie auf, so dass keines von ihnen zu ergreifen war, 
und der Stein, der das Standbild getroffen hatte, wurde zu einem großen Berg und traf die ganze Erde. 
Dies (war) die Vision; auch die Beurteilung aber werden wir in Gegenwart des Königs sagen: 
Du, König, bist der König der Könige, 
und dir hat der Herr des Himmels das Königtum und Stärke und Ehre und Ruhm gegeben. 
Macht, Gewalt und Ruhm verliehen hat. 
Der Gott des Himmels wird ein anderes Königreich erstehen lassen, 
das bis in Ewigkeit sein und nicht vernichtet werden wird, 
und dieses Königreich wird eine andere Nation keinesfalls (bestehen) lassen, sondern es wird diese Königreiche treffen und zum Verschwinden bringen 
und es selbst wird bis in Ewigkeit dastehen. 
Ganz so wie du gesehen hast, 
dass ein Stein vom Berg ohne (Zutun von) Händen abgeschnitten wurde, 
und er zerschmetterte den Ton und das Eisen und Bronze und Silber und Gold. 
Der große Gott hat dem König das erklärt, was in den letzten Tagen sein wird. Und genau ist die Vision und zuverlässig deren Beurteilung.

 


AUFGEGANGEN
BIST DU, CHRISTUS,
AUS EINER JUNGFRAU,
UND EIN STERN HAT DICH ANGEZEIGT,
DEN ALLUMFASSENDEN,
IN EINER HOEHLE.
"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"

 


1. Vers: 
 Der Herr ist König, 
 Er hat sich mit Wohlgestalt bekleidet, 
 bekleidet hat sich der Herr mit Macht und umgürtet. 
 

 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung; 
 mit ihnen preisen wir Dich hoch, 
 Lebenspender, 
 Ehre sei Dir! 
 
 
 2. Vers: 
 Er hat ja auch den Erdkreis befestigt, 
 welcher nicht wanken wird. 
 Bereitet ist Dein Thron von damals her. 
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung; 
 mit ihnen preisen wir Dich hoch, 
 Lebenspender, 
 Ehre sei Dir! 
 
 
 3. Vers: 
 Es erhoben die Flüsse, 
 Herr, es erhoben die Flüsse ihre Stimmen. 
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung; 
 mit ihnen preisen wir Dich hoch, 
 Lebenspender, 
 Ehre sei Dir!
 
 
  4. Vers: 
 Von den Stimmen vieler Wasser her 
 sind wunderbar die Wogen des Meeres, 
 wunderbar ist in den Höhen der Herr. 
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung; 
 mit ihnen preisen wir Dich hoch, 
 Lebenspender, 
 Ehre sei Dir! 
 
 
 5. Vers: 
 Deinem Haus gebührt Heiligung, Herr, 
 für die Länge der Tage.
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung; 
 mit ihnen preisen wir Dich hoch, 
 Lebenspender, 
 Ehre sei Dir! 
 
 Ehre ... jetzt
 
 Du strahltest auf, o Christus, aus der Jungfrau, 
 o geistige Sonne der Gerechtigkeit. 
 Und der Stern zeigte Dich, 
 den in der Höhle umfassten Unumfassbaren. 
 
 Er führte die Magier zu Deiner Anbetung; mit ihnen preisen wir Dich hoch, 
 Lebenspender, 
 Ehre sei Dir!










LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 9: 5 - 6 )


Denn ein Kind wurde uns geboren, 
 ein Sohn wurde uns sogar geschenkt, 
 auf dessen Schulter die Herrschaft (gelegt) wurde 
 und dessen Name lautet 
 »Bote großen Ratschlusses«, 
 erstaunlicher Ratgeber, 
 starker Gott, 
 Fürst des Friedens, 
 Vater der kommenden Welt; 
 denn ich werde Frieden bringen über die Herrscher, Frieden und Gesundheit für ihn. 
 
 Groß ist seine Herrschaft, 
 und seinem Frieden ist keine Grenze gesetzt 
 für den Thron Davids und für seine Königsherrschaft, auf dass er sie gut führe 
 und sich ihrer annehme in Gerechtigkeit 
 und im Rechtsentscheid von nun an und für alle Zeit; der Eifer des Herrn Sabaoth wird dies tun.




LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 7: 10 - 16,  8: 1 - 5,  8c - 10 )


Und der Herr fuhr fort, mit Achaz zu sprechen, 
und sagte: 
Erbitte dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, 
in der Tiefe oder in der Höhe! 
Und Achaz sagte: 
Ich will gewiss den Herrn nicht bitten 
und auch nicht versuchen! 
Und er sagte: 
Hört doch, (ihr vom) Haus Davids! 
Ist es etwa ein Kleines für euch, 
mit Menschen einen Kampf zu führen? 
Wie führt ihr dann einen Kampf mit dem Herrn? 
Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben; siehe, die Jungfrau wird schwanger sein 
und einen Sohn gebären, 
und sie werden ihm den Namen »Emmanuel« geben; Butter und Honig wird er essen; 
bevor er Böses erkennt 
oder sich (dafür) entscheidet, 
wird er das Gute erwählen; 
»denn bevor das Kind Gut oder Schlecht erkennt, 
sagt es dem Bösen ab, 
um das Gute zu erwählen. 
Und der Herr sagte zu mir: 
»Nimm dir ein neues großes Blatt 
und schreib darauf mit einem Menschen-Stift: 
>Rasch Beute machen am Raubgut; 
denn es ist nahe! < 
Und mache mir zuverlässige Menschen zu Zeugen, Urias und Sacharja, den Sohn von Barachias!« 
Und ich ging zur Prophetin, 
und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. 
Und der Herr sagte mir: 
»Gib ihm den Namen 
>Raube schnell, plündere rasch<; 
denn bevor das Kind lernt, 
Vater oder Mutter zu rufen, 
wird (man) das Vermögen von Damaskus 
und das Raubgut von Samarien in Besitz nehmen 
vor dem König der Assyrer.« 
Mit uns ist Gott! 
Erkennt (das), Völkerschaften, 
und gebt euch überwunden, 
hört (das) bis ans Ende des Erde, 
(auch wenn ihr) mächtig (seid,) 
gebt euch überwunden! 
Denn wenn ihr wieder mächtig werdet, 
werdet ihr erneut überwunden werden. 
Und welchen Ratschluss ihr auch fasst, 
der Herr wird (ihn) vereiteln, 
und welches Wort ihr auch sprecht, 
es wird für euch gewiss keinen Bestand haben, 
weil der Herr, Gott, mit uns ist
.




Der Herr sprach zu Mir:
Mein Sohn bist Du, Ich habe Dich heute gezeugt.

Heische von Mir,
so gebe Ich Dir die Voelker zum Erbe,
die Enden der Erde zum Eigentum.


APOSTEL: 

( Hebr  1: 1 - 12 )

Brüder viele Male und auf vielerlei Weise 
 hat Gott einst zu den Vätern gesprochen 
 durch die Propheten; 
 in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen 
 durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat; 
 er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit 
 und das Abbild seines Wesens; 
 er trägt das All durch sein machtvolles Wort, 
 hat die Reinigung von den Sünden bewirkt 
 und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; 
 er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, 
 wie der Name, den er geerbt hat, 
 ihren Namen überragt. 
 Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: 
 Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt, 
 und weiter: 
 Ich will für ihn Vater sein, 
 und er wird für mich Sohn sein? 
 
 Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: 
 Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen. 
 Und von den Engeln sagt er: 
 Er macht seine Engel zu Winden 
 und seine Diener zu Feuerflammen; 
 von dem Sohn aber: 
 Dein Thron, o Gott, steht für immer und ewig, 
 und: 
 Das Zepter seiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter. Du liebst das Recht und hasst das Unrecht, 
 darum, o Gott, 
 hat dein Gott dich gesalbt mit dem Öl der Freude 
 wie keinen deiner Gefährten. 
 Und: 
 Du, Herr, hast vorzeiten der Erde Grund gelegt, 
 die Himmel sind das Werk deiner Hände. 
 Sie werden vergehen, du aber bleibst; 
 sie alle veralten wie ein Gewand; 
 du rollst sie zusammen wie einen Mantel, 
 und wie ein Gewand werden sie gewechselt. 
 Du aber bleibst, der du bist, 
 und deine Jahre enden nie. 
 
 Zu welchem Engel hat er jemals gesagt: 
 Setze dich mir zur Rechten, 
 und ich lege dir 
 deine Feinde als Schemel unter die Füße? 
 
 Sind sie nicht alle nur dienende Geister, 
 ausgesandt, um denen zu helfen, 
 die das Heil erben sollen? 
 
 Darum müssen wir um so aufmerksamer 
 auf das achten, was wir gehört haben, 
 damit wir nicht vom Weg abkommen. 
 
 Denn wenn schon das durch Engel 
 verkündete Wort rechtskräftig war 
 und jede Übertretung 
 und jeder Ungehorsam 
 die gerechte Vergeltung fand, 
 wie sollen dann wir entrinnen, 

 wenn wir uns um ein so erhabenes Heil nicht kümmern, das zuerst durch den Herrn verkündet 
 und uns von den Ohrenzeugen bestätigt wurde?
.




Alleluja, Alleluja, Alleluja !




(8.Ton) (Ps 109, 1 - 3)

Es sprach der Herr zu meinem Herrn:
Setze dich zu meiner Rechten,
bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache. 

Vers:

Den Stab deiner Macht
wird der Herr von Sion dir aussenden.
Aus dem Leibe habe ich dich hervorgebracht
noch vor dem Morgenstern.




EVANGELIUM:
( Lk 2: 1 - 21 )
( Die Geburt des Herrn )


In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, 
 alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; 
 damals war Quirinius Statthalter von Syrien. 
 
 Da ging jeder in seine Stadt, 
 um sich eintragen zu lassen. 
 
 So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, 
 die Betlehem heißt; 
 denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. 
 
 Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, 
 seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. 
 
 Als sie dort waren, 
 kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, 
 und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. 
 
 Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in
 eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. 
 
 In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld 
 und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. 
 
 Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, 
 und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. 
 Sie fürchteten sich sehr, 
 
der Engel aber sagte zu ihnen: 
 Fürchtet euch nicht, 
 denn ich verkünde euch eine große Freude, 
 die dem ganzen Volk zuteil werden soll: 
 
 Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; 
Er ist der Messias, 
 der Herr. 
 
Und das soll euch als Zeichen dienen: 
 Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, 
 in einer Krippe liegt. 
 
 Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: 
 
 Herrlichkeit Gott in der Höhe, 
 auf Erden Friede 
 den Menschen seine Gnade. 
 
 Als die Engel sie verlassen hatten 
 und in den Himmel zurückgekehrt waren, 
 sagten die Hirten zueinander: 
 
 Kommt, wir gehen nach Betlehem, 
 um das Ereignis zu sehen, 
 das uns der Herr verkünden ließ. 
 
 So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. 
 Als sie es sahen, erzählten sie, 
 was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. 
 

Und alle, die es hörten, 
 staunten über die Worte der Hirten. 
 
 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, 
 in ihrem Herzen und dachte darüber nach. 
 
 Die Hirten kehrten zurück, 
 rühmten Gott und priesen ihn für das, 
 was sie gehört und gesehen hatten; 
 denn alles war so gewesen, 
 wie es ihnen gesagt worden war.

 

Ehre Dir, o Herr, Ehre Dir !




+++

Heute

wird aus der Jungfrau geboren
Er,
der in Seiner Hand die ganze Schoepfung haelt !

Wie ein Sterblicher ist von Windeln umhuellt
Er,
der Seinem Wesen nach allumfassend ist.

In einer Krippe liegt Gott,
der zu Anbeginn die Himmel gruendete.

Von Muttermilch naehrt sich
Er, der einst in der Wueste
Seinem Volk Manna regnen liess.

Die Weisen ruft herbei
der Braeutigam der Kirche.
Er nimmt ihre Gaben entgegen,
der Sohn der Jungfrau.

+++

Im Schoße der Jungfrau,
Gebietender,
hast Du
unsere kranke Natur geheilt,
indem Du sie
mit Deiner Gottheit
geeint hast,
dem einzig wirksamen
Mittel zum Heil,
Du,
Wort des Vaters !

+++


Festtagsikone

HEILAND all derer in FINSTERNIS

Weihnachtspredigt von Metropolit Anthony (Bloom)

Vor rund 2000 Jahren kam in einer Nacht wie dieser die göttliche Liebe in der Gestalt eines neugeborenen Kindes in die Welt, das bei all seiner Zerbrechlichkeit und Schutzlosigkeit wahrhaftig ein Bild der Liebe ist, die sich selbst hingibt, verwundbar ist und alles hofft....

Einer unserer geistlichen Väter und Seelsorger, Vater Sophronios, schreibt: 
Aus Gottes Offenbarung wissen wir, Gott ist Liebe, Gott ist Licht, in Ihm ist keine Finsternis. Wie schwer fällt es dem Menschen, hier zuzustimmen... Es ist schwer, weil unser persönliches Leben wie auch das unserer Umwelt eher das Gegenteil wahrscheinlich macht ... 
In der Tat, wo ist dieses Licht väterlicher Liebe, wenn wir im Blick auf das Ende unseres Lebens mit Hiob bitteren Herzens sagen müssen: "All meine guten Vorhaben sind dahin. Alles, woran mein Herz hing, ist zunichte, meine Tage sind vorüber, und das Totenreich wird mein Zuhause. Worauf soll ich meine Hoffnung setzen? Alles, was mein Herz von Jugend auf insgeheim, aber mit Inbrunst begehrte - wer wird es sehen? Die Seele verlangt nach Gott und will Ihn fragen: "Weshalb hast Du mir das Leben gegeben? Ich bin der Leiden müde, denn um mich herum ist Finsternis. Warum verbirgst Du Dich vor mir? Ich weiß, daß Du gut bist, weshalb aber ist Dir mein Leid so gleichgültig? Ich kann dich nicht begreifen ...”
Erhebt sich nicht überall auf unserer Erde dieser Ruf angesichts der Kälte und Schrecken, unter Kummer und Schmerz? Und welche Antwort wird bei Gott dieser Resignation zuteil? Ein Beispiel dafür, was und wie der Herr redet, entnehmen wir einem Buch von Vater Sophronios über den Starzen Siluan: 
Es lebte auf Erden ein Mann von ungewöhnlicher, ja gigantischer Geisteskraft. Lange betete er, ohne seine Tränen zurückhalten zu können: Erbarme Dich meiner! Gott aber hörte ihn nicht. Über diesem Gebet gingen viele Monate dahin, die Kräfte seiner Seele schwanden, verzweifelt rief er aus: Du bist unerbittlich! Und während etwas bei diesen Worten in seiner müden Seele zerriß, erblickte er für einen Augenblick plötzlich den lebendigen Christus. Feuer erfaßte sein Herz, und seinen Körper durchflutete eine solche Kraft, daß er, hätte die Vision auch nur eine kurze Spanne angehalten, gestorben wäre. Nie mehr hat er später diesen unaussprechlich sanften, grenzenlos liebenden und frohmachenden Blick Christi vergessen können, voll jenes Friedens, den die Welt nicht kennt. Noch viele Lebensjahre standen ihm bevor, ohne daß er müde geworden wäre zu bekennen, daß Gott Liebe ist, grenzenlose, unbegreifliche Liebe.

Diese Liebe ist nicht ein Gefühl oder eine gute Beziehung Gottes zu uns. 
Nein, es ist Gott Selbst, Der in der Gestalt des neugeborenen Christus in die Welt eintritt, die Er aus Liebe geschaffen hat. 
Er wollte mit ihr das jubelnde, triumphierende Leben teilen, das Liebe heißt und sich in eine solche Spannung begibt. Sie verströmt sich in einer solchen Fülle, daß sie bereits jede Begrenzung oder Minderung hinter sich gelassen hat. In ihrer Hingabe vergißt sie alles, außer den Geliebten. Sie schenkt sich in Schutzlosigkeit und Zerbrechlichkeit wie der in Bethlehem geborene Knabe. 
Deshalb mahnt uns der Herr: Gebt darauf Eure Antwort!

Aber wie sollen wir darauf reagieren? 
In dem Bericht des Evangeliums wird erzählt, daß Weise aus dem Osten mit ihren Gaben kamen. Wohin aber sollen wir gehen und von wo aus? Sie kamen aus weiter Ferne, aus einer Gegend, wo Christus nicht war. Wir können jetzt Christus, dem Allgegenwärtigen, Auferstandenen und alles Überwindenden aus der Nacht und Finsternis unseres eigenen Lebens folgen. Wieviele unter uns sitzen in der Finsternis. Und aus dieser Finsternis wollen wir zum Licht aufsteigen. Licht aber ist die Liebe.

Aus dem Dunkel der Bosheit wollen wir zur Liebe emporsteigen! 
Weg von der Sünde wollen wir zur Liebe gehen, die immer wieder verzeiht und heilt! 
Aus der Kälte des Alltags wollen wir zur Liebe eilen, die die Seele wärmen und alles um uns verwandeln kann! 
Aus dem grauen Alltag wollen wir zur Liebe aufbrechen, weil überall dort wo die Liebe ist, Licht und Freude einkehren, dort wird nicht mehr groß und klein unterschieden, sondern alles ist wichtig, weil alles zu einem Zeichen der Liebe werden kann. 
(Indem er in unserem Fleisch in die Welt kommt...) ermuntert uns der Herr zum Selbstvertrauen.

Wir denken an die Gaben der Weisen. 
Sie brachten zunächst Gold. In dunklen Gründen verschlossen lag sein funkelnder Glanz, seine klangvolle Melodik und von keinem Rost bedrohte Reinheit. In einem jeden von uns verborgen liegt dieser Glanz und drängt zum Licht, die von keinem Rost bedrohte Lauterkeit der Seele, die zu Großem befähigt. Sie vermag ihr erst die Freiheit zu geben und Liebe ohne Furcht zu wecken. Zur Liebe aus der Vollkraft der mächtigen Seele! Das Gold, von dem hier die Rede ist, ist die verklärte Erde. Laßt uns die dunklen Abgründe unseres Seins enthüllen, in denen sich der Schein des Lichtes verbirgt und zum Licht emporsteigt. 
Auch Weihrauch brachten die Weisen, der erhebt und mit Wohlgeruch erfüllt. Wir wollen unsere Liebe bringen, die nicht nur wie ein Licht in makelloser Reinheit glänzt, sondern sich wie ein Wohlgeruch mit Zärtlichkeit, Zuwendung und Wärme über die ganze Erde ergießt. 
Und Myrrhe brachten die Weisen, als ob sie zu einem Toten zögen, denn Christus, der unsterbliche Gott, wurde nicht geboren, um wie wir zu leben, sondern Er kam ins Fleisch, um mit uns zu sterben. Er wollte unser sterbliches Leben leben, damit wir eingehen könnten in Seine unsterbliche, herrliche und festliche Ewigkeit. "Wer Mir nachfolgen will, der sehe nicht auf sich, nehme sich nicht so wichtig, sondern denke vielmehr daran, daß Tausende ringsum der Liebe bedürfen. Keiner hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt.” Darunter ist nicht unbedingt der physische Tod zu verstehen, sondern es will besagen, daß wir in jedem Augenblick des Lebens da sein sollen für die Liebe, die schöpferische und erkennende, kluge und kühne Liebe, für eine Liebe, die sich verschenkt, das Eigene nicht sucht, sich selbst nicht schützt und sich nicht verschließt.

Weil die Kraft Gottes in der Schwachheit mächtig ist, brauchen wir uns nicht vor der Liebe zu fürchten.

Darum wollen wir uns bis ans Ende unserer Tage einbringen, so daß die Nachricht von dem heute geborenen Christus nicht nur in unserem Leben, sondern auch in dem von Millionen Menschen eine Realität, Licht und Wärme, Freude und eine lebenerneuernde Kraft wird. 
Amin.

Aus: Stimme der Orthodoxie, Januar 1991, Hsgb. und Chefredaktion Erzpriester Vladimir Ivanov, Verlag Berliner Diözese der russisch-orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat)
den Abdruck hier übernommen aus: "St.Andreas Bote" 

 

 

CHRISTI GEBURT
Tag der zweiten Geburt der Menschheit

Predigt Unseres Hl. Vater BASILIUS des Grossen (315-379)

Christi Geburt, Seine Ihm eigene, erste und einzigartige Geburt aus der Gottheit, werde mit Schweigen verehrt !
Selbst unserem Denken wollen wir gebieten, sie nicht zu erörtern und neugierig zu erforschen. Denn wo der Ewige in die Zeit kommt und weder die Begriffe Zeit noch Ewigkeit etwas vermitteln ... wie soll da der Verstand sich eine Vorstellung machen ? ... 

Gott auf Erden !
Gott unter Menschen ! 
Nicht im Feuer und unter Posaunenschall, nicht auf rauchendem Berg oder in Dunkelheit, nicht im Sturmwind, der die Herzen der Hörer in Schrecken versetzt, verkündet Er Gebote; Nein im Leib spricht Er sanft und gütig mit denen, die Ihm verwandt sind. Gott im Fleisch; nicht aus weiter Entfernung wie bei den Propheten wirkt Er, sondern Er hat Menschheit angenommen, eine mit dem Ewigen verbundene und eins gewordene Menschheit. ...

Menschheit, o Menschheit: 
Als Gott in der Höhe weilte, hast du nicht nach Ihm gefragt; 
da Er aber zu dir herabgestiegen ist und mit dir spricht, nimmst du Ihn nicht in dich auf.
Du fragst vielmehr nach dem Grund, warum du mit Gott verwandt werden solltest.
Höre also, dass Gott deshalb im Fleische ist, weil dieses verlorene Fleisch geheiligt werden soll, was der Schwachheit ausgeliefert aus dem Paradies verstossen war soll gestärkt und in den Himmel emporgeführt werden. Und welches war die Stätte dieses Werkes zu unserem Heil ? Der menschliche Leib der heiligen Jungfrau. ... Die Urkräfte dieser einzigartigen Geburt ? Der Heilige Geist und die überschattende Macht des Schöpfers ...

So wollen denn auch wir diese grosse Freude in unsere Herzen aufnehmen ! 
Diese Freude verkünden ja die Engel den Hirten (Lk 2,10).
Mit den Magiern wollen wir anbeten, 
mit den Hirten lobpreisen, mit den Engeln frohlocken !
"Denn heute ist uns der Heiland geboren worden, welcher ist Christus der Herr"(Lk 2:11)

Das Fest ist der ganzen Schöpfung gemeinsam: es schenkt der Welt überweltliche Gaben ... Engelchöre singen: "Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden; unter den Menschen wohlgefallen" (Lk 2:14)
Sterne am freien Himmel richten ihren Weg nach Ihm aus, 
Magier kommen von weit her aus dem Land der Heiden, 
die Erde nimmt Ihn auf in einer Höhle: 
Keiner bleibe unbeteiligt, keiner ohne Dank. Lassen auch wir ein Wort des Jubels erschallen !... 
Feiern wollen wir das Errettungsfest der Welt, den zweiten Geburtstag der der Menschheit !


nach: Hl. Basileios der Grosse: Predigt zur Geburt Christi
1-3.6 PG 31, 1457C-1473A 
in: Lothar Heiser: "Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe"
hier Ausschnitte aus: "St.Andreas Bote" 

 

25. Dezember (7.I.)

W E I H N A C H T E N

HOCHFEST der GEBURT unseres HERRN, GOTTES und ERLÖSERS JESUS CHRISTOS IM FLEISCHE 


Ehre sei Gott in der Höhe !   Frieden auf Erden ! 
Unter den Menschen Wohlgefallen !

Deine Geburt, Christos unser Gott, 
liess erstrahlen der Welt 
das Licht der Erkenntnis; 
denn durch sie wurden 
Anbeter der Gestirne 
von einem Stern belehrt, 
Dich als die Sonne der Gerechtigkeit anzubeten 
und Dich zu erkennen 
als den Ankommenden aus der Höhe. 
Herr, Ehre Dir ! 

Festtagsikone


 

"Es hat niemals jemand existiert oder wird jemals existieren, 
der eine vollständigere Liebe hätte als Gott selbst. 
Deshalb war die Menschwerdung Gottes selbst 
der einzige Weg, 
diese Liebe dem Menschen noch einmal zu schenken ... 

Als nämlich der erstgeschaffene Mensch, 
obwohl er noch im Paradies der Liebe war, 
seine Liebe zu Gott durch seinen Ungehorsam in sich tötete, 
vermochte er doch nicht auch die Liebe Gottes zu töten 
die ihm in der Person des Gottessohnes Jesus Christos wiedergegeben wird. 
Der Sohn Gottes, 
als Er ganz Mensch wurde, blieb Er doch auch ganz in der göttlichen Liebe, 
die das einzigartige Motiv für seine Menschwerdung war ... "


(S.Allhl.Patriarch BARTHOLOMAIOS am 30.10.2000 in der Universität Tartu, Estland) 

in der Freude über dieses Geschenk der Liebe wünschen auch wir:

Eine Festzeit der Freude ! 
Eine Festzeit der Hoffnung ! 
Eine Festzeit der Geistlichen Erneuerung ! 



Festpredigt von Papst LEO (395-461)


Die Symbolik der Weihnachtsikone

 

Predigt: "O Schöpfer des Alls ... O Kind ... Du erfüllst uns mit Staunen" 
(Papst Johannes Paul II.)


Predigt: "Unsere Welt braucht Hoffnung ... sie hat Hoffnung ... Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !" 
(Metropolit Augoustinos)


Predigt: "Mit Gaben verneigten sich die Weisen, vom Glauben erleuchtet" 
(Erzbischof Mark)

 

Hl. EPHRAIM der Syrer: 
Hymnen über die Geburt Jesu Christi:

An diesem Tag hat den Glanz gegen Schmach vertauscht unser Herr, als Demütiger, 
weil Adam vertauscht hatte die Wahrheit gegen das Unrecht, als Verkehrter. 
Es hatte Mitleid mit ihm der Gütige. 
Seine Rechtschaffenheit siegte über die Verkehrtheit.

Gelobt sei der Weise, der verbrüdert, verbunden hat die Gottheit mit der Menschheit !
Die eine aus der Höhe, die andre aus der Tiefe:
Beide Naturen hat Er vereint wie Farben, 
und es entstand ein Bild: der Gott-Mensch. 

aus: Edel, R.F. (Hrsgb.): "Das Leben aus dem Geist" III. Orthodoxe Zeugnisse über das geistliche Leben, Marburg an der Lahn 1980, S23
hier aus "St.Andreas Bote" 


WEIHNACHTEN

feiern wir die Geburt Christi als das Mysterium der wahren Menschheit und der wahren Gottheit unseres Herrn und Erloesers.
Dieses Mysterium ist keine milde Verschleierung der Wirklichkeit sondern eine den menschlichen Verstand uebersteigende Realitaet, die den Glaeubigen zumutet, Oberflaechlichkeit und starrsinnige Selbstgerechtigkeit abzulegen und wie verwandelt einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die das Unfaszbare feiern:

Gott wurde Mensch,
ohne sein Gottsein preiszugeben;
der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt;
der Allmächtige kam machtlos als Kind;
der Allerhoechste ist zu uns herabgekommen,
damit wir zu Ihm hinauf gelangen koennen.


Unsere erkrankte menschliche Natur, die sich von Gott immer wieder entfernt hat, ist auf diese Vereinigung von Gott und Mensch angewiesen, um wieder heil zu werden.(siehe Joh 3:16)

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im 2.Jhdt. in Alexandria entstanden, wurde zunaechst als Epiphaniefest am 5. / 6. Jaenner gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Weisen, seiner Taufe und in Rom sogar mit seinem ersten oeffentlichen Wirken bei der Hochzeit zu Kana. 
Um die Mitte des 4.Jhdt. trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des "Sol invictus"(der unbesiegbaren Sonne), der im heidnischen roemischen Reich am 25. Dezember nach der Wintersonnenwende begangen wurde. Diese Symbolik wurde bewusst auf die christliche Symbolik fuer Christus als "Licht der Welt" uebertragen. 
Rund 50 Jahre spaeter ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von unserem Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden. Die Predigt dieser ersten Feier des Festes ist uns noch erhalten.



 

CHRISTI GEBURT
Tag der zweiten Geburt der Menschheit

Predigt Unseres Hl. Vater BASILIUS des Grossen (315-379)

Christi Geburt, Seine Ihm eigene, erste und einzigartige Geburt aus der Gottheit, werde mit Schweigen verehrt !
Selbst unserem Denken wollen wir gebieten, sie nicht zu erörtern und neugierig zu erforschen. Denn wo der Ewige in die Zeit kommt und weder die Begriffe Zeit noch Ewigkeit etwas vermitteln ... wie soll da der Verstand sich eine Vorstellung machen ? ... 

Gott auf Erden !
Gott unter Menschen ! 
Nicht im Feuer und unter Posaunenschall, nicht auf rauchendem Berg oder in Dunkelheit, nicht im Sturmwind, der die Herzen der Hörer in Schrecken versetzt, verkündet Er Gebote; Nein im Leib spricht Er sanft und gütig mit denen, die Ihm verwandt sind. Gott im Fleisch; nicht aus weiter Entfernung wie bei den Propheten wirkt Er, sondern Er hat Menschheit angenommen, eine mit dem Ewigen verbundene und eins gewordene Menschheit. ...

Menschheit, o Menschheit: 
Als Gott in der Höhe weilte, hast du nicht nach Ihm gefragt; 
da Er aber zu dir herabgestiegen ist und mit dir spricht, nimmst du Ihn nicht in dich auf.
Du fragst vielmehr nach dem Grund, warum du mit Gott verwandt werden solltest.
Höre also, dass Gott deshalb im Fleische ist, weil dieses verlorene Fleisch geheiligt werden soll, was der Schwachheit ausgeliefert aus dem Paradies verstossen war soll gestärkt und in den Himmel emporgeführt werden. Und welches war die Stätte dieses Werkes zu unserem Heil ? Der menschliche Leib der heiligen Jungfrau. ... Die Urkräfte dieser einzigartigen Geburt ? Der Heilige Geist und die überschattende Macht des Schöpfers ...

So wollen denn auch wir diese grosse Freude in unsere Herzen aufnehmen ! 
Diese Freude verkünden ja die Engel den Hirten (Lk 2,10).
Mit den Magiern wollen wir anbeten, 
mit den Hirten lobpreisen, mit den Engeln frohlocken !
"Denn heute ist uns der Heiland geboren worden, welcher ist Christus der Herr"(Lk 2:11)

Das Fest ist der ganzen Schöpfung gemeinsam: es schenkt der Welt überweltliche Gaben ... Engelchöre singen: "Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden; unter den Menschen wohlgefallen" (Lk 2:14)
Sterne am freien Himmel richten ihren Weg nach Ihm aus, 
Magier kommen von weit her aus dem Land der Heiden, 
die Erde nimmt Ihn auf in einer Höhle: 
Keiner bleibe unbeteiligt, keiner ohne Dank. Lassen auch wir ein Wort des Jubels erschallen !... 
Feiern wollen wir das Errettungsfest der Welt, den zweiten Geburtstag der der Menschheit !


nach: Hl. Basileios der Grosse: Predigt zur Geburt Christi
1-3.6 PG 31, 1457C-1473A 
in: Lothar Heiser: "Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe"
hier Ausschnitte aus: "St.Andreas Bote" 

 


ROM: Sta. MARIA MAGGIORE (431-1296) Konzil von Ephesos - Jacopo Torriti

 

 

"Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; 
Er ist der Messias, der Herr." 
Lk2:11

Weihnachtspredigt von Papst LEO d. Gr. (395 - 461)


Laßt uns frohlocken, denn heute ist uns der Heiland geboren! 
Darf doch dort keine Trauer aufkommen, wo das Leben selbst zur Welt kommt, das die Furcht vor dem Tode nimmt und uns durch die Verheißung ewigen Lebens mit Freude erfüllt. Niemand wird von der Teilnahme ausgeschlossen, alle haben den gleichen Grund, in festlicher Stimmung zu sein; denn da unser Herr, Der die Sünde und den Tod vernichtet, niemand findet, der ohne Schuld ist, so kommt Er, um alle zu befreien. 
Es jauchze der Gerechte, weil er sich der Siegespalme naht; 
es frohlocke der Sünder, denn ihm winkt Verzeihung.
Denn nachdem sich die Zeit erfüllte (Eph 1,10), welche die unerforschliche Tiefe göttlichen Ratschlusses dazu bestimmte, nahm der Sohn Gottes die Natur des Menschengeschlechtes an, das wieder mit seinem Schöpfer versöhnt werden sollte, damit der Teufel, der den Tod in die Welt gebracht, gerade durch die menschliche Natur, die er bezwungen hatte, wieder bezwungen würde. In diesem Kampfe wurde der Streit nach dem erhabenen Grundsatz der Gleichheit geführt: Der allmächtige Herr mißt sich mit dem Feinde nicht in seiner Majestät, sondern in unserer Niedrigkeit. Er stellt ihm den gleichen Leib entgegen und die gleiche Natur, die zwar wie die unsere sterblich, aber frei von jeder Sünde ist.
Gilt doch von Seiner Geburt nicht, was man sonst von jeder lesen kann: "Niemand ist rein von dem Schmutze der Sünde, nicht einmal das Kind, dessen Leben nur einen Tag auf der Erde währt" (Hiob 14,4). Kein Makel liegt auf dieser Geburt, die nicht von der Begierde des Fleisches ausgegangen ist, keine Schuld vom Gesetz der Sünde lastet auf ihr. Eine königliche Jungfrau aus dem Stamme Davids wird auserwählt, die heilige Frucht in sich aufzunehmen und Gottes und der Menschen Sohn zunächst im Geiste und dann im Fleische zu empfangen. Damit sie nicht, unbekannt mit dem himmlischen Ratschluß, über eine so ungewöhnliche Wirkung erschrecke, erfährt sie durch die Unterredung mit dem Engel, was der Heilige Geist in ihr wirken sollte. Auch glaubt die, die bald bestimmt ist, Gottesgebärerin zu werden, nicht an den Verlust der Jungfräulichkeit. Warum hätte sie diese neue Art der Empfängnis bezweifeln sollen, da die Macht des Allerhöchsten dies zu vollbringen verspricht? Gestärkt wird ihr Vertrauen durch ein vorausgehendes Wunder: Der Elisabeth, die nicht mehr darauf hoffen konnte, wird Kindersegen verliehen, damit man nicht daran zweifle, daß Der, Der die Unfruchtbare empfangen läßt, auch die Macht hat, daß eine Jungfrau empfange.

So ist also "Gott", "Gottes Sohn", das "Wort Gottes"("im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist" Joh 1,2-3), Mensch geworden, um den Menschen vom ewigen Tod zu befreien. Er nahm unsere Niedrigkeit an ohne Minderung Seiner Majestät. Er verband die wahre Knechtsgestalt mit jener, worin Er Gott dem Vater gleich ist. In der Weise hat Er sich herabgelassen, daß Er beide Naturen so miteinander vereinte, daß weder die Erhebung der niedrigen Natur diese in der göttlichen aufgehen ließ, noch ihre Annahme der höheren Abbruch tat.
Obwohl die Eigenheit beider Wesenheiten gewahrt bleibt, bekleidet sich die Majestät mit Niedrigkeit, die Stärke mit Schwachheit, die Ewigkeit mit Sterblichkeit. Um unsere Schuld zu tilgen, hat sich die unversehrbare Natur mit der leidensfähigen vereinigt, sind wahrer Gott und wahrer Mensch zur Einheit des Herrn verbunden. Dadurch sollte - wie dies unserer Erlösung entsprach - ein und derselbe "Mittler zwischen Gott und den Menschen" (1Tim 2,5) einerseits sterben, andererseits auferstehen können.
Also brachte die Geburt des Heilandes der jungfräulichen Reinheit keinen Schaden; denn das Erscheinen der Wahrheit war ein Schutz der Keuschheit. Eine solche Geburt ziemte Gottes Macht und Weisheit. Wäre Er nicht wahrer Gott, so brächte Er keine Erlösung, wäre Er nicht wahrer Mensch, so böte Er uns kein Beispiel. Darum wird auch von den jauchzenden Engeln bei der Geburt des Herrn gesungen: "Herrlichkeit Gott in der Höhe!" Darum wird auch "den Menschen des Wohlgefallens", Friede verheißen (Lk 2,14). Sehen die Engel doch, wie sich das himmlische Jerusalem aus allen Völkern der Erde erbaut. Wie sehr muß sich da menschliche Niedrigkeit über dieses unbeschreibliche Werk göttlicher Liebe freuen, wenn die Engel darüber in solchen Jubel ausbrechen! Laßt uns also Gott dem Vater durch Seinen Sohn im Heiligen Geist danken! Hat Er doch um Seiner Barmherzigkeit willen, mit der Er uns liebte, sich unser erbarmt, "die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht" (Eph 2,5), auf daß wir in ihm eine neue Schöpfung würden.

Laßt uns also ablegen den alten Menschen (Eph 2,22) mit seinen Werken, nachdem wir an der Menschwerdung Christi Anteil erhielten!

Erkenne, o Christ, deine Würde! Kehre nicht durch entartete Sitten zur alten Niedrigkeit zurück, nachdem du der göttlichen Natur teilhaftig geworden bist! Erinnere dich daran, daß du der Macht der Finsternis entrissen und in Gottes lichtvolles Reich versetzt worden bist! Durch das Sakrament der Taufe wurdest du zu einem Tempel des Heiligen Geistes.
Vertreibe nicht durch schlechte Handlungen einen so hohen Gast aus deinem Herzen! Unterwirf dich nicht aufs neue der Knechtschaft des Satans. Ist doch das Blut Christi dein Kaufpreis. Wird dich doch Der in Wahrheit richten, Der dich in Barmherzigkeit erlöst hat, Der mit dem Vater und dem Heiligen Geist waltet in Ewigkeit. Amin.

Papst LEO der GROßE (ca. 395 - 461)

Stimme der Orthodoxie, Dezember 1987, S. 19f., Hsgb. und Chefredaktion Erzpriester Vladimir Ivanov (Moskauer Patriarchat)

 

Die Symbolik der WEIHNACHTSIKONE


Nach der orthodoxen Tradition ist Christos in einer Hoehle in unsere Erde hineingeboren worden. So zeigt uns auch die Weihnachtsikone Gottes Sohn hell hervorleuchtend in einer Krippe zwischen Ochs und Esel in einer schwarzen Hoehle inmitten eines Berges. Der Stern der Weisen empfaengt sein Licht aus Gott und weist mit seinem Lichtstrahl auf das Kind in der Krippe.
Christos liegt zwischen Ochs und Esel, was an Jes 1:3 erinnert, wo zu lesen ist:
"Der Ochse kennt seinen Meister und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Einsicht, mein Volk keinen Verstand."
Die Kirchenvaeter haben bisweilen den Ochsen als Symbol der Heidenvoelker und den Esel als ein Symbol des stoerrischen Volkes Israel gedeutet.
Auszerhalb der Hoehle liegt oder kniet die Gottesmutter. Sie ist als die wichtigste Figur auszer dem kleinen Kind ueberdimensional grosz dargestellt. Im Eindruck des unfaszbaren Geschehens betet sie. Deshalb ist sie meist mit dem Kind im Ruecken dargestellt, ohne es anzuschauen, ohne sich mit ihm zu beschaeftigen. Dieses zunaechst eigenartige Verhalten wird aus dem Heilsverstaendnis erklaert: Nachdem Christos in der Gottesmutter unsere menschliche Natur angenommen hat und in die Welt hineingekommen ist, bleibt die Gottesmutter der Welt verbunden und ist ganz fuer uns da, sie schaut auf uns, als unsere Fuerbitterin beim Hoechsten. Es ist kein Zufall, dasz sie auf orthodoxen Ikonen - im Gegensatz zu westlichen Krippenszenen - kaum je gemeinsam mit Joseph dargestellt wird. Dieser ist im Gegenteil abseits von der Krippe, oft am unteren Bildrand zu sehen, wo er, den Kopf in eine Hand gestuetzt, in tiefes Nachdenken versunken, sitzt. Er ist ja nicht der Vater des Kindes; sein Verstand versucht vergeblich das Mysterium der wunderbaren Geburt zu erfassen. Vor ihm steht eine in Felle gehuellte, gebeugte Gestalt, mit einem Stock in der Hand: Nach Mt 1:20-23 waren es naemlich die Worte des groeszten Propheten des alten Bundes, des Propheten Jesaja, die den Zweifel des Joseph geloest und ihn bewogen haben, weiterhin den Weg mit der Gottesmutter zu gehen, und zwar die Worte: "Siehe, die Jungfrau wird schwanger und gebiert einen Sohn, und man wird Ihn Emmanuel (Gott mit uns) nennen."
(Jes 7:14).
Weiters wird am unteren Bildrand das neugeborene Kind von Hebamme und Magd in einer Art Taufbecken gewaschen. Der geistliche Sinn dieser Szene weist schon auf die Bedeutung hin, die das Wasser bald im Fest der Theophanie am Jordan bekommt: Das Wasser, Hauptelement der Oberflaeche und Huelle unseres Planeten Erde und der belebten Materie und auch des menschlichen Koerpers, wird durch die Beruehrung mit dem Herrn gesegnet und geheiligt.
Der obere Bildrand der Ikone ist von Engeln erfuellt, die Gott, dem Vater, lobpreisen und mit den Worten danksagen, die der orthodoxe Christ jeden Tag im Morgengebet spricht: "Ehre Gott in der Hoehe, Friede auf Erden, den Menschen wohlgefallen !"
Einer von diesen Engeln wendet sich den Hirten zu und verkuendet ihnen die Frohbotschaft von der Ankunft des Erloesers (Lk 2:9-11), denn ihnen den Armen, gilt die Erloesungsbotschaft zuerst.
Aber nicht nur sie werden zum Kind hin in Bewegung gesetzt.
Auf der anderen Seite des Berges ziehen aus dem Osten die weisen Sterndeuter heran, meist hoch zu Pferde. Sie vertreten die weltliche Oberschicht dar: Wissenschaft, Ansehen, Reichtum. Dasz auch sie mittels der Leitung des Sternes zum Kinde finden, bedeutet, dasz die Erloesung fuer alle Welt geschehen ist: fuer Reiche und Arme, fuer Niedrige und Hochgestellte, fuer Einfaeltige und Weise. Sie, die Weisen, suchen das Kind allerdings zunaechst am falschen Ort: im koeniglichen Palast bei ihresgleichen, den Wuerdentraegern, statt in der Hoehle bei den Armen. Sie haben darum einen weiteren Weg als die Hirten. Die Ikone zeigt sie auf diesem Weg, noch fern vom Ziel, das sie aber letztlich doch erreichen.

 

 

 

 

Weihnachtsbotschaft des Ökumenischen Patriarchen 2013

+ B A R T H O L O M A I O S


durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom, und Ökumenischer Patriarch

allem Volk der Kirche Gnade, Friede und Erbarmen von Christus, 
unserem in Bethlehem geborenen Erlöser



Im Herrn geliebte Brüder und Kinder,

„Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“
(Jes 9,5)

Begeistert und freudig kündigt uns der Prophet vorausschauend vor vielen Jahrhunderten die Geburt des Kindes Jesus aus der immerwährenden Jungfrau an. Gewiss, damals, zur Zeit der Volkszählung des Kaisers Augustus, fand sich kein Ort in der Herberge, die Jungfrau aufzunehmen, die empfangen hatte vom Heiligen Geist, und so war ihr Verlobter und Beschützer, der heilige Josef, genötigt, sie in eine Höhle zu führen, zur Krippe der Tiere, damit sie das Kind gebären könne.

Himmel und Erde stimmen ein, indem sie dem Schöpfer Dank sagen: „ … ein jegliches Deiner Geschöpfe bringt Dir den Dank dar:
Die Engel den Lobpreis,
die Himmel den Stern,
die Weisen die Gaben,
die Hirten das Staunen,
die Erde die Höhle,
die Wüste die Krippe,
doch wir 
(Menschen) als Mutter die Jungfrau.“
Die Hirten wachen bei ihrer Herde und halten Nachtwache, und Engel schauen staunend das Mysterium und lobpreisen 
(Vesper von Christi Geburt).

Die Süße der Heiligen Nacht der Geburt Christi umfängt wiederum die ganze Welt. Und inmitten der menschlichen Mühsale und Qualen, der Krise und der Krisen, der Leiden und der Feindschaften, der Beunruhigungen und der Enttäuschungen vergegenwärtigt sie so realistisch und aktuell wie nie zuvor das Mysterium der Menschwerdung des göttlichen Wortes, das wie Regen auf das Vlies in den Schoß der immerwährenden Jungfrau Maria herabkam, um Gerechtigkeit und Fülle des Friedens sprossen zu lassen 

(s. Psalm 71,7).


Im Schweigen und im Frieden der Heiligen Nacht der Geburt Christi tritt der Anfanglose, der Unsichtbare, der Unbegreifliche, der Stofflose, der Immerseiende, Jesus Christus, im Fleisch, unkenntlich, unverstellt, arm und unerkannt in das Drama der Geschichte ein. Zugleich kommt er als „Bote des großen Ratschlusses, Ratgeber, (…) Machthaber, Friedensfürst, Vater des kommenden Äons (Jes 9,6).

Ja, er geht als Mensch aus der jungfräulichen Mutter hervor, löst die Verstrickung der Sünde und schenkt durch seine Gnade und sein Erbarmen einen Ausweg aus der Ausweglosigkeit des Lebens, und ein Ziel, Würde, Inhalt, exemplarisches Ethos und Vorbild in den Wirren des menschlichen Lebens.

Der Herr hat die ganze menschliche Natur angenommen und geheiligt. Der vorewige Gott hat es auf sich genommen, als Embryo im Schoß der Gottesgebärerin getragen zu werden. So hat er das menschliche Leben von seinem allerersten Stadium an geehrt und uns gelehrt, den Menschen vom Beginn seines Daseins an zu respektieren. Der Schöpfer des Alls ist herabgekommen, als Kindlein geboren und von der Jungfrau gestillt zu werden. So hat er die Jungfräulichkeit und die Mutterschaft geehrt, im geistlichen und im leiblichen Sinn. Darum mahnt der hl. Gregor d. Theologe: „Ihr Frauen, bleibt Jungfrauen, um Christi Mütter zu werden!“ 
(38. Rede zum Fest der Erscheinung, PG 36, 313 A)

Und der Herr verfügte die eheliche Gemeinschaft von Mann und Frau in der Familie. Die Institution der christlichen Familie ist die Keimzelle des Lebens und der Brutkasten einer seelisch und körperlich gesunden Entwicklung der Kinder. Darum ist es die Schuldigkeit der Kirche, aber auch die Pflicht der Regierung jedes Volkes, die Institution der Familie auf vielfältige Weise zu stärken.

Damit ein Kind gesund und normal heranwächst, bedarf es einer Familie, in der Mann und Frau wie ein Leib, ein Fleisch und eine Seele harmonisch zusammenleben und sich einander unterordnen.

Wir sind uns dessen sicher, dass alle geistlichen und kirchlichen Oberhäupter wie einst die Hirten auf dem Feld, aber auch die Mächtigen der Welt diese göttliche Wahrheit und Wirklichkeit, die wir auch am diesjährigen Weihnachtsfest vom Ökumenischen Patriarchat aus verkünden, kennen und anerkennen. Wir alle müssen die Gründung und den Bestand natürlicher Familien unterstützen, damit sie seelisch gesunde und glückliche Bürger hervorbringen, die vom Gefühl der Sicherheit erfüllt sind und sich auf das Empfinden des Schutzes durch einen starken und schützenden Vater und eine liebende und sorgende Mutter stützen. Das sind Familien, wie sie Gott gefallen.
Wir laden das ganze Volk unserer heiligen orthodoxen Kirche dazu ein und rufen es dazu auf, dass es in einem seiner Berufung würdigen Wandel dafür Sorge trage, alles Mögliche zu tun, um die Institution der Familie zu stützen.

Brüder, „die Nacht ist vorgerückt, der Tag hat sich genaht“ 
(Röm 13,12). Schon eilen die Hirten nach Betlehem, verkünden das Wunder und laden uns ein, ihnen zu folgen wie andere „von Freude erfüllte Sterndeuter“ (Troparion der 4. Ode des Orthros des Festes von Christi Geburt) und ihm kostbare Gaben darzubringen:
„Lauteres Gold dem König der Äonen,
Weihrauch dem Gott über alle,
Myrrhe dem Unsterblichen
und doch drei Tage Toten.“
(Stichiron idiomelon der Vesper des Festes der Geburt des Herrn)
Gemeint sind die Gaben unserer Liebe, unseres Glaubens und unserer Bewährung als orthodoxe Christen in unserem Lebenswandel und nach der Überlieferung unserer Familien, der Kirchenväter und der Kirche, die über Jahrhunderte hinweg in Geltung stand und unsere gesegnete Gesellschaft erhalten hat. Die Keimzelle ihres gottgefälligen Lebens und Wachstums ist, wir wiederholen es, die Familie.
Brüder und Kinder,

2013 Jahre sind seit der Geburt Christi im Fleisch vergangen.

2013 Jahre lang wird Christus in der Person der Ohnmächtigen unablässig von Herodes und seinen zeitgenössischen Nachahmern jeder Art verfolgt.

2013 Jahre sind vergangen, und Jesus wird verfolgt in der Person der Christen in Syrien – und nicht nur dort.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus flieht als Flüchtling mit ihnen – nicht nach Ägypten, sondern in den Libanon, nach Europa, nach Amerika und anderswohin, um in der Unsicherheit der Welt Sicherheit zu finden.

2013 Jahre sind vergangen, und das Kind Jesus ist noch immer gefangen mit den beiden Bischöfen Paulus und Johannes aus Syrien, mit den orthodoxen Nonnen und vielen namenlosen und namhaften Christen.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus wird zusammen mit denen gekreuzigt, die gequält und ermordet werden, weil sie den Glauben an IHN nicht verraten wollen.

2013 Jahre sind vergangen, und Jesus wird täglich getötet in der Person von tausenden ungeborener Kinder, deren Eltern nicht zulassen, dass sie geboren werden.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus wird verhöhnt und geschmäht in der Person jener unglücklichen Kinder, die unter der Krise der Familie, unter Not und Armut leiden.

Der Herr, der gesagt hat: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan“ 
(Mt 25,40), kam und kommt auch an diesem Fest seiner Geburt, um den Schmerz, die Trauer und die Leiden der Menschen aufzuheben. Für sie ist er aus der Jungfrau hervorgegangen. Für sie ist er Mensch geworden. Für sie hat er gelitten, ist er gekreuzigt worden und auferstanden. Also für uns alle. Also mag ein jeder von uns sein persönliches Kreuz auf sich nehmen, damit wir Gnade und Erbarmen finden zur rechten Zeit. Damit „Gott mit uns“ sei, der geborene Emmanuel, der Erlöser und Herr. Amen.

Phanar, Weihnachten 2013

+ Bartholomaios von Konstantinopel,
 dem Neuen Rom, und Ökumenischer Patriarch

euer aller inständiger 
Fürbitter bei Gott

 

 

 

PREDIGT zum Fest

...

O Schöpfer des Alls, der Du Dir die Futterkrippe der Tiere zur Wiege gewählt hast !

Der Glanz Deiner Geburt erleuchte die Nacht der Welt !

Die Macht Deiner Botschaft der Liebe zerstöre die hochmütigen Nachstellungen des Bösen ...

O Heilige Nacht, so sehnlich erwartet, die du Gott und Mensch für immer vereint hast !

Erneut entzündest du in uns die Hoffnung.

...

Predigt am 24. Dezember 2003

+  Johannes Paul II.
Metropolitan-Bischof von Rom
Patriarch des Westens
Papst der Römischen Katholischen Kirche

hier Ausschnitte aus: "Es kommt der König der Herrlichkeit" 
Inst. Christus König und Hoherpriester

 


 

BOTSCHAFT  Seiner Heiligkeit des  PATRIARCHEN
und des Hl. SYNODS 
der
BULGARISCHEN  ORTHODOXEN  KIRCHE
zum
  FEST  DER  GEBURT  CHRISTI 
2010 

ОФИЦИАЛНИ ДОКУМЕНТИ 
» 
ПАТРИАРШЕСКИ И СИНОДАЛНИ ПОСЛАНИЯ »

 

Patriarchal and Synodical Epistle for the Nativity of Christ 
Bulgarian Orthodox Church-Bulgarian Patriarchate 
2010 г.


“For, behold, I bring you good tidings of great joy, 

which shall be to all people. 
For unto you is born this day in the city of David  the Saviour, 
who is Christ the Lord.” 
(Luke 2:10-11)


Beloved in the Lord children of our Holy Church
,

Today is a day of great joy!
 

Of this same ineffable joy which came with the good news the angel of the Lord brought once to the Bethlehem shepherds and to all humanity through them: 

“For unto you is born a Saviour who is Christ the Lord” 
(cf. Luke 2:11) 

The words of the divine Evangelist are echoing nowadays throughout the whole world: 

“For God so loved the world, that he gave his only begotten Son, 

that whosoever believeth in him should not perish, 
but have everlasting life” 
(John 3:16). 

When the whole universe reverberates with the heavenly and unprecedented news that the Lord was born, 
our joy grows so high and radiant! 


The Church celebrates a day of triumph and in its joy calls every man: 


"Christ is born 
  - glorify Him ! 
Christ descends from the heavens   - welcome Him ! 
Christ is now on earth   – ascend !” 
(Katavasiae of the Nativity of Christ).   

Wondrous day is this prime day of “the year of the Lord’s favor” 
(cf. Luke 4:19) 
the day when the great mystery of godliness got implemented, 
as 
“God was manifest in the flesh, justified in the Spirit, seen of angels, preached unto the Gentiles, 
believed on in the world” 
(1 Tim.3:16) 

And nothing, and nowhere would ever becloud this great joy and exultation, for Light and Hope came into the world of darkness and hopelessness on that very day, Righteousness in Person and Life in Person stands against sin and death, because Truth in Person totally defeated the misguidance of the “spiritual powers of evil in the heavens” 
(cf. Eph. 6:12)

 

So, now we have nothing to be afraid of, “for God is with us” 
(cf. Is. 8:10)

Therefore, the Church sings today, rejoicing:
 

"Thy Nativity, O Christ our God, has illumined the world like the Light of Wisdom" 
(Troparion, 4th tone)

On this most glorious Day of the Nativity of Christ, given reality was the event that had been expected eagerly for centuries by the old Adam descendents who had the promise of God Himself that He would save them from the power of evil and death (cf. Gen. 3:15)


Now God, as He is “the faithful God” 
(cf. Deut. 7:9) 
and as 

“with God nothing shall be impossible” 
(Luke 1:37), 
“for us men and for our salvation came down from heaven, 
and was incarnate of the Holy Spirit and the Virgin Mary, 
and 
became man” 
(Nicene Creed)

Through Christ, or the New Adam, it has become possible that the human sons may become again sons of God. Through Christ, Who was predicted by the prophets and Who had been most sincerely hoped for and expected by mankind, the redemption and reconciliation of humanity has been brought to reality, giving us free in Christ the opportunity of gaining “holiness”, and “everlasting life” 
(cf. Rom. 6:22). Therefore, let us rejoice together today, let us offer thanksgiving and sing the praise of the Godly child wrapped in swaddling clothes and lying in a manger at Bethlehem, as “in Him was life” (John 1:4) evermore and as He hath given us “an understanding, so that we may know Him Who is true; and we are in Him Who is true, even in his Son Jesus Christ” (1 John 5:20), since we were granted in Him free “grace for grace” (cf. John 1:16). 

 

The Nativity of Christ represents
 

eternity coming into time, 

incorruption coming into corrupted human nature, 


life entering the realm of death. 


 

It brings restoration and redemption to the creation in general and to each of us in person. It is an ultimate expression of God’s love for the world and for man, an ineffable hope to the hopeless as well as faith to the faithless. Christ has come to the world, He has come into the life of His own creation and into human nature in its integrity, so that He would deliver us all from the power of darkness and desperation and direct us along the path of life. He has come in the world which lieth in wickedness (cf. 1 John 5:19) evermore, bringing His everlasting peace so that He would reign into the hearts of all those people who accept Him in faith and make up their minds to adhere to His Testament. There is no compulsion, neither injustice in Him. His will is that everyone would be free to follow Him, joining Him with happiness and being guided simply by their love for God and for their neighbors. This is the plan of His divine righteousness. And the response He expects of us is the response of our hearts: 

“Create in me a clean heart, O God; and renew a right spirit within me” 
(Ps. 50:12). 

So that everyone who is to live for ever in Him and by His Commands would even in this world produce fruit of high virtue, for they are clean through the word which He has spoken unto you 
(cf. John 15:3).

 

Dear Brothers and Sisters,

Christ was born so that we might have life and even have it more abundantly (cf. John 10:10). 
Therefore, let us say in our hearts as well as in our minds, together with the host of heaven: 

“Glory to God in the highest, 

and on earth peace, 
good will toward men!” 

Rather than being children of darkness, let us be well aware of the high worth of being children of God, 
so that we may be the children of light ! 
(cf. John 12:36) 

Let us fill our hearts with joy and let us make our days full of good virtues, so that at the end of our time in this world we may say together with the apostle: 

“I have fought a good fight, 
I have finished my course, 
I have kept the faith” 
(2 Tim. 4:7)
 

Let us follow as a guiding star the God-man born on this very day, taking up His infinite love, divine humbleness of mind and loyalty and obedience to the divine Will of God, so that we may become worth of the crown of incorruption!


On the bright holiday celebrating the Nativity of Christ, 
greetings to all our spiritual children 
within the borders of our Fatherland and abroad!

May the grace and peace of the Godly Child born on this day 
and the joy in the Holy Spirit be with you all! 
Amen.

 



Happy and blessed Nativity of Christ!


HEAD OF THE HOLY SYNOD
M A X I M
PATRIARCH OF BULGARIA
AND METROPOLITAN OF SOFIA


MEMBERS
  OF THE HOLY SYNOD :

Metropolitan KALINIK of Vratsa
Metropolitan 
IOANIKIUS of Sliven
Metropolitan DOMETIAN of Vidin
Metropolitan CYRIL of Varna and Veliky Preslav
Metropolitan JOSEPH of the USA, Canada and Australia
Metropolitan SIMEON of Western and 
Central Europe
Metropolitan GREGORIUS of Veliko Turnovo
Metropolitan NEOPH
YT of Rousse
Metropolitan NATHANIEL of Nevrokop
Metropolitan IGNATIUS of Pleven
Metropolitan GALAKTION of Stara Zagora
Metropolitan GABRIEL of Lovech
Metropolitan NIKOLAY of Plovdiv
Metropolitan AM
BROSIUS of Dorostol

         

Metropolitan Hilarion of Volokolamsk, 
chairman of the Moscow Patriarchate’s Department for External Church Relations, 
sent Christmas greetings to the Primates of the Local Orthodox Churches: 


‘Christ is born, glorify him! 


(Canon for the Nativity, Ode 1, Katavasia).



Now there has been accomplished ‘the mystery hidden from eternity and unknown even to the angels’ 

(Resurrection Hymn to the Mother of God, Tone 4) 

– the Word of God, pre-eternally born of the Father, has appeared in the flesh on earth for the salvation 

of the human race. 

The Son of God, the Maker of the human person, is born of a Virgin as his Redeemer. 

‘He takes upon himself my body so that I may be able to accommodate within myself his Spirit, 

he is clothed in my body and grants me his Spirit so that I, in giving and receiving in return, 

may find the treasure of life’,  says St. Gregory of Nyssa  
(Homily on the Nativity of Christ) 

in elevating his thought to the Mystery of the Incarnation.


Please be assured of my prayers that that the Saviour, who has been born in Bethlehem, 

may grant to your God-loved flock well being and an ‘abundance of peace’ 
(Ps 72:7), 

and to Your Eminence bodily strength and his almighty divine aid for many and good years of Primatial ministry.



With reverential love in the Lord,

/+Hilarion/

Metropolitan of Volokolamsk

Chairman 

Department for External Church Relations 

Moscow Patriarchate

 

PREDIGT

 

Unsere Welt braucht Hoffnung;
Unsere Welt hat Hoffnung;
Hier ist Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !
 
Unsere Welt braucht Hoffnung.

Die Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit, Frieden und wahrer Gemeinschaft, nach Hilfe, Verständigung, nach Wahrheit und Leben. Immer wieder versuchen sie das zu realisieren. Sie versuchen es mit Fortschritt in Wissenschaft und Technik, mit Reformen von Regierungs- und Wirtschaftssystemen mit Änderungen in Erziehung und Bildung, mit Evolution und Revolution - immer wieder aber werden sie enttäuscht. Denn sie vergessen dabei, dass zuerst und vor allem der Mensch sich selbst ändern muss, wenn sich in unserem Leben etwas ändern soll. 
 

 
Unsere Welt braucht Hoffnung.

Können wir aber unsere Hoffnung auf den Menschen setzen, wenn wir feststellen müssen, dass unter uns immer wieder Egoismus, Rechthaberei, Rücksichtslosigkeit, Lüge, Unfriede, Unfreiheit, dass Ungerechtigkeit, Verständnislosigkeit, Streit und Trennung überhandnehmen ?
Wenn wir merken, dass rettende Änderungen mit Zwang, vielleicht sogar unter Missachtung des Rechts und des Wohles anderer Menschen geschehen ? 
 

 
Unsere Welt braucht Hoffnung.

Wir Menschen haben eine ferne Erinnerung an einen Zustand in Frieden, Güte und Harmonie. Wir wissen, dass wir einmal gut geschaffen waren als Geschöpfe und Ebenbilder eines göttlichen Schöpfers. Auch wenn wir uns von Ihm losgesagt haben, ist Er uns nachgegangen. Er kommt in diese Welt, wird Mensch unter Menschen und lebt unter Seinen Geschöpfen als hilfloses Kind ... 
 

...
 
Unsere Welt braucht Hoffnung.   Hier hat sie Hoffnung.

Gott ist in Christus Mensch geworden. Der Schöpfer verbindet und verbündet sich aufs neue mit den Menschen.

Jesus Christus löst uns aus den Verstrickungen von Unfreiheit und Selbstsucht, von Lüge und Ungerechtigkeit; Er lässt uns teilhaben an Seinem Frieden, an Seiner Freiheit, an Seinem göttlichen Leben. Hier ist die lebendige Hoffnung, die uns zu neuen Menschen macht. 
 

 
Unsere Welt hat Hoffnung.

denn all das, was wir uns erhoffen, hat Jesus Christus, die lebendige Hoffnung, durch Sein Leben und Sterben in dieser Welt bereits verwirklicht.

Diese lebendige Hoffnung ist auch für uns hier und heute gegenwärtig. Denn Jesus Christus lebt in Seiner Kirche als Haupt der Glieder Seines Leibes. Und wie Er eins ist mit Vater und Geist in der göttlichen Dreiheit, so ist Er auch eins mit denen, die an Ihn glauben. Die Kirche ist ja nicht eine Organisation unter vielen anderen, sondern ein gottmenschlicher Organismus, in dem sich die Menschwerdung Gottes in dieser Welt fortsetzt.

Die Kirche hat Hoffnung, weil wir Glieder sind am Leibe Christi, weil Jesus Christus in uns ist, die Hoffnung der Herrlichkeit. Die ganze Menschheit hat Hoffnung; denn ihr gilt der Ruf:
Lasset euch versöhnen mit Gott !
Ihr seid nicht mehr ohne Gott in der Welt 
und nicht mehr solche, die keine Hoffnung haben.
 

Hier ist Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !

 

Predigt in der Salvatorkirche zu München am 9. Oktober 2004

+  Augoustinos
Metropolitan-Bischof von Deutschland
Exarch von Zentraleuropa
Orthodoxe Kirche von Konstantinopel - Ökumenisches Patriarchat

hier Ausschnitte aus: "Orthodoxie Aktuell" 
Herausgegeben im Auftrag der KOKiD - Verband der Diözesen - von der Gesellschaft Orthodoxe Medien e.V. 

 


 

PREDIGT zum FEST

Mit Gaben verneigten sich die Weisen,
vom Glauben erleuchtet
(Gottesdienst zu Christi Geburt, Stichire im gr. Apodipnon)

Wenn aber der Menschensohn kommt,
wird Er denn auf der Erde Glauben finden?
(Lk 18, 8)

Gott das Wort kam zum auserwählten Volk, dem Alten Israel, 
um es zu erneuern, 
es zu beleben, 
ihm von Neuem das von Gott verliehene Leben zu geben. 

Als erste jedoch nach den Hirten verneigten sich dem himmlischen Göttlichen Gesandten – dem Engel des Großen Rates – Abgesandte der heidnischen Welt, die Weisen: sie öffneten ihre Schätze und brachten Ihm Gaben dar, Gold und...(Mt 2, 11).

Hier, an der Nahtstelle des Alten und Neuen Israel, sehen wir, daß die Göttliche Auserwähltheit allein nicht ausreichend ist. 
Es bedarf des Kampfes des Glaubens und der Askese der Wanderschaft. 
Unter den Heiden waren es die Sterndeuter, die diese Askese auf sich nahmen, da sie Glauben faßten und zur Verehrung des Gotteskindes nach Bethlehem kamen. Eingeweiht in die Geheimnisse des sichtbaren Himmels, erforschten sie dessen Zeichen und ließen sich von der Ungewöhnlichkeit der bevorstehenden Erscheinung überzeugen. So faßten sie den Mut, sich auf den langen und gefährlichen Weg zu machen um der Geheimnisse der unsichtbaren Welt willen. Gott brachte die Könige durch den Engel- Stern zum Glauben. Als erfahrene und weise Erforscher höchster himmlischer Erscheinungen stießen sie fast am Ende ihres Weges auf die Niedrigkeit irdischer menschlicher Furcht und Neides. Neid verblendete die jüdischen Hohenpriester und Schriftgelehrten – obwohl ihnen die Prophezeiung von der Geburt des Messias wohl bekannt war, glaubten sie nicht daran, als sie zu Zeugen der Erfüllung dieser Prophetie wurden. Die Könige dagegen glaubten offenen Herzens dem Stern-Engel und der Prophezeiung und erhielten die Erleuchtung des Glaubens. Sie verehrten den menschgewordenen Gott, brachten Ihm ihre Gaben dar.

Der Allreiche Gott bedarf nicht unserer Gaben. 
Wir bringen sie IHM dar, um selbst – heilvoll für unsere Seelen – IHN mit dem uns Geliehenen zu lobpreisen. 
Unsere erste und wichtigste Gabe an unseren Schöpfer ist der Glaube. Das ist das erhabenste Geschenk an Gott, denn ohne ihn bringt niemand irgend etwas Gott dar. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes an uns, so daß wir ihn als Gabe an Gott zurückgeben, aber aus Schuldigkeit.

Uns hilft weder das Auserwähltsein, noch die Engel, oder Prophetien, uns hilft nicht die uns von Gott verliehene Wanderschaft auf Erden, wenn in uns der Glaube nicht vorhanden ist. Vom Alten Israel haben wir das Auserwähltsein geerbt, doch zusammen damit haben wir auch die Verantwortung für unser Auserwähltsein ererbt. Auch jetzt sind die Engel in ihrem Dienst nicht zurückhaltender geworden, auch heute unterweisen sie die Menschen fromm zu sein. Doch die Begegnung mit den Engeln bringt dem Ungläubigen keinen Nutzen, so wie sie seinerzeit den Einwohnern Sodoms nicht half. Uns, dem Neuen Israel, sind die Prophetien vom Fleischgewordenen Wort Gottes Selbst gegeben. Wir wissen nicht nur um die erste, bereits vollendete, Ankunft Christi, sondern ebenso auch um die zweite noch bevorstehende. Aber auch dieses Wissen dient uns nicht zur Rettung, so wie die Prophetien nicht den jüdischen Hohenpriestern und Schriftgelehrten halfen, wenn wir uns, auf unser Auserwähltsein und unsere Kenntnis des Buchstabens der Schrift gestützt, nicht vom Glauben durch die höchste Gnade und die Ausgießung des Lichtes erleuchten lassen.

Als Geschenk Gottes erscheint der Glaube im Menschen vor der Tugend. 
Die Geschöpfe können den Glauben lediglich bestätigen, aber sie können ihn nicht hervorbringen. In einer solchen Bestätigung jedoch schaut der Mensch mittelbar bereits den Schöpfer. Dabei wird in ihm die Bereitschaft zur Askese der Reue gestärkt, die die Fähigkeit zur Abwehr gegen sündige Gedanken und das Ablegen des alten Menschen nährt. So wird der Weg zur Tugend eröffnet.

Gott gab uns das erhabenste Geschenk – Seinen Eingeborenen Sohn. 
Ein Knabe ward uns geboren, der Sohn uns gegeben (Jes 9, 6). 
Er gab Ihn nicht nur um Belehrer, Führer, Vorbild für das Leben zu sein. Er gab Ihn vor allem und über allem – zum Tod für das Leben, damit jeder, der an IHN glaubt, nicht ins Verderben gelangt, sondern ins ewige Leben (Jo 3, 15). Nur der Glaube allein kann das Wunder der Geburt des Gottmenschen in unsere vergängliche Welt hinein fassen, Des Gottmenschen, Der zu uns kam und alles aufnahm, was uns eigen ist, außer der Sünde, um unserer Rettung willen von Tod und Verderben, das wir selbst hervorbrachten.

Ein Knabe wurde uns geboren, ein Sohn uns gegeben – eben uns. 
Deshalb dürfen wir IHN nicht gleichsam “von Ferne” betrachten, als außerhalb von uns Bestehenden oder neben uns her. 
Vielmehr sollen wir IHN stets in uns tragen, 
in der Einfachheit, 
ja sogar in der Höhle unseres glaubenden Herzens durch den Glauben – unseres glaubenden Herzens. 
Starker Glaube und ein reines tugendhaftes Leben bereiten den Boden für Seine Ankunft. Durch diese Gaben empfinden wir IHN als Licht, als Frieden, und Leben und Kraft. 

Wenn wir Gott unsere Gaben darbringen - 
das Gold der geistlichen und körperlichen Jungfräulichkeit, 
den Weihrauch des Gebets, 
die Myrrhe der Tugenden, 
dann werden auch wir der Gnade nach neu geboren zu Gottessöhnen, in denen die Fülle der Gottheit durch unsere Annahme an Sohnes statt durch Gott lebt. 

Wenn Gott-Logos Mensch und Menschensohn wurde, um uns zu Göttern zu machen, so glauben wir, daß wir dort sein werden, wo Christus Selbst als das Haupt des Leibes der Kirche jetzt ist. 

Wenn wir in den Tagen der Geburt Christi, zu Weihnachten, 
in den Gott geweihten Nächten, 
unseren Nächsten Geschenke darbringen, so sollten wir daran denken, daß dies lediglich ein Echo und ein Gedenken an jene unausschöpflichen Güter ist, die wir “umsonst”, d.h. unverdient, von Dem Einen Gabengeber annehmen. Selbst von Ihm mit Gnadengaben beschenkt, sind wir dazu berufen, sie IHM zurückzureichen auch durch unseren Nächsten, indem wir sie durch den Kampf des Glaubens, Gebets und Gottesgedenkens vermehren. Amen.


Christi Geburt 2000 

+  Mark
Erzbischof von Berlin und Deutschland
Russische Orthodoxe Kirche (im Ausland)

hier Ausschnitte aus: "Der Bote" der deutschen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland 

 




 

26. Dezember (8.I.)

MITFEST der ALLHEILIGEN GOTTESMUTTER

Was bringen wir Dir dar, o Christos, 
der Du für uns 
als Mensch 
auf Erden erschienen bist ? 
Alle von Dir geschaffene Schöpfung 
bringt Dir Zeichen des Dankes: 
Die Engel ihre Verherrlichung, 
die Hirten ihre Anbetung, 
die Erde die Höhle, 
das Weideland die Krippe, 
wir Menschen aber, eine jungfräuliche Mutter ! 

LNP/Sofrino-Festtagsikone

weiterer ausführlicherer Text:
Prof. Larentzakis: Marienverehrung in der Orthodoxie

 

Hl. EPHRAIM der Syrer: 
Hymnen über die Geburt Jesu Christi:

Im Nu ist die Magd zur Mutter des Höchsten geworden, 
durch Dich, o Sohn des Höchsten. 
Siehe, die Niedrige im Hause Davids hat Deinetwegen, o Sohn Davids,
siehe, die Tochter der Erde 
hat den Himmel erreicht durch den Himmlischen. 

aus: Edel, R.F. (Hrsgb.): "Das Leben aus dem Geist" III. Orthodoxe Zeugnisse über das geistliche Leben, Marburg an der Lahn 1980, S23
hier "St.Andreas Bote" 

 

 

"Blüte der Unversehrtheit"
- Prototyp der neuen Schöpfung -


(Reflexionen von Prof. Dr. A. Kallis)

Wenn die orthodoxe Hymnographie die Gottesgebärerin als unbefleckte Jungfrau preist, bringt sie ihre Ehrfurcht vor dem Mysterium der Inkarnation zum Ausdruck, dass eine sündenlose Geburt durch eine in die Sünde hinein geborene Frau möglich ist. Ohne sie von der Erbsünde auszuschliessen, verehrt die Orthodoxe Kirche die Gottesmutter als die Allheilige (Panhagia), da in ihr durch die Kraft des Heiligen Geistes der Logos gewohnt hat. Als Tochter Adams erbt Maria gemeinsam mit allen Menschen die Erbsünde und bleibt in der Gemeinschaft der sündigen Natur, in die hinein der Sohn Gottes geboren wird, um sie von der Sünde zu befreien, ohne selbst ein Sünder zu werden: Gott "hat Den, Der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in Ihm Gerechtigkeit Gottes würden" (2Kor5:21)

Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis (conceptio immaculata), das Papst Pius IX. 1854 verkündet hat, stellt in orthodoxer Sicht einen Versuch dar, die geheimnisvolle Dialektik von Erbsünde und Heiligkeit in der Gottesmutter, d.h. die sündenlose Geburt des Logos rational zu erklären. Dabei wird aber der Kern der Soteriologie (Erlösung) empfindlich getroffen, indem die Gottesmutter aus der Gemeinschaft der Kreatur herausgenommen wird, die in Christus angenommen wird, um neu geboren zu werden. Christus hat den ganzen sündigen Menschen angenommen und mit der göttlichen Natur geeinigt, um ihn zu retten, denn "was nicht angenommen wird, bleibt ungeheilt". Er nahm die kranke Schöpfung an, um ihr die Heilung zu schenken. "Denn die Menschwerdung des Gott-Logos geschah, damit die sündige, abgefallene und verdorbene Natur den betrügerischen Tyrannen besiegt und sich von der Verderbtheit befreit." Diese Heilsökonomie setzt die Erbsünde der Gottesmutter voraus, die als Gottesgebärerin die ganze Menschennatur vertritt, die von Christus angenommen wird, um gerettet zu werden.

Als eine aus der sündigen Menschheit wird Maria durch den Heiligen Geist geläutert, um Gottesgebärerin zu werden. Auf diese Weise deutet sie zum einen auf die Heilsökonomie der Menschwerdung Gottes hin, und zum anderen wird sie zum Prototyp der neuen Schöpfung, die in ihrem Sohn geschieht. Die Gemeinschaft der Gottesmutter mit allen Menschen dokumentiert das Mysterium der Heilung und Neugeburt der Schöpfung im Heiligen Geist und erklärt zugleich die in der Frömmigkeit tief verwurzelte Anhänglichkeit an eine Mutter, die in deren Mitte steht. So lässt sich auch der Umstand erklären, dass im Gebet der orthodoxen Kirche die Gottesmutter einen bedeutenden Platz einnimmt, sie immer wieder um ihre Fürbitte angefleht, aber zugleich "insbesondere" auch für sie gebetet wird. 

Diese Solidarität mit der Menschheit entspricht auch die Bezeichnung der Gottesmutter als Vermittlerin, "doch wird sie so keineswegs und niemals im Sinne von Mittlerin (commediatrix) oder Miterlöserin (corredemptrix), sondern nur im Sinn von Fürbitterin bezeichnet". Das ist auch der Sinngehalt der Deesis-Ikone, in der zur Rechten des thronenden Christus die Gottesmutter und zu seiner Linken Johannes der Täfer, die den Neuen und den Alten Bund repräsentieren, im Gestus der Fürbitte stehen. Die existentielle Nähe der Gottesmutter zu Christus, dem einzigen "Mittler zwischen Gott und den Menschen" (1Tim2:5), erweist sie als die Fürsprecherin bei ihrem Sohn und Gott, denn "das inständige Gebet eines Gerechten vermag viel" (Jak5:16)

Diese Bewusstsein veranschaulicht die eucharistische Liturgie, wenn bei der Bereitung der Gaben im Kontext des Gedächtnisses der Heiligen, der Lebenden und der Verstorbenen der Priester "zur Ehre und zum Gedächtnis ... der Gottesgebärerin" zur Rechten des Lammes das Gottesmutter-Teilchen auf den Diskos legt und spricht: "... Durch ihre Fürbitte nimm, Herr, dieses Opfer an auf Deinem überhimmlischen Altar".

In einzigartiger Weise verbindet die Gottesgebärerin die Heiligkeit mit der sündigen Menschheit, die der aus ihr und dem Heiligen Geist menschgewordene Logos befreit und in eine Gemeinschaft der Heiligen zusammenführt. Das ist das Werk des Parakleten, der in Vollendung des Werkes Christi überall gegenwärtig ist und Leben spendet. In dieser Zuversicht beginnt die Orthodoxe Kirche ihre Gottesdienste (und jeder Gläubige sein Gebet) mit der Anrufung des Heiligen Geistes:

"Himmlischer König, Tröster, Geist der Wahrheit, 
Allgegenwärtiger und Alleserfüllender, 
Hort der Güter und Lebensspender, 
komm und wohne in uns, 
reinige uns von allem Makel 
und rette, Gütiger, unsere Seelen." 

Die dialektische Verbindung der Heiligkeit mit der sündigen Menschheit in der Gottesmutter weist auf das Mysterium der Neugeburt in Christus hin, an dem die Menschen durch den Heiligen Geist teilnehmen; "denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (wie ein Gewand) angelegt" (Gal 3:27). Diesen Weg, der Heiligung und Neugeburt der Schöpfung, deren "Erstgeborener" Christus ist (Kol 1:15), zeigen die Hodigitria (Weg-Führerin)-Ikonen der Gottesgebärerin, in der die Neuschöpfung offenbart wurde: 

"Eine neue Schöpfung zeigte der Schöpfer, 
als Er uns erschien, den von Ihm Geschaffenen; 
da Er aus dem Mutterschoß ungezeugt hervorgesprossen war 
und sie so bewahrte, wie sie war, unversehrt, 
auf dass wir das Wunder schauend sie mit dem Ruf preisen: 
"SEI GEGRÜSST, BLÜTE DER UNVERSEHRTHEIT ...""

aus: Kallis, Anastasios: "Brennender, nicht verbrennender Dornbusch" Reflexionen orthodoxer Theologie, Münster 2000, S 233 ff.
hier "St.Andreas Bote" 

 


W E I H N A C H T E N   bis   T H E O P H A N I E 

UEBERBLICK
zum Auswählen je nach dem Zeitpunkt des Aufrufens
 

11. - 19. Dezember 
(24.XII.-1.I.):

Weihnachtliche Vorzeit


24. Dezember (6.I.):zum Tag
Der Vortag des Festes

PARAMONIE vor dem Fest

Metropolit ANTHONY: 
"Heiland, all derer in Finsternis"


Die Symbolik der Weihnachtsikone

Hl. BASILIUS (315-379)
Papst LEO (395-461)
 

LNP/Moskau Sofrino-Festtagsikone

Christ is born   - glorify Him ! 
Christ descends from the heavens 
  

- welcome Him ! 

Christ is now on earth   – ascend !
25. Dezember (7.I.):zum Festtag zur Geburt Christi:
"Niemand hat eine vollständigere Liebe, als Gott selbst ..."
Patriarch BARTHOLOMAIOS (2000)

Weihnachtsbotschaft 2013 
des Ökumenischen Patriarchen 2013  B A R T H O L O M A I O S


Metropolitan Hilarion of Volokolamsk, 
chairman of the Moscow Patriarchate’s Department for External Church Relations, 
Christmas greetings to the Primates of the Local Orthodox Churches:


Predigt: "O Schöpfer des Alls ... O Kind ... Du erfüllst uns mit Staunen" (Papst Johannes Paul II.)

Predigt: "Unsere Welt braucht Hoffnung ... sie hat Hoffnung ... 
Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !" 
(Metropolit Augoustinos)


Predigt: "Mit Gaben verneigten sich die Weisen, vom Glauben erleuchtet" (Erzbischof Mark)

26. Dezember (8.I.):
Mitfest der AllheiligenGOTTESGEBÄRERIN

"Blüte der Unversehrtheit"- Prototyp der neuen Schöpfung -
 


Zum westlichen, weltlichen Jahreswechsel: 31.12. 2000 - 1.1. 2001

6. Januar (19.I.) - THEOPHANIE -


 

 

 

24. Dezember (6.I.)

W E I H N A C H T E N

der VORABEND zum HOCHFEST der GEBURT unseres HERRN, GOTTES und ERLÖSERS
JESUS CHRISTOS 
im FLEISCHE 


Die Jungfrau gebiert heute Den, 
Der vor allem Sein war. 
Und die Erde bietet eine Höhle 
dem Unbegrenzten. 
Die Engel lobsingen 
mit den Hirten. 
Die fernen Weisen 
wandern dem Stern nach. 
Denn für uns ist geboren 
als kleines Kind 
der urewige Gott. 

LNP/Moskau-Sofrino Festtagsikone

Christliches BRAUCHTUM der orthodoxen Völker zum Fest:
Metropolit HILARION von Dorostol: zum Festmahl am "Abend der Ankunft" 

 

 

Erklärungen zum Tag vor dem Fest

PARAMONIE vor dem Fest

Hl. BASILIUS: "Predigt zur Geburt Christi"

Festpredigt von Metropolit ANTHONY: "Heiland all derer in Finsternis"

 

WEIHNACHTEN


feiern wir die Geburt Christi als das Mysterium der wahren Menschheit und der wahren Gottheit unseres Herrn und Erloesers.
Dieses Mysterium ist keine milde Verschleierung der Wirklichkeit sondern eine den menschlichen Verstand uebersteigende Realitaet, die den Glaeubigen zumutet, Oberflaechlichkeit und starrsinnige Selbstgerechtigkeit abzulegen und wie verwandelt einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die das Unfassbare feiern:

Gott wurde Mensch,
ohne sein Gottsein preiszugeben;
der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt;
der Allmächtige kam machtlos als Kind;
der Allerhoechste ist zu uns herabgekommen,
damit wir zu Ihm hinauf gelangen koennen.


Unsere erkrankte menschliche Natur, die sich von Gott immer wieder entfernt hat, ist auf diese Vereinigung von Gott und Mensch angewiesen, um wieder heil zu werden.(s.Joh 3:16)

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im 2.Jhdt. in Alexandria entstanden, wurde zunaechst als Epiphaniefest am 5. / 6. Jaenner gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Weisen, seiner Taufe und in Rom sogar mit seinem ersten oeffentlichen Wirken bei der Hochzeit zu Kana. 
Um die Mitte des 4.Jhdt. trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des "Sol invictus"(der unbesiegbaren Sonne), der im heidnischen roemischen Reich am 25. Dezember nach der Wintersonnenwende begangen wurde. Diese Symbolik wurde bewusst auf die christliche Symbolik fuer Christus als "Licht der Welt" uebertragen. 
Rund 50 Jahre spaeter ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von unserem Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden. 



 

Der Vortag des Festes

Auf den ersten Blick ist die Fülle des Inhalts der Gebete der "Königlichen Stunden" am 24. Dezember etwas verwirrend. Einerseits ist die Vigil der Geburt Christi der Höhepunkt der Hoffnung und der Erwartung des Advents. Andererseits nehmen die Gottesdienste dieses Tages das Weihnachtsfest selbst vorweg: wir bitten noch voll Inbrunst um die Ankunft Christi, da berichtet uns die Kirche schon aus den Evangelien über die Geburt. Dieses Verschmelzen zweier Elemente - der Buße in der Erwartung eines Ereignisses und die Verkündung des Ereignisses als schon stattgefunden - wird eher durch das Zusammenspiel liturgisch-historischer Faktoren erklärt als durch eine bewußte dogmatische oder pädagogische Absicht. Das gleiche gilt auch für den Karsamstag. Es ist aber schon wichtig zu wissen, wie wir diese doppelte Bedeutung des 24. Dezembers zu unserem besten Nutzen verwenden. Daß wir am Heiligen Abend die Perikopen über die Geburt Christi gehört und Dankeshymnen gesungen haben, entwertet nicht das freudige Gebet am 25. Dezember. Im Gegenteil, es vorbereitet und erleichtert dieses Gebet. Die Gottesdienste am Hl. Abend sind länger als die für das eigentliche Fest; während der Gottesdienste hören wir die biblischen Berichte von der Geburt, die detaillierter sind als die, welche wir am nächsten Tag hören.
So präsentiert uns die Kirche am 24. Dezember das ganze Panorama der Geburt; jedes Detail wurde erwähnt und untersucht; das ganze Bild wurde in unserem Geist aufgebaut.
Am Weihnachtstag selbst wiederholt die Kirche nicht alles, was schon gesagt wurde; sie nimmt an, daß wir es wissen und darüber nachgedacht haben. Die Kirche lenkt unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte. Sie gibt uns die Möglichkeit nicht nur zu lernen und uns geistig zu entwickeln, sondern die spirituelle Frucht der Worte des Lebens, die wir schon kennen, zu kosten und zu genießen. Der 24. Dezember spricht zu uns von den gleichen Dingen wie der 25. Dezember, aber der 24. ist eine Vorbereitung, eine Belehrung, ein Lobpreis zum Empfang des Ereignisses, der 25. ist die Fülle, die Frucht, der Lobpreis zur Krönung der vollendeten Tatsache. Am Morgen des 24. Dezembers werden die Stundengebete mit besonderer Feierlichkeit zelebriert. Jede der Stunden enthält neben den Psalmen und verschiedenen Hymnen eine Perikope aus dem Alten Testament und Lesungen aus einer Epistel und einem Evangelium. 

Zur Ersten Stunde (Prim) wird eine Stelle aus dem Propheten Micha (5,2-4) gelesen, die sich auf Bethlehem bezieht, die kleine Stadt unter den Tausenden in Juda, aus der aber der künftige Herrscher Israels kommen wird. Die Epistel (Hebr 1,1-12) besagt, daß Gott, der zu uns durch die Propheten gesprochen hat, nun endlich durch Seinen Sohn gesprochen hat, der "um so viel erhabener geworden als die Engel”. Das Evangelium (Mt 1,18-25) ist das gleiche wie am Sonntag vor Weihnachten und beschreibt die Bestürzung des Josef und wie er beruhigt wurde. 

Zur Terz wird eine Stelle des Propheten Baruch (3,36-4,4 gelesen) die über Gottes Weisheit verkündet: "Dann erschien sie auf der Erde und hielt sich unter den Menschen auf.” Die Epistel (Gal 3,23-29) verkündet: "So hat das Gesetz uns in Zucht gehalten bis zum Kommen Christi ... Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dieser Zucht. ... Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.” Das Evangelium (Lk 2,1-20) erzählt von der Geburt Jesu in Bethlehem und der Anbetung der Hirten. 

Zur Sext kündigt der Prophet Jesaja (7,10-16; 8,1-4,9-10) die Geburt Christi an: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben. Er wird Butter und Honig essen bis zu der Zeit, in der er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.” Die Epistel (Hebr 1,10-2,3) spricht wieder davon daß Jesus erhabener als die Engel ist und warnt uns: "wie sollen dann wir entrinnen, wenn wir uns um ein so erhabenes Heil nicht kümmern.” Das Evangelium (Mt 2,1-12) erzählt von der Reise und der Anbetung der Magier. 

Zur Non hören wir Jesaja (9,5-7): "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.” Die Epistel (Hebr 2,11-18) sagt uns den Grund für die Fleischwerdung: "Darum mußte er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.” Das Evangelium (Mt 2,13-23) erzählt die Abreise der Magier, die Flucht nach Ägypten und den Mord an den unschuldigen Kindern. 

Den ‚königlichen Stunden' folgt unmittelbar die Vesper. Da hören wir drei Lesungen aus dem Alten Testament: den Schöpfungsbericht (Gen 1,1-13) über jene Schöpfung, in die der fleischgewordene Gott gesandt wurde, um sie zu vollenden. Dann hören wir die Botschaft: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt....” (Jes 7,10-16;8,1-4,9-10). Wir haben diese beiden letzten Stellen bereits während der königlichen Stunden gehört. Nach der dritten Lesung aus dem Alten Testament geht die Vesper in die Göttliche Liturgie über: der Zelebrant betet eine kurze Ektenie und geht dann sofort über zu dem Gebet, das dem Kleinen Einzug folgt. Das Trisagion wird gesungen, Epistel und Evangelium der Göttlichen Liturgie werden gelesen. Die Epistel ist die gleiche wie die zur Prim und das Evangelium das gleiche wie zur Terz, wir haben sie bereits erwähnt. Dann wird die Liturgie ganz normal gefeiert. 
Die Lieder bei den Stunden, der Vesper und der Liturgie sind bereits Freudengesänge: "Kommt laßt uns jubeln dem Herrn, verkünden das heutige Mysterium. ... Licht vom Licht, Abglanz des Vaters, Du erfüllst mit Freude und erleuchtest alle Kreatur ... Wir verherrlichen Deine Geburt, o Christus...”
Trotzdem verliert die Vigil von Weihnachten nicht ihren Charakter der Buße. 
Das Fasten an diesem Tag sollte besonders strikt eingehalten werden. 
In Rußland gibt es den Brauch, daß bis zum Erscheinen des ersten Sterns am Nachthimmel gefastet wird. 
Das läßt uns an den Stern denken, der die Magier geführt hat und an Christus, der das wahre Licht ist. 
Dieser Tag sollte auch ein Tag des Fastens in unserer Seele sein: wir sollten uns aller schlechten oder nutzlosen Gedanken enthalten und in Stille und Gelassenheit den Retter erwarten, der zu uns kommt. 

Es wird dunkel.

Bald wird der erste Stern am Himmel leuchten und nach dem Kirchenkalender den Beginn des neuen Tages verkünden, des großen Festes der Geburt Christi. 

Möge mit dem Aufleuchten des Sterns das Licht unseres Herrn leuchten für uns, mit den Worten des Apostels Petrus (2Petr 1,19), "ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.”
A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace of the Lord, Crestwood, N.Y. 1980, p. 59f.; Übers. G. Wolf


 

 

nach dem Buch "Vermächtnis seit Jahrhunderten"
von
Metropolit HILARION von Dorostol 

Das Festmahl am 
"Abend der Ankunft" (Budni Wetscher) 
im orthodoxen Bulgarien

Am Abend des 24. Dezember feiert man den "Abend der Ankunft". Es ist der letzte Fastentag der Vorweihnachtlichen Fasten und Fastenspeisen werden auch vorbereitet. Aber dieser Abend schliesst die Fasten ab und so ziehen retrospektiv gleichsam alle Fastenspeisen noch einmal vorbei. Auf den Festtisch kommen reichlich gekochte Bohnen, eingelegte mit Reis gefuellte Tomaten und Paprika, gekochter Reis in Kraut- und Weinblaetter gewickelt, Nuesse und Kompott (oshav) aus getrocknetem Obst und allen Fruechten, die im Laufe des zu Ende gehenden Jahres gereift sind. Die Mitte des Tisches markiert ein frisch gebackenes rundes Brot (bogovica) in dem spaeter eine brennende Kerze an den angekommenen Christus -das Licht der Welt- erinnert. In diesem Brot ist gewöhnlich eine Münze eingebacken, die nach dem Brechen des Brotes ein Glueckskind in seinem Teil findet.
In manchen Gegenden legt man den Boden oder den Tisch mit Stroh aus, zum Gedenken an die Krippe von Bethlehem, wo das goettliche Kind geboren wurde.
Anderswo leitet man das feierliche Abendessen besonders passend ein: Kinder mit einer brennenden Kerze, einem Weihrauchgefaess, Wein und Brot ziehen zur Eingangstür um den Herrn willkommen zu heissen und um Segen fuer die Festtafel zu bitten indem sie dreimal sagen: "Komm, Herr und Gott, damit wir zu Abend essen !" Wenn sie zur Festtafel zurueckkommen, sprechen sie als Gruss: "Ein frohes Fest der Geburt Christi !". Alle an der Tafel stehen auf und empfangen sie mit der Antwort "Amen ! Willkommen ! Auf viele Jahre !". 
Beim Schein des Oellichtes vor der Ikone des Hauses und der Kerze auf dem Brot spricht der Hausherr, der aelteste oder der juengste Anwesende, wenn alles fertig ist, das Gebet des Herrn "Vater unser ..." und man singt das Weihnachtstroparion: "Deine Geburt Christus, unser Gott, liess erstrahlen der welt das Licht der Erkenntnis; denn in ihm wurden die Anbeter der Gestirne durch einen Stern belehrt, Dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit und Dich zu erkennen als den Aufgang aus der Hoehe. Herr, Ehre sei Dir !". Am Ende des Abendessens fuegt man dem Dankgebet noch das Kondakion des Festes hinzu: "Heute gebiert die Jungfrau Den, Der ueber allem Sein ist, und die Erde bietet dem Unbegrenzten eine Hoehle. Die Engel singen den Lobpreis mit den Hirten; die Weisen folgen dem Stern. Denn fuer uns ist geboren das kleine Kind, Gott von allem Anfang an."

Hier aus dem Pfarrblatt der Bulgarischen Orthodoxen Kirchengemeinde "Hl. IWAN RILSKI" in Wien, Österreich
Pfarrer: Bischofsvikar Iwan Petkin 
Übersetzung: Regierungsrat Prof. DDr. Johann Krammer und Kalojan Petkin



Heute wird aus der Jungfrau geboren Er, 
der in Seiner Hand die ganze Schöpfung hält !
Wie ein Sterblicher ist in Windeln gewickelt Er, 
der Seinem Wesen nach unbegreifbar unbegrenzt ist. 
In einer Krippe liegt Gott,
der zu Anbeginn die Himmel geschaffen. 
Von Muttermilch nährt sich der, 
welcher einst in der Wüste Seinem Volke Manna regnen liess. 
Die Weisen ruft herbei 
der Bräutigam der Kirche. 
Er nimmt Gaben entgegen 
der Sohn der Jungfrau. 
Wir beten an Deine Geburt, Christos ! 
Lass uns auch Deine heilige Theophanie schauen ! 

Festtagsikone

+++PARAMONIE vor dem Fest CHRISTI GEBURT:
Das Geburtsfest unseres Herrn und Erloesers Jesu Christi beginnt am Vortag, der ein besonderer Tag des Vorbereitungs-Fastens ist. Dieser Tag ist ausgefuellt durch das Koenigliche Stundengebet waehrend der Tagstunden und die PARAMONIE waehrend der Abendstunden, ein hymnisches Gedenken, das in alter Tradition ein gemeinschaftliches In-der-Kirche-bleiben der Glaeubigen bis zur Feier der morgendlichen Festliturgie bedeutet.
Wir laden nun ein, die reichen Texte dieser Paramonie mit uns zu beten:



+++

Einschreiben liess sich einst Maria in Bethlehem,
mit dem betagten Josef aus dem Geschlechte Davids.
In ihrem Leibe trug sie die jungfraeuliche Frucht.
Es kam die Zeit, da sie Gebaeren sollte,
und in der Herberge war kein Raum fuer sie da.
Da erschien die Hoehle der Koenigin wie ein hehrer Palast.
Christus wird geboren, 
um wieder aufzurichten
das einst gefallene Abbild Gottes.

Kommt, lasset uns jubeln dem Herrn
auslegen das heutige Mysterium.
Die Scheidewand ist niedergerissen,
das Flammenschwert wendet sich ab.
Die Cherubim weichen dem Holz des Lebens
und ich habe teil an des Paradieses Koestlichkeit,
von der mich der Ungehorsam frueher vertrieben.
Denn des Vaters gleiches Bild,
die Praegung Seiner Ewigkeit,
nimmt Knechtsgestalt an,
tritt hervor aus der Mutter,
die vom Manne nichts weiss,
und erleidet doch keine Veraenderung.
Denn Er blieb, was Er war:
der wahre Gott,
und nahm an, was Er nicht war:
Mensch geworden aus Menschenliebe.
Ihm rufen wir zu:
Aus der Jungfrau geborener Gott,
erbarme dich unser !

Als der Herr Jesus geboren wurde
aus der heiligen Jungfrau,
da wurde das All erleuchtet.
Da die Hirten wachten, 
die Weisen anbeteten
und die Engel lobsangen,
wurde Herodes erschreckt:
Denn
Gott erschien im Fleische,
der Retter unserer Seelen.

Dein Koenigreich, Christus Gott,
ist ein Koenigreich aller Aeonen,
und Deine Herrschaft 
waehrt von Geschlecht zu Geschlecht,
Fleisch geworden vom heiligen Geiste
und Mensch geworden aus der steten Jungfrau Maria
liessest Du uns Licht erstrahlen,
Christus Gott, in Deiner Ankunft;
Licht vom Licht, Abglanz des Vaters,
erfreuend die ganze Schoepfung.
Aller Odem lobet Dich,
die Praegung der Herrlichkeit des Vaters,
der Du bist und der Du warst
und aufleuchtest aus der Jungfrau als Gott;
erbarme Dich unser.

Was bringen wir Dir dar, Christus,
da Du fuer uns auf Erden als Mensch Dich zeigest ?
Denn jedes der von Dir gemachten Geschoepfe
bringt Dir die Danksagung dar:
die Engel den Hymnus,
die Himmel den Stern,
die Weisen die Gaben,
die Hirten ihr Staunen,
die Erde die Hoehle,
die Wueste die Krippe,
wir aber
die Jungfrau-Mutter,
Du Gott vor den Aeonen,
erbarme Dich unser.



LESUNG aus dem Buche GENESIS 
( Gen 1: 1 - 13 )

 


Am Anfang machte Gott den Himmel und die Erde. 
Die Erde aber war unsichtbar und ungestaltet 
und Finsternis war über der Tiefe und Gotteshauch wehte über dem Wasser.

Und Gott sprach: 
Es werde Licht. Und es wurde Licht. 
Und Gott sah, dass das Licht gut war, 
und Gott trennte zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis. 
Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. 
Und es wurde Abend, und es wurde Morgen,
ein Tag.

Und Gott sprach: 
Es werde ein fester Körper inmitten des Wassers, 
und er soll zwischen Wasser und Wasser trennen. 
Und so geschah es. 
Und Gott machte den festen Körper und Gott trennte zwischen dem Wasser, 
das über dem festen Körper war, 
und zwischen dem Wasser unterdem festen Körper. 

Und Gott nannte den festen Körper Himmel 
und Gott sah, dass es gut war. 
Und es wurde Abend und es wurde Morgen, 
zweiter Tag.


Und Gott sprach: 
Das Wasser unter dem Himmel sammle sich in einen einzigen Sammelraum und das trockene Land werde sichtbar. 
Und so geschah es, 
und das Wasser unter dem Himmel sammelte sich in seine Sammelräume und das trockene Land wurde sichtbar. 
Und Gott nannte das trockene Land Erde und die Ansammlungen der Wasser nannte er Meere und Gott sah, 
dass es gut war. 

Und Gott sprach: 
Die Erde lasse eine Weide von Grünpflanzen wachsen, Samen Säendes 
je nach Art und nach Ähnlichkeit, und fruchttragendes Holz, 
Frucht hervorbringendes, 
deren Same in ihr ist, je nach Art, auf der Erde. 
Und so geschah es. 
Und die Erde brachte eine Weide von Grünpflanzen hervor,

Samen Säendes je nach Art und nach Ähnlichkeit, und fruchttragendes Holz, 
Frucht hervorbringendes, deren Same in ihr ist, je nach Art, auf der Erde; 
und Gott sah, dass es gut war. 
Und es wurde Abend und es wurde Morgen, 
dritter Tag.


 

LESUNG aus dem Buche NUMERI 
( Num 24: 2 - 3, 5 - 9, 17 - 18 )


Und der Geist Gottes kam auf Balaam. 
Und nachdem er sein Gleichniswort aufgenommen hatte, 
sagte er: 
Es spricht Balaam, der Sohn des Beor,es spricht der Mensch, der wahrhaft sieht: 
Wie schön sind deine Häuser, Jakob, deine Zelte, Israel, 
wie Schatten spendende Täler, 
und wie Paradiesgärten an Flüssen, und wie Zelte, die der Herr aufgestellt hat, 
wie Zedern an den Wassern. 
Ein Mensch wird herauskommen aus seiner Nachkommenschaft und über viele Völker herrschen, und seine Herrschaft wird erhöht werden, und wird wachsen. 
Gott hat ihn aus Ägypten herausgeführt
 – eine Pracht wie die eines Einhorns ist ihm (gegeben); 
er wird die Völker seiner Feinde fressen 
und ihr Fett wird er aussaugen, 
und mit seinen Geschossen wird er die Feinde niederstrecken. 
Er ließ sich nieder und ruhte sich aus 
wie der Löwe und das Löwenjunge 
– wer wird ihn zum Aufstehen bringen? 
Die dich segnen sind Gesegnete, und die dich verfluchen, sind verflucht. 
Ein Stern wird aufgehen aus Jakob und ein Mensch wird aufstehen aus Israel; 
er wird die Oberhäupter aus Moab zerschmettern 
und alle Söhne Seths als Beute nehmen. 
Und Edom wird der Erbbesitz sein, 
und Esau, sein Feind wird der Erbbesitz sein und Israel handelte in Stärke.


LESUNG aus dem Propheten MICHA 
( Mich 4: 6 - 7, 5: 1-4 )
 

An jenen Tagen, spricht der Herr, 
werde ich sammeln die Zerschlagene und die Ausgestoßene werde ich aufnehmen und diejenigen, die ich verstoßen habe. 
Ich werde die Zerschlagene zum Rest machen 
und die Verstoßene zu einem starken Volk, 
und der Herr wird König sein über sie auf dem Berg Sion 
von jetzt bis in die Ewigkeit. 
Nun wird eingeschlossen werden die Tochter in eine Mauer. 
»Belagerung hat man uns auf erlegt.« 
Mit dem Stab werden sie die Stämme Israels auf die Backe schlagen.