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Mehr zu den 4 Erzengeln aus dem Ikonenprogramm der Klausurkapelle im Deutschen Orthodoxen Dreifaltigkeits-Klosters in Buchhagen
 

8. November (21.11.)

SYNAXIS
der
Heiligen Erzengel
MICHAEL und GABRIEL
und
aller HIMMLISCHEN KÖRPERLOSEN MÄCHTE
~ SaBOR na Sv.ARCHAN. MICHAIL ~
~ Synaxis Pan. TAXIARCHON ~
~ Soborul Sf. ARHANGHELI ~

Anführer der Himmlischen Scharen
wir -auf Erden- bitten euch:

beschirmt uns
durch euer Eintreten für uns
im Schatten der Flügel
eurer unstofflichen Herrlichkeit.

Voll Vertrauen rufen wir inständig
erreicht unser Freiheit
von den Gefahren
ihr Ersten der überirdischen Mächte !
 
Festtagsikone, griechisch

 

weitere Texte:
Erzpriester SERGEJ (Prof. Bulgakow): Ausgesandt, den Willen Gottes zu tun ...
Die "Himmlischen Körperlosen Mächte"
ПРАВОСЛАВНОТО УЧЕНИЕ ЗА АНГЕЛСКИЯ СВЯТ
 

Dieses Fest ruft uns in Erinnerung, dass wir, als Glieder des Leibes Christi, ausser mit Christos selbst und allen Heiligen auch verbunden sind mit den geistigen Mächten der Schöpfung, die sich nicht wie wir durch Sündenfall von Gott trennen lassen, sondern Ihm in selbstloser Demut und Liebe verbunden geblieben sind.

Symbolisiert sind sie durch die beiden Erzengel:
MICHAEL, der Bekämpfer der widergöttlichen Mächte und
GABRIEL, der Bote der göttlichen Gnade.

Denn nach biblischer Tradition sind die himmlischen Mächte, die Gottes Thron preisend und dienend umgeben, in doppelter Hinsicht auch den Menschen zugewandt:
als Übermittler von Gewissheit und Unterstützer in der Anstrengung vor dem endgültigen Richter
(Num 22,22-35; 2 Koen 24,16; 4 Koen 1,3.15; 19,35; Mt 13,41 f; 16,27; Apg 12,23)

und als Verkünder und Bringer der göttlichen Gnade
(Gen 18,1-16; 3 Koen 19,4-8; Tob 5,5-6,22; Lk 1,11.26; 2,9.13-15; Mt 1,20-24; 18,10; 28,2; Apg 1,10; 5,19f; 12,8f)


Die Engel vermitteln uns daher durch das Bewusstsein ihrer Anwesenheit Schutz vor den Einflüssen der widergöttlichen Mächten und die Sicherheit der Geborgenheit in der Hut Gottes.

In ihrem selbstlosen Dienst sind sie aber auch immer neue Ermutigung zur Hingabe an Gott und zum anbetenden Verweilen in Seiner Gemeinschaft und in Seiner Nähe.

Zu wissen, dass auch sie vor Gott für uns eintreten, bedeutet für uns in der Gemeinschaft des Teiles der Kirche,
der sich noch auf der irdischen Wanderschaft und im Kampf mit dem Bösen befindet,
eine hilfreiche Erinnerung und Gewissheit der Gottesnähe und der Hoffnung auf den Sieg des Guten über das Böse.

(Vater SERGI Heitz +)

 

 

 

Die "Himmlischen Körperlosen Mächte"

Da Er die wahre, grenzenlose Liebe ist, schuf Gott „alles Sichtbare und Unsichtbare“ so, dass es an Ihm teilhaben kann.
Der Hl. Gregor der Theologe schrieb: ‚Da es Gott in Seiner Güte nicht genügte nur mit der Betrachtung Seinerselbst beschäftigt zu sein, sondern da es nötig war, dass das Gute sich weiter und weiter ausbreiten sollte, sodass die Zahl derer, die Gnade erhalten so groß wie möglich würde (denn das ist charakteristisch für die größte Güte) – deshalb also ersann Gott als Erstes die himmlischen Engelsmächte; und der Gedanke wurde Tat, die vom Wort erfüllt und durch den Geist vervollkommnet wurde [...] und da Er an den ersten Geschöpfen Gefallen fand, ersann Er noch eine Welt, materiell und sichtbar, in ordnungsgemäßer Gestaltung, Himmel und Erde, und was zwischen ihnen ist.’

Das Unsichtbare – einschließlich des Himmels und der Körperlosen Mächte – wurde von Gott vor der Welt, in der wir leben, erschaffen.
Die himmlischen Heerscharen waren sogar Zeugen und priesen die Schöpfung der materiellen Welt, wie der Herr dem Hiob erklärte:
‚Als die Sterne geschaffen wurden, priesen mich mit lauter Stimme alle Meine Engel.’ (Hiob 38,7 LXX).
Die Körperlosen Mächte lobpreisen und dienen Gott und sind zusätzlich die Ausführenden Seines Willens: sie verwalten die Schöpfung, beschützen die Menschheit und bitten für sie und versuchen die Menschheit und die Völker zu Ihm zu führen – manchmal indem sie unsere Taten in die rechten Wege leiten, manchmal indem sie uns den Willen Gottes lehren oder offenbaren.

Die Körperlosen Mächte wurden von Gott ohne Form oder leibliche Materie (unkörperlich) gemacht.
Der Hl. Johannes von Damaskus erläutert: ‚Wenn es der Wille Gottes ist, dass Engel denen erscheinen sollen, die würdig sind, erscheinen sie nicht ihrem Wesen nach, sondern nehmen, verwandelt, eine solche Erscheinung an, dass sie den leiblichen Augen sichtbar sind.’
Durch Gottes Gnade und Barmherzigkeit sind die Körperlosen Mächte von ihrer Beschaffenheit her unsterblich, aber (ungleich Gott Selbst) auf Ort und Zeit beschränkt: sie können nicht gleichzeitig im Himmel und auf Erden sein.

Gott begabte die Körperlosen Mächte mit Intelligenz, Vernunft und freiem Willen – wie auch später den Menschen – aber sie sind ‚die vollkommensten Geister, dem Menschen in ihren Geistesgaben überlegen’ und ‚so weit über uns, dass sie unerfassbar sind.’ Die Engel im Himmel sind vollkommene Schönheit in ihrer Liebe zu Gott und ihrem Dienst an Gott. Fortwährend vor Seinem Angesicht, sind die Körperlosen Mächte ‚so erfüllt von Gottes Gnade, dass sie in keiner Weise daran denken zu sündigen.’

Alle Körperlosen Mächte haben den Namen ‚Engel’ gemeinsam – er bedeutet ‚Bote’ im Griechischen – auf Grund ihres Dienstes: sie ‚stehen vor dem Angesicht des Schöpfers und dienen Ihm.’ Dieser einfache Name beschreibt auch recht gut, wie der Mensch oft den Körperlosen Mächten begegnet: als Verkünder oder Boten Gottes.


Die Heilige Tradition teilt die Engel in 3 Hierarchien zu je 3 Stufen ein.


In der höchsten Hierarchie sind die Seraphim, Cherubim und Throne.

Am nächsten sind die sechsflügeligen SERAPHIM der heiligsten Dreieinigkeit, die in ihrer Liebe zu Gott erstrahlen und diese Liebe auch in anderen fördern. In der Ikonographie der Kirche werden sie als Gesichter gezeigt, die von flammend-rot und rot-orange leuchtenden Flügeln umgeben sind.

Die vieläugigen CHERUBIM sind die nächsten. Durch diese Heere werden Weisheit und Erleuchtung in der göttlichen Erkenntnis zur Schöpfung gesandt und ihr Name bedeutet ‚Ausgießen der Weisheit’ und ‚Erleuchtung’. Cherubim werden veranschaulicht als Gesichter, die von vier (oder manchmal sechs) blaugrünen, mit alles erkennenden Augen bedeckten Flügeln umgeben sind.

Schließlich findet man die THRONE (in Ez 1,15-21 beschrieben) am Fuße des himmlischen Thrones Gottes, wie sie Ihn geheimnisvoll stützen. Sie dienen der Rechtschaffenheit der Gerechtigkeit Gottes. Die ‚sich drehenden Räder’, die der Prophet Ezechiel gesehen hat, die Throne, werden auf den Ikonen als zwei gelbrote ineinander greifende Ringe mit je vier Flügeln gezeigt. Die Ringe sind mit alles erkennenden Augen bedeckt.


Die mittlere Hierarchie umfasst die Fürstentümer, Mächte und Herrschaften, die – nach dem hl. Athenagoras – ‚den Elementen, den Himmeln, der Erde und allem was darin ist befehlen.’

Die FÜRSTENTÜMER belehren und leiten unsere irdischen Behörden ( - wenn sie darauf hören ! ) zum weisen Regieren. Sie können die irdische Ordnung durch Wunder beeinflussen, sündhafte Regungen dämpfen und die Willenskraft stärken um Versuchungen zu widerstehen.

Die MÄCHTE (bekannt aus 1Petrus 3,22) bringen die Gnade Wunder zu wirken und geisliche Urteilskraft zu Heiligen, die Gott gefallen. Sie helfen der Menschheit gehorsam und geduldig zu sein und dem Willen Gottes zu dienen. Sie werden in der Ikonographie der Kirche als leuchtende kristallene Kugeln, mit einem ‚X’ oder ‚XC’ darauf, dargestellt, die meist von Engeln in menschlicher Gestalt hochgehoben werden.

Die HERRSCHAFTEN (auch ‚Tugenden’ genannt) widerstehen der Macht des Satans und halten die Menschen davon ab, dämonischen Versuchungen nachzugeben. Sie stärken und schützen die Asketen.


In der untersten Hierarchie sind die Körperlosen Mächte, denen der Mensch am öftesten begegnet:

Die GEWALTEN befehlen den niederen Engeln und lehren sie die Erfüllung des Willens Gottes. Nach der Mutter Martha von Pskov ‚leiten sie das Weltall und beschützen Land, Völker und Menschen. Gewalten lehren Menschen jedem die Ehre zu erweisen, die seiner Stellung entspricht. Sie lehren die Regierenden ihre notwendigen Verpflichtungen zu erfüllen, nicht zu persönlicher Ehre und eigenem Vorteil, sondern aus Achtung vor Gott und zum Nutzen des Nächsten.’

Die ERZENGEL verkünden oder bringen Botschaften über Gott und Seine Werke zu unserem Heil.
Wegen dieser Rolle werden die Engel in der Heiligen Schrift auch einzeln benannt oder sind nach der Heiligen Tradition bekannt:

MICHAEL (‚wie Gott’, der Anführer der Engelsheere) Er wird oft in Rüstung mit einem Flammenschwert oder einem Banner mit rotem Kreuz dargestellt,
GABRIEL (‚die Kraft Gottes’ nach Dan 8,16 und Lk 1,26);
RAPHAEL (‚die Heilung Gottes’ Tobit 3,16.12,15),
URIEL (‚Feuer Gottes , 3Esdras 5,20),
SELAPHIEL (‚Gebet Gottes’, 3Esdras 5,16);
JEHUDIEL (‚die Verehrung Gottes’);
BARACHIEL (,der Verteiler des Segens Gottes für gute Taten'; und
JEREMIEL (‚die Erhebung zu Gott’, 3Esdras 4,36).

Erzengel werden dem Menschen in schönen, leuchtenden, geflügelten, menschlichen Gestalten offenbart. Erzengel ‚offenbaren die Geheimnisse des Glaubens, der Prophetie und des Erkennens des Willens Gottes; sie verstärken den Glauben im Menschen und erleuchten sein Herz mit dem Licht des heiligen Evangeliums.’

Die ENGEL (oft als ‚SCHUTZENGEL’ bezeichnet) sind dem Menschen am nächsten. Sie offenbaren ihnen die Absichten und Weisungen Gottes und leiten sie an, ein frommes auf Christus gerichtetes Leben zu führen. Sie versuchen die Menschen vor dem Fall (geistlich wie körperlich) zu bewahren und sind da, wenn sie Hilfe brauchen ‚aufzustehen’, wenn sie doch fallen. Engel werden dem Menschen in leuchtender menschlicher Gestalt, mit oder ohne Flügel, offenbart. Als Geschöpfe, die vor das Angesicht Gottes treten, sind Engel mächtige Fürbitter, d.h. sie sprechen zu Gunsten des Menschen zu Ihm. Als Christus Seine Jünger über die Sorge für die, die ihm folgten – die Schafe Seiner Herde – belehrte, sagte Er:
‚Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters’ (Mt 18,10).

Wegen ihres treuen und nie endenden Dienstes für Gott – und auf Seinen Befehl für die ganze Schöpfung – werden die Engel als das Vorbild für den Dienst des Diakonats gesehen – sie sind das ‚Rollenmodell’ für die Diakone unserer Kirche. Die Erzengel Michael und Gabriel werden gewöhnlich auf dem Diakontüren (die Nord- und Südtüre) der Ikonostase abgebildet.

Nichola Toda Krause 1999 by Orthodox Family Life; http://www.theologic.com; Übers. G. Wolf

hier aus:
St. Andreas-Bote:
 

Der himmlischen Heere Erzanführer,
wir flehen euch an, wir Unwürdigen:
Durch eure Fürbitten umgebt uns,
im Schutz der Flügel eurer unstofflichen Herrlichkeit, wie mit einer Mauer,
die wir uns ausgestreckt niederwerfen und rufen:
Aus den Gefahren erlöset uns als Anführer der Mächte droben.

Apolytikion vom Fest im 4. Ton
 

 

 

Geistliches Wort zum Festtag der Erzengel Michael und Gabriel und der Synaxis aller Himmlischen Körperlosen Mächte
am 8. November
von
Erzpriester SERGEJ (Prof. Bulgakow)
 

Ausgesandt, den Willen Gottes zu tun ...


Es ist die Zeit, den Tag des Erzengels Michael und aller heiligen Engel, unserer himmlischen Bewahrer, Fürsprecher und Beschützer zu begehen.
Erneut bitten wir sie, daß sie uns um unserer Gebete willen unter den Schutz ihrer Flügel nehmen.

Wiederum bekennen wir uns zum Glauben an die heiligen Himmelsbewohner, die am Thron des Herrn stehen, die Gottesdiener, die die Welt und die gesamte Schöpfung in diesem und im zukünftigen Leben bewahren. Offen bekennen wir, daß die Engel nach Gottes Willen die irdischen Schicksale der Völker lenken: in Krieg und Frieden, in Freude und Leid, beim Zusammenbruch von Königreichen und beim Untergang von Völkern ebenso wie bei ihrer Erlösung.

Wir glauben daran, daß wir in Tagen der Not und der Prüfung nicht ohne ihre Hilfe bleiben. Die himmlischen Heerscharen werden für uns und mit uns streiten, die Kräfte des Himmels mit den Kräften der Lüfte, und dort, im Himmel, entscheiden sich die irdischen Schicksale der Völker.

"Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten wider den Drachen. Und der Drache stritt und seine Engel ..." (Offb. 12,7).

Dieser Krieg fand statt und findet auch heute noch statt. Man weiß nicht, wem, wie und worin im Himmel Hilfe und Sieg zuteil werden, aber wir Menschen sind nicht allein gelassen mit unseren irdischen Schicksalen, die, wenn sie auch auf der Erde, so doch nicht allein mit menschlichen Kräften entschieden werden. Dieser Gedanke gibt uns Zuversicht angesichts dessen, was auf der Welt geschieht, obwohl wir sowohl das Schicksal heute als auch die künftige Vollendung nicht verstehen.

"Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen" (Dan 12,1).

Wir wissen nicht, auf welche Zeit sich diese Vorhersage bezieht, auf unsere oder eine uns ferne Zukunft, aber die Vergangenheit ist ihr ähnlich und bestimmt auch die nachfolgenden Geschehnisse. Aber wie es auch sei, diese prophetischen Visionen beziehen sich auf uns; der Erzengel Michael wacht zusammen mit den anderen heiligen Engeln besonders über das Schicksal seines Volkes und über alle Menschen. Möge er jetzt und heute unsere Herzen nicht verwirren.

Diese Offenbarungen über die Welt der Engel überliefert uns das Wort Gottes, und die Kirche verkündet sie.
Wir lauschen ihnen, werden getröstet und sind zugleich verwirrt.
Die Botschaft dringt nur in den Verstand, darum wirkt sie kraftlos und kalt, wie aus der Ferne und gelangt nicht in unsere Herzen. So wird sie im Leben leicht vergessen, wenn auch nicht immer und von allen, so doch oft und von vielen.
Ratlos und mit einer gewissen Verlegenheit, im Bewußtsein der Sünde gegenüber unseren Schutzengeln und allen heiligen Engeln erscheinen wir, um an diesem Tag ihrer im Gebet zu gedenken.

Aber weshalb und warum?
Reichen unsere Kräfte nicht um die Glaubensmüdigkeit zu überwinden, um das dunkle Reich des Bösen zu durchdringen, damit wir zum himmlischen Licht gelangen?
Hilfe erhält, wer sie sucht, und Kraft der, der darum bittet.
Das ist unser Leid, daß wir mit unseren Gefühlen und Gedanken dem Irdischen verhaftet sind. Dabei wurden wir auserwählt, den Himmel in uns zu tragen und geistig die himmlischen Kräfte zu schauen. In unserer Verweltlichung und im geistlichen Fall sind wir unfähig, mit dem Herzen den Tag der heiligen Engel zu feiern. Wir empfinden nicht ihre Nähe, nicht die Kraft und die Stärkung, die wir von ihnen erwarten.
Was tun, und wie können wir uns helfen?
Ja können wir uns überhaupt helfen?
Wenn wir selbst es nicht vermögen, so können die heiligen Engel uns helfen, zu denen wir unsere geistigen Augen im Gebet um Hilfe erheben.
Aber auch das geschieht nicht automatisch, ohne unser Wollen und Bemühen: Man muß danach verlangen, dürsten und nach dem geistigen Frieden trachten, sich danach sehnen und nicht satt sein an der Sattheit dieser Welt. Als Antwort auf dieses Verlangen gibt der Herr sein Versprechen: "Du wirst gesättigt werden."

Die Liebe zu den Engeln erwärmt sich im herzlichen Gedenken an sie, im Begreifen ihrer Natürlichkeit, im Gebet zu ihnen. Die meisten Menschen haben dazu keine Muße, ebenso wie sie die Gottesweisheit als überflüssig für ihre Frömmigkeit halten. Finden sich in dem ganzen Reichtum von Gedanken und Offenbarungen, die uns die Kirche über die Engel überliefert, nicht ein Gedanke, der unser Herz rührt und erwärmt, uns an jene Welt erinnert, von der aus wir auf die Erde kamen?
Ein Gedanke wird bleiben - das Gedenken an den Schutzengel, der dich auch dann nicht verläßt, wenn du ihn verlassen und vergessen hast!
Wird das nicht auch der Gedanke an die Lobpreisungen der Engel sein, von denen die Kirche in Psalmen und Gesängen verkündet?
Erwachen wir nicht, wenn wir die Schönheit der Welt betrachten, in deren Durchsichtigkeit sich die Flügel der Engel ahnen lassen?
Werden wir nicht durch die gewaltigen Kräfte der Natur, Sturm, Flut und Schrecken des Krieges erschüttert, denn auch in ihnen wird unsichtbar und unbegreiflich das Wirken der Diener Gottes deutlich?!

Wir werden die Nähe der Engel auch durch die KRAFT des GEBETES suchen. Unser Gebet mag vielleicht nicht nur arm, trocken und zerstreut, sondern auch eigennützig sein. Wir verfolgen darin unsere eigenen Ziele, wünschen die Erfüllung unseres Willens, die Befriedigung unserer Bedürfnisse. Unsere Bitten um Irdisches und Menschliches werden nicht verurteilt. "Bittet und euch wird gegeben werden", aber auch eine andere Art des Gebetes ist möglich, hinführend zum Gebet der Engel, zu Lob, zum Preis und zur Liebe. Dies ist keine weltliche, sondern eine himmlische Liebe, sie ruft und führt uns zur Sonne der Liebe, an den Thron des Dreieinigen Gottes.

Möge bei diesem Fest der Engel unser Herz sich ihnen zuwenden und im Geiste ihre Antwort vernehmen.
Heiliger Erzengel Michael und alle heiligen Engel!
Helft den Leidenden, laßt euch erkennen, lehrt uns beten!
Mögen wir die Furcht in unserem Leben abstreifen und unser Glaube und unsere Zuversicht gefestigt werden!
Seid uns nahe in unseren irdischen Nöten und Sorgen und erleuchtet unsere Herzen mit dem himmlischen Licht!


Quelle:
Stimme der Orthodoxie 11/88
Herausgeber und Chefredaktion Erzpriester Vladimir Ivanov
Verlag Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat)


den Abdruck hier übernommen aus:
St. Andreas-Bote:

empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de
St.Andreas-Bote 11/98



 

 

4 Erzengel
aus dem
Ikonenprogramm der Klausurkapelle im Deutschen Orthodoxen Dreifaltigkeits-Klosters in Buchhagen


Die 4 Erzengel, Michael, Gabriel, Uriel und Raffael
in der Reihenfolge
- vom Eintritt aus der Welt in den Tempel
- bis zum Allerheiligsten des Tempels
 



Michael
steht an der Pforte des Kirchenschiffs, wie einst als Führer der Cherubim an der Pforte des Paradieses (1.Mose 3.24).
Als Streiter Gottes und Führer der himmlischen Scharen führt er das dreiflammige Feuerschwert mit seiner Rechten und pflanzt die heilige Lanze mit seiner Linken als Standarte zur Versammlung des Volkes Gottes auf.
 

Gabriel
trägt als Engel der Verkündigung des Ratschlusses Gottes in der Welt das Medaillon bzw. die Glaskugel mit dem Bild Christi als Emanuel, das Bild Gottes bei Seinem Kommen in die Welt.
 

Uriel
als Engel unserer Führung in der Welt trägt einen Stab

Hinter den beiden mittleren Erzengeln erhebt sich auf einem Berg das himmlische Jerusalem.
Letzteres nimmt Motive der Klosterarchitektur auf und mahnt so die Mönche daran, dass das Kloster ein irdisches Abbild des himmlischen Jerusalems sein muß und sie aufgerufen sind, eine möglichst weitgehende Übereinstimmung ihrer konkreten Gemeinschaft an dem konkreten Ort des Klosters mit dem himmlischen Jerusalem, dem ewigen Urbild im Ratschluss Gottes, anzustreben.

 

Raffael
als heilender und so in das Allerheiligste führender Erzengel
steht bereits über einer Seitenwand des Altarraums, wo das allerheiligste Mysterium der Kirche vollzogen wird.
Als unseren Zugang dazu weist er mit seiner rechten Hand auf das Herz als Sitz der geistigen Wahrnehmung, der Empfängnisfähigkeit des Menschen für Gott und das Geheimnis der Wandlung. Er und trägt mit der linken eine goldene Schale dort, wo sich nach der Überlieferung bei der Übung des Herzensgebetes zunächst das menschliche Bewusstsein sammelt und dann allmählich der Einklang mit dem Willen Gottes entsteht.
Neben dem Erzengel steht auf einem Sockel ein Kelch, der dem so genannten Athos-Gral nachgebildet ist, der im Kloster Vatopedi als heilige Reliquie aufbewahrt und nur einmal im Jahr, nämlich in der Osternacht als Abendmahlskelch verwendet wird.

mehr zum Deutschen Orthodoxen Dreifaltigkeits-Kloster in Buchhagen, Bodenwerder/Weserbergland

 

 

ПРАВОСЛАВНОТО УЧЕНИЕ ЗА АНГЕЛСКИЯ СВЯТ

( ПАТРИАРШИЯ )   2011-11-04, автор: Румяна ХРИСТОВА, рубрика: Теология

ARXANGELI.jpg

Най-високото място в стълбицата на тварното битие заемат безплътните сили. А как са произлезли те, каква е тяхната природа и назначение, изобщо какво ни е дадено да знаем за тях?

Православната църква, ръководейки се от възгледите на древните църковни писатели и св. отци на Църквата, е оформила православното учение за ангелите. Според него ангелите имат началото на своето битие в Божията творческа и промислителна воля - те не са безначални същества. Безначален е само Бог.

Относно времепроизхода на духовния свят Православната църква учи, че той е създаден преди видимия или веществения свят. Указание за това има още в първите думи на Божественото Откровение. „В начало Бог сътвори небето и земята" (Бит. 1:1), като под „небе" според тълкуванията на църковните отци трябва да се разбира именно безплътния, безтелесния ангелски свят.

Подбудата, Бог да сътвори както ангелите, така и другото творение, е преизобилната Божия благост и голямата любов, от която да се възползват колкото се може повече същества.

Много от светите отци, като например св. Василий Велики, св. Григорий Богослов, св. Йоан Дамаскин и други, излагат в съчиненията си учението за природата на ангелите. Като творение, имащо начало на битието си, ангелският свят стои на известна дистанция от вечния и всесъвършен Творец. Все пак и като същества, близки на Бога, ангелите не са отдалечени и чужди Нему. Поставени в отношение към Бога и човека те заемат средно положение - стоят по-ниско от Бога и по-високо от човека. Когато светите отци сравняват ангелската природа с Божията, те примесват нейната духовност с елементи на някаква телесност. Тази „телесност" обаче не е нещо материално, а нещо огнено, ефирно и неуловимо, но все пак нарушаващо абсолютната безплътност в ангелската природа. Така ангелската и божествената природа не могат да бъдат отъждествени, защото, ако биха били признати за еднакви по същност, излиза, че Творецът и сътвореното от Него се изравняват и покриват - нещо недопустимо и съвсем чуждо на православната християнска мисъл.

Като чисто духовни по природа същества ангелите имат способността да се явяват навсякъде, невъзпрепятствани от стени, врати, ключалки... Но макар че стоят над условията на пространството и времето, те се съобразяват с тях. По този повод св. Йоан Дамаскин пише, че ангелите „не могат едновременно да бъдат и тук, и там и да действат... Когато се намират на небето, няма ги на земята, и когато от Бога се изпращат на земята, те не остават на небето".

Ангелите не са всезнаещи, макар да се надарени с разум. Техните знания имат предел - знаят това, което Бог им открие. Ангелите са същества със свободна воля. Така най-висшият сред тях, носителят на светлината Денница се възгордял и въстанал срещу Бога, като увлякъл със себе си и други ангели. Те отпаднали от Бога и пребъдват в мрак и злоба. Останалите продължават да служат на Твореца в святост.

Безплътните сили, като вестоносци на Божията воля и като посредници между Бога и хората, могат да приемат различен вид и да се превъплъщават в различни образи с оглед на мисията, която изпълняват. Те приемат образ, какъвто Бог им заповяда, и така се явяват на хората, за да им открият божествени тайни или поръчки.

По свидетелствата на Божественото Откровение броят на небесните ангелски същества е извънредно голям и определянето му е извън човешките възможности. В едно от своите видения пророк Даниил забелязва: „Бидоха поставени престоли, и седна Старият по дни... хиляда хиляди Му служеха, и десетки хиляди по десет хиляди стояха пред Него" (Дан. 7:8-10).

Православната църква, позовавайки се на възгледите на древните църковни отци, а в частност и на съчинението на св. Дионисий Ареопагит „За небесната йерархия", разделя ангелския свят на девет чина, в които влизат по три степени.

Небесните сили от първата йерархическа степен - серафими, херувими и престоли, са в най-голяма близост до Бога. По силата на тази близост те знаят много от онова, което се отнася до Бога, и това знание предават на следващите след тях чинове.

В следващата йерархическа степен на ангелските чинове влизат господства, сили и власти. Тази средна степен се просвещава чрез чиновете на предходната.

В последната степен на небесната йерархия влизат началства, архангели и ангели. Небесни същества от тази степен са най-близо до света и хората.

Според св. Дионисий Ареопагит създаденото от Бога степенуване на ангелските чинове не приключва с последната трета степен, а продължава и има връзка със земната йерархия.

В Свещеното Писание някои от ангелите са назовани със собствени имена. Всеки от тях има свое особено служение: св. Архистратиг Михаил - вожд на небесните сили и войнстващ против духовете на тъмнината, архангел Гавриил - известител на Божиите тайни, Рафаил - целител на недъзите, Уриил - просветител на душите, Салатиил - застъпник пред Бога, Йехудиил - прославител на Бога, Варахиил - подател на Божиите благословения.

Ангелските сили имат задължението да „песнословят Божието величие", но като преки изпълнители на Неговата воля и разпоредби имат отношение и към видимия свят с всичките му обитатели. Всички ангелски чинове получават от Бога множество поръчения, които се изразяват в грижа към различните държави, народи, отделни лица или в изпълнение на особени по характера си действия, като лечение, молитви, миротворство и други. Но трябва да се знае, че ангелското ръководство и грижи към хората не нарушават човешката свободна воля - когато ги желаят, ще се възползват от тях, а когато не ги желаят, няма да бъдат принуждавани. Светите ангели пребивават в Бога, а следователно и в постоянна, действаща любов, защото „Бог е любов, и който пребъдва в любовта, пребъдва в Бога, и Бог - в него" (1 Йоан- 4:16). По силата на тази любов Божиите ангели изпитват състрадание към нас, молят се за нас пред Бога и ни помагат.

Ето защо и ние, живите членове на съборната Христова църква, като „съграждани на светиите" (Еф. 2:19) трябва не само да прославяме ангелите, трябва не само да ги споменаваме и възхваляваме, но и да молим тяхното застъпничество за нас пред Бога. И да помним, че „голяма сила има усърдната молитва на праведника" (Як. 5:16), понеже „Господните очи са обърнати към праведниците и Неговите уши - към техния вопъл" (Ис. 33:16).

Църквата е определила 8 ноември за празник в чест на светите ангели и най-вече на св. Архистратиг Михаил, който е водител на небесните сили. А при всяка служба на просителната ектения ние молим Бога да ни даде „ангел мирен (ангел на мира), верен наставник, пазител на нашите души и тела".

 „Църковен вестник", бр. 45/1995 г.





11. November


HL. MARTIN

Unserer Hl. Vater MARTIN der Barmherzige, Bischof von TOURS
(316 - 397)

(aus dem griechischen Synaxarion)

Der Hl. Martin war der Sohn eines römischen Offiziers und wurde 316 in Sabaria in Pannonien (Ungarn) geboren, wo sein Vater stationiert war. Doch er wuchs in seiner Heimatstadt Pavia in Italien auf.
Obwohl seine Eltern Heiden waren, besuchte er vom Alter von 10 Jahren an die Kirche und bat um Aufnahme als Katechumene. Als er von den Heldentaten der Wüstenväter hörte, träumte er davon, Mönch zu werden, doch er mußte sich dem Willen seiner Eltern fügen und wurde Soldat.
Dieser Beruf hinderte ihn jedoch nicht, die christlichen Tugenden zu pflegen. Im Alter von 18 Jahren, als er in Amiens in Gallien stationiert war, begegnete er an einem kalten Wintertag am Stadttor einem Armen, der nackt war und vor Kälte zitterte. Da schnitt er mit dem Schwert seinen Mantel entzwei und gab dem Armen die eine Hälfte. In der folgenden Nacht erschien ihm Christus, mit jener Mantelhälfte bekleidet, und er hörte Ihn zu den Ihn begleitenden Engeln sagen: " Obwohl er erst Katechumene ist, hat mich Martin mit diesem Gewand bedeckt. "
Kurz nach diesem Ereignis empfing Martin die heilige Taufe.
Er wollte sich aus der Armee zurückziehen und Mönch werden, doch erst lange danach, im Jahr 356, erlaubte man ihm, seinen Abschied zu nehmen von der kaiserlichen Garde.
Er ging sogleich nach Poitiers, zum Hl.Hilarius (13.1.), dem großen Verteidiger der Orthodoxie gegen die arianische Häresie im Westen, so wie es der Hl. Athanasios im Osten war (18.1.). Als Hilarius nach Phrygien verbannt wurde, besuchte Martin seine Eltern, bekehrte seine Mutter zu Christus und widmete sich in Illyrien und Italien dem Kampf gegen die Arianer, von denen er viel zu leiden hatte. Als Hilarius aus dem Exil zurückkam, schloss er sich ihm an und liess sich in einer kleinen Zelle in Ligugé bei Poitiers nieder.
So wurde er zu einem der Begründer des Mönchtums in Gallien.
371 weihte man ihn gegen seinen Willen zum Bischof von Tours. (Von daher die Legende, daß er sich im Gänsestall verstecken wollte, und die Gänse ihn verrieten - weswegen sie seither als "Martinigänse" im Backofen verschwinden müssen.) Er fuhr indes fort in Armut und Demut zu leben. Wie sein Biograph, Sulpicius Severus, schreibt: "Er hatte die ganze Würde eines Bischofs und bewahrte dabei die Lebensart und Tugend eines Mönchs."
Er wohnte nicht in der prunkvollen Bischofsresidenz, sondern in einer einfachen Zelle nebenan, und als er durch den wachsenden Besucherstrom zu sehr gestört wurde in seinen heiligen Übungen, zog er sich in eine Einsiedelei
2 Meilen ausserhalb der Stadt zurück. Daraus entstand später das Kloster Marmoutiers. Der Bischof wohnte in einer kleinen aus Holz gezimmerten Zelle, während sich die Brüder, die zu ihm kamen, in den Höhlen des überhängenden Felsens niederliessen. Rund 80 Mönche lebten hier bald in vorbildlicher christlicher Armut und Eintracht. Sie arbeiteten nur soviel, wie für ihren Unterhalt nötig war, und widmeten ihre übrige Zeit dem Gebet und der inneren Betrachtung, unter der väterlichen Anleitung des Hl. Martin.
Doch bei aller Liebe zur Stille und zum Gebet war dem Heiligen seine apostolische Sendung in dem noch weitgehend heidnischen Gallien wohl bewusst. Das Evangelium war zwar in die Städte gedrungen, doch auf dem Land herrschten nach wie vor Götzenkult und Aberglaube. Als erster organisierte der Hl. Martin in seiner Diözese ländliche Kirchengemeinden. Er durchwanderte das Land und predigte, wobei er seine Worte durch zahlreiche Wunder bekräftigte, sodass die Menschen von selbst ihre Götzenbilder vernichteten. Wo er auch hinkam, wurden die Kranken gesund, die Toten standen auf, die Ungläubigen fanden zum Glauben, so wäre Christus selbst in der Person des Heiligen wiederrum gegenwärtig unter den Menschen.
Sein Wort hatte auch bei den Mächtigen dieser Welt Gewicht. Dreimal gegab er sich nach Trier zum Kaiser des Westens, um Fürbitte einzulegen für sein Volk. Wie Christus selbst und alle Seine Jünger hatte auch der Hl. Martin mancherlei Verleumdungen, Verachtung und ungerechte Anklagen zu erdulden , und wie sie trug er sie mit Langmut, ohne seine Ruhe und Liebe zu verlieren.
Im Alter von 81 Jahren erkrankte er. Er legte sich auf Asche und sagte: "Es geziemt sich nicht für einen Christen, anders zu sterben als auf Asche. Gäbe ich euch ein anderes Beispiel, versündigte ich mich."
Als der Teufel kam, um ihn ein letztes Mal zu versuchen, sagte er zu ihm: "Du wirst in mir nichts finden, das dir gehört. Abrahams Schoß erwartet mich."  Nach diesen Worten entschlief er, sein Antlitz strahlte wie das eines Engels.
Dies geschah am 8.11.397. Der heilige Bischof wurde am 11. November in Tours bestattet, im Beisein einer riesigen Menge von Gläubigen aus der ganzen Region.
Der Hl. Martin ist der erste Nicht-Martyrer, der im Westen öffentlich als Heiliger verehrt wurde.
Er gilt bis heute als Beschützer Franreichs.

Durch die Gebete Deiner Heiligen,
Herr Jesus Christos,
erbarme Dich unser.
Amén ! 





21. November (4.12.)

EINZUG
der
ALLERHEILIGSTEN GOTTESGEBÄRERIN
in den
TEMPEL
~ WWEDENJE ~    ~ EISODIA~    ~ INTRAREA~

Der reinste Tempel des Erlösers,
das kostbare Brautgemach,
die Jungfrau, die heilige Schatzkammer
der Herrlichkeit Gottes
 
wird heute eingeführt
in das Haus des Herrn

und führt mit ein
die Gnade im göttlichen Geiste.
 
die Engel besingen sie:
Sie selbst ist das himmlische Zelt.
Festtagsikone, griechisch

weitere Texte zum Fest:
aus: The Year of Grace
Die Kirchenväter zu Apokryphen und Vorverkündigung
Prof. Larentzakis: Marienverehrung in der Orthodoxie
Prof. Lothar Heiser: Quellen der Freude, zum Fest

Der Sinn des Festes erschließt sich nicht, wenn man den Text des Protoevangeliums des Pseudo-Jakobus geschichtlich-faktisch verstehen will. Die Bedeutung für uns wurzelt im Symbolisch-Poetischen:

Die Gottesmutter steht hier -wie so oft- vorbildhaft für alle Menschen.
Es geht um unsere Bereitschaft uns zur Heiligung der menschlichen Natur führen zu lassen.
Die Stufen dieser Heiligung, die Phasen der Annäherung an Gott, werden im Bilde verdeutlicht:
Einführung in die Sphäre Gottes (als Vorbild die kindliche Empfänglichkeit), das stetige Verweilen in dieser Sphäre über die Jahre bis zur Reife, der stufenweise Aufstieg zur Gotteserkenntnis, genährt durch die himmlische Speise, der vertraute Umgang mit Engeln.

Dies alles geschieht jedoch nicht aus dem starken Willen und als Ergebnis der Leistung des typisch männlichen Charakters sondern in der Ergebenheit und im Vertrauen eines Kindes, das geführt wird und sich führen lässt.




 

Einzug der Allheiligen Gottesmutter in den Tempel

 

Einige Tage nach dem Beginn der Vorweihnachtlichen Fastenzeit feiert unsere Kirche das Fest des Einzugs der Hl. Jungfrau in den Tempel.
Es passt gut, dass am Anfang der Vorbereitungszeit für Weihnachten unsere Gedanken sich der Gottesmutter zuwenden, deren demütige und stille Erwartung ein Vorbild für unsere eigene Erwartungen im Advent sein sollten. Je näher wir der Gottesmutter durch das Gebet, unseren Gehorsam und unsere Reinheit kommen, desto mehr wird in uns der geformt, der in Kürze geboren werden wird.
Dass die Jungfrau als ganz kleines Kind in den Tempel von Jerusalem eingeführt wurde und dort lebte, wird heute als historisch nicht belegt dem Reich der Legende zugerechnet. Trotzdem bildet diese Legende ein anmutiges Symbol aus dem wir tiefe geistliche Einsichten beziehen können.


Zur Vesper am Abend des 20. November (d.h. also zum Beginn des 21. November) beziehen sich die drei Lesungen aus dem Alten Testament auf den Tempel.
Die erste Lesung (Ex 40) gibt die Anweisungen wider, die Gott Mose über den Bau und die innere Anordnung des Allerheiligsten gab.
Die zweite Lesung (1Kön 7,51-8,11) beschreibt die Weihe des Tempels Salomos.
Die dritte Lesung (Ez 43,27-44,4), die auch am Fest Mariae Geburt am 8. September gelesen wird, spricht vom Osttor des Heiligtums, das für alle Menschen verschlossen ist, weil Gott durch dieses Tor eingezogen war.
Diese drei Perikopen haben symbolisch als ihr Thema die Gottesmutter, die der lebendige und perfekte Tempel ist.

Die Perikopen, die beim Orthros und in der Liturgie gelesen werden sind die gleichen wie für das Fest am 8. September. Wir hören die zusammengezogenen Teile Lk 10,38-42 und 11,27-28, die die Kirche an allen Marienfesten liest und deren besonderes Gewicht durch die Wiederholung betont wird. Jesus lobt Maria von Bethanien, die zu Seinen Füßen sitzt und Seiner Rede lauscht mit den Worten "Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden" denn "nur eines ist notwendig".
Der Herr tadelte Martha nicht, weil sie so in Anspruch genommen war für ihn zu sorgen, sondern weil sie sich "viele Sorgen und Mühe" machte. Die Kirche nimmt die Zustimmung, die Maria von Bethanien durch Jesus erfahren hat, als Zustimmung zum kontemplativen Leben, insofern es verschieden (wir sagen nicht: entgegengesetzt) zum aktiven Leben ist.
Die Kirche nimmt diese Zustimmung auch für Maria, die Mutter des Herrn, die als Vorbild für das kontemplative Leben betrachtet wird, denn wir lesen an anderer Stelle im Lukas-Evangelium: "Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
... Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen" (Lk 2,19.51). Vergessen wir auch nicht, dass die Jungfrau Maria sich schon vorher und in viel höherem Maße dem Dienst an Jesus geweiht hatte, denn sie hat den Retter genährt und aufgezogen.

Im zweiten Teil der Tagesperikope hören wir, dass eine Frau Jesus zurief: "Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat", der Er antwortete: "Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen." Diese Worte dürfen nicht als Zurückweisung des Lobes, das die Frau der Gottesgebärerin erweist missverstanden werden, oder als Geringschätzung ihrer Heiligkeit, vielmehr bringen sie die Dinge ins rechte Lot und zeigen wo das wahre Verdienst Marias liegt.
Dass Maria die Mutter Christi wurde, war ein Geschenk, ein Privileg, das sie akzeptierte, aber ihr persönlicher Wille war nicht Teil der Ursache. Andererseits war es ihr eigenes Bemühen, dass sie das Wort Gottes hörte und bewahrte. Darin liegt die eigentliche Größe Marias.
Sicher, Maria ist heilig, aber nicht ursächlich weil sie Jesus gebar und nährte, vor allem ist sie heilig, weil sie in einzigartiger Weise gehorsam und treu war. Maria ist die Mutter des Herrn; sie ist die Beschützerin der Menschen, aber zuerst und vor allem: sie ist die Frau, die dem WORT lauschte und Es bewahrte.

Hierin liegt die ‚evangelische’ Begründung unserer Marienverehrung. Der Psalmvers, der nach der Epistel gesungen wird, drückt das sehr gut aus: "Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr" (Ps 44,11).


Die Epistel die heute gelesen wird (Hebr 9,1-7) spricht von den Vorschriften für das Heiligtum und dem ‚Allerheiligsten’: dieser Text bezieht sich wieder symbolisch auf Maria. Die spirituelle Bedeutung des Fests wird in den verschiedenen Texten der Gottesdienste und der Liturgie entwickelt. Die beiden Hauptthemen, die wir dort finden sind folgende: erstens, die Heiligkeit Marias. Das kleine Kind, das der Welt entzogen wird und in einem Tempel lebt, ruft den Gedanken an ein besonderes Leben hervor, ein ‚dem Tempel geweihtes’ Leben; ein Leben inniger Verbundenheit mit Gott: ‚Heute betritt die Allreine und Allheilige das Allerheiligste’. Es ist klar, dass hier die Kirche eine besondere Anspielung auf die Jungfrauenschaft macht, aber das ganze menschliche Leben, in seinen unterschiedlichen Begrenzungen, kann ‚dem Tempel geweiht’ werden, ein Leben vor Gott, heilig und rein.

Das zweite Thema ist der Vergleich des Tempels aus Stein mit dem lebendigen Tempel: "Der reinste Tempel des Erretters ... heute wird sie eingeführt in das Haus des Herrn und sie führt mit sich hinein die Gnade im Göttlichen Geiste..." (Kondakion zum Fest). Maria, die den Gottmenschen in Ihrem Schoß tragen wird, ist ein Tempel, der heiliger ist als der Tempel in Jerusalem; es passt, dass die beiden Tempel sich begegnen, aber hier ist es der lebendige Tempel, der den erbauten Tempel heiligt. Dass der lebendige Tempel dem Tempel aus Stein überlegen ist, ist bei Maria in besonderer Weise wahr, denn sie war das Werkzeug der Fleischwerdung.

Aber allgemeiner ist dieses Bild auf jeden anzuwenden, der mit Gott vereint ist:
"Wisst ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid ..?
.. Oder wisst ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist ...?" (1Kor 3,16.6,19).

(A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace, Crestwood N.Y. 1992, p. 52ff.; Übers. G. Wolf)

hier aus St.Andreas-Bote

 

 

 


 

Das Fest des Einzugs der Allheiligen Gottesgebärerin in den Tempel

in der traditionellen Geschichte aus den Apokryphen
und die
Vorverkündigung in der Heilsgeschichte des Volkes Gottes im Alten Bund

- wie es die Kirchenväter sahen -

"Zunächst wollen wir von denen, die über Maria berichten, erfahren, wer sie ist und woher sie stammt. Ich habe einen Bericht apokrypher Art vernommen, welcher folgendes von ihr erzählt: Ein im öffentlichen Leben und in der Treue zum Bundesgesetz ausgezeichneter Mann, anerkannt unter den Besten, der Vater der Jungfrau, alterte kinderlos, weil seine Gattin keine Kinder bekommen konnte. Auf Grund des Bundesgesetzes kam den Müttern eine Würdestellung zu, an der die Kinderlosen keinen Anteil hatten. Darum folgt seine Frau dem Beispiel, das von der Mutter des Samuel erzählt wird (vgl. 1 Sam 1,9-18): Sie begibt sich in das Allerheiligste und fleht zu Gott, sie möge doch nicht vom Bundessegen ausgeschlossen werden, da sie ja in nichts gegen die Bundestreue gefehlt habe; sie möge Mutter werden, und sie wolle Gott das Kind weihen. In seinem Wohlwollen gab Gott ihr Zuversicht, und sie empfing die Gnade, um die sie gebeten hatte. Als das Kind geboren war, nannte sie es Maria [hebr.: Mirjam, d.h. die Begnadete], um auch durch die Namensgebung anzudeuten, daß es ein Gnadengeschenk Gottes sei. Als das Mädchen herangewachsen und der Mutterbrust entwöhnt war, legte sie großen Wert darauf, es Gott zu übergeben, das Versprechen einzulösen und es in den Tempel zu führen. Die Priester aber hätten eine Zeitlang das Mädchen ähnlich wie Samuel im Heiligtum aufgezogen; als sie aber herangewachsen war, hätten sie sich überlegt, was sie mit diesem heiligen Leib anfangen sollten, um nicht gegen Gott zu sündigen. Denn sie dem Gesetz der Natur zu unterwerfen und sie durch die Ehe der Herrschaft eines Gatten zu unterstellen, war völlig abwegig. Man hätte es geradezu für einen Tempelraub gehalten, wenn ein Mensch über ein göttliches Weihegeschenk Herr würde; denn der Mann war auf Grund der Gesetze beauftragt, über seine Ehefrau zu herrschen. Dass aber eine Frau sich zusammen mit den Priestern im Gotteshaus aufhalte und sich im Heiligtum blicken lasse, entsprach weder dem Bundesgesetz, noch vertrug die Ehrbarkeit diesen Zustand. Als die Priester hierüber Beratung hielten, gab Gott ihnen den Rat ein, sie zur Verlobung einem Manne zu geben; dieser müsse geeignet sein, ihre Jungfräulichkeit zu schützen. Man fand Josef, der der Bedingung entsprach, aus demselben Stamm und Geschlecht wie die Jungfrau. Er nahm nach dem Rat der Priester das Mädchen zur Braut; ihre Gemeinschaft war nur ein bräutliches Verhältnis."

Homilie des Hl. GREGOR von Nyssa auf Christi Geburt; PG 46, 1137 C-1140 B


Für die Väter sind die Verheißungen des Alten Testamentes in Christus in Erfüllung gegangen, und was sie von Maria und ihrer Bedeutung im Heilswerk aussagen wollen, finden sie besser als in den Apokryphen in den Vorbildern der göttlich inspirierten Schriften des Alten Bundes vorgegeben.
Sie müssen nur die Schätze heben und die Bilder in ihrem Zeichencharakter erkennen, sie den Gemeinden deuten und fruchtbar machen.
Denn seitdem Jesus in der Synagoge von Nazareth das Jesaja-Wort: »Der Geist des Herrn ruht auf mir; er hat mich gesalbt, um den Armen die Heilsbotschaft zu bringen, um den Gefangenen die Befreiung und den Blinden das Augenlicht zu verkünden, um die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen und ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen.« (Lk 4,18-19; vgl. Jes 61,1 f.) ausdrücklich auf sich bezogen hat mit der Feststellung; »Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt« (Lk 4,21), können alttestamentliche Texte nicht mehr verkündet und interpretiert werden ohne Blick auf Christus und seine Heilssendung.

Wer das Alte Testament ohne diesen messianischen Bezug verstehen will, verirrt sich in unfruchtbarer Textanalyse und stößt nicht zu seiner Heilsbedeutung vor. So haben nach der Überzeugung der Väter die Bilder, Zeichenhandlungen, Erzählungen und Psalmenworte bereits ihre Erfüllung gefunden und müssen von Christus her und seiner Botschaft und seinem Werk verstanden werden.


Der Rückgriff auf das Alte Testament erweist sich zuweilen geradezu als notwendig, damit die geistige und nicht leicht erfassbare Botschaft des Neuen Testamentes durch einfache Bilder und Symbole aus dem Alten Bund veranschaulicht werden kann. Schließlich wird die menschliche Erwartungen übersteigende neue Botschaft vom Heilshandeln Gottes leichter angenommen, wenn man erfährt, daß Gott im voraus schon Hinweise seiner künftigen Güter gegeben hat. Allerdings sind diese Hinweise noch nicht das Gemeinte selbst, sie sind nur Schatten der wahren Heilsgaben.

"Was bedeutet der Ausspruch: Geistiges beurteilen wir mit Geistigem (1Kor 2,13)?
Wenn etwas geistig und nicht erfassbar ist, so führen wir Zeugnisse dafür aus geistigem Bereich an;
so z. B. wenn ich davon spreche daß Christus auferstanden ist, daß er von einer Jungfrau geboren wurde. Ich führe dann Zeugnisse, Vorbilder und Hinweise an: des Jonas Aufenthalt im großen Fisch und seine spätere Rettung, das Gebären durch unfruchtbare Frauen, durch Sara, Rebekka und andere, das Wachsen der Bäume im Paradies, obwohl kein Same ausgestreut, kein Regen auf den Boden gefallen und keine Furche gezogen wurde. Denn die künftigen Güter wurden schattenhaft vorgebildet und entworfen durch frühere Ereignisse, damit man an sie glaubte, wenn sie eintraten. Ferner weise ich darauf hin, wie aus der Erde ein Mensch und wie aus einem einzigen Menschen ohne Zeugung die Frau, ja wie die Erde selbst aus nichts entstanden ist, da die Macht des Schöpfers überall und zu allem genügt. So beurteile ich Geistiges mit Geistigem und bedarf nirgends der weltlichen Weisheit, weder der Beweise noch der kunstfertigen Rede."

(Hl. JOHANNES Chrysostomos, 7. Homilie zum 1. Korintherbrief, 4; PG 61,59)


Aus: Heiser, Lothar, Maria in der Christus-Verkündigung des orthodoxen Kirchenjahres, Tyciak, Julius † und Nyssen, Wilhelm † (Hsgb.), Sophia, Quellen östlicher Theologie, Bd. 20, Trier 1981, S. 100ff.

hier aus St.Andreas-Bote

 

 

 


 

Zur Marienverehrung in unserer Kirche

Prof. Dr. Grigorios Larentzakis, Graz


In unserer Orthodoxen Kirche ist der liturgische, der doxologische, der theologische und der dogmatische Bereich mit dem Leben der Gläubigen sehr eng verbunden.

Allerdings muss gesagt werden, daß in der Sprache der Liturgie und in der poetischen Formulierung, im Jubel und Enthusiasmus, gelegentlich Übertreibungen vorkommen können, die, isoliert betrachtet, zu Einseitigkeiten und zu falschen Interpretationen führen können.

Trotzdem ist der unmittelbare Bezug der Kirche bzw. das Empfinden der Christen zu Maria wichtiger. In diesem Sinn hat für die Orthodoxe Kirche und Theologie die Person und die Rolle Mariens vom Anfang an eine zentrale Bedeutung. Das religiöse Leben der Christen ist von der Mutter Gottes (Theodokos) gerade aufgrund des Mysteriums der Menschwerdung Gottes erfasst. Wir betrachten sie als unsere eigene Mutter mit allen Konsequenzen und Beziehungen, die Kinder zu ihrer Mutter haben. Das wirkt sich zum Beispiel so aus: Wenn einem Christen etwas Unangenehmes oder etwas Schlimmes widerfährt, ruft er spontan und unmittelbar die Hilfe Marias, der Allheiligen (Panhagia), an.

Deshalb können die orthodoxen Christen mit Festen, Feiern und Hymnen Maria würdigen und verehren. Dabei werden die in überschwänglichen Gefühlen und in dichterischer Sprache vorkommenden Übertreibungen nicht als störend empfunden. Wenn man aber mit den Mitteln und den Methoden einer rationalen Zeit alles zu untersuchen und zu analysieren beginnt, und wenn man diese Atmosphäre des inneren Verhältnisses und der feierlichen Stimmung nicht miterlebt, den Hintergrund mancher Formulierungen nicht kennt, die andere Mentalität und die soziokulturellen Verhältnisse nicht berücksichtigt, dann wird vieles auf das rational Verstehbare und Begründbare reduziert oder als überflüssiger Ballast abgelehnt und weggeworfen.

Ein Kanon, ein Gesetz und eine erklärende endgültige Definition, ja eine dogmatische Definition waren und sind dann notwendig, wenn das harmonische Verhältnis in Frage gestellt wird und wenn der Inhalt oder das Wesen der Sache selbst gefährdet wird. Wo das "Göttliche" und das "Menschliche" eine harmonische Gemeinschaft bilden, ist es nicht notwendig, negative oder positive Regelungen zu treffen. Anders gesagt: Wo die Liebe erkaltet, beginnt das Misstrauen. Wo das Misstrauen beginnt, wächst die Angst. Und wo die Angst wächst, werden Gesetze und Bestimmungen für notwendig gehalten, in der irrigen Annahme, daß sie die liebende Gemeinschaft garantieren oder sogar ersetzen. Die Dynamik des Lebens hat den Vorzug vor allen Rationalisierungen und Reglementierungen. Allerdings hat die Theologie eine wichtige Aufgabe, korrigierend zu wirken, wenn Übertreibungen und Missbräuche im kirchlichen Leben sich breit machen, die das Wesentliche des christlichen Glaubens verunstalten können.

Wie in der allgemeinen Theologie eine Isolierung von Christologie, Pneumatologie, Soteriologie, d. h. von der Lehre über Christus, über den Hl. Geist und über das Heil, in der Orthodoxen Kirche nicht möglich ist, so ist auch für die Rolle Mariens als Vermittlerin zwischen dem Gläubigen und Gott keine Verabsolutierung eingetreten. Im großen Glaubensbekenntnis von Konstantinopel (381), übrigens dem einzigen ökumenischen Glaubensbekenntnis, das allen Christen gemeinsam ist, heißt es: "Der (d. h. Jesus Christus) für uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen ist und Fleisch angenommen hat aus dem Heiligen Geist und Maria, der Jungfrau, und Mensch geworden ist." In dieser Formulierung der Konzilsväter drückt sich richtig das Verhältnis der Mutter Gottes zu Christus, zu ihrem Sohn, und zum Hl. Geist aus. Damit wird die christologische und pneumatologische Dimension für uns und für unser Heil deutlich. Das sind die Voraussetzungen, warum die Mutter Gottes auch "Mutter des Lebens" genannt wird und unsere Fürsprecherin und "Vermittlerin" sein kann. Es muss gleich gesagt werden, daß nur in diesem Sinn die Mutter Gottes als Fürbitterin bei ihrem Sohn verstanden werden kann, jedoch nicht im Sinn der westlichen Auffassung von der "Mittlerin" (Commediatrix) oder sogar "Miterlöserin" (Corredemptrix).

Und während Eva nach der Erzählung der Bibel das Menschengeschlecht belastete, nahm Maria, die Mutter Gottes, alle Menschen als ihre Kinder auf. Sie bringt deren Nöte und Bitten vor ihren Sohn, wie sie es bei der Hochzeit zu Kana getan hat. So wird auch das Gespräch vor dem Kreuz zwischen dem gekreuzigten Jesus und seiner Mutter interpretiert: "Als Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dastehen sah, sagte er zu der Mutter: Frau, das ist dein Sohn" (Joh19,26). Mit Johannes sind alle Menschen gemeint, interpretiert z. B. Origenes.

Eine zusätzliche Begründung der Sinnhaftigkeit der Fürbitte Marias ergibt sich auch aus der allgemeinen Position der Heiligen in der Kirche, an deren erster Stelle Maria steht. Die Gemeinschaft in der Kirche nimmt einen besonderen Platz ein. Diese Stellung der Heiligen in der Kirche, deren Verehrung und Anrufung, als "Vermittler" und "Fürbitter" bei Gott zu wirken, wird deutlich durch die Stelle im Jakobusbrief 5,16: "Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Das inständige Bitten eines Gerechten hat große Kraft." Darin liegt ein wichtiges Fundament auch der christlichen Solidarität der Glieder des einen Leibes Christi, wonach "alle Glieder einträchtig füreinander sorgen. Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit" (1Kor 12,25-26).

Die Verbindung der Verehrung und der Fürbitte Marias mit der der Heiligen beschloss das VII. Ökumenische Konzil von Nizäa: "Wir wurden gelehrt, zu ehren und zu preisen zunächst und vornehmlich und wahrhaftig die Gottesmutter, die höher ist als andere himmlische Kräfte; die Heiligen und Himmelskräfte, die seligen Apostel, die Propheten, ... alle, die um Christi willen den Märtyrertod fanden. Wir wurden gelehrt, deren Fürbitten anzuflehen, weil sie uns mit dem König aller, Gott, in eine familiäre Gemeinschaft bringen können." Das ist die Lehre der Gesamtkirche des Ostens und des Westens, wie sie in einem gemeinsamen ökumenischen Konzil ausgedrückt wird.

Dieses Grundvertrauen der Gläubigen Maria gegenüber kommt auch im gottesdienstlichen Leben zum Ausdruck. Viele Gebete, Fürbitten und Hymnen dokumentieren dies.

So schneidet etwa bei der Vorbereitung der eucharistischen Gaben (Proskomide) der Priester zum Gedenken an die Mutter Gottes einen dreieckigen Teil aus dem eucharistischen Brot heraus und sagt: "Zu Ehren und zum Gedächtnis unserer ... Gottesgebärerin und steten Jungfrau Maria. Auf ihre Fürbitten, Herr, nimm dieses Opfer auf deinem überhimmlischen Altar an." Auch für uns Gläubige wird z. B. bei jeder Eucharistiefeier in den Antiphonen gesungen: "Durch die Fürbitten der Gottesgebärerin rette uns, Retter." Beim Abschluss jedes Gottesdienstes betet der Priester u. a.: "... Christus, unser wahrer Gott, möge in seiner Güte und Menschenliebe sich unser erbarmen und uns retten, durch die Fürbitte seiner allerreinsten und makellosen heiligen Mutter ..."

Schließlich, weil die Christen überzeugt sind, dass Maria "die in Fürbitten unermüdliche Gottesgebärerin" ist (Kontakion, Fest der Entschlafung Marias), feiern sie zwei Wochen lang vor dem 15. August in Abwechslung zwei Bittgottesdienste, den sogenannten "großen Bittkanon" und den "kleinen Bittkanon", während der Fastenzeit feiern sie jeden Tag nach der Vesper. Eine Darstellung und Analyse dieser Gottesdienste würde hinsichtlich der Rolle Mariens als Fürbitterin für alle sehr aufschlussreich sein. Es zeigt sich, daß diese Rolle Mariens nicht eine Gleichstellung mit Gott bzw. mit Christus bedeutet, sondern die Stellung nach ihm.

Außerdem muss noch erwähnt werden, daß nicht nur die Gottesgebärerin Maria für uns bei Gott bzw. bei ihrem Sohn spricht, sondern daß auch wir für Maria beten. Nach der Epiklese, der Anrufung des Heiligen Geistes und der Wandlung der eucharistischen Gaben in der Chrysostomosliturgie, betet der Priester u. a.: "Wir bringen Dir (Gott) diesen geistlichen Gottesdienst auch dar für ... Vorväter, Väter, Patriarchen, Propheten, Apostel, Prediger, Evangelisten, Märtyrer ... Insbesondere aber für unsere allheilige, unbefleckte, hochgepriesene und ruhmreiche Gebieterin, die Gottesmutter und immerwährende Jungfrau Maria". Dadurch wird deutlich, daß Maria nicht an die Stelle ihres Sohnes tritt, daß sie der großen Schar der Gemeinschaft der Heiligen angehört.

Dieses Grundvertrauen auf Maria gilt in der Orthodoxen Kirche für alle Schichten der Gläubigen, von den einfachen Christen einer Dorfgemeinde bis zu den Mönchen und Einsiedlern von Athos, deren "Herz tatsächlich marianisch ist".

Larentzakis, Gregorios, Die Orthodoxe Kirche, Ihr Leben und ihr Glaube, Graz, Wien, Köln 2000,
S. 115ff (ohne Fußnoten)

hier aus St.Andreas-Bote


 


6. Dezember (19.12.)

Unser Vater unter den Heiligen
der
Hl. N I K O L A U S

ERZBISCHOF von MYRA in Lykien
der
Wunderwirker

~ Sv. NIKOLAJ ~    ~ Aj. NIKOLAOU ~

Lehrer im Glauben,
Vorbild in der Milde,
Beispiel in der Enthaltsamkeit
bist Du Deiner Herde
wahrhaft gewesen.

Deshalb wurde
deiner Demut -
die Erhoehung
zuteil
und deiner Armut
- der Reichtum.

Heiliger Vater NIKOLAUS
bitte Christus,
unseren Gott,
dass gerettet werden
auch unsere Seelen.
 
Vita-Ikone aus Bulgarien 16.Jhdt.


Der Hl. Nikolaus von Myra in Kleinasien gehoert zu den Bischofsgestalten der Alten Kirche, die sich bei allen Voelkern bis heute ausserordentlicher Beliebtheit erfreuen. Er hat die ihm anvertraute Kirche durch die Verfolgungen durch Diokletian hindurchgefuehrt und hat als einer der 318 Vaeter des Oikumenischen Konzils von Nikaea die heilsbedrohenden Irrlehren des Arius besiegt.

Doch in der Erinnerung wird nicht nur seines Glaubensmutes gedacht, in den Voelkern ist vor allem das Gedaechtnis an seine vielfaeltige spontane Hilfe an Menschen in Not verankert. Durch diese Hilfe hat er das Evangelium vorgelebt und den Menschen aller Zeiten grosses Vetrauen auf seine Hilfsbereitschaft durch Fuerbitten und das Erwirken der uebernatuerlichen Hilfe Gottes gegeben.
Durch seine Guete und milde Fuersorge in der Ausuebung seines hohen Amtes ist er zum Idealtypos des orthodoxen Bischofs geworden, von dem erwartet werden darf, dass er auch als Hirte einer grossen Herde sich immer die Not des Einzelnen angelegen sein laesst, sich fuer die unschuldig Verfolgten einsetzt und der Gerechtigkeit mit Guete und Milde Geltung verschafft.

So ist er sowohl Abbild der Menschenliebe Christi wie auch Vorbild christlicher Glaubensexistenz.
 
In der ganzen christlichen Welt wird NIKO-LAOS, ("der die Voelker Gewinnende") der Heilige von Myra als ein ganz Vertrauter und "bodenständiger" Begleiter empfunden und bis heute um Fuerbitte angerufen. Unzaehlige Glaeubige haben seinen Beistand erfahren und an allen Plaetzen der Welt zahllose Kirchen und Kapellen seinem Gedaechtnis erbaut.

Am Donnerstag jeder Woche rufen wir ihn neben den Hl.Aposteln im Gebet als Fuersprecher an.


 

W E I H N A C H T E N   bis   T H E O P H A N I E

UEBERBLICK
zum Auswählen je nach dem Zeitpunkt des Aufrufens
 

11. - 19. Dezember
(24.XII.-1.I.):

Weihnachtliche Vorzeit


24. Dezember (6.I.):zum Tag
Der Vortag des Festes

PARAMONIE vor dem Fest

Metropolit ANTHONY:
"Heiland, all derer in Finsternis"


Die Symbolik der Weihnachtsikone

Hl. BASILIUS (315-379)
Papst LEO (395-461)
 

LNP/Moskau Sofrino-Festtagsikone

Christ is born   - glorify Him !
Christ descends from the heavens
  

- welcome Him !

Christ is now on earth   – ascend !
25. Dezember (7.I.):zum Festtag zur Geburt Christi:
"Niemand hat eine vollständigere Liebe, als Gott selbst ..."
Patriarch BARTHOLOMAIOS (2000)

Weihnachtsbotschaft 2013
des Ökumenischen Patriarchen 2013  B A R T H O L O M A I O S


Metropolitan Hilarion of Volokolamsk,
chairman of the Moscow Patriarchate’s Department for External Church Relations,
Christmas greetings to the Primates of the Local Orthodox Churches:


Predigt: "O Schöpfer des Alls ... O Kind ... Du erfüllst uns mit Staunen" (Papst Johannes Paul II.)

Predigt: "Unsere Welt braucht Hoffnung ... sie hat Hoffnung ...
Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !"
(Metropolit Augoustinos)


Predigt: "Mit Gaben verneigten sich die Weisen, vom Glauben erleuchtet" (Erzbischof Mark)

26. Dezember (8.I.):
Mitfest der AllheiligenGOTTESGEBÄRERIN

"Blüte der Unversehrtheit"- Prototyp der neuen Schöpfung -
 


Zum westlichen, weltlichen Jahreswechsel: 31.12. 2000 - 1.1. 2001

6. Januar (19.I.) - THEOPHANIE -


 

 

 

24. Dezember (6.I.)

W E I H N A C H T E N

der VORABEND zum HOCHFEST der GEBURT unseres HERRN, GOTTES und ERLÖSERS
JESUS CHRISTOS
im FLEISCHE


Die Jungfrau gebiert heute Den,
Der vor allem Sein war.
Und die Erde bietet eine Höhle
dem Unbegrenzten.
Die Engel lobsingen
mit den Hirten.
Die fernen Weisen
wandern dem Stern nach.
Denn für uns ist geboren
als kleines Kind
der urewige Gott.

LNP/Moskau-Sofrino Festtagsikone

Christliches BRAUCHTUM der orthodoxen Völker zum Fest:
Metropolit HILARION von Dorostol: zum Festmahl am "Abend der Ankunft"

 

 

Erklärungen zum Tag vor dem Fest

PARAMONIE vor dem Fest

Hl. BASILIUS: "Predigt zur Geburt Christi"

Festpredigt von Metropolit ANTHONY: "Heiland all derer in Finsternis"

 

WEIHNACHTEN


feiern wir die Geburt Christi als das Mysterium der wahren Menschheit und der wahren Gottheit unseres Herrn und Erloesers.
Dieses Mysterium ist keine milde Verschleierung der Wirklichkeit sondern eine den menschlichen Verstand uebersteigende Realitaet, die den Glaeubigen zumutet, Oberflaechlichkeit und starrsinnige Selbstgerechtigkeit abzulegen und wie verwandelt einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die das Unfassbare feiern:

Gott wurde Mensch,
ohne sein Gottsein preiszugeben;
der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt;
der Allmächtige kam machtlos als Kind;
der Allerhoechste ist zu uns herabgekommen,
damit wir zu Ihm hinauf gelangen koennen.


Unsere erkrankte menschliche Natur, die sich von Gott immer wieder entfernt hat, ist auf diese Vereinigung von Gott und Mensch angewiesen, um wieder heil zu werden.(s.Joh 3:16)

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im 2.Jhdt. in Alexandria entstanden, wurde zunaechst als Epiphaniefest am 5. / 6. Jaenner gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Weisen, seiner Taufe und in Rom sogar mit seinem ersten oeffentlichen Wirken bei der Hochzeit zu Kana.
Um die Mitte des 4.Jhdt. trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des "Sol invictus"(der unbesiegbaren Sonne), der im heidnischen roemischen Reich am 25. Dezember nach der Wintersonnenwende begangen wurde. Diese Symbolik wurde bewusst auf die christliche Symbolik fuer Christus als "Licht der Welt" uebertragen.
Rund 50 Jahre spaeter ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von unserem Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden.



 

Der Vortag des Festes

Auf den ersten Blick ist die Fülle des Inhalts der Gebete der "Königlichen Stunden" am 24. Dezember etwas verwirrend. Einerseits ist die Vigil der Geburt Christi der Höhepunkt der Hoffnung und der Erwartung des Advents. Andererseits nehmen die Gottesdienste dieses Tages das Weihnachtsfest selbst vorweg: wir bitten noch voll Inbrunst um die Ankunft Christi, da berichtet uns die Kirche schon aus den Evangelien über die Geburt. Dieses Verschmelzen zweier Elemente - der Buße in der Erwartung eines Ereignisses und die Verkündung des Ereignisses als schon stattgefunden - wird eher durch das Zusammenspiel liturgisch-historischer Faktoren erklärt als durch eine bewußte dogmatische oder pädagogische Absicht. Das gleiche gilt auch für den Karsamstag. Es ist aber schon wichtig zu wissen, wie wir diese doppelte Bedeutung des 24. Dezembers zu unserem besten Nutzen verwenden. Daß wir am Heiligen Abend die Perikopen über die Geburt Christi gehört und Dankeshymnen gesungen haben, entwertet nicht das freudige Gebet am 25. Dezember. Im Gegenteil, es vorbereitet und erleichtert dieses Gebet. Die Gottesdienste am Hl. Abend sind länger als die für das eigentliche Fest; während der Gottesdienste hören wir die biblischen Berichte von der Geburt, die detaillierter sind als die, welche wir am nächsten Tag hören.
So präsentiert uns die Kirche am 24. Dezember das ganze Panorama der Geburt; jedes Detail wurde erwähnt und untersucht; das ganze Bild wurde in unserem Geist aufgebaut.
Am Weihnachtstag selbst wiederholt die Kirche nicht alles, was schon gesagt wurde; sie nimmt an, daß wir es wissen und darüber nachgedacht haben. Die Kirche lenkt unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte. Sie gibt uns die Möglichkeit nicht nur zu lernen und uns geistig zu entwickeln, sondern die spirituelle Frucht der Worte des Lebens, die wir schon kennen, zu kosten und zu genießen. Der 24. Dezember spricht zu uns von den gleichen Dingen wie der 25. Dezember, aber der 24. ist eine Vorbereitung, eine Belehrung, ein Lobpreis zum Empfang des Ereignisses, der 25. ist die Fülle, die Frucht, der Lobpreis zur Krönung der vollendeten Tatsache. Am Morgen des 24. Dezembers werden die Stundengebete mit besonderer Feierlichkeit zelebriert. Jede der Stunden enthält neben den Psalmen und verschiedenen Hymnen eine Perikope aus dem Alten Testament und Lesungen aus einer Epistel und einem Evangelium.

Zur Ersten Stunde (Prim) wird eine Stelle aus dem Propheten Micha (5,2-4) gelesen, die sich auf Bethlehem bezieht, die kleine Stadt unter den Tausenden in Juda, aus der aber der künftige Herrscher Israels kommen wird. Die Epistel (Hebr 1,1-12) besagt, daß Gott, der zu uns durch die Propheten gesprochen hat, nun endlich durch Seinen Sohn gesprochen hat, der "um so viel erhabener geworden als die Engel”. Das Evangelium (Mt 1,18-25) ist das gleiche wie am Sonntag vor Weihnachten und beschreibt die Bestürzung des Josef und wie er beruhigt wurde.

Zur Terz wird eine Stelle des Propheten Baruch (3,36-4,4 gelesen) die über Gottes Weisheit verkündet: "Dann erschien sie auf der Erde und hielt sich unter den Menschen auf.” Die Epistel (Gal 3,23-29) verkündet: "So hat das Gesetz uns in Zucht gehalten bis zum Kommen Christi ... Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dieser Zucht. ... Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.” Das Evangelium (Lk 2,1-20) erzählt von der Geburt Jesu in Bethlehem und der Anbetung der Hirten.

Zur Sext kündigt der Prophet Jesaja (7,10-16; 8,1-4,9-10) die Geburt Christi an: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben. Er wird Butter und Honig essen bis zu der Zeit, in der er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.” Die Epistel (Hebr 1,10-2,3) spricht wieder davon daß Jesus erhabener als die Engel ist und warnt uns: "wie sollen dann wir entrinnen, wenn wir uns um ein so erhabenes Heil nicht kümmern.” Das Evangelium (Mt 2,1-12) erzählt von der Reise und der Anbetung der Magier.

Zur Non hören wir Jesaja (9,5-7): "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.” Die Epistel (Hebr 2,11-18) sagt uns den Grund für die Fleischwerdung: "Darum mußte er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.” Das Evangelium (Mt 2,13-23) erzählt die Abreise der Magier, die Flucht nach Ägypten und den Mord an den unschuldigen Kindern.

Den ‚königlichen Stunden' folgt unmittelbar die Vesper. Da hören wir drei Lesungen aus dem Alten Testament: den Schöpfungsbericht (Gen 1,1-13) über jene Schöpfung, in die der fleischgewordene Gott gesandt wurde, um sie zu vollenden. Dann hören wir die Botschaft: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt....” (Jes 7,10-16;8,1-4,9-10). Wir haben diese beiden letzten Stellen bereits während der königlichen Stunden gehört. Nach der dritten Lesung aus dem Alten Testament geht die Vesper in die Göttliche Liturgie über: der Zelebrant betet eine kurze Ektenie und geht dann sofort über zu dem Gebet, das dem Kleinen Einzug folgt. Das Trisagion wird gesungen, Epistel und Evangelium der Göttlichen Liturgie werden gelesen. Die Epistel ist die gleiche wie die zur Prim und das Evangelium das gleiche wie zur Terz, wir haben sie bereits erwähnt. Dann wird die Liturgie ganz normal gefeiert.
Die Lieder bei den Stunden, der Vesper und der Liturgie sind bereits Freudengesänge: "Kommt laßt uns jubeln dem Herrn, verkünden das heutige Mysterium. ... Licht vom Licht, Abglanz des Vaters, Du erfüllst mit Freude und erleuchtest alle Kreatur ... Wir verherrlichen Deine Geburt, o Christus...”
Trotzdem verliert die Vigil von Weihnachten nicht ihren Charakter der Buße.
Das Fasten an diesem Tag sollte besonders strikt eingehalten werden.
In Rußland gibt es den Brauch, daß bis zum Erscheinen des ersten Sterns am Nachthimmel gefastet wird.
Das läßt uns an den Stern denken, der die Magier geführt hat und an Christus, der das wahre Licht ist.
Dieser Tag sollte auch ein Tag des Fastens in unserer Seele sein: wir sollten uns aller schlechten oder nutzlosen Gedanken enthalten und in Stille und Gelassenheit den Retter erwarten, der zu uns kommt.

Es wird dunkel.

Bald wird der erste Stern am Himmel leuchten und nach dem Kirchenkalender den Beginn des neuen Tages verkünden, des großen Festes der Geburt Christi.

Möge mit dem Aufleuchten des Sterns das Licht unseres Herrn leuchten für uns, mit den Worten des Apostels Petrus (2Petr 1,19), "ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.”
A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace of the Lord, Crestwood, N.Y. 1980, p. 59f.; Übers. G. Wolf


 

 

nach dem Buch "Vermächtnis seit Jahrhunderten"
von
Metropolit HILARION von Dorostol

Das Festmahl am
"Abend der Ankunft" (Budni Wetscher)
im orthodoxen Bulgarien

Am Abend des 24. Dezember feiert man den "Abend der Ankunft". Es ist der letzte Fastentag der Vorweihnachtlichen Fasten und Fastenspeisen werden auch vorbereitet. Aber dieser Abend schliesst die Fasten ab und so ziehen retrospektiv gleichsam alle Fastenspeisen noch einmal vorbei. Auf den Festtisch kommen reichlich gekochte Bohnen, eingelegte mit Reis gefuellte Tomaten und Paprika, gekochter Reis in Kraut- und Weinblaetter gewickelt, Nuesse und Kompott (oshav) aus getrocknetem Obst und allen Fruechten, die im Laufe des zu Ende gehenden Jahres gereift sind. Die Mitte des Tisches markiert ein frisch gebackenes rundes Brot (bogovica) in dem spaeter eine brennende Kerze an den angekommenen Christus -das Licht der Welt- erinnert. In diesem Brot ist gewöhnlich eine Münze eingebacken, die nach dem Brechen des Brotes ein Glueckskind in seinem Teil findet.
In manchen Gegenden legt man den Boden oder den Tisch mit Stroh aus, zum Gedenken an die Krippe von Bethlehem, wo das goettliche Kind geboren wurde.
Anderswo leitet man das feierliche Abendessen besonders passend ein: Kinder mit einer brennenden Kerze, einem Weihrauchgefaess, Wein und Brot ziehen zur Eingangstür um den Herrn willkommen zu heissen und um Segen fuer die Festtafel zu bitten indem sie dreimal sagen: "Komm, Herr und Gott, damit wir zu Abend essen !" Wenn sie zur Festtafel zurueckkommen, sprechen sie als Gruss: "Ein frohes Fest der Geburt Christi !". Alle an der Tafel stehen auf und empfangen sie mit der Antwort "Amen ! Willkommen ! Auf viele Jahre !".
Beim Schein des Oellichtes vor der Ikone des Hauses und der Kerze auf dem Brot spricht der Hausherr, der aelteste oder der juengste Anwesende, wenn alles fertig ist, das Gebet des Herrn "Vater unser ..." und man singt das Weihnachtstroparion: "Deine Geburt Christus, unser Gott, liess erstrahlen der welt das Licht der Erkenntnis; denn in ihm wurden die Anbeter der Gestirne durch einen Stern belehrt, Dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit und Dich zu erkennen als den Aufgang aus der Hoehe. Herr, Ehre sei Dir !". Am Ende des Abendessens fuegt man dem Dankgebet noch das Kondakion des Festes hinzu: "Heute gebiert die Jungfrau Den, Der ueber allem Sein ist, und die Erde bietet dem Unbegrenzten eine Hoehle. Die Engel singen den Lobpreis mit den Hirten; die Weisen folgen dem Stern. Denn fuer uns ist geboren das kleine Kind, Gott von allem Anfang an."

Hier aus dem Pfarrblatt der Bulgarischen Orthodoxen Kirchengemeinde "Hl. IWAN RILSKI" in Wien, Österreich
Pfarrer: Bischofsvikar Iwan Petkin
Übersetzung: Regierungsrat Prof. DDr. Johann Krammer und Kalojan Petkin



Heute wird aus der Jungfrau geboren Er,
der in Seiner Hand die ganze Schöpfung hält !
Wie ein Sterblicher ist in Windeln gewickelt Er,
der Seinem Wesen nach unbegreifbar unbegrenzt ist.
In einer Krippe liegt Gott,
der zu Anbeginn die Himmel geschaffen.
Von Muttermilch nährt sich der,
welcher einst in der Wüste Seinem Volke Manna regnen liess.
Die Weisen ruft herbei
der Bräutigam der Kirche.
Er nimmt Gaben entgegen
der Sohn der Jungfrau.
Wir beten an Deine Geburt, Christos !
Lass uns auch Deine heilige Theophanie schauen !

Festtagsikone

+++PARAMONIE vor dem Fest CHRISTI GEBURT:
Das Geburtsfest unseres Herrn und Erloesers Jesu Christi beginnt am Vortag, der ein besonderer Tag des Vorbereitungs-Fastens ist. Dieser Tag ist ausgefuellt durch das Koenigliche Stundengebet waehrend der Tagstunden und die PARAMONIE waehrend der Abendstunden, ein hymnisches Gedenken, das in alter Tradition ein gemeinschaftliches In-der-Kirche-bleiben der Glaeubigen bis zur Feier der morgendlichen Festliturgie bedeutet.
Wir laden nun ein, die reichen Texte dieser Paramonie mit uns zu beten:



+++

Einschreiben liess sich einst Maria in Bethlehem,
mit dem betagten Josef aus dem Geschlechte Davids.
In ihrem Leibe trug sie die jungfraeuliche Frucht.
Es kam die Zeit, da sie Gebaeren sollte,
und in der Herberge war kein Raum fuer sie da.
Da erschien die Hoehle der Koenigin wie ein hehrer Palast.
Christus wird geboren,
um wieder aufzurichten
das einst gefallene Abbild Gottes.

Kommt, lasset uns jubeln dem Herrn
auslegen das heutige Mysterium.
Die Scheidewand ist niedergerissen,
das Flammenschwert wendet sich ab.
Die Cherubim weichen dem Holz des Lebens
und ich habe teil an des Paradieses Koestlichkeit,
von der mich der Ungehorsam frueher vertrieben.
Denn des Vaters gleiches Bild,
die Praegung Seiner Ewigkeit,
nimmt Knechtsgestalt an,
tritt hervor aus der Mutter,
die vom Manne nichts weiss,
und erleidet doch keine Veraenderung.
Denn Er blieb, was Er war:
der wahre Gott,
und nahm an, was Er nicht war:
Mensch geworden aus Menschenliebe.
Ihm rufen wir zu:
Aus der Jungfrau geborener Gott,
erbarme dich unser !

Als der Herr Jesus geboren wurde
aus der heiligen Jungfrau,
da wurde das All erleuchtet.
Da die Hirten wachten,
die Weisen anbeteten
und die Engel lobsangen,
wurde Herodes erschreckt:
Denn
Gott erschien im Fleische,
der Retter unserer Seelen.

Dein Koenigreich, Christus Gott,
ist ein Koenigreich aller Aeonen,
und Deine Herrschaft
waehrt von Geschlecht zu Geschlecht,
Fleisch geworden vom heiligen Geiste
und Mensch geworden aus der steten Jungfrau Maria
liessest Du uns Licht erstrahlen,
Christus Gott, in Deiner Ankunft;
Licht vom Licht, Abglanz des Vaters,
erfreuend die ganze Schoepfung.
Aller Odem lobet Dich,
die Praegung der Herrlichkeit des Vaters,
der Du bist und der Du warst
und aufleuchtest aus der Jungfrau als Gott;
erbarme Dich unser.

Was bringen wir Dir dar, Christus,
da Du fuer uns auf Erden als Mensch Dich zeigest ?
Denn jedes der von Dir gemachten Geschoepfe
bringt Dir die Danksagung dar:
die Engel den Hymnus,
die Himmel den Stern,
die Weisen die Gaben,
die Hirten ihr Staunen,
die Erde die Hoehle,
die Wueste die Krippe,
wir aber
die Jungfrau-Mutter,
Du Gott vor den Aeonen,
erbarme Dich unser.



LESUNG aus dem Buche GENESIS
( Gen 1: 1 - 13 )

 


Am Anfang machte Gott den Himmel und die Erde.
Die Erde aber war unsichtbar und ungestaltet
und Finsternis war über der Tiefe und Gotteshauch wehte über dem Wasser.

Und Gott sprach:
Es werde Licht. Und es wurde Licht.
Und Gott sah, dass das Licht gut war,
und Gott trennte zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis.
Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht.
Und es wurde Abend, und es wurde Morgen,
ein Tag.

Und Gott sprach:
Es werde ein fester Körper inmitten des Wassers,
und er soll zwischen Wasser und Wasser trennen.
Und so geschah es.
Und Gott machte den festen Körper und Gott trennte zwischen dem Wasser,
das über dem festen Körper war,
und zwischen dem Wasser unterdem festen Körper.

Und Gott nannte den festen Körper Himmel
und Gott sah, dass es gut war.
Und es wurde Abend und es wurde Morgen,
zweiter Tag.


Und Gott sprach:
Das Wasser unter dem Himmel sammle sich in einen einzigen Sammelraum und das trockene Land werde sichtbar.
Und so geschah es,
und das Wasser unter dem Himmel sammelte sich in seine Sammelräume und das trockene Land wurde sichtbar.
Und Gott nannte das trockene Land Erde und die Ansammlungen der Wasser nannte er Meere und Gott sah,
dass es gut war.

Und Gott sprach:
Die Erde lasse eine Weide von Grünpflanzen wachsen, Samen Säendes
je nach Art und nach Ähnlichkeit, und fruchttragendes Holz,
Frucht hervorbringendes,
deren Same in ihr ist, je nach Art, auf der Erde.
Und so geschah es.
Und die Erde brachte eine Weide von Grünpflanzen hervor,

Samen Säendes je nach Art und nach Ähnlichkeit, und fruchttragendes Holz,
Frucht hervorbringendes, deren Same in ihr ist, je nach Art, auf der Erde;
und Gott sah, dass es gut war.
Und es wurde Abend und es wurde Morgen,
dritter Tag.


 

LESUNG aus dem Buche NUMERI 
( Num 24: 2 - 3, 5 - 9, 17 - 18 )


Und der Geist Gottes kam auf Balaam.
Und nachdem er sein Gleichniswort aufgenommen hatte,
sagte er:
Es spricht Balaam, der Sohn des Beor,es spricht der Mensch, der wahrhaft sieht:
Wie schön sind deine Häuser, Jakob, deine Zelte, Israel,
wie Schatten spendende Täler,
und wie Paradiesgärten an Flüssen, und wie Zelte, die der Herr aufgestellt hat,
wie Zedern an den Wassern.
Ein Mensch wird herauskommen aus seiner Nachkommenschaft und über viele Völker herrschen, und seine Herrschaft wird erhöht werden, und wird wachsen.
Gott hat ihn aus Ägypten herausgeführt
 – eine Pracht wie die eines Einhorns ist ihm (gegeben);
er wird die Völker seiner Feinde fressen
und ihr Fett wird er aussaugen,
und mit seinen Geschossen wird er die Feinde niederstrecken.
Er ließ sich nieder und ruhte sich aus
wie der Löwe und das Löwenjunge
– wer wird ihn zum Aufstehen bringen?
Die dich segnen sind Gesegnete, und die dich verfluchen, sind verflucht.
Ein Stern wird aufgehen aus Jakob und ein Mensch wird aufstehen aus Israel;
er wird die Oberhäupter aus Moab zerschmettern
und alle Söhne Seths als Beute nehmen.
Und Edom wird der Erbbesitz sein,
und Esau, sein Feind wird der Erbbesitz sein und Israel handelte in Stärke.


LESUNG aus dem Propheten MICHA 
( Mich 4: 6 - 7, 5: 1-4 )


An jenen Tagen, spricht der Herr,
werde ich sammeln die Zerschlagene und die Ausgestoßene werde ich aufnehmen und diejenigen, die ich verstoßen habe.
Ich werde die Zerschlagene zum Rest machen
und die Verstoßene zu einem starken Volk,
und der Herr wird König sein über sie auf dem Berg Sion
von jetzt bis in die Ewigkeit.
Nun wird eingeschlossen werden die Tochter in eine Mauer.
»Belagerung hat man uns auf erlegt.«
Mit dem Stab werden sie die Stämme Israels auf die Backe schlagen.
Und du Bethlehem, Haus von Ephratha, nicht die kleinste bist du,
um unter den Tausenden Judas zu sein.
Aus dir wird mir (einer) hervorgehen, um Herrscher in Israel zu sein.
Seine Ursprünge sind vom Anfang her, aus Tagen der Vorzeit.
Deshalb wird er sie preisgeben bis zur Zeit der Niederkunft für die Gebärende.
Sie wird gebären
und dann wird der Rest seiner Brüder zurückkehren zu den Söhnen Israels.
Und es wird dastehen und schauen und weiden seine Herde in der Kraft der Herr.



Verborgen wurdest Du in der Hoehle geboren,
aber der Himmel hat dich verkuendet, Erloeser,
sprechend durch den Stern.
Und die Weisen hat Er herangefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !


Seine Gruendungen sind auf den heiligen Bergen.
Der Herr liebt deine Tore, Sion,
mehr als alle Wohnstaetten Jakobs.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Herrliches sagt man ueber dich, du Stadt Gottes.
Ich zaehle Raab und Babylon unter meine Bekenner.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Siehe, da sind auch Tyros und das Volk der Aethiopier.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Sie sind dort geboren.
Aber Sion nennt jedermann Mutter.
In ihr sind alle geboren.
Und der Allerhoechste Selbst hat sie gegruendet.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Der Herr tat sich kund in der Schrift der Heiden
und jener Fuersten,
die in ihr geboren sind.

Verborgen 
wurdest Du in der Hoehle geboren,
aber der Himmel 
hat dich verkuendet, Erloeser,
sprechend durch den Stern.
Und die Weisen hat Er herangefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !



LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 11: 1 - 10 )

So spricht der Herr:
Und hervorkommen wird ein Schössling aus der Wurzel Jessais,
und eine Blume wird aus der Wurzel emporsteigen.
Und auf ihn wird sich niederlassen der Geist Gottes,
der Geist der Weisheit und der Einsicht,
der Geist des Ratschlusses und der Macht,
der Geist der Erkenntnis und der Frömmigkeit;
erfüllen wird ihn der Geist der Furcht Gottes.
Er wird nicht nach dem (äußeren) Glanz richten
und nicht nach dem Gerede (anderer) zurechtweisen,
sondern er wird in Gerechtigkeit für den Niedrigen Recht schaffen
und in Rechtschaffenheit zurechtweisen die Niedrigen des Landes;
und er wird schlagen das Land mit dem Wort seines Mundes
und mit dem Hauch aus den Lippen die Gottlosen töten;
und er wird mit Gerechtigkeit gegürtet sein um die Hüfte
und mit Wahrheit umhüllt an seinen Seiten.
Dann der Wolf gemeinsam weiden mit den Lämmern,
und der Panther wird sich mit dem Böckchen niederlegen,
und Kälbchen und Löwe und Stier werden zusammen weiden,

und ein kleines Kind wird sie führen;
und Rind und Bär werden zusammen weiden,
und ihre Jungen werden zusammen sein,
und Löwe wie Rind werden Stroh fressen.
Und ein Entwöhntes wird auf das Loch von Nattern
und auf das Nest von Natternjungen die Hand legen.
Und sie werden gewiss nichts Böses tun noch imstande sein,
jemanden zu verderben, auf meinem heiligen Berg,
weil die gesamte (Erde) erfüllt wurde vom Erkennen des Herrn
wie viel Wasser, (das) die Meere zu bedecken (vermag).

Und es wird (da) sein an jenem Tag die Wurzel von Jessai, der, der sich erhebt, über Völkerschaften zu herrschen, auf ihn werden Völkerschaften hoffen,
und seine Ruhe wird Ehre sein.


LESUNG aus dem Propheten BARUCH 
( Baruch 3: 36 - 4: 4 )

Dieser ist unser Gott. kein anderer wird neben ihm anerkannt werden.
Er hat den ganzen Weg des Wissens entdeckt und ihn Jakob, seinem Knecht,
und Israel, seinem Liebling, gegeben.
Danach erschien sie auf Erden und wandelte unter den Menschen.
Sie ist das Buch der Satzungen Gottes und das Gesetz,
das in Ewigkeit Bestand hat: alle, die an ihr fest halten,
(gewinnen) das Leben,
aber die sie im Stich lassen, werden sterben.
Kehre um, Jakob, und ergreife sie, geh weiter zu der Helligkeit,
die vor ihrem Licht herrscht!
Gib keinem anderen deine Ehre, und deinen Vorzug keinem fremden Volk!
Selig sind wir, Israel,
denn was Gott gefällt,
ist uns bekannt!


LESUNG aus dem Propheten DANIEL 
( Dan 2:27. 31 - 36, 44b - 45 )

Daniel aber erhob seine Stimme und sagte in Gegenwart des Königs:
Was der König gesehen hat
— Weise und Beschwörer und Zauberer und Gazarener haben nicht (die Fähigkeit zur) Offenlegung.
Und du König hast gesehen, und siehe, ein einziges Standbild,
und jenes Standbild war sehr groß, und sein Anblick war überwältigend;
es stand dir gegenüber, und der Anblick des Standbildes war furchterregend.
Und sein Haupt war von edlem Gold,
die Brust und die Arme (waren) silbern,
der Bauch und die Schenkel bronzen,
die Beine aber eisern, die Füße teils aus Eisen,
teils aus Ton.
Und du hast (es) gesehen,
bis ein Stein vom Berg ohne (Zutun von) Händen abgeschnitten wurde
und das Standbild an den eisernen und tönernen Füßen traf
und sie zerschmetterte.
Darauf wurden mit einem Mal das Eisen und der Ton und die Bronze und das Silber und das Gold zu feinen (Stückchen),
und sie wurden gleichsam Feineres als Spreu auf einem Dreschplatz,
und der Wind wirbelte sie auf, so dass keines von ihnen zu ergreifen war,
und der Stein, der das Standbild getroffen hatte, wurde zu einem großen Berg und traf die ganze Erde.
Dies (war) die Vision; auch die Beurteilung aber werden wir in Gegenwart des Königs sagen:
Du, König, bist der König der Könige,
und dir hat der Herr des Himmels das Königtum und Stärke und Ehre und Ruhm gegeben.
Macht, Gewalt und Ruhm verliehen hat.
Der Gott des Himmels wird ein anderes Königreich erstehen lassen,
das bis in Ewigkeit sein und nicht vernichtet werden wird,
und dieses Königreich wird eine andere Nation keinesfalls (bestehen) lassen, sondern es wird diese Königreiche treffen und zum Verschwinden bringen
und es selbst wird bis in Ewigkeit dastehen.
Ganz so wie du gesehen hast,
dass ein Stein vom Berg ohne (Zutun von) Händen abgeschnitten wurde,
und er zerschmetterte den Ton und das Eisen und Bronze und Silber und Gold.
Der große Gott hat dem König das erklärt, was in den letzten Tagen sein wird. Und genau ist die Vision und zuverlässig deren Beurteilung.

 


AUFGEGANGEN
BIST DU, CHRISTUS,
AUS EINER JUNGFRAU,
UND EIN STERN HAT DICH ANGEZEIGT,
DEN ALLUMFASSENDEN,
IN EINER HOEHLE.
"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"

 


1. Vers:
 Der Herr ist König,
 Er hat sich mit Wohlgestalt bekleidet,
 bekleidet hat sich der Herr mit Macht und umgürtet.
 

 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung;
 mit ihnen preisen wir Dich hoch,
 Lebenspender,
 Ehre sei Dir!
 
 
 2. Vers:
 Er hat ja auch den Erdkreis befestigt,
 welcher nicht wanken wird.
 Bereitet ist Dein Thron von damals her.
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung;
 mit ihnen preisen wir Dich hoch,
 Lebenspender,
 Ehre sei Dir!
 
 
 3. Vers:
 Es erhoben die Flüsse,
 Herr, es erhoben die Flüsse ihre Stimmen.
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung;
 mit ihnen preisen wir Dich hoch,
 Lebenspender,
 Ehre sei Dir!
 
 
  4. Vers:
 Von den Stimmen vieler Wasser her
 sind wunderbar die Wogen des Meeres,
 wunderbar ist in den Höhen der Herr.
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung;
 mit ihnen preisen wir Dich hoch,
 Lebenspender,
 Ehre sei Dir!
 
 
 5. Vers:
 Deinem Haus gebührt Heiligung, Herr,
 für die Länge der Tage.
 
 Er führte die Weisen zu Deiner Anbetung;
 mit ihnen preisen wir Dich hoch,
 Lebenspender,
 Ehre sei Dir!
 
 Ehre ... jetzt
 
 Du strahltest auf, o Christus, aus der Jungfrau,
 o geistige Sonne der Gerechtigkeit.
 Und der Stern zeigte Dich,
 den in der Höhle umfassten Unumfassbaren.
 
 Er führte die Magier zu Deiner Anbetung; mit ihnen preisen wir Dich hoch,
 Lebenspender,
 Ehre sei Dir!










LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 9: 5 - 6 )


Denn ein Kind wurde uns geboren,
 ein Sohn wurde uns sogar geschenkt,
 auf dessen Schulter die Herrschaft (gelegt) wurde
 und dessen Name lautet
 »Bote großen Ratschlusses«,
 erstaunlicher Ratgeber,
 starker Gott,
 Fürst des Friedens,
 Vater der kommenden Welt;
 denn ich werde Frieden bringen über die Herrscher, Frieden und Gesundheit für ihn.
 
 Groß ist seine Herrschaft,
 und seinem Frieden ist keine Grenze gesetzt
 für den Thron Davids und für seine Königsherrschaft, auf dass er sie gut führe
 und sich ihrer annehme in Gerechtigkeit
 und im Rechtsentscheid von nun an und für alle Zeit; der Eifer des Herrn Sabaoth wird dies tun.




LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 7: 10 - 16,  8: 1 - 5,  8c - 10 )


Und der Herr fuhr fort, mit Achaz zu sprechen,
und sagte:
Erbitte dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott,
in der Tiefe oder in der Höhe!
Und Achaz sagte:
Ich will gewiss den Herrn nicht bitten
und auch nicht versuchen!
Und er sagte:
Hört doch, (ihr vom) Haus Davids!
Ist es etwa ein Kleines für euch,
mit Menschen einen Kampf zu führen?
Wie führt ihr dann einen Kampf mit dem Herrn?
Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben; siehe, die Jungfrau wird schwanger sein
und einen Sohn gebären,
und sie werden ihm den Namen »Emmanuel« geben; Butter und Honig wird er essen;
bevor er Böses erkennt
oder sich (dafür) entscheidet,
wird er das Gute erwählen;
»denn bevor das Kind Gut oder Schlecht erkennt,
sagt es dem Bösen ab,
um das Gute zu erwählen.
Und der Herr sagte zu mir:
»Nimm dir ein neues großes Blatt
und schreib darauf mit einem Menschen-Stift:
>Rasch Beute machen am Raubgut;
denn es ist nahe! <
Und mache mir zuverlässige Menschen zu Zeugen, Urias und Sacharja, den Sohn von Barachias!«
Und ich ging zur Prophetin,
und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn.
Und der Herr sagte mir:
»Gib ihm den Namen
>Raube schnell, plündere rasch<;
denn bevor das Kind lernt,
Vater oder Mutter zu rufen,
wird (man) das Vermögen von Damaskus
und das Raubgut von Samarien in Besitz nehmen
vor dem König der Assyrer.«
Mit uns ist Gott!
Erkennt (das), Völkerschaften,
und gebt euch überwunden,
hört (das) bis ans Ende des Erde,
(auch wenn ihr) mächtig (seid,)
gebt euch überwunden!
Denn wenn ihr wieder mächtig werdet,
werdet ihr erneut überwunden werden.
Und welchen Ratschluss ihr auch fasst,
der Herr wird (ihn) vereiteln,
und welches Wort ihr auch sprecht,
es wird für euch gewiss keinen Bestand haben,
weil der Herr, Gott, mit uns ist
.




Der Herr sprach zu Mir:
Mein Sohn bist Du, Ich habe Dich heute gezeugt.

Heische von Mir,
so gebe Ich Dir die Voelker zum Erbe,
die Enden der Erde zum Eigentum.


APOSTEL: 

( Hebr  1: 1 - 12 )

Brüder viele Male und auf vielerlei Weise
 hat Gott einst zu den Vätern gesprochen
 durch die Propheten;
 in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen
 durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat;
 er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit
 und das Abbild seines Wesens;
 er trägt das All durch sein machtvolles Wort,
 hat die Reinigung von den Sünden bewirkt
 und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt;
 er ist um so viel erhabener geworden als die Engel,
 wie der Name, den er geerbt hat,
 ihren Namen überragt.
 Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt:
 Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt,
 und weiter:
 Ich will für ihn Vater sein,
 und er wird für mich Sohn sein?
 
 Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er:
 Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.
 Und von den Engeln sagt er:
 Er macht seine Engel zu Winden
 und seine Diener zu Feuerflammen;
 von dem Sohn aber:
 Dein Thron, o Gott, steht für immer und ewig,
 und:
 Das Zepter seiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter. Du liebst das Recht und hasst das Unrecht,
 darum, o Gott,
 hat dein Gott dich gesalbt mit dem Öl der Freude
 wie keinen deiner Gefährten.
 Und:
 Du, Herr, hast vorzeiten der Erde Grund gelegt,
 die Himmel sind das Werk deiner Hände.
 Sie werden vergehen, du aber bleibst;
 sie alle veralten wie ein Gewand;
 du rollst sie zusammen wie einen Mantel,
 und wie ein Gewand werden sie gewechselt.
 Du aber bleibst, der du bist,
 und deine Jahre enden nie.
 
 Zu welchem Engel hat er jemals gesagt:
 Setze dich mir zur Rechten,
 und ich lege dir
 deine Feinde als Schemel unter die Füße?
 
 Sind sie nicht alle nur dienende Geister,
 ausgesandt, um denen zu helfen,
 die das Heil erben sollen?
 
 Darum müssen wir um so aufmerksamer
 auf das achten, was wir gehört haben,
 damit wir nicht vom Weg abkommen.
 
 Denn wenn schon das durch Engel
 verkündete Wort rechtskräftig war
 und jede Übertretung
 und jeder Ungehorsam
 die gerechte Vergeltung fand,
 wie sollen dann wir entrinnen,

 wenn wir uns um ein so erhabenes Heil nicht kümmern, das zuerst durch den Herrn verkündet
 und uns von den Ohrenzeugen bestätigt wurde?
.




Alleluja, Alleluja, Alleluja !




(8.Ton) (Ps 109, 1 - 3)

Es sprach der Herr zu meinem Herrn:
Setze dich zu meiner Rechten,
bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache. 

Vers:

Den Stab deiner Macht
wird der Herr von Sion dir aussenden.
Aus dem Leibe habe ich dich hervorgebracht
noch vor dem Morgenstern.




EVANGELIUM:
( Lk 2: 1 - 21 )
( Die Geburt des Herrn )


In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl,
 alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal;
 damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
 
 Da ging jeder in seine Stadt,
 um sich eintragen zu lassen.
 
 So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids,
 die Betlehem heißt;
 denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.
 
 Er wollte sich eintragen lassen mit Maria,
 seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
 
 Als sie dort waren,
 kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,
 und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen.
 
 Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in
 eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
 
 In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld
 und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
 
 Da trat der Engel des Herrn zu ihnen,
 und der Glanz des Herrn umstrahlte sie.
 Sie fürchteten sich sehr,
 
der Engel aber sagte zu ihnen:
 Fürchtet euch nicht,
 denn ich verkünde euch eine große Freude,
 die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
 
 Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren;
Er ist der Messias,
 der Herr.
 
Und das soll euch als Zeichen dienen:
 Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt,
 in einer Krippe liegt.
 
 Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:
 
 Herrlichkeit Gott in der Höhe,
 auf Erden Friede
 den Menschen seine Gnade.
 
 Als die Engel sie verlassen hatten
 und in den Himmel zurückgekehrt waren,
 sagten die Hirten zueinander:
 
 Kommt, wir gehen nach Betlehem,
 um das Ereignis zu sehen,
 das uns der Herr verkünden ließ.
 
 So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.
 Als sie es sahen, erzählten sie,
 was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
 

Und alle, die es hörten,
 staunten über die Worte der Hirten.
 
 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war,
 in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
 
 Die Hirten kehrten zurück,
 rühmten Gott und priesen ihn für das,
 was sie gehört und gesehen hatten;
 denn alles war so gewesen,
 wie es ihnen gesagt worden war.

 

Ehre Dir, o Herr, Ehre Dir !




+++

Heute

wird aus der Jungfrau geboren
Er,
der in Seiner Hand die ganze Schoepfung haelt !

Wie ein Sterblicher ist von Windeln umhuellt
Er,
der Seinem Wesen nach allumfassend ist.

In einer Krippe liegt Gott,
der zu Anbeginn die Himmel gruendete.

Von Muttermilch naehrt sich
Er, der einst in der Wueste
Seinem Volk Manna regnen liess.

Die Weisen ruft herbei
der Braeutigam der Kirche.
Er nimmt ihre Gaben entgegen,
der Sohn der Jungfrau.

+++

Im Schoße der Jungfrau,
Gebietender,
hast Du
unsere kranke Natur geheilt,
indem Du sie
mit Deiner Gottheit
geeint hast,
dem einzig wirksamen
Mittel zum Heil,
Du,
Wort des Vaters !

+++

Festtagsikone

HEILAND all derer in FINSTERNIS

Weihnachtspredigt von Metropolit Anthony (Bloom)

Vor rund 2000 Jahren kam in einer Nacht wie dieser die göttliche Liebe in der Gestalt eines neugeborenen Kindes in die Welt, das bei all seiner Zerbrechlichkeit und Schutzlosigkeit wahrhaftig ein Bild der Liebe ist, die sich selbst hingibt, verwundbar ist und alles hofft....

Einer unserer geistlichen Väter und Seelsorger, Vater Sophronios, schreibt:
Aus Gottes Offenbarung wissen wir, Gott ist Liebe, Gott ist Licht, in Ihm ist keine Finsternis. Wie schwer fällt es dem Menschen, hier zuzustimmen... Es ist schwer, weil unser persönliches Leben wie auch das unserer Umwelt eher das Gegenteil wahrscheinlich macht ...
In der Tat, wo ist dieses Licht väterlicher Liebe, wenn wir im Blick auf das Ende unseres Lebens mit Hiob bitteren Herzens sagen müssen: "All meine guten Vorhaben sind dahin. Alles, woran mein Herz hing, ist zunichte, meine Tage sind vorüber, und das Totenreich wird mein Zuhause. Worauf soll ich meine Hoffnung setzen? Alles, was mein Herz von Jugend auf insgeheim, aber mit Inbrunst begehrte - wer wird es sehen? Die Seele verlangt nach Gott und will Ihn fragen: "Weshalb hast Du mir das Leben gegeben? Ich bin der Leiden müde, denn um mich herum ist Finsternis. Warum verbirgst Du Dich vor mir? Ich weiß, daß Du gut bist, weshalb aber ist Dir mein Leid so gleichgültig? Ich kann dich nicht begreifen ...”
Erhebt sich nicht überall auf unserer Erde dieser Ruf angesichts der Kälte und Schrecken, unter Kummer und Schmerz? Und welche Antwort wird bei Gott dieser Resignation zuteil? Ein Beispiel dafür, was und wie der Herr redet, entnehmen wir einem Buch von Vater Sophronios über den Starzen Siluan:
Es lebte auf Erden ein Mann von ungewöhnlicher, ja gigantischer Geisteskraft. Lange betete er, ohne seine Tränen zurückhalten zu können: Erbarme Dich meiner! Gott aber hörte ihn nicht. Über diesem Gebet gingen viele Monate dahin, die Kräfte seiner Seele schwanden, verzweifelt rief er aus: Du bist unerbittlich! Und während etwas bei diesen Worten in seiner müden Seele zerriß, erblickte er für einen Augenblick plötzlich den lebendigen Christus. Feuer erfaßte sein Herz, und seinen Körper durchflutete eine solche Kraft, daß er, hätte die Vision auch nur eine kurze Spanne angehalten, gestorben wäre. Nie mehr hat er später diesen unaussprechlich sanften, grenzenlos liebenden und frohmachenden Blick Christi vergessen können, voll jenes Friedens, den die Welt nicht kennt. Noch viele Lebensjahre standen ihm bevor, ohne daß er müde geworden wäre zu bekennen, daß Gott Liebe ist, grenzenlose, unbegreifliche Liebe.

Diese Liebe ist nicht ein Gefühl oder eine gute Beziehung Gottes zu uns.
Nein, es ist Gott Selbst, Der in der Gestalt des neugeborenen Christus in die Welt eintritt, die Er aus Liebe geschaffen hat.
Er wollte mit ihr das jubelnde, triumphierende Leben teilen, das Liebe heißt und sich in eine solche Spannung begibt. Sie verströmt sich in einer solchen Fülle, daß sie bereits jede Begrenzung oder Minderung hinter sich gelassen hat. In ihrer Hingabe vergißt sie alles, außer den Geliebten. Sie schenkt sich in Schutzlosigkeit und Zerbrechlichkeit wie der in Bethlehem geborene Knabe.
Deshalb mahnt uns der Herr: Gebt darauf Eure Antwort!

Aber wie sollen wir darauf reagieren?
In dem Bericht des Evangeliums wird erzählt, daß Weise aus dem Osten mit ihren Gaben kamen. Wohin aber sollen wir gehen und von wo aus? Sie kamen aus weiter Ferne, aus einer Gegend, wo Christus nicht war. Wir können jetzt Christus, dem Allgegenwärtigen, Auferstandenen und alles Überwindenden aus der Nacht und Finsternis unseres eigenen Lebens folgen. Wieviele unter uns sitzen in der Finsternis. Und aus dieser Finsternis wollen wir zum Licht aufsteigen. Licht aber ist die Liebe.

Aus dem Dunkel der Bosheit wollen wir zur Liebe emporsteigen!
Weg von der Sünde wollen wir zur Liebe gehen, die immer wieder verzeiht und heilt!
Aus der Kälte des Alltags wollen wir zur Liebe eilen, die die Seele wärmen und alles um uns verwandeln kann!
Aus dem grauen Alltag wollen wir zur Liebe aufbrechen, weil überall dort wo die Liebe ist, Licht und Freude einkehren, dort wird nicht mehr groß und klein unterschieden, sondern alles ist wichtig, weil alles zu einem Zeichen der Liebe werden kann.
(Indem er in unserem Fleisch in die Welt kommt...) ermuntert uns der Herr zum Selbstvertrauen.

Wir denken an die Gaben der Weisen.
Sie brachten zunächst Gold. In dunklen Gründen verschlossen lag sein funkelnder Glanz, seine klangvolle Melodik und von keinem Rost bedrohte Reinheit. In einem jeden von uns verborgen liegt dieser Glanz und drängt zum Licht, die von keinem Rost bedrohte Lauterkeit der Seele, die zu Großem befähigt. Sie vermag ihr erst die Freiheit zu geben und Liebe ohne Furcht zu wecken. Zur Liebe aus der Vollkraft der mächtigen Seele! Das Gold, von dem hier die Rede ist, ist die verklärte Erde. Laßt uns die dunklen Abgründe unseres Seins enthüllen, in denen sich der Schein des Lichtes verbirgt und zum Licht emporsteigt.
Auch Weihrauch brachten die Weisen, der erhebt und mit Wohlgeruch erfüllt. Wir wollen unsere Liebe bringen, die nicht nur wie ein Licht in makelloser Reinheit glänzt, sondern sich wie ein Wohlgeruch mit Zärtlichkeit, Zuwendung und Wärme über die ganze Erde ergießt.
Und Myrrhe brachten die Weisen, als ob sie zu einem Toten zögen, denn Christus, der unsterbliche Gott, wurde nicht geboren, um wie wir zu leben, sondern Er kam ins Fleisch, um mit uns zu sterben. Er wollte unser sterbliches Leben leben, damit wir eingehen könnten in Seine unsterbliche, herrliche und festliche Ewigkeit. "Wer Mir nachfolgen will, der sehe nicht auf sich, nehme sich nicht so wichtig, sondern denke vielmehr daran, daß Tausende ringsum der Liebe bedürfen. Keiner hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt.” Darunter ist nicht unbedingt der physische Tod zu verstehen, sondern es will besagen, daß wir in jedem Augenblick des Lebens da sein sollen für die Liebe, die schöpferische und erkennende, kluge und kühne Liebe, für eine Liebe, die sich verschenkt, das Eigene nicht sucht, sich selbst nicht schützt und sich nicht verschließt.

Weil die Kraft Gottes in der Schwachheit mächtig ist, brauchen wir uns nicht vor der Liebe zu fürchten.

Darum wollen wir uns bis ans Ende unserer Tage einbringen, so daß die Nachricht von dem heute geborenen Christus nicht nur in unserem Leben, sondern auch in dem von Millionen Menschen eine Realität, Licht und Wärme, Freude und eine lebenerneuernde Kraft wird.
Amin.

Aus: Stimme der Orthodoxie, Januar 1991, Hsgb. und Chefredaktion Erzpriester Vladimir Ivanov, Verlag Berliner Diözese der russisch-orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat)
den Abdruck hier übernommen aus: "St.Andreas Bote"

 

 

CHRISTI GEBURT
Tag der zweiten Geburt der Menschheit

Predigt Unseres Hl. Vater BASILIUS des Grossen (315-379)

Christi Geburt, Seine Ihm eigene, erste und einzigartige Geburt aus der Gottheit, werde mit Schweigen verehrt !
Selbst unserem Denken wollen wir gebieten, sie nicht zu erörtern und neugierig zu erforschen. Denn wo der Ewige in die Zeit kommt und weder die Begriffe Zeit noch Ewigkeit etwas vermitteln ... wie soll da der Verstand sich eine Vorstellung machen ? ...

Gott auf Erden !
Gott unter Menschen !
Nicht im Feuer und unter Posaunenschall, nicht auf rauchendem Berg oder in Dunkelheit, nicht im Sturmwind, der die Herzen der Hörer in Schrecken versetzt, verkündet Er Gebote; Nein im Leib spricht Er sanft und gütig mit denen, die Ihm verwandt sind. Gott im Fleisch; nicht aus weiter Entfernung wie bei den Propheten wirkt Er, sondern Er hat Menschheit angenommen, eine mit dem Ewigen verbundene und eins gewordene Menschheit. ...

Menschheit, o Menschheit:
Als Gott in der Höhe weilte, hast du nicht nach Ihm gefragt;
da Er aber zu dir herabgestiegen ist und mit dir spricht, nimmst du Ihn nicht in dich auf.
Du fragst vielmehr nach dem Grund, warum du mit Gott verwandt werden solltest.
Höre also, dass Gott deshalb im Fleische ist, weil dieses verlorene Fleisch geheiligt werden soll, was der Schwachheit ausgeliefert aus dem Paradies verstossen war soll gestärkt und in den Himmel emporgeführt werden. Und welches war die Stätte dieses Werkes zu unserem Heil ? Der menschliche Leib der heiligen Jungfrau. ... Die Urkräfte dieser einzigartigen Geburt ? Der Heilige Geist und die überschattende Macht des Schöpfers ...

So wollen denn auch wir diese grosse Freude in unsere Herzen aufnehmen !
Diese Freude verkünden ja die Engel den Hirten (Lk 2,10).
Mit den Magiern wollen wir anbeten,
mit den Hirten lobpreisen, mit den Engeln frohlocken !
"Denn heute ist uns der Heiland geboren worden, welcher ist Christus der Herr"(Lk 2:11)

Das Fest ist der ganzen Schöpfung gemeinsam: es schenkt der Welt überweltliche Gaben ... Engelchöre singen: "Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden; unter den Menschen wohlgefallen" (Lk 2:14)
Sterne am freien Himmel richten ihren Weg nach Ihm aus,
Magier kommen von weit her aus dem Land der Heiden,
die Erde nimmt Ihn auf in einer Höhle:
Keiner bleibe unbeteiligt, keiner ohne Dank. Lassen auch wir ein Wort des Jubels erschallen !...
Feiern wollen wir das Errettungsfest der Welt, den zweiten Geburtstag der der Menschheit !


nach: Hl. Basileios der Grosse: Predigt zur Geburt Christi
1-3.6 PG 31, 1457C-1473A
in: Lothar Heiser: "Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe"
hier Ausschnitte aus: "St.Andreas Bote"

 

25. Dezember (7.I.)

W E I H N A C H T E N

HOCHFEST der GEBURT unseres HERRN, GOTTES und ERLÖSERS JESUS CHRISTOS IM FLEISCHE


Ehre sei Gott in der Höhe !   Frieden auf Erden !
Unter den Menschen Wohlgefallen !

Deine Geburt, Christos unser Gott,
liess erstrahlen der Welt
das Licht der Erkenntnis;
denn durch sie wurden
Anbeter der Gestirne
von einem Stern belehrt,
Dich als die Sonne der Gerechtigkeit anzubeten
und Dich zu erkennen
als den Ankommenden aus der Höhe.
Herr, Ehre Dir !

Festtagsikone


 

"Es hat niemals jemand existiert oder wird jemals existieren,
der eine vollständigere Liebe hätte als Gott selbst.
Deshalb war die Menschwerdung Gottes selbst
der einzige Weg,
diese Liebe dem Menschen noch einmal zu schenken ...

Als nämlich der erstgeschaffene Mensch,
obwohl er noch im Paradies der Liebe war,
seine Liebe zu Gott durch seinen Ungehorsam in sich tötete,
vermochte er doch nicht auch die Liebe Gottes zu töten
die ihm in der Person des Gottessohnes Jesus Christos wiedergegeben wird.
Der Sohn Gottes,
als Er ganz Mensch wurde, blieb Er doch auch ganz in der göttlichen Liebe,
die das einzigartige Motiv für seine Menschwerdung war ... "


(S.Allhl.Patriarch BARTHOLOMAIOS am 30.10.2000 in der Universität Tartu, Estland)

in der Freude über dieses Geschenk der Liebe wünschen auch wir:

Eine Festzeit der Freude !
Eine Festzeit der Hoffnung !
Eine Festzeit der Geistlichen Erneuerung !



Festpredigt von Papst LEO (395-461)


Die Symbolik der Weihnachtsikone

 

Predigt: "O Schöpfer des Alls ... O Kind ... Du erfüllst uns mit Staunen"
(Papst Johannes Paul II.)


Predigt: "Unsere Welt braucht Hoffnung ... sie hat Hoffnung ... Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !"
(Metropolit Augoustinos)


Predigt: "Mit Gaben verneigten sich die Weisen, vom Glauben erleuchtet"
(Erzbischof Mark)

 

Hl. EPHRAIM der Syrer:
Hymnen über die Geburt Jesu Christi:

An diesem Tag hat den Glanz gegen Schmach vertauscht unser Herr, als Demütiger,
weil Adam vertauscht hatte die Wahrheit gegen das Unrecht, als Verkehrter.
Es hatte Mitleid mit ihm der Gütige.
Seine Rechtschaffenheit siegte über die Verkehrtheit.

Gelobt sei der Weise, der verbrüdert, verbunden hat die Gottheit mit der Menschheit !
Die eine aus der Höhe, die andre aus der Tiefe:
Beide Naturen hat Er vereint wie Farben,
und es entstand ein Bild: der Gott-Mensch.

aus: Edel, R.F. (Hrsgb.): "Das Leben aus dem Geist" III. Orthodoxe Zeugnisse über das geistliche Leben, Marburg an der Lahn 1980, S23
hier aus "St.Andreas Bote"


WEIHNACHTEN

feiern wir die Geburt Christi als das Mysterium der wahren Menschheit und der wahren Gottheit unseres Herrn und Erloesers.
Dieses Mysterium ist keine milde Verschleierung der Wirklichkeit sondern eine den menschlichen Verstand uebersteigende Realitaet, die den Glaeubigen zumutet, Oberflaechlichkeit und starrsinnige Selbstgerechtigkeit abzulegen und wie verwandelt einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die das Unfaszbare feiern:

Gott wurde Mensch,
ohne sein Gottsein preiszugeben;
der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt;
der Allmächtige kam machtlos als Kind;
der Allerhoechste ist zu uns herabgekommen,
damit wir zu Ihm hinauf gelangen koennen.


Unsere erkrankte menschliche Natur, die sich von Gott immer wieder entfernt hat, ist auf diese Vereinigung von Gott und Mensch angewiesen, um wieder heil zu werden.(siehe Joh 3:16)

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im 2.Jhdt. in Alexandria entstanden, wurde zunaechst als Epiphaniefest am 5. / 6. Jaenner gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Weisen, seiner Taufe und in Rom sogar mit seinem ersten oeffentlichen Wirken bei der Hochzeit zu Kana.
Um die Mitte des 4.Jhdt. trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des "Sol invictus"(der unbesiegbaren Sonne), der im heidnischen roemischen Reich am 25. Dezember nach der Wintersonnenwende begangen wurde. Diese Symbolik wurde bewusst auf die christliche Symbolik fuer Christus als "Licht der Welt" uebertragen.
Rund 50 Jahre spaeter ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von unserem Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden. Die Predigt dieser ersten Feier des Festes ist uns noch erhalten.



 

CHRISTI GEBURT
Tag der zweiten Geburt der Menschheit

Predigt Unseres Hl. Vater BASILIUS des Grossen (315-379)

Christi Geburt, Seine Ihm eigene, erste und einzigartige Geburt aus der Gottheit, werde mit Schweigen verehrt !
Selbst unserem Denken wollen wir gebieten, sie nicht zu erörtern und neugierig zu erforschen. Denn wo der Ewige in die Zeit kommt und weder die Begriffe Zeit noch Ewigkeit etwas vermitteln ... wie soll da der Verstand sich eine Vorstellung machen ? ...

Gott auf Erden !
Gott unter Menschen !
Nicht im Feuer und unter Posaunenschall, nicht auf rauchendem Berg oder in Dunkelheit, nicht im Sturmwind, der die Herzen der Hörer in Schrecken versetzt, verkündet Er Gebote; Nein im Leib spricht Er sanft und gütig mit denen, die Ihm verwandt sind. Gott im Fleisch; nicht aus weiter Entfernung wie bei den Propheten wirkt Er, sondern Er hat Menschheit angenommen, eine mit dem Ewigen verbundene und eins gewordene Menschheit. ...

Menschheit, o Menschheit:
Als Gott in der Höhe weilte, hast du nicht nach Ihm gefragt;
da Er aber zu dir herabgestiegen ist und mit dir spricht, nimmst du Ihn nicht in dich auf.
Du fragst vielmehr nach dem Grund, warum du mit Gott verwandt werden solltest.
Höre also, dass Gott deshalb im Fleische ist, weil dieses verlorene Fleisch geheiligt werden soll, was der Schwachheit ausgeliefert aus dem Paradies verstossen war soll gestärkt und in den Himmel emporgeführt werden. Und welches war die Stätte dieses Werkes zu unserem Heil ? Der menschliche Leib der heiligen Jungfrau. ... Die Urkräfte dieser einzigartigen Geburt ? Der Heilige Geist und die überschattende Macht des Schöpfers ...

So wollen denn auch wir diese grosse Freude in unsere Herzen aufnehmen !
Diese Freude verkünden ja die Engel den Hirten (Lk 2,10).
Mit den Magiern wollen wir anbeten,
mit den Hirten lobpreisen, mit den Engeln frohlocken !
"Denn heute ist uns der Heiland geboren worden, welcher ist Christus der Herr"(Lk 2:11)

Das Fest ist der ganzen Schöpfung gemeinsam: es schenkt der Welt überweltliche Gaben ... Engelchöre singen: "Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden; unter den Menschen wohlgefallen" (Lk 2:14)
Sterne am freien Himmel richten ihren Weg nach Ihm aus,
Magier kommen von weit her aus dem Land der Heiden,
die Erde nimmt Ihn auf in einer Höhle:
Keiner bleibe unbeteiligt, keiner ohne Dank. Lassen auch wir ein Wort des Jubels erschallen !...
Feiern wollen wir das Errettungsfest der Welt, den zweiten Geburtstag der der Menschheit !


nach: Hl. Basileios der Grosse: Predigt zur Geburt Christi
1-3.6 PG 31, 1457C-1473A
in: Lothar Heiser: "Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe"
hier Ausschnitte aus: "St.Andreas Bote"

 


ROM: Sta. MARIA MAGGIORE (431-1296) Konzil von Ephesos - Jacopo Torriti

 

 

"Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren;
Er ist der Messias, der Herr."
Lk2:11

Weihnachtspredigt von Papst LEO d. Gr. (395 - 461)


Laßt uns frohlocken, denn heute ist uns der Heiland geboren!
Darf doch dort keine Trauer aufkommen, wo das Leben selbst zur Welt kommt, das die Furcht vor dem Tode nimmt und uns durch die Verheißung ewigen Lebens mit Freude erfüllt. Niemand wird von der Teilnahme ausgeschlossen, alle haben den gleichen Grund, in festlicher Stimmung zu sein; denn da unser Herr, Der die Sünde und den Tod vernichtet, niemand findet, der ohne Schuld ist, so kommt Er, um alle zu befreien.
Es jauchze der Gerechte, weil er sich der Siegespalme naht;
es frohlocke der Sünder, denn ihm winkt Verzeihung.
Denn nachdem sich die Zeit erfüllte (Eph 1,10), welche die unerforschliche Tiefe göttlichen Ratschlusses dazu bestimmte, nahm der Sohn Gottes die Natur des Menschengeschlechtes an, das wieder mit seinem Schöpfer versöhnt werden sollte, damit der Teufel, der den Tod in die Welt gebracht, gerade durch die menschliche Natur, die er bezwungen hatte, wieder bezwungen würde. In diesem Kampfe wurde der Streit nach dem erhabenen Grundsatz der Gleichheit geführt: Der allmächtige Herr mißt sich mit dem Feinde nicht in seiner Majestät, sondern in unserer Niedrigkeit. Er stellt ihm den gleichen Leib entgegen und die gleiche Natur, die zwar wie die unsere sterblich, aber frei von jeder Sünde ist.
Gilt doch von Seiner Geburt nicht, was man sonst von jeder lesen kann: "Niemand ist rein von dem Schmutze der Sünde, nicht einmal das Kind, dessen Leben nur einen Tag auf der Erde währt" (Hiob 14,4). Kein Makel liegt auf dieser Geburt, die nicht von der Begierde des Fleisches ausgegangen ist, keine Schuld vom Gesetz der Sünde lastet auf ihr. Eine königliche Jungfrau aus dem Stamme Davids wird auserwählt, die heilige Frucht in sich aufzunehmen und Gottes und der Menschen Sohn zunächst im Geiste und dann im Fleische zu empfangen. Damit sie nicht, unbekannt mit dem himmlischen Ratschluß, über eine so ungewöhnliche Wirkung erschrecke, erfährt sie durch die Unterredung mit dem Engel, was der Heilige Geist in ihr wirken sollte. Auch glaubt die, die bald bestimmt ist, Gottesgebärerin zu werden, nicht an den Verlust der Jungfräulichkeit. Warum hätte sie diese neue Art der Empfängnis bezweifeln sollen, da die Macht des Allerhöchsten dies zu vollbringen verspricht? Gestärkt wird ihr Vertrauen durch ein vorausgehendes Wunder: Der Elisabeth, die nicht mehr darauf hoffen konnte, wird Kindersegen verliehen, damit man nicht daran zweifle, daß Der, Der die Unfruchtbare empfangen läßt, auch die Macht hat, daß eine Jungfrau empfange.

So ist also "Gott", "Gottes Sohn", das "Wort Gottes"("im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist" Joh 1,2-3), Mensch geworden, um den Menschen vom ewigen Tod zu befreien. Er nahm unsere Niedrigkeit an ohne Minderung Seiner Majestät. Er verband die wahre Knechtsgestalt mit jener, worin Er Gott dem Vater gleich ist. In der Weise hat Er sich herabgelassen, daß Er beide Naturen so miteinander vereinte, daß weder die Erhebung der niedrigen Natur diese in der göttlichen aufgehen ließ, noch ihre Annahme der höheren Abbruch tat.
Obwohl die Eigenheit beider Wesenheiten gewahrt bleibt, bekleidet sich die Majestät mit Niedrigkeit, die Stärke mit Schwachheit, die Ewigkeit mit Sterblichkeit. Um unsere Schuld zu tilgen, hat sich die unversehrbare Natur mit der leidensfähigen vereinigt, sind wahrer Gott und wahrer Mensch zur Einheit des Herrn verbunden. Dadurch sollte - wie dies unserer Erlösung entsprach - ein und derselbe "Mittler zwischen Gott und den Menschen" (1Tim 2,5) einerseits sterben, andererseits auferstehen können.
Also brachte die Geburt des Heilandes der jungfräulichen Reinheit keinen Schaden; denn das Erscheinen der Wahrheit war ein Schutz der Keuschheit. Eine solche Geburt ziemte Gottes Macht und Weisheit. Wäre Er nicht wahrer Gott, so brächte Er keine Erlösung, wäre Er nicht wahrer Mensch, so böte Er uns kein Beispiel. Darum wird auch von den jauchzenden Engeln bei der Geburt des Herrn gesungen: "Herrlichkeit Gott in der Höhe!" Darum wird auch "den Menschen des Wohlgefallens", Friede verheißen (Lk 2,14). Sehen die Engel doch, wie sich das himmlische Jerusalem aus allen Völkern der Erde erbaut. Wie sehr muß sich da menschliche Niedrigkeit über dieses unbeschreibliche Werk göttlicher Liebe freuen, wenn die Engel darüber in solchen Jubel ausbrechen! Laßt uns also Gott dem Vater durch Seinen Sohn im Heiligen Geist danken! Hat Er doch um Seiner Barmherzigkeit willen, mit der Er uns liebte, sich unser erbarmt, "die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht" (Eph 2,5), auf daß wir in ihm eine neue Schöpfung würden.

Laßt uns also ablegen den alten Menschen (Eph 2,22) mit seinen Werken, nachdem wir an der Menschwerdung Christi Anteil erhielten!

Erkenne, o Christ, deine Würde! Kehre nicht durch entartete Sitten zur alten Niedrigkeit zurück, nachdem du der göttlichen Natur teilhaftig geworden bist! Erinnere dich daran, daß du der Macht der Finsternis entrissen und in Gottes lichtvolles Reich versetzt worden bist! Durch das Sakrament der Taufe wurdest du zu einem Tempel des Heiligen Geistes.
Vertreibe nicht durch schlechte Handlungen einen so hohen Gast aus deinem Herzen! Unterwirf dich nicht aufs neue der Knechtschaft des Satans. Ist doch das Blut Christi dein Kaufpreis. Wird dich doch Der in Wahrheit richten, Der dich in Barmherzigkeit erlöst hat, Der mit dem Vater und dem Heiligen Geist waltet in Ewigkeit. Amin.

Papst LEO der GROßE (ca. 395 - 461)

Stimme der Orthodoxie, Dezember 1987, S. 19f., Hsgb. und Chefredaktion Erzpriester Vladimir Ivanov (Moskauer Patriarchat)

 

Die Symbolik der WEIHNACHTSIKONE


Nach der orthodoxen Tradition ist Christos in einer Hoehle in unsere Erde hineingeboren worden. So zeigt uns auch die Weihnachtsikone Gottes Sohn hell hervorleuchtend in einer Krippe zwischen Ochs und Esel in einer schwarzen Hoehle inmitten eines Berges. Der Stern der Weisen empfaengt sein Licht aus Gott und weist mit seinem Lichtstrahl auf das Kind in der Krippe.
Christos liegt zwischen Ochs und Esel, was an Jes 1:3 erinnert, wo zu lesen ist:
"Der Ochse kennt seinen Meister und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Einsicht, mein Volk keinen Verstand."
Die Kirchenvaeter haben bisweilen den Ochsen als Symbol der Heidenvoelker und den Esel als ein Symbol des stoerrischen Volkes Israel gedeutet.
Auszerhalb der Hoehle liegt oder kniet die Gottesmutter. Sie ist als die wichtigste Figur auszer dem kleinen Kind ueberdimensional grosz dargestellt. Im Eindruck des unfaszbaren Geschehens betet sie. Deshalb ist sie meist mit dem Kind im Ruecken dargestellt, ohne es anzuschauen, ohne sich mit ihm zu beschaeftigen. Dieses zunaechst eigenartige Verhalten wird aus dem Heilsverstaendnis erklaert: Nachdem Christos in der Gottesmutter unsere menschliche Natur angenommen hat und in die Welt hineingekommen ist, bleibt die Gottesmutter der Welt verbunden und ist ganz fuer uns da, sie schaut auf uns, als unsere Fuerbitterin beim Hoechsten. Es ist kein Zufall, dasz sie auf orthodoxen Ikonen - im Gegensatz zu westlichen Krippenszenen - kaum je gemeinsam mit Joseph dargestellt wird. Dieser ist im Gegenteil abseits von der Krippe, oft am unteren Bildrand zu sehen, wo er, den Kopf in eine Hand gestuetzt, in tiefes Nachdenken versunken, sitzt. Er ist ja nicht der Vater des Kindes; sein Verstand versucht vergeblich das Mysterium der wunderbaren Geburt zu erfassen. Vor ihm steht eine in Felle gehuellte, gebeugte Gestalt, mit einem Stock in der Hand: Nach Mt 1:20-23 waren es naemlich die Worte des groeszten Propheten des alten Bundes, des Propheten Jesaja, die den Zweifel des Joseph geloest und ihn bewogen haben, weiterhin den Weg mit der Gottesmutter zu gehen, und zwar die Worte: "Siehe, die Jungfrau wird schwanger und gebiert einen Sohn, und man wird Ihn Emmanuel (Gott mit uns) nennen."
(Jes 7:14).
Weiters wird am unteren Bildrand das neugeborene Kind von Hebamme und Magd in einer Art Taufbecken gewaschen. Der geistliche Sinn dieser Szene weist schon auf die Bedeutung hin, die das Wasser bald im Fest der Theophanie am Jordan bekommt: Das Wasser, Hauptelement der Oberflaeche und Huelle unseres Planeten Erde und der belebten Materie und auch des menschlichen Koerpers, wird durch die Beruehrung mit dem Herrn gesegnet und geheiligt.
Der obere Bildrand der Ikone ist von Engeln erfuellt, die Gott, dem Vater, lobpreisen und mit den Worten danksagen, die der orthodoxe Christ jeden Tag im Morgengebet spricht: "Ehre Gott in der Hoehe, Friede auf Erden, den Menschen wohlgefallen !"
Einer von diesen Engeln wendet sich den Hirten zu und verkuendet ihnen die Frohbotschaft von der Ankunft des Erloesers (Lk 2:9-11), denn ihnen den Armen, gilt die Erloesungsbotschaft zuerst.
Aber nicht nur sie werden zum Kind hin in Bewegung gesetzt.
Auf der anderen Seite des Berges ziehen aus dem Osten die weisen Sterndeuter heran, meist hoch zu Pferde. Sie vertreten die weltliche Oberschicht dar: Wissenschaft, Ansehen, Reichtum. Dasz auch sie mittels der Leitung des Sternes zum Kinde finden, bedeutet, dasz die Erloesung fuer alle Welt geschehen ist: fuer Reiche und Arme, fuer Niedrige und Hochgestellte, fuer Einfaeltige und Weise. Sie, die Weisen, suchen das Kind allerdings zunaechst am falschen Ort: im koeniglichen Palast bei ihresgleichen, den Wuerdentraegern, statt in der Hoehle bei den Armen. Sie haben darum einen weiteren Weg als die Hirten. Die Ikone zeigt sie auf diesem Weg, noch fern vom Ziel, das sie aber letztlich doch erreichen.

 

 

 

 

Weihnachtsbotschaft des Ökumenischen Patriarchen 2013

+ B A R T H O L O M A I O S


durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom, und Ökumenischer Patriarch

allem Volk der Kirche Gnade, Friede und Erbarmen von Christus, 
unserem in Bethlehem geborenen Erlöser



Im Herrn geliebte Brüder und Kinder,

„Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“
(Jes 9,5)

Begeistert und freudig kündigt uns der Prophet vorausschauend vor vielen Jahrhunderten die Geburt des Kindes Jesus aus der immerwährenden Jungfrau an. Gewiss, damals, zur Zeit der Volkszählung des Kaisers Augustus, fand sich kein Ort in der Herberge, die Jungfrau aufzunehmen, die empfangen hatte vom Heiligen Geist, und so war ihr Verlobter und Beschützer, der heilige Josef, genötigt, sie in eine Höhle zu führen, zur Krippe der Tiere, damit sie das Kind gebären könne.

Himmel und Erde stimmen ein, indem sie dem Schöpfer Dank sagen: „ … ein jegliches Deiner Geschöpfe bringt Dir den Dank dar:
Die Engel den Lobpreis,
die Himmel den Stern,
die Weisen die Gaben,
die Hirten das Staunen,
die Erde die Höhle,
die Wüste die Krippe,
doch wir
(Menschen) als Mutter die Jungfrau.“
Die Hirten wachen bei ihrer Herde und halten Nachtwache, und Engel schauen staunend das Mysterium und lobpreisen
(Vesper von Christi Geburt).

Die Süße der Heiligen Nacht der Geburt Christi umfängt wiederum die ganze Welt. Und inmitten der menschlichen Mühsale und Qualen, der Krise und der Krisen, der Leiden und der Feindschaften, der Beunruhigungen und der Enttäuschungen vergegenwärtigt sie so realistisch und aktuell wie nie zuvor das Mysterium der Menschwerdung des göttlichen Wortes, das wie Regen auf das Vlies in den Schoß der immerwährenden Jungfrau Maria herabkam, um Gerechtigkeit und Fülle des Friedens sprossen zu lassen

(s. Psalm 71,7).


Im Schweigen und im Frieden der Heiligen Nacht der Geburt Christi tritt der Anfanglose, der Unsichtbare, der Unbegreifliche, der Stofflose, der Immerseiende, Jesus Christus, im Fleisch, unkenntlich, unverstellt, arm und unerkannt in das Drama der Geschichte ein. Zugleich kommt er als „Bote des großen Ratschlusses, Ratgeber, (…) Machthaber, Friedensfürst, Vater des kommenden Äons (Jes 9,6).

Ja, er geht als Mensch aus der jungfräulichen Mutter hervor, löst die Verstrickung der Sünde und schenkt durch seine Gnade und sein Erbarmen einen Ausweg aus der Ausweglosigkeit des Lebens, und ein Ziel, Würde, Inhalt, exemplarisches Ethos und Vorbild in den Wirren des menschlichen Lebens.

Der Herr hat die ganze menschliche Natur angenommen und geheiligt. Der vorewige Gott hat es auf sich genommen, als Embryo im Schoß der Gottesgebärerin getragen zu werden. So hat er das menschliche Leben von seinem allerersten Stadium an geehrt und uns gelehrt, den Menschen vom Beginn seines Daseins an zu respektieren. Der Schöpfer des Alls ist herabgekommen, als Kindlein geboren und von der Jungfrau gestillt zu werden. So hat er die Jungfräulichkeit und die Mutterschaft geehrt, im geistlichen und im leiblichen Sinn. Darum mahnt der hl. Gregor d. Theologe: „Ihr Frauen, bleibt Jungfrauen, um Christi Mütter zu werden!“
(38. Rede zum Fest der Erscheinung, PG 36, 313 A)

Und der Herr verfügte die eheliche Gemeinschaft von Mann und Frau in der Familie. Die Institution der christlichen Familie ist die Keimzelle des Lebens und der Brutkasten einer seelisch und körperlich gesunden Entwicklung der Kinder. Darum ist es die Schuldigkeit der Kirche, aber auch die Pflicht der Regierung jedes Volkes, die Institution der Familie auf vielfältige Weise zu stärken.

Damit ein Kind gesund und normal heranwächst, bedarf es einer Familie, in der Mann und Frau wie ein Leib, ein Fleisch und eine Seele harmonisch zusammenleben und sich einander unterordnen.

Wir sind uns dessen sicher, dass alle geistlichen und kirchlichen Oberhäupter wie einst die Hirten auf dem Feld, aber auch die Mächtigen der Welt diese göttliche Wahrheit und Wirklichkeit, die wir auch am diesjährigen Weihnachtsfest vom Ökumenischen Patriarchat aus verkünden, kennen und anerkennen. Wir alle müssen die Gründung und den Bestand natürlicher Familien unterstützen, damit sie seelisch gesunde und glückliche Bürger hervorbringen, die vom Gefühl der Sicherheit erfüllt sind und sich auf das Empfinden des Schutzes durch einen starken und schützenden Vater und eine liebende und sorgende Mutter stützen. Das sind Familien, wie sie Gott gefallen.
Wir laden das ganze Volk unserer heiligen orthodoxen Kirche dazu ein und rufen es dazu auf, dass es in einem seiner Berufung würdigen Wandel dafür Sorge trage, alles Mögliche zu tun, um die Institution der Familie zu stützen.

Brüder, „die Nacht ist vorgerückt, der Tag hat sich genaht“
(Röm 13,12). Schon eilen die Hirten nach Betlehem, verkünden das Wunder und laden uns ein, ihnen zu folgen wie andere „von Freude erfüllte Sterndeuter“ (Troparion der 4. Ode des Orthros des Festes von Christi Geburt) und ihm kostbare Gaben darzubringen:
„Lauteres Gold dem König der Äonen,
Weihrauch dem Gott über alle,
Myrrhe dem Unsterblichen
und doch drei Tage Toten.“
(Stichiron idiomelon der Vesper des Festes der Geburt des Herrn)
Gemeint sind die Gaben unserer Liebe, unseres Glaubens und unserer Bewährung als orthodoxe Christen in unserem Lebenswandel und nach der Überlieferung unserer Familien, der Kirchenväter und der Kirche, die über Jahrhunderte hinweg in Geltung stand und unsere gesegnete Gesellschaft erhalten hat. Die Keimzelle ihres gottgefälligen Lebens und Wachstums ist, wir wiederholen es, die Familie.
Brüder und Kinder,

2013 Jahre sind seit der Geburt Christi im Fleisch vergangen.

2013 Jahre lang wird Christus in der Person der Ohnmächtigen unablässig von Herodes und seinen zeitgenössischen Nachahmern jeder Art verfolgt.

2013 Jahre sind vergangen, und Jesus wird verfolgt in der Person der Christen in Syrien – und nicht nur dort.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus flieht als Flüchtling mit ihnen – nicht nach Ägypten, sondern in den Libanon, nach Europa, nach Amerika und anderswohin, um in der Unsicherheit der Welt Sicherheit zu finden.

2013 Jahre sind vergangen, und das Kind Jesus ist noch immer gefangen mit den beiden Bischöfen Paulus und Johannes aus Syrien, mit den orthodoxen Nonnen und vielen namenlosen und namhaften Christen.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus wird zusammen mit denen gekreuzigt, die gequält und ermordet werden, weil sie den Glauben an IHN nicht verraten wollen.

2013 Jahre sind vergangen, und Jesus wird täglich getötet in der Person von tausenden ungeborener Kinder, deren Eltern nicht zulassen, dass sie geboren werden.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus wird verhöhnt und geschmäht in der Person jener unglücklichen Kinder, die unter der Krise der Familie, unter Not und Armut leiden.

Der Herr, der gesagt hat: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan“
(Mt 25,40), kam und kommt auch an diesem Fest seiner Geburt, um den Schmerz, die Trauer und die Leiden der Menschen aufzuheben. Für sie ist er aus der Jungfrau hervorgegangen. Für sie ist er Mensch geworden. Für sie hat er gelitten, ist er gekreuzigt worden und auferstanden. Also für uns alle. Also mag ein jeder von uns sein persönliches Kreuz auf sich nehmen, damit wir Gnade und Erbarmen finden zur rechten Zeit. Damit „Gott mit uns“ sei, der geborene Emmanuel, der Erlöser und Herr. Amen.

Phanar, Weihnachten 2013

+ Bartholomaios von Konstantinopel,
 dem Neuen Rom, und Ökumenischer Patriarch

euer aller inständiger 
Fürbitter bei Gott

 

 

 

PREDIGT zum Fest

...

O Schöpfer des Alls, der Du Dir die Futterkrippe der Tiere zur Wiege gewählt hast !

Der Glanz Deiner Geburt erleuchte die Nacht der Welt !

Die Macht Deiner Botschaft der Liebe zerstöre die hochmütigen Nachstellungen des Bösen ...

O Heilige Nacht, so sehnlich erwartet, die du Gott und Mensch für immer vereint hast !

Erneut entzündest du in uns die Hoffnung.

...

Predigt am 24. Dezember 2003

+  Johannes Paul II.
Metropolitan-Bischof von Rom
Patriarch des Westens
Papst der Römischen Katholischen Kirche

hier Ausschnitte aus: "Es kommt der König der Herrlichkeit"
Inst. Christus König und Hoherpriester

 


 

BOTSCHAFT  Seiner Heiligkeit des  PATRIARCHEN
und des Hl. SYNODS
der
BULGARISCHEN  ORTHODOXEN  KIRCHE
zum
  FEST  DER  GEBURT  CHRISTI
2010 

ОФИЦИАЛНИ ДОКУМЕНТИ 
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ПАТРИАРШЕСКИ И СИНОДАЛНИ ПОСЛАНИЯ »

 

Patriarchal and Synodical Epistle for the Nativity of Christ
Bulgarian Orthodox Church-Bulgarian Patriarchate
2010 г.


“For, behold, I bring you good tidings of great joy,

which shall be to all people.
For unto you is born this day in the city of David  the Saviour,
who is Christ the Lord.”
(Luke 2:10-11)


Beloved in the Lord children of our Holy Church
,

Today is a day of great joy!
 

Of this same ineffable joy which came with the good news the angel of the Lord brought once to the Bethlehem shepherds and to all humanity through them:

“For unto you is born a Saviour who is Christ the Lord”
(cf. Luke 2:11)

The words of the divine Evangelist are echoing nowadays throughout the whole world:

“For God so loved the world, that he gave his only begotten Son,

that whosoever believeth in him should not perish,
but have everlasting life”
(John 3:16).

When the whole universe reverberates with the heavenly and unprecedented news that the Lord was born,
our joy grows so high and radiant!


The Church celebrates a day of triumph and in its joy calls every man:


"Christ is born
  - glorify Him !
Christ descends from the heavens   - welcome Him !
Christ is now on earth   – ascend !”
(Katavasiae of the Nativity of Christ).  

Wondrous day is this prime day of “the year of the Lord’s favor”
(cf. Luke 4:19)
the day when the great mystery of godliness got implemented,
as
“God was manifest in the flesh, justified in the Spirit, seen of angels, preached unto the Gentiles,
believed on in the world”
(1 Tim.3:16)

And nothing, and nowhere would ever becloud this great joy and exultation, for Light and Hope came into the world of darkness and hopelessness on that very day, Righteousness in Person and Life in Person stands against sin and death, because Truth in Person totally defeated the misguidance of the “spiritual powers of evil in the heavens”
(cf. Eph. 6:12)

 

So, now we have nothing to be afraid of, “for God is with us”
(cf. Is. 8:10)

Therefore, the Church sings today, rejoicing:
 

"Thy Nativity, O Christ our God, has illumined the world like the Light of Wisdom"
(Troparion, 4th tone)

On this most glorious Day of the Nativity of Christ, given reality was the event that had been expected eagerly for centuries by the old Adam descendents who had the promise of God Himself that He would save them from the power of evil and death (cf. Gen. 3:15)


Now God, as He is “the faithful God”
(cf. Deut. 7:9)
and as

“with God nothing shall be impossible”
(Luke 1:37),