3. Mai 2015

Gedächtnis der Hl. Martyrer Timotheos und Mauras,
Hl. Nikolaj von Serbien (Hl. Nikolaj von Žiča und Ohrid)

 

4. Sonntag nach Ostern - Sonntag des Gelähmten am Teich von Bethesda

ХРИСТОС ВОСКРЕСЕ                                 Christus ist erstanden von den Toten, 
ИЗ МЕРТВЫХ                                              hat den Tod durch den Tod zertreten 
СМЕРТИЮ СМЕРТЬ ПОПРАВ,                 und denen in den Gräbern 
И СУЩЫМ ВО ГРОБЕХ                              das Leben in Gnaden geschenkt.
ЖИВОТ ДАРОВАВ



Χριστός ανέστη εκ νεκρών,                       Hristos anesti ek nekron,  
θανάτω θάνατον πατήσας,                        Thanato thanaton patisas,
και τοις εν τοις μνήμασι,                             Ke tis en tis mnimasi 
ζω ὴ ν χαρισάμενος!                                   Zo-in  kharisamenos  !



Hristos a înviat din morţi,
Cu moartea pre moarte călcând,
Şi celor din morminte
Viaţă dăruindu-le!

 

 

Das Auferstehungstroparion (Ton 3): 

Freuen mögen sich die himmlischen und jauchzen die irdischen Wesen,
denn der Herr hat Kraft gewirkt mit seinem Arm;
Er hat überwunden den Tod durch den Tod,
Er ward der Erstgeborene der Toten;
Er hat uns erlöst aus dem Schosse der Hölle und verliehen der Welt große Gnade.

 

Das Troparion des Sonntags :

Erwecke, o Herr, meine von vielfacher Sünde und ungeordneten Taten furchtbar gelähmte Seele durch dein göttliches Gebot, 
so wie Du einst den Gelähmten erwecket hast,
damit ich, freigemacht, rufe: Ehre, barmherziger Christus, sei deiner Macht!




Troparion des Hl. Nikolaj (Ton 8): 

Goldmund, Verkünder des auferstandenen Christus,
Führer des kreuztragenden serbischen Volkes
durch die Zeiten, wohlklingende Lyra des Heiligen Geistes,
Stolz und Liebe der Mönche und Nonnen,
Freude und Ehre der Priester,
Lehrer der Reue und Buße,
Bischof der ganzen serbischen Nation,
Haupt der zu Gott betenden Armee Christi
o Heiliger Nikolaj von Serbien und der ganzen orthodoxen Welt:
Mit all den Heiligen im Himmlischen Serbien bete zum Einzigen Menschenliebenden,
dass Er uns Frieden schenke und Einigkeit unserem Volk.

 

 

Das Kondakion (Ton 3): 

Auferstanden bist Du heute aus dem Grabe , Barmherziger,
und hast uns hinausgeführt aus den Toren des Hades.
Heute frohlockt Adam und Eva freut sich,
und die Propheten, vereint mit den Patriarchen,
besingen unaufhörlich die göttliche Kraft Deiner Herrschaft.

 

 

Kondakion der hl. Nikolaj (Ton 3): 

Geboren im serbischen Lelić, warst Du Erzhirte von Ohrid, der Stadt des heiligen Naum.
Du residiertes auf dem Thron des heiligen Sava in Žiča.
Durch das Evangelium hast Du die Menschen gelehrt und erleuchtet in Gott.
Du führtest viele zur Buße und Liebe für Christus.
Um Christi willen hast Du die Leiden in Dachau erduldet.
Für dies alles hat Er Dich verherrlicht: Heiliger Nikolaj, Du neuer Gottgefälliger.

 

 


Apostellesung des Sonntags (Apg. 9, 32-42)):
Es geschah, dass Petrus, als er allerorts umherwanderte, auch zu den Heiligen kam, die in Lydda wohnten. Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren zu Bett lag; er war gelähmt. Petrus sagte zu ihm: „Äneas, Jesus Christus macht dich gesund; steh auf und richte dir selbst dein Bett!“ Und sogleich stand er auf. Alle Bewohner von Lydda und Saron sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn. In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabitha; übersetzt lautet ihr Name Dorkas; sie war reich an guten Werken und Almosen, die sie gab. Es geschah aber in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb. Man wusch sie und legte siein das Obergemach. aber Lydda nahe bei Joppe ist, sandten die Jünger, die gehört hatten, dass Petrus dort sei, zwei Männer zu ihm mit der Bitte: „Komm unverzüglich zu uns herüber!“ Petrus machte sich auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf, und alle Witwen traten vor ihn und zeigten ihm unter Tränen die Röcke und Gewänder, die ihnen Dorkas, als sie unter ihnen weilte, gefertigt hatte. Da wies Petrus alle hinaus, kniete nieder, betete und wandte sich zu dem Leichnam,indem er sprach: „Tabitha, steh auf!“ Sie öffnete ihre Augen, schaute Petrus an und setzte sich auf. Er gab ihr die Hand und richtete sie auf. Dann rief er Heiligen und Witwen und stellte sie lebend vor. Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele glaubten an den Herrn

 

 

Evangelium des Sonntags (Joh 5, 1-15):

Einige Zeit später war ein Fest der Juden und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf Hebräisch Bethesda.

Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?
Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt.
Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh!
Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.
Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh!
Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte.
Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm:
Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.

 

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Ehre sei Dir, o Herr, Ehre sei Dir! Δόξα σοι, Κύριε, δόξα σοι! Slavă Ţie, Doamne, slavă Ţie! 
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Homilie zum Tag:

 

Heute betrachten wir aus dem Heiligen Evangelium des Hl. Johannes die Geschichte von dem Gelähmten am Teich von Bethesda.
Nicht umsonst lesen wir diesen Text in der byzantinischen Tradition am 4.Sonntag der Auferstehungszeit; einem Sonntag der uns –kommend von der Auferstehung- auf das große Fest von Pfingsten vorbereitet. 
In diesem Fest (exakt 50 Tage nach dem Pask´ha-Fest) feiern wir die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel.
Deshalb hören jene unter uns -die zur Kirche gehen- diese Geschichte Jahr für Jahr an einem der Sonntage, die uns auf Pfingsten, auf den Empfang der Gaben des Heiligen Geistes durch uns vorbereiten sollen.
Aber obwohl viele von uns diese Geschichte kennen, in der Christus diesen Menschen durch Sein lebensspendendes veränderndes Wort heilt – wollen wir diesen Text heute vielleicht in neuem Licht beleuchten – weil der Text auch für uns die Wirkung der Veränderung haben kann, wenn wir unsere Herzen Seinem Wort öffnen:es stärkt uns, wo wir der Stärkung bedürfen 
- und entfernt sanft alles was entfernt werden muß.
Wir lesen also im 5. Kapitel des Heiligen Evangelium des Heiligen Johannes von der Heilung des Gelähmten:
Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor (Ovtcha Kupel) ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat.
In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten.Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.
Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte.
Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit [in diesem Zustand] war, spricht er zu ihm: 
Willst du gesund werden?
Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab.
Jesus spricht zu ihm: 
Steh auf, nimm dein Bett und geh umher!
Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob sein Bett auf und ging umher.
Es war aber Sabbat an jenem Tag.
Johannes (5, 1-9)
Also, weil Sabbat war erklärten es die Juden für ungesetzlich, dass der Mann sein Bett (Liegematte) trug.
Halten wir fest:
Zuerst geht es um WASSER, das uns zum DURST, zum „Ersehnen“ führt.
Die Themen Wasser und Durst werden uns in diesen Wochen, die uns auf Pfingsten vorbereiten, noch öfter begegnen. 
Am Fest der Mit-Pfingsten, am Sonntag der Samariterin, des Blinden und sogar der Väter des 1. Oekumenischen Konzils.
Und dies weil, wenn wir uns in der Vorbereitung auf Pfingsten auf die Gabe des Heiligen Geistes vorbereiten, wir den DURST nach dem Heiligen Geist verspüren sollen.
Weil wir ansonsten in unserer Beziehung zu Gott leicht in Apathie oder Defätismus oder Selbstgefälligkeit verfallen, und dadurch die Tore zur Gnade des Heiligen Geistes verschließen.
Es ist im wahrsten Sinne „Not-wendig“ für uns, Seine Gnade zu ersehnen, unsere Hilflosigkeit ohne ihn zu fühlen, um uns sehnlichst zu wünschen, dass Seine Gnade unser Leben erfüllt.
Deshalb fragt Christus den Gelähmten von Bethesda:
„Willst du gesund werden ? 
Und in der Antwort des Gelähmten hören wir, dass er es Jahr für Jahr versucht hat, aber auch, dass er sich seiner Hilflosigkeit bewusst ist. 
Seine eigenen Bemühungen konnten ihm nicht die Heilung bringen.
Aber zunächst bemerkt er noch nicht, Wer ihm die Heilung bringen wird 
- aber er wird es bald bemerken, als Christus in sein Leben tritt.
Wir wissen nichts über das Vorleben dieses Menschen und wie er vor seiner Lähmung gelebt hat.
Aber es bedurfte offensichtlich 38 Jahre einer schweren Krankheit, deren Gründe nur Gott kennt, bis dass ihm seine Hilflosigkeit völlig bewusst wurde 
- und für eine Heilung durch Gottes Wort bereit zu sein.
Wichtig für unser Heil ist auch, dass Christus den Gelähmten dazu anhält, sein Bett für alle sichtbar mit sich zu tragen.
Man könnte meinen, dass jemand der 38 Jahre durch seine Krankheit an sein Bett gefesselt war, diese Erinnerung an seine Vergangenheit gerne hinter sich lassen würde.
Aber, Nein, Jesus will, dass er es aufnehme und wegtrüge.
So sind auch wir aufgerufen, unserer Vergangenheit nicht zu entkommen, nicht einmal die Tür zur Vergangenheit abzuschliessen, selbst wenn wir eine schmerzliche Vergangenheit wegen unserer eigenen Taten oder den Taten Anderer hatten.
Wenn wir Heilung verspüren, entweder so plötzlich und dramatisch wie der Gelähmte, oder langsam in kleinen Schritten, können wir effektiv uns und Anderen in verschiedener Weise auch durch eine schlechte Vergangenheit helfen.

Denn die Wege mit denen Gott uns geheilt hat, oder die gefährlichen Situationen durch die er uns in die Rettung gesteuert hat – oder uns Weisheit und Mut gegeben hat – alles während unser eigenes Kreuz, das wir während wir es tragen, auch ein Zeugnis der Gnade Gottes in unserem Leben ist.

Diese Erfahrungen ermöglichen uns, Mitgefühl für Andere in ähnlichen Situationen zu empfinden – und uns selbst zu erinnern Dankbarkeit zu spüren.

So lasset uns nicht im Bett unserer Vergangenheit verweilen, sondern es aufnehmen und fortzuschreiten zur höheren Ehre Gottes !

Inokinia ryassofor Vasa
Dr. Vassa Larin (Nyack,NY – Wien, Österreich)
Liturgiewissenschaftlerin an der Kathol.-Theologischen Fakultät der Universität Wien
Authorin und Presentatorin der Orthodoxen Internet Show (Blog)
Coffee with Sr. Vassa
www.coffeewithsistervassa.com

Sr. Dr. Vassa Larin (born Varvara Georgievna Larina, December 11, 1970 in Nyack, New York, United States) is a Russian Orthodox ryassofor nun, the host of the popular show "Coffee with Sr. Vassa", author of many scholarly articles and a monograph on Byzantine liturgy and theology, and outspoken public intellectual on current issues of the Russian Orthodox Church Outside Russia (ROCOR).
She teaches Liturgical Studies at the Catholic Theological Faculty of the University of Vienna in Austria.
Sr. Dr. Vassa Larin is a member of two Commissions of the Inter-Council Presence of the Russian Orthodox Church: the Commission on "Liturgy and Church Art", and the Commission for "Canon Law".

Lesungen und Wechseltexte des orthodoxen Kirchenjahres Foto.

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